Das Wichtigste auf einen Blick
- Definition: Ein Schülerpraktikum ist eine kurze Praxisphase von 1-3 Wochen in einem Betrieb, um Einblicke in die Arbeitswelt und verschiedene Berufe zu bekommen. Es dient der Berufsorientierung und ist meist Teil des Schulunterrichts.
- Alter: Ein Schülerpraktikum ist in Deutschland erst ab 13 Jahren erlaubt. Pflichtpraktika sind Teil der Schule und gelten nicht als normale Arbeit.
- Arbeitszeit: Jugendliche unter 15 Jahren dürfen gemäß § 8 JArbSchG nur maximal 7 Stunden am Tag arbeiten, über 15 sind es 8 Stunden. Gefährliche oder schwere Arbeiten sind für Jugendliche komplett verboten.
- Bezahlung: Für ein Schülerpraktikum gibt es kein Geld. Manche Unternehmen bezahlen aber eine kleine Aufwandsentschädigung von 50-100 Euro.
- Versicherung: Im Praktikum sind Schüler über die Schule unfallversichert.
Schülerpraktika heißen in Baden-Württemberg „BORS“ (Realschule) und „BOGY“ (Gymnasium) und dauern hier nur eine Woche lang.
Welche Arten von Schülerpraktika gibt es?
Für Schülerinnen und Schüler gibt es inzwischen mehrere Arten von Schülerpraktika. Besonders häufig sind diese drei Formen:
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Pflichtpraktikum
Das Schulpraktikum (auch: Betriebspraktikum) absolvieren Schüler in der 8. oder 9. Klasse. Es dauert zwischen 1-3 Wochen, wird von der Schule vorgegeben und endet mit einem Praktikumsbericht.
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Schnupperpraktikum
Beim Schnupperpraktikum gehen Schüler in einen Ausbildungsbetrieb und lernen dort Beruf und Bedingungen kennen. Das Praktikum kann nur einen Tag dauern („Praxistag“, „Girls Day“ oder „Boys‘ Day“).
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Freiwilliges Praktikum
Das freiwillige Praktikum absolvieren Schüler auf eigene Initiative in den Ferien. Es dauert oft 4 Wochen oder kann die Zeit zwischen Schulabschluss und Ausbildung bzw. Studium überbrücken.
Welche Vorteile hat ein Schülerpraktikum?
Das Schülerpraktikum hat zahlreiche Vorteile: Primär erhalten Schülerinnen und Schüler zahlreiche praktische Einblicke ins Berufsleben, die eine gute Orientierung für die spätere Berufswahl geben. Überdies knüpfen Sie hierbei Kontakte zu Arbeitgebern, die später bei der Bewerbung hilfreich sein können. Mehr noch: Ein erfolgreich absolviertes Praktikum und ein gutes Praktikumszeugnis machen sich immer gut im Lebenslauf, werten diesen auf und steigern so die Bewerbungschancen.
Wo kann ich ein Schülerpraktikum in der Nähe finden?
Sie suchen nach freien Plätzen für ein Schülerpraktikum in der Nähe? Dann nutzen Sie gerne unsere Jobbörse: Dort finden Sie zahlreiche Praktikumsplätze für Schüler sowie Schülerjobs und andere Angebote in der Nähe. Einfach noch Ihren Ort oder die PLZ eingeben:
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Wie komme ich an ein Schülerpraktikum in der Nähe?
Um einen passenden Praktikumsplatz in der Nähe zu finden, gibt es verschiedene Wege und Tipps. Wir empfehlen folgende Strategien:
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Unternehmen anschreiben
Melden Sie sich direkt bei Ihrem Wunschunternehmen (z.B. NGO) und fragen Sie nach Praktikumsplätzen. Bei der Direktsuche erfahren Sie aus erster Hand, ob dort ein Schülerpraktikum möglich ist.
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Zeitungen durchsuchen
Gerade kleinere und lokale Unternehmen schreiben Praktikumsstellen für Schüler oder Studenten in der Lokalzeitung aus. Ein Blick in regionale Wochenblättchen lohnt sich auf jeden Fall.
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Aushänge beachten
Augen auf in der Stadt: Auf Aushängen in Geschäften werden immer wieder Schülerpraktika ausgeschrieben. Auch sonst sollten Sie auf Plakate oder Werbebanner achten, die auf freie Plätze hinweisen.
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Kontakte nutzen
Viele Schüler finden ein Praktikum durch Kontakte der Eltern oder deren Freunde. Fragen Sie nach, wenn jemand im Bekanntenkreis einen interessanten Beruf ausübt.
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Lehrer fragen
Auch die Lehrer helfen bei der Praktikum Suche. Durch die regelmäßigen Schulpraktika kennen Sie gute Unternehmen, die Plätze anbieten.
Was sind gute Schülerpraktikum Ideen?
In Deutschland absolvieren Schülerinnen und Schüler ein Pflichtpraktikum meist in der 8., 9. oder 11. Klasse. Zu den beliebtesten Branchen gehören seit Jahren soziale Berufe sowie Praktika in Kitas, Krankenhäusern oder Tierarztpraxen. Gleichzeitig steigt seit einigen Jahren das Interesse an Gaming, KI und App-Design. Falls Sie noch unentschlossen sind, finden Sie in unserem Fachartikel zahlreiche Schülerpraktikum Ideen.
„Wählen Sie Ihren Praktikumsplatz vorausschauend. Studien zeigen, dass rund 20 % der Schülerinnen und Schüler über das Praktikum später ihren Ausbildungsplatz oder einen Nebenjob finden.“ – Jochen Mai, Bewerbungsexperte mit über 20 Jahren Erfahrung und Autor zahlreicher Karrierebücher.
Wie schreibe ich eine Schülerpraktikum Bewerbung?
Haben Sie eine passende Stelle für ein Schulpraktikum gefunden, müssen Sie noch eine Bewerbung schreiben. Unternehmen verlangen hierbei selten mehr als eine Kurzbewerbung. Diese besteht nur aus einem Anschreiben und einem Lebenslauf – beide nicht länger als jeweils eine DIN-A4-Seite:
- Im Praktikum-Anschreiben geht es vor allem um Ihre Motivation: Achten Sie im Hauptteil unbedingt darauf, zu erklären, warum Sie sich für dieses Unternehmen und diesen Beruf interessieren.
- Im Schüler-Lebenslauf sollten Sie wiederum Ihre Lieblingsfächer und Noten sowie Ihr Engagement in AGs oder anderen Gruppen passend zum Praktikum betonen.
Eine ausführliche Anleitung für eine Schülerpraktikumsbewerbung finden Sie in unserem Fachartikel dazu – inklusive kostenloser Vorlagen:
Tipps zur Schülerpraktikum Bewerbung
Bewerbungsfristen beachten
Beliebte Praktikumsplätze in der Nähe sind schnell vergeben. Bewerben Sie sich unbedingt frühzeitig und beachten Sie mögliche Bewerbungsfristen: Große Firmen besetzen Praktikumsstellen 6-10 Monate im Voraus, bei Polizei, Feuerwehr, im Krankenhaus sind es oft 2-3 Monate.
Welche Arbeitszeiten gelten im Schülerpraktikum?
Schüler fallen unter das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG). Laut § 8 JArbSchG gilt für die Arbeitszeit von Schülern:
Alter |
Tägliche Arbeitszeit |
| Unter 15 Jahren | max. 7 Std., 35 Std. pro Woche |
| Über 15 Jahren | max. 8 Std., 40 Std. pro Woche |
Wird das Schülerpraktikum in der Gastronomie, im Bau oder der Landwirtschaft absolviert, sind Arbeitszeiten von bis zu 11 Stunden täglich möglich. Praktikanten ab 16 Jahren dürfen in der Landwirtschaft sogar bis 21 Uhr, in Gaststätten bis 22 Uhr und in Bäckereien ab 5 Uhr morgens arbeiten. Im Krankenhaus oder Altenheim sind zudem Einsätze am Wochenende möglich.
Wie lange darf ich Pause machen?
Für Praktikanten gelten in Deutschland bezüglich Pausen strenge Gesetze – besonders für Jugendliche:
Alter |
Pausenregelung |
| Unter 18 (JArbSchG) | 4,5 bis 6 Std. = 30 Min. Pause, über 6 Std. = 60 Min. |
| Über 18 (ArbZG) | 6 bis 9 Std. Arbeit = 30 Min. Pause, über 9 Std. = 45 Min. |
Zwischen Arbeitsende und -beginn müssen überdies 12 Stunden Freizeit (sog. Ruhezeit) liegen. Ihr wichtigsten Praktikanten Rechte und Pflichten finden Sie ebenfalls in Ihrem Praktikumsvertrag.
Wird das Schülerpraktikum bezahlt?
Für ein Schülerpraktikum gibt es kein Praktikanten Gehalt. Das gilt für alle Pflichtpraktika. Betriebe können aber trotzdem – freiwillig – eine Aufwandsentschädigung bezahlen – oft 50-100 Euro für die Spardose. Auch in einem freiwilligen Praktikum in den Ferien besteht für Minderjährige noch kein gesetzlicher Anspruch auf Mindestlohn. Sie können aber versuchen, mit dem Betrieb eine kleine Vergütung auszuhandeln.
Bekomme ich ein Praktikumszeugnis?
Nach dem Praktikum haben Schülerpraktikanten einen Anspruch auf ein Praktikumszeugnis. Bei einem Pflichtpraktikum ist dies oftmals um eine einfache Bescheinigung, dass Sie das Schülerpraktikum in der vereinbarten Zeit beim Unternehmen absolviert haben.
Kann ich das Schülerpraktikum abbrechen?
Schüler dürfen das Schülerpraktikum jederzeit abbrechen. Allerdings sollten Sie dazu stets Rücksprache mit Ihrem Lehrer halten. Informieren Sie zunächst die Schule, da es sich um eine schulische Veranstaltung handelt und bestimmte Vorgaben eingehalten werden müssen. Häufig wird dann gemeinsam eine Lösung gesucht – etwa ein Wechsel des Praktikumsplatzes. Ein Abbruch ohne Absprache kann dagegen negative Folgen für die schulische Bewertung haben.
Was sind wichtige Pflichten im Schülerpraktikum?
Als Praktikanten haben Schülerinnen und Schüler auch einige Pflichten. Zu den wichtigsten gehören:
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Anwesenheitspflicht
Tägliches und pünktliches Erscheinen sind oberste Pflicht. Wer krank wird, muss sowohl den Betrieb als auch die Schule sofort informieren. Oft wird schon ab dem ersten Tag ein ärztliches Attest verlangt.
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Sorgfaltspflicht
Praktikanten müssen die übertragenen Aufgaben sorgfältig und gewissenhaft ausführen. Ziel ist schließlich, die Arbeitsabläufe im Betrieb kennenzulernen und praktische Erfahrungen zu sammeln.
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Folgeleistungspflicht
Sie müssen den Anweisungen Ihres Betreuers oder weisungsberechtigten Personen im Betrieb unbedingt folgen. Dies gilt besonders für Sicherheitsvorschriften – etwa das Tragen von Schutzkleidung.
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Schweigepflicht
Über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse sowie personenbezogene Daten (Datenschutz!) müssen Sie auch nach dem Praktikum schweigen und dürfen diese Dritten nicht zugänglich machen.
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Dokumentationspflicht
Die meisten Schülerpraktikanten müssen Tagesberichte schreiben, mindestens aber am Ende des Praktikums einen Praktikumsbericht erstellen, in dem sie ihre Tätigkeiten und Erfahrungen zusammenfassen.
Vorausgesetzt wird überdies ein höfliches und respektvolles Verhalten gegenüber Kollegen und Kunden. Beachten Sie auch, dass viele Betriebe die Handynutzung während der Arbeitszeit verbieten oder nur in den Pausen gestatten. Auch daran müssen Sie sich halten.
FAQ – Häufige Fragen zum Praktikum für Schüler
Haupt- und Realschüler machen ihr Schülerpraktikum meist schon in der 8. oder 9. Klasse. Auf dem Gymnasien machen Schüler ein Praktikum oft erst in der 10. oder 11. Klasse.
Wer ein Praktikum absolvieren will, muss in Deutschland mindestens 13 Jahre alt sein. Dasselbe gilt für offizielle Schüler- und Ferienjobs.
Schüler bis 18 Jahre fallen noch unter das Jugendschutzgesetz und dürfen pro Tag nicht mehr als 8 Stunden arbeiten. Wer noch keine 15 Jahre alt bist, darf sogar nur 7 Stunden täglich arbeiten. Ausnahmen bestehen in der Landwirtschaft und in elterlichen Betrieben.
Leider nein. Schülerpraktika sind in der Regel unbezahlt. Der gesetzliche Mindestlohn gilt nur für freiwillige und Pflichtpraktika ab 18.
Bei der Suche nach einem Schülerpraktikum werden Sie oft fündig, indem Sie auf Aushänge und Schwarze Bretter in den Geschäften in der Nähe achten. Ebenso können Sie direkt bei Ihrem Wunscharbeitgeber anrufen und sich erkundigen. Helfen können oft auch Bekannte und Verwandte sowie Lehrer, die Praktika vermitteln.
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„Wählen Sie Ihren Praktikumsplatz vorausschauend. Studien zeigen, dass rund 20 % der Schülerinnen und Schüler über das Praktikum später ihren Ausbildungsplatz oder einen Nebenjob finden.“ – Jochen Mai, Bewerbungsexperte mit über 20 Jahren Erfahrung und