Steuertipps für Studenten: Bares Geld sparen

Wer nicht arbeiten geht, bekommt auch kein Geld zurück? Stimmt nicht ganz. Mit unseren Steuertipps für Studenten gibt es unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Einkommen Geld zurück. Ein Großteil der Studierenden versucht seine Finanzen ohnehin aufzubessern und arbeitet in den Semesterferien oder sogar während der Vorlesungszeiten. Häufig reicht die Unterstützung der Eltern oder auch zusätzliches BAföG nicht aus, um alle anfallenden Kosten bewältigen zu können. Aber auch vom hart erarbeiteten Geld muss noch etwas abgegeben werden, wenn der Grundfreibetrag überschritten wird. Durch einige Steuertipps für Studenten bekommen Sie die Abzüge jedoch häufig zurück. Deshalb zeigen wir Ihnen, was Sie als Student zum Thema Steuern wissen müssen, um bares Geld zu sparen…

Steuertipps für Studenten: Bares Geld sparen

Steuertipps für Studenten: Diese Einnahmen sind steuerfrei

Bevor wir uns mit möglichen Abgaben beschäftigen und erklären, an welchen Stellen Sie Geld sparen können, konzentrieren wir uns zunächst auf die positive Seite. Denn glücklicherweise gibt es auch einige Einnahmen für Studenten, die von vornherein steuerfrei sind und um die Sie sich keine Gedanken machen müssen. Um alle steuerfreien Einnahmen nachzulesen, können Sie § 3 des Einkommenssteuergesetztes nachschlagen.

Wir haben die für Studenten wichtigsten Punkte herausgefiltert:

  • BAföG
  • Stipendien
  • Unterhaltszahlungen
  • Tätigkeiten als Übungsleiter im Sport- oder Jugendverein, wenn die Zahlungen einen Jahresbetrag von 2400 Euro nicht übersteigen
  • Einkommen aus geringfügigen Beschäftigungen bis zu einer Höhe von 450 Euro pro Monat. Voraussetzung ist allerdings, dass Ihr Arbeitgeber Sie bei der Minijobzentrale anmeldet und eine Pauschalabgabe zahlt.

Welche Einnahmen sind steuerpflichtig?

Zusätzlich zu den steuerfreien Einnahmen gibt es aber auch eine ganze Reihe regulär besteuerter Beschäftigungsverhältnisse, in denen Studenten wie jeder andere Arbeitnehmer auch Abgaben zahlen müssen.

Neben dem Studium bleibt für gewöhnlich keine Zeit für eine Vollzeitstelle. Da Studenten im Erststudium ohnehin nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten dürfen, um nicht den Status als ordentlicher Student zu verlieren, gehen wir an dieser Stelle auf die Tätigkeiten ein, in denen sich Studenten am häufigsten wiederfinden. Dazu zählen in erster Linie:

Dieses Einkommen ist aber nur dann steuerpflichtig, wenn der Verdienst die Geringfügigkeitsgrenze (450 Euro) überschreitet. In diesen Fällen führt Ihr Arbeitgeber die Einkommenssteuer direkt ans Finanzamt ab. Bemessungsgrundlage dafür ist der Steuersatz, der fällig wäre, wenn Sie das ganze Jahr über das gleiche Einkommen bezögen.

Der genaue Betrag hängt dabei unter anderem von der Höhe Ihres Einkommens und Ihrer Steuerklasse ab. Ledige Studenten sind üblicherweise Steuerklasse I. Gleichzeitig beginnt bei vielen Studenten dann das große Rechnen.

Der Grundfreibetrag, also das Einkommen, bei dem die Steuerpflicht beginnt, liegt aktuell (Stand 2019) für Ledige bei 9.168 Euro. Für 2020 ist eine Erhöhung auf 9.408 Euro geplant.

Eine Verpflichtung zur Steuererklärung haben Studierende erst, wenn ihre Einnahmen exakt diesen Grundfreibetrag überschreiten. Denn mit jedem Euro über dem Grundfreibetrag zahlen Sie Lohnsteuer. Und mit unseren Steuertipps für Studenten bekommen Sie das Geld vom Finanzamt zurück.

Sparmöglichkeiten von Studentenstatus abhängig

Es gibt je nach Studienart unterschiedliche Steuertipps für Studenten. Entscheidend ist nämlich, ob Sie sich in der Erst- oder Zweitausbildung befinden:

  • Erstausbildung

    Dieser Fall dürfte auf die Mehrheit der Studierenden zutreffen. Voraussetzung: Sie studieren nach dem Abitur oder der Fachhochschulreife auf Bachelor, haben zuvor keine Lehre gemacht.

  • Zweitausbildung

    Sie haben bereits eine Ausbildung abgeschlossen und studieren nun. Dazu zählt auch das Masterstudium nach dem Bachelor oder ein Zweitstudium.

Wenden wir uns erst dem Normalfall zu, dem Erststudium. Als Erstsemester und fortgeschrittener Student werden Sie steuerlich momentan noch benachteiligt.

Derzeit entscheidet noch das Bundesverfassungsgericht auf Antrag des Bundesfinanzhofes, ob zukünftig für das Erststudium dieselben Steuererleichterungen möglich sind wie für die Zweitausbildung. Derzeit sieht es so aus, dass Studierende in Erstausbildung Sonderausgaben bis zu 6.000 Euro geltend machen können.

Der große Nachteil der Sonderausgaben: Sie können nur in dem Jahr berücksichtigt werden, in dem sie tatsächlich angefallen sind. Für viele Studenten sind sie daher vollkommen wirkungslos, da ihnen keine oder kaum Einnahmen gegenüberstehen, mit denen die Kosten verrechnet werden könnten.

Für Studierende in Zweitausbildung ist deutlich mehr drin. Denn sie können zusätzlich Werbungskosten geltend machen. Das sind Aufwendungen, die zum Erwerb, zur Sicherung und Erhaltung der Einnahmen notwendig sind.

Bei Werbungskosten werden Ihnen pauschal 1.000 Euro angerechnet. Mehrausgaben können Sie durch Belege nachweisen. Das allerdings lohnt sich angesichts des Aufwandes nur, wenn Sie sicher wissen, dass Sie deutlich über die 1.000 Euro kommen werden.

Was fällt unter Werbungskosten?

Steuertipps für Studenten 2019 Steuererklärung WerbungskostenZu Werbungskosten lassen sich in einer Steuererklärung alle diejenigen Kosten angeben, die in irgendeiner Form durch den Beruf entstehen. Darunter fallen beispielsweise auch Bewerbungskosten, die am Ende des Studiums bei der Jobsuche entstehen.

Aus steuerlicher Sicht ist unerheblich, ob Ihre Bewerbungen erfolgreich sind oder nicht. Für Sie ist einzig relevant, dass sie Ihre Steuerlast mindern. Welche Kosten zählen dazu? Zum Beispiel solche:

  • Bürostuhl
  • Drucker
  • Fachliteratur
  • Fahrtkosten
  • Kopien
  • Laptop
  • Prüfungsgebühren
  • Schreibtisch
  • Stifte
  • Studiengebühren
  • Zweitwohnsitz

Zweitausbildung: Verlustvortrag oder Werbungskosten

Ein wichtiger Punkt für Studenten, ist die Frage, ob die Kosten für ihr Studium als Werbungskosten geltend gemacht werden können. Nach aktueller Lage (§ 9 Abs. 6 Einkommenssteuergesetz) kann ein Studium dann als Werbungskosten abgesetzt werden, wenn einer dieser Fälle vorliegt:

  • Sie haben zuvor bereits eine Berufsausbildung (von mindestens 12 Monaten) gemacht,
  • Sie studieren gerade ein duales Studium mit gleichzeitiger Ausbildung,
  • Sie haben ein anderes Studium als Erstausbildung absolviert oder
  • Ihr Studium findet im Rahmen eines Dienstverhältnisses statt, beispielsweise ein Bundeswehrstudium.

Im Gegensatz zu den Sonderausgaben können Werbungskosten auch noch in den ersten Jahren der Berufstätigkeit für eine Steuerminderung genutzt werden, wenn diese die Einnahmen übersteigen. Da noch kein endgültiges Urteil vorliegt, sollten Studenten unbedingt Rechnungen und Belege aufbewahren, da diese noch einmal hilfreich werden könnten.

Aktuell gilt: Wenn Studenten ihre Steuererklärung machen (am besten mit Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins), sollten Sie die Ausgaben als Werbungskosten geltend machen. Wenn das Finanzamt diese nicht akzeptiert, können Sie unter Hinweis auf das Verfahren des Bundesverfassungsgerichts Einspruch einlegen. Wenn eine endgültige Entscheidung vorliegt, wird Ihr Fall dann erneut betrachtet.

Ebenfalls sparen können Studierende im Zweitstudium, wenn sie kein Einkommen haben. Wie das? Ganz einfach, steuerlich wird es als Verlust gerechnet, wenn Ihre Ausgaben durch Ausbildungskosten höher als Ihre Einnahmen sind. Wer per Steuererklärung diesen Verlust beim Finanzamt feststellen lässt, macht einen Verlustvortrag (auch Verlustfeststellung genannt).

Diese jährlichen Verluste werden während Ihres Studiums gesammelt und dann mit einem festen Job beim Berufseinstieg verrechnet. Sie erhalten dann eine Erstattung aus den Studienjahren.

Unterlagen und Belege sammeln

Steuertipps für Studenten Ordner Unterlagen BelegeUnser Tipp: Machen Sie es sich so leicht wie möglich. Wer während des Studiums keine Ausgaben geltend machen kann, wird eine Weile die notwendigen Unterlagen aufbewahren müssen. So können schnell Jahre ins Land ziehen. Wenn Sie später nicht mit Ihrer ersten Steuererklärung sämtliche Schubladen durchwühlen wollen, sollten Sie sich von Anfang an eine Mappe oder einen Ordner zulegen. Sammeln Sie darin alle relevanten Rechnungen, Quittungen und Belege nach Jahr sortiert.

Steuertipps für Studenten: Machen Sie Ihre Steuererklärungen

Wenn Ihr Arbeitgeber zu viel Lohnsteuer abgeführt hat, erhalten Sie diesen Betrag selbstverständlich zurück – allerdings nur, wenn Sie eine sogenannte Antragsveranlagung in die Wege leiten, wie die Einkommenssteuererklärung offiziell heißt.

Zu ihr gehören neben dem Mantelbogen eine ganze Reihe Anlagen, in denen Sie verschiedenen Einkünfte und Absetzungsmöglichkeiten eintragen können. Anhand dieser Formulare erstellt das Finanzamt Ihren Steuerbescheid, fordert zu wenig gezahlte Beträge nach oder erstattet zu viel gezahlte Abgaben – auch bei Studenten.

Um eine solch freiwillige Einkommenssteuererklärung abzugeben, haben Sie bis zu vier Jahren Zeit. Für Ihre Steuererklärung von 2015 haben Sie bis zum 31. Dezember 2019 Zeit. Nach Ablauf dieser Frist verlischt auch Ihr Erstattungsanspruch.

Im eigenen Interesse stellen Sie den Antrag daher besser gleich zu Beginn des Folgejahres, wenn Sie eine Rückzahlung erwarten. So erhalten Sie Ihr Geld deutlich schneller zurück und kommen gar nicht erst in Gefahr, die Frist möglicherweise zu vergessen.

Seit 2019 gelten gelten neue Fristen für diejenigen, die pflichtveranlagt sind. Statt wie bisher zum 31. Mai eines Jahres können Sie sich noch zwei Monate länger Zeit lassen, um die Anlagen auszufüllen. Für das Steuerjahr 2018 muss die Steuererklärung spätestens am 31. Juli 2019 beim zuständigen Finanzamt vorliegen.

Wer einen Steuerberater hinzuzieht, hat sogar bis zum 28. Februar 2020 Zeit, um die Steuererklärung für 2018 abzuliefern. Und eine Fristverlängerung ist ebenfalls relativ problemlos möglich.

Steuererklärung Online: Service für Studenten

Steuererklärung Online: Service für StudentenExklusiv für Karrierebibel-Leser haben wir eine Kooperation mit studentensteuererklaerung.de geschlossen bei der Sie bares Geld sparen können: Mit unserem neuen Steuer-Tool für Studenten und Absolventen können Sie eine Online-Steuererklärung bis zu 7 Jahre rückwirkend abgeben und sich so Ihre Studienkosten zurückholen.

Wenn Studenten weniger Einnahmen als Ausgaben verzeichnen, entsteht ein steuerlicher Verlust. Dieser Verlust wird vom Finanzamt automatisch als eine Art Steuerbonus vermerkt, der eingelöst wird, sobald Steuern gezahlt werden. Zudem gibt es für viele Studienkosten Pauschalen, die Studierende auch ohne Belege geltend machen können.

Dank standardisierter Masken und zugeschnittener Tipps für Studenten lässt sich die Studentensteuererklärung zügig erledigen und direkt ans Finanzamt schicken. Ein Live-Steuerrechner zeigt überdies direkt nach der Eingabe, wie sich die eigenen Angaben auf Erstattung und Verlustvortrag auswirken.

Und das Beste: Statt der Gebühr von 34,90 Euro kostet die erste Steuererklärung für Karrierebibel-Leser nur 29,90 Euro. Die Kosten dafür sind wiederum selbst von der Steuer absetzbar. Probieren Sie es aus und holen Sie sich ein paar Studienkosten zurück: HIER ENTLANG zur Studentensteuererklärung.

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[Bildnachweis: stockfour by Shutterstock.com]
15. Januar 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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