Ferienjob: Das bitte beachten!

Endlich Ferien! Aber nicht für jeden bedeutet das, das er Urlaub macht. Nicht wenige Schüler und Studenten nutzen die Auszeit von der Schule beziehungsweise die vorlesungsfreie Zeit, um sich in einem Ferienjob etwas Geld hinzuzuverdienen. Manche planen damit die Anschaffung heiß ersehnter Spiele oder möchten sich einfach nur etwas gönnen. Für andere sind Ferienjobs in den Semesterferien wichtige Einnahmequellen, um finanziell über die Runden zu kommen. Worauf Sie dabei achten sollten…

Ferienjob: Das bitte beachten!

Ferienjob Arbeitszeit: Strenge Regelungen für Jugendliche

Grundsätzlich herrscht in Deutschland das Verbot der Kinderarbeit. Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) greift, sobald es um minderjährige Personen unter 18 Jahren geht.

Dem JArbSchG zufolge wird als Kind jede Person definiert, die keine 15 Jahre alt ist. Eigentlich besteht für diese das Arbeitsverbot, aber natürlich gilt auch hier der Spruch: Keine Regel ohne Ausnahme.

Der Gesetzgeber erlaubt 13-Jährigen Schülern mit Zustimmung der Eltern leichte Arbeiten. Damit sind Ferienjobs möglich wie:

  • Babysitten
  • Botengänge
  • Einkäufe erledigen
  • Gartenarbeit
  • Nachhilfeunterricht geben
  • Zeitungen austragen

Neben der Zustimmung der Eltern sind weitere Bedingungen damit verknüpft, so beträgt die maximale Arbeitszeit zwischen 8 und 18 Uhr zwei Stunden pro Tag, in landwirtschaftlichen Betrieben sind drei Stunden täglich erlaubt.

Wer als Schüler noch der Vollzeitschulpflicht unterliegt, darf sich ab 15 Jahren einen Ferienjob aussuchen, der über die strengen Bestimmungen für 13-Jährige hinaus geht. Damit die Schulferien dennoch einen gewissen Erholungscharakter haben, darf der Ferienjob nicht über vier Wochen im Jahr hinaus gehen.

Während der Ferienzeit dürfen Jugendliche zwischen 15 und 18 maximal acht Stunden pro Tag zwischen 8 und 20 Uhr arbeiten.

Ausnahmen bezüglich der Arbeitszeit bestehen ebenfalls für 16-Jährige Schüler: Wer einen Ferienjob in der Gastronomie hat, darf bis 22 Uhr, bei mehrschichtigen Betrieben auch bis 23 Uhr arbeiten.

Außerdem dürfen Jugendliche unter 18 Jahren keine Akkordarbeit verrichten oder am Fließband arbeiten. Ebenfalls ausgenommen sind anstrengende körperliche oder gefährdende Tätigkeiten. Beispiele hierfür sind das Tragen von schweren Gegenständen, der Umgang mit Chemikalien, außergewöhnliche Hitze, Kälte oder Lärm.

Ferienjob Student Regelung: Mehr Stunden in den Semesterferien

Da Studenten in der Regel das 18. Lebensjahr erreicht haben, gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz für sie nicht mehr. Allerdings gibt es für Studenten andere Besonderheiten. Üblicherweise sind sie während der Vorlesungszeit dazu angehalten, nicht mehr als 20 Stunden pro Woche zu arbeiten, da sie sonst ihren Studentenstatus verlieren.

Anders sieht es in der vorlesungsfreien Zeit – auch Semesterferien genannt – aus: Für sie fallen keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung an. Hinsichtlich der Rentenversicherung kommt es darauf an, ob sie die Grenzen überschreiten:

Wer während des Semesters bereits arbeitet und sich während der vorlesungsfreien Zeit noch einen Ferienjob dazu holt, muss Beiträge zur Rentenversicherung zahlen, wenn er mehr als zwei Monate am Stück beziehungsweise 50 Arbeitstage im Kalenderjahr arbeitet.

Für den Ferienjob darf im Gegensatz zur Vorlesungszeit eine Vollzeitbeschäftigung ausgeübt werden. Diese muss allerdings als befristetes Arbeitsverhältnis festgelegt sein und darf drei Monate beziehungsweise 70 Tage nicht überschreiten.

Außerdem erfolgt eine Anrechnung auf das Bafög, sofern Studenten über 5.416 Euro im Bewilligungszeitraum (nicht identisch mit dem Kalenderjahr) kommen (Stand März 2018).

Ferienjob Schüler: Mindestlohn nicht für alle

Seit dem 1. Januar 2015 ist das Mindestlohngesetz in Kraft getreten. Dies gewährt einen Mindestlohn von aktuell 8,84 Euro pro Stunde und gilt auch für Ferienjobs.

Ausdrücklich sind damit auch Ferienjobs in Privathaushalten gemeint, wie etwa Kinder hüten und Rasen mähen. Allerdings gilt dieses Gesetz nicht für Minderjährige – alle Ferienjobber unter 18 Jahren sind somit auf den guten Willen des Arbeitgebers angewiesen.

Anders wird es sehr wahrscheinlich in größeren Unternehmen aussehen, die Tarifverträge mit ihren Arbeitnehmern haben und für Ferienjobs ebenfalls Tariflohn zahlen. Der liegt zumeist sowieso höher als der Mindestlohn – in dem Fall eine echte Win-win-Situation für Schüler.

Ferienjob Schüler: Sozialversicherung kann wegfallen

Schüler und Studenten mit einem Ferienjob gelten als kurzfristig Beschäftigte. So lange sie nicht länger als drei Monate am Stück oder 70 Arbeitstage im Jahr arbeiten, sind sie von der Sozialversicherung befreit. Im Gegensatz zu einer Beschäftigung außerhalb der Ferien – im Rahmen eines Minijobs – kommt es hier nicht auf die Höhe des Einkommens an.

Der Arbeitgeber muss sowohl Schüler als auch Studenten bei der Minijobzentrale anmelden und sie gegen die Folgen von Unfällen versichern. Die gesetzliche Unfallversicherung greift während der Arbeit. In Privathaushalten muss der Arbeitgeber die Versicherung des Ferienjobbers übernehmen.

Ferienjob Rechte: Darauf sollten Sie achten

Ferienjob Student Regelung Schüler Mindestlohn Arbeitszeit Sozialversicherung RechteAuch wenn es „nur“ ein Ferienjob ist: Natürlich stehen Schülern und Studenten gewisse Rechte zu. Die einzufordern könnte allerdings schwierig sein, wenn es keinen schriftlichen Vertrag gibt.

Daher rät der Deutsche Gewerkschaftsbund unbedingt auf einen schriftlichen Vertrag zu achten, in dem klare Angaben zur Tätigkeit, den Arbeitszeiten und dem Lohn gemacht werden. Beispielsweise stehen Schülern während der Arbeitszeit folgende Pausen zu:

  • mindestens 30 Minuten bei einer täglichen Arbeitszeit von 4,5 bis 6 Stunden
  • 60 Minuten bei einer täglichen Arbeitszeit von über 6 Stunden

Darüber hinaus ist für Ferienjobs die Arbeit an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen verboten. Ausnahme: Die Jobs finden zum Beispiel in Gaststätten, Bäckereien, der Landwirtschaft oder in Krankenhäusern statt. In dem Fall sollten mindestens zwei Sonntage im Monat beschäftigungsfrei sein, besondere Auflagen gelten ebenfalls für Feiertage sowie den 24.12. und 31.12.

Um sicherzustellen, dass es sich bei dem Ferienjob um ein faires Beschäftigungsverhältnis handelt, sollten Eltern mit ihren Kindern die Bestimmungen durchgehen. Da es sich um ein befristetes Arbeitsverhältnis handelt, ist übrigens keine Kündigung notwendig.

Vorteile von Ferienjobs

Auch wenn es sich nur um ein kurzfristiges Arbeitsverhältnis handelt – anders als ein Schülerpraktikum, das der eine oder andere vielleicht als lästige Pflicht empfindet – können Schüler hier einen ganz anderen Einblick in das Arbeitsleben gewinnen.

So ein Ferienjob kann länger als ein Schülerpraktikum sein und darüber hinaus in der nächsten Ferienzeit bei gegenseitiger Sympathie „aufgewärmt“ werden. Daneben bieten Ferienjobs einige Vorteile für Schüler:

  • Sie werden selbständiger.

    Das fängt schon mit der Suche nach einem geeigneten Ferienjob an: Schulpraktika werden in irgendeiner Form organisiert – für einen Ferienjob müssen Schüler selbst aktiv werden. Sie müssen von sich aus potenzielle Arbeitgeber identifizieren und ansprechen.

    Je nachdem, ob es sich um einen Job bei der Nachbarin oder einen Ferienjob in einem großen Unternehmen handelt, kann erstmals eine richtige Bewerbung erforderlich sein.

    Was im Schulunterricht vielleicht noch an einem vorbeigerauscht ist, muss nun selbständig erarbeitet und zu Papier gebracht werden. Es folgt ein Vorstellungsgespräch und anschließend der erste Arbeitstag.


  • Sie können Interessen erkunden.

    Ein Ferienjob vermittelt Einblicke in den Arbeitsalltag: Wie ticken die Kollegen so, welche Tätigkeiten machen besonders viel Spaß, welche weniger. Ähnlich wie bei einem Praktikum können Schüler und Studenten hier herausfinden, was sich für eine spätere berufliche Tätigkeit eignet und welche Fähigkeiten vielleicht noch erworben werden müssen.


  • Sie werden selbstbewusster.

    Ein Pflichtpraktikum, das überdies nicht entlohnt wird, wird unter Umständen nicht mit demselben Ernst betrachtet wie ein selbstgewählter Ferienjob. Das erste selbst verdiente Geld! Eine faire Vergütung ist für Schüler ebenso wie für alle Arbeitnehmer ein Signal der Wertschätzung: Diese Arbeit trägt dazu bei, dass die Arbeitsabläufe in diesem Unternehmen insgesamt etwas besser laufen. Das fördert Stolz und Selbstbewusstsein bei den Ferienjobbern.


  • Sie lernen Verantwortungsbewusstsein.

    Wer in der Schule seine Hausaufgaben nicht macht, merkt das am Ende des Jahres bestenfalls an den Noten. Sein Handeln hat außer für ihn selbst aber keine nennenswerten Konsequenzen. Anders bei einem Ferienjob.

    Wer es bis dahin nicht gelernt hat, wird nun mit Tugenden wie Disziplin, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit konfrontiert. Wer hier zu spät kommt oder seine Kollegen im Stich lässt, wird schnell die Konsequenzen zu spüren kriegen. In Unternehmen ist in aller Regel Teamarbeit gefragt.

[Bildnachweis: YAKOBCHUK VIACHESLAV by Shutterstock.com]
2. März 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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