Werkstudent: Gehalt, Voraussetzungen + 7 unschlagbare Vorteile

Studierende sind notorisch knapp bei Kasse. Abhilfe kann ein Job als Werkstudent schaffen. Der hat den Charme, dass Sie in einem Bereich arbeiten, der inhaltlich mit Ihrem Studium verwandt ist. Jobs für Werkstudenten gibt es oft in der Informatik, im Marketing und der Wirtschaft. Der Status als Werkstudent hat viele Vorteile, sowohl für den Studierenden als auch das Unternehmen. Unter welchen Voraussetzungen solche Jobs möglich sind und was Sie zur Sozialversicherung wissen müssen…

Werkstudent: Gehalt, Voraussetzungen + 7 unschlagbare Vorteile

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Definition: Wer gilt als Werkstudent?

Als Werkstudent gilt ein Studierender, der neben dem Studium noch einer Beschäftigung nachgeht. Im Gegensatz zu typischen Studentenjobs wie Kellnern oder Kassieren existiert oft eine inhaltliche Nähe zum späteren Beruf. Als Werkstudent gehen Sie einer mehr als geringfügigen Beschäftigung nach oder üben sogar eine selbständige Tätigkeit neben dem Studium aus.

Voraussetzungen für Werkstudenten

Als Werkstudent gelten Sie, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Ordentliches Studium an Universität oder Fachhochschule
  • Studium ist die Haupttätigkeit
  • Maximal 20 Stunden pro Woche

Ausnahmen gelten lediglich in den Semesterferien, am Wochenende, bei Jobs mit Nachtschichten oder wenn der Job auf drei Monate begrenzt ist. Unter folgenden Voraussetzungen gelten nicht als Werkstudent (und sind somit sozialversicherungspflichtig):

Das bedeutet auch: Sobald Sie das Studium beenden oder es abbrechen, erlischt Ihr Status als Werkstudent.

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Gehalt: Was verdienen Werkstudenten?

Es lassen sich nur wenige pauschale Angaben zum Gehalt von Werkstudenten machen. Wie andere Arbeitnehmer auch, haben Sie Anspruch auf den Mindestlohn, der liegt seit diesem Jahr bei 9,50 Euro brutto pro Stunde und steigt in weiteren Schritten bis zum 1. Juli 2022 auf brutto 10,45 Euro.

Bedeutet: Mit Mindestlohn liegt Ihr Gehalt als Werkstudent bei etwa 760 Euro, sofern Sie die volle Stundenzahl von bis zu 20 Wochenstunden arbeiten. Allerdings zahlen Betriebe mit Tarifbindung in der Regel höhere Stundenlöhne. Und auch so liegt der Stundenlohn in gefragten Bereichen wie etwa der IT-Branche höher. Hier können 12 bis 15 Euro pro Stunde möglich sein.

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Steuer: Wie viel darf ich als Werkstudent verdienen?

Auch als Werkstudent sind Sie steuerpflichtig. Wer unverheiratet und kinderlos ist, gehört üblicherweise in Steuerklasse I. Die Abzüge in dieser Lohnsteuerklasse sind zwar die höchsten, allerdings müssen Sie erst ab einem bestimmten Einkommen Steuern zahlen. In diesem Jahr liegt der Steuerfreibetrag bei 9.744 Euro, für verheiratete Paare gilt der doppelte Betrag.

Das bedeutet für Sie: Erst auf Einkommen darüber werden Steuern fällig. Im Rahmen der Steuererklärung können Sie sich mögliche Steuern zurückerstatten lassen.

Auswirkungen auf Bafög, Kindergeld, Waisenrente

Etwas schwieriger ist es, wenn Sie Bafög-Empfänger sind: Dann dürfen Sie nicht mehr als 450 Euro pro Monat verdienen. Heißt: Nicht mehr als 5.400 Euro im Jahr. Sobald Sie über diesen Verdienst kommen, wird Ihnen das zusätzliche Einkommen entsprechend vom Bafög abgezogen. Zuvor sollten Sie also genau abwägen, ob sich ein Nebenjob lohnt.

Etwas anders sieht es beim Kindergeld aus. Hier haben Studenten unabhängig vom Einkommen bis zum 25. Lebensjahr Anspruch auf das Kindergeld. Es gilt allerdings auch hier die 20-Stunden-Regel. Wer seine Eltern oder einen Elternteil verloren hat, bezieht eine (Halb-)Waisenrente. Ein Werkstudent kann bis zum 27. Lebensjahr Waisenrente beziehen. Sie wird rückwirkend für bis zu zwölf Kalendermonate vor dem Antragsmonat gezahlt. Der Nebenerwerb eines Werkstudenten hat keinen Einfluss auf die Waisenrente, da mittlerweile die Einkommensabrechnung entfällt.


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Werkstudentenprivileg: Sozialversicherung bei Werkstudenten

Das sogenannte Werkstudentenprivileg ist wohl einer der größten Vorteile, wenn Sie als Werkstudent arbeiten. Dadurch sparen Sie nämlich bei der Sozialversicherung. Bei normalen Arbeitnehmern besteht oft ein deutlicher Unterschied zwischen Brutto- und Nettogehalt. Werkstudenten haben mehr Netto vom Brutto, denn sie sind von den Abgaben für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit. Das gilt unabhängig von der Höhe Ihres Gehaltes.

Nicht befreit hingegen sind Sie von der Rentenversicherung. Davon können Sie sich theoretisch befreien lassen, sofern Sie Ihre Tätigkeit im Rahmen eines Minijobs ausüben. Allerdings erwerben sie damit dann keine Beitragszeiten. Und die Befreiung von der Arbeitslosenversicherung ist insofern nachteilig, dass Sie keinen Schutz vor Arbeitslosigkeit erwerben, also auch kein Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld erhalten.

Wichtig: Um vom Werkstudentenprivileg zu profitieren, müssen Sie dem Arbeitgeber regelmäßig den Nachweis Ihres Studiums in Form einer aktuellen Immatrikulationsbescheinigung einreichen. Nur so gelten Sie als ordentlicher Student und erfüllen die Kriterien zur Befreiung von den Beiträgen zur Sozialversicherung.

Krankenversicherung als Werkstudent

In der Regel sind Studenten bis zum 25. Lebensjahr automatisch über die Familie krankenversichert. Wer das 25. Lebensjahr überschreitet, muss sich selbst bei der Krankenkasse versichern. Die bietet günstige Studententarife, die um die 110 Euro pro Monat liegen. Eine andere Grenze liegt beim Einkommen: Die Studentenwerke weisen darauf hin, dass die Familienversicherung nur bis zu einem monatlichen Einkommen von maximal 470 Euro gilt. Sobald Sie darüber liegen, müssen Sie sich ebenfalls selbst versichern.

Welchen Urlaubsanspruch haben Werkstudenten?

Wie jeder andere Arbeitnehmer haben Sie Anspruch auf bezahlten Urlaub. Wieviele Tage Ihnen im Einzelnen zustehen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Arbeiten Sie beispielsweise in einem Betrieb, der einen Tarifvertrag abgeschlossen hat, wird sich Ihr Urlaubsanspruch danach richten.

Anderenfalls steht jedem Arbeitnehmer Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz zu. Das heißt, bei einer 5-Tage-Arbeitswoche à 40 Stunden sind das mindestens 20 Urlaubstage. Als Werkstudent werden Sie allerdings maximal 20 Stunden die Woche arbeiten, das heißt, Ihr Urlaub fällt anteilig aus. Ihnen stehen somit mindestens 10 Urlaubstage pro Jahr zu, allerdings erst ab einer Betriebszugehörigkeit von sechs Monaten.

7 Vorteile bei der Arbeit als Werkstudent

Auch wenn das Geld starke Motivation für einen Vertrag als Werkstudent ausüben dürfte: Es gibt viele weitere Gründe, die dafür sprechen:

  1. Sie sammeln Praxiserfahrung
    Während des Studiums machen viele Studenten nur ein oder zwei Praktika, um erste Berufserfahrung zu sammeln. Werkstudenten hingegen sammeln wertvolle Praxiserfahrung. Somit haben sie in späteren Bewerbungsprozessen einen Vorteil anderen Kandidaten gegenüber, denen diese Erfahrung noch fehlt. Bei ansonsten relativ gleichen Voraussetzungen kann das der entscheidende Unterschied sein, warum Werkstudenten den Job bekommen.
  2. Sie können den Job als Pflichtpraktikum angeben
    Damit Studierende mehr Praxiseinblick bekommen, sind Pflichtpraktika oft Teil des Studiums. Das Blöde: Diese Art Praktikum muss nicht vergütet werden. Wer auf ein zusätzliches Einkommen angewiesen ist, muss dann Studium, Pflichtpraktikum und Job unter einen Hut bekommen. Oder Sie finden einen Job als Werkstudent – dann können Sie sich die Tätigkeit als Pflichtpraktikum anrechnen lassen.
  3. Sie knüpfen wichtige Kontakte
    Als Werkstudent kommen Sie nicht nur mit anderen Studierenden, sondern vielen anderen Menschen völlig unterschiedlichen Alters und mit gänzlich anderem Hintergrund in Kontakt. Das weitet nicht nur den Horizont, sondern kann sich später noch einmal als nützlich erweisen.
  4. Sie können Branchen und Unternehmen überprüfen
    Als Werkstudent bekommen Sie einen sehr guten Eindruck davon, wie die spätere Arbeit bei einem Unternehmen und in einer Branche aussehen kann. Auf diese Weise können Sie Ihren Studienschwerpunkt auf einen bestimmte Richtung legen oder auch feststellen, dass etwas gar nicht Ihren Vorstellungen entspricht.
  5. Sie können Ihre Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben
    Oft erhalten Werkstudenten die Möglichkeit, Ihre Abschlussarbeit direkt beim Unternehmen zu schreiben. Die Themen können sich dabei aus der Arbeit ergeben oder gemeinsam mit Betreuer und Arbeitgeber abgesprochen werden.
  6. Sie hinterlassen Eindruck
    Vorbehalte gegenüber Berufsanfängern, die vom harten Arbeitsleben keine Ahnung haben, gibt es zur Genüge. Eine Tätigkeit als Werkstudent entkräftet solche Vorurteile und macht sich im Lebenslauf immer gut.
  7. Sie haben eine Jobperspektive
    Als Werkstudent kennt man Sie im Unternehmen. Damit haben Sie bereits einen Fuß in der Tür, können im besten Fall sofort übernommen werden oder erfahren früher, wo Positionen frei sind. Und Ihr Chef kann sogar noch ein gutes Wort für Sie einlegen. Vitamin B zahlt sich aus.

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[Bildnachweis: FGC by Shutterstock.com]

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