Bewerbungsabsagen: 10 Gründe + Wie Sie reagieren sollten

Als sei die Bewerbungsphase nicht schon anstrengend genug. Richtig belastend wird es, wenn es nur Bewerbungsabsagen hagelt.

Auf eine lange Wartezeit folgt Ernüchterung: doch kein Jobangebot. Wer nur Absagen bekommt, ist irgendwann frustriert und will nur noch hinschmeißen. Tun Sie es trotzdem nicht! Erstens, weil zahlreiche Gründe für eine Bewerbungsabsage gar nicht bei Ihnen liegen. Zweitens, weil das auch eine Chance sein kann.

Wir zeigen Ihnen hier, welche Gründe hinter den Absagen stecken können und wie Sie optimal darauf reagieren…

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Bewerbungsabsagen: 10 Gründe + Wie Sie reagieren sollten

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Bewerbungsabsagen? Checken Sie zuerst Ihre Unterlagen

Absage statt Zusage: Das erleben zahlreiche Bewerber. Und eigentlich ist das auch normal. Es kann nicht jedes Mal passen.

Wenn sich die Bewerbungsabsagen aber häufen, ist das zumindest ein Warnsignal. Nehmen Sie das nicht jedes Mal persönlich, aber ernst: Spätestens jetzt wird es Zeit für eine gründliche Analyse der Bewerbungsmappe und Bewerbungsunterlagen


Blitzanalyse: Kurzcheck Ihrer Bewerbungsunterlagen


Zeigt das Bewerbungsschreiben deutlich Ihre Motivaton?
Ist das Anschreiben originell (kein Standardtext)?
Ist der Lebenslauf aktuell?
Ist es auf die Stellenanzeige optimiert?
Sind alle Muss-Qualifikationen enthalten?
Ist der Lebenslauf lückenlos?
Passen alle Unterlagen im Stil zusammen?
Keine Anlagen vergessen?
Haben Sie alle Unterlagen unterschrieben?
Gibt es Rechtschreibfehler (Korrekturlesen lassen!)?
Haben Sie zu viele Seiten geschickt?
Haben Sie alle Bewerbungsfristen eingehalten?
Bewerben Sie sich auf die richtigen Positionen?



Zunächst sollten Sie für sich alle typischen Bewerbungsfehler ausschließen können.

Vielleicht haben Sie sich zu wenig Mühe gegeben: einfach nur kostenlose Bewerbungsvorlagen kopiert, 0815-Formulierungen verwendet und Massenschreiben versendet? Das kann nur zu einer Bewerbungsabsage führen.

Eine perfekte Bewerbung ist immer individuell für die jeweilige Stelle und den Job und die Firma verfasst…

  • Das Anschreiben zeigt Ihre Motivation und Persönlichkeit.
  • Es nimmt Bezug zur Stelle und erklärt, welchen Mehrwert Sie bieten.
  • Der Lebenslauf dokumentiert Ihre Qualifikationen und besonderen Kenntnisse.
  • Er belegt Ihre Erfahrungen und Erfolge, Soft Skills und relevanten Interessen.
  • Der berufliche Werdegang spinnt einen roten Faden, der zu dieser (neuen) Position führt.
  • Ihr Bewerbungsfoto ist professionell und sympathisch.
  • Die Arbeitszeugnisse sind aussagekräftig und mindestens „gut“.
  • Fehler finden sich keine in Ihrer Bewerbung.
  • Die Bewerbungsunterlagen sind vollständig und nicht überfrachtet.

Wenn Sie sich also nichts vorzuwerfen haben, gibt es meist andere Gründe. Allein diese zu kennen, wirkt dem Bewerbungsfrust entgegen.


4 typische Emotionen nach Absagen

Jobabsagen sind nie schön. Niemand bekommt gerne einen Korb. Da hat man sich alle Mühe gegeben, viele Stunden und Arbeit in seine Bewerbung investiert, wartet eine gefühlte Ewigkeit auf die Antwort (wenn sie überhaupt kommt) – und dann gibt es lediglich einen nichtssagenden Dreizeiler mit der Bewerbungsabsage. Danke – für nichts!

Tatsächlich machen Bewerber in dieser Situation 4 typische Phasen der Trauer durch:

Phasen der Trauer bei Jobabsage

Um vor allem die ersten beiden Phasen abzumildern und zu verkürzen, ist die 24-Stunden-Regel enorm hilfreich. Trauern und ärgern sind okay. Aber nur einen Tag lang. Danach richten Sie Ihre Krone wieder und machen weiter. Auch weil es weitergehen muss.


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Absage Gründe: Das sind die 10 häufigsten
(für 7 können Sie nichts)

Wenn der Gang zum Briefkasten oder E-Postfach zum emotionalen Hürdenlauf mutiert, fragen sich die meisten Kandidaten: „Was habe ich bloß falsch gemacht?“ Die Antwort kann aber zuweilen lauten: gar nichts. Sie selbst trifft keine Schuld.

Leider gibt es eine ganze Reihe von Absage-Gründen, die im Falle einer Bewerbungsabsage allerdings so nie kommuniziert werden.


Top Secret: Diese Absagegründe werden nie genannt

❌ Ihre Bewerbung war qualitativ unterdurchschnnittlich.
❌ Man sucht jüngere/ältere, männliche/weibliche Mitarbeiter.
❌ Man hat Angst vor einer Babypause und Elternzeit.
❌ Sie sind zu teuer.
❌ Sie besitzen unzureichende Berufserfahrung.
❌ Ihr Deutschkenntnisse sind ungenügend.
❌ Die Arbeitszeugnisse sind zu schlecht.
❌ Die Absage beruht schlicht auf fehlender Sympathie.



Auch wenn sich Arbeitgeber mit den wahren Aussagen über die Absageentscheidung bedeckt halten, sollten Sie sich davon nicht entmutigen lassen. Machen Sie sich klar: Es kann viele Gründe haben, und nicht immer liegt es an Ihnen allein.

Von den folgenden 10 Gründen sind ganze 7 nicht Ihre Schuld!

    Keiner dieser Absagegründe ist Ihre Schuld

  1. Die Stelle war nie wirklich frei.
    Tatsächlich werden einige Stellen nur „pro forma“ öffentlich ausgeschrieben, weil das juristisch sein muss. In Wahrheit sind sie längst intern besetzt. Das ändert zwar nichts daran, dass Sie sich über Bewerbungsabsagen ärgern. Es ist aber definitiv nicht Ihre Schuld. Erkennen lässt sich eine Pro-Forma-Stelle nur selten. Ein gutes Indiz: Die Stellenbeschreibung und die Anforderungen sind so spezifisch formuliert, dass im Grunde niemand darauf passen kann – außer einer einzigen Person. Und die ist intern schon gefunden.
  2. Sie waren ein Testobjekt.
    Auch das kommt vor: Manche Unternehmen schreiben zu Testzwecken eine Stelle aus – Motto: Mal gucken, wie attraktiv wir für Bewerber sind. Das ist – keine Frage – egoistisch. Dennoch prüfen manche Firmen so ihren Marktwert und machen gleichzeitig ein bisschen Werbung für sich, indem sie demonstrieren, ein prosperierendes Unternehmen zu sein, das freie Stellen hat. Sie hatten also nie eine Chance. Daher: nicht ärgern. Weitermachen!
  3. Sie sind überqualifiziert für den Job.
    Auch das kann ein Grund für eine Bewerbungsabsage sein: Wer überqualifiziert ist, riskiert ebenfalls eine Abfuhr. Personaler befürchten, dass Sie sich im Job später langweilen oder schnell wieder wechseln, wenn sich etwas Besseres auftut. Hier müssen Sie das Problem im Anschreiben gezielt ansprechen, die Bewerbung gut begründen und Zweifel ausräumen. Alternative: Sie suchen sich (höhere) Positionen, die Ihren Qualifikationen eher entsprechen.
  4. Andere Kandidaten waren besser.
    Es ist nicht leicht, sich dies einzugestehen: In manchen Jobs und Positionen ist die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt einfach zu groß. Dann treffen 3000 Bewerber auf eine Stelle. Entsprechend sehen die Chancen aus, das große Los zum Traumjob zu ziehen. Wer sich besser präsentiert, besser verkauft, besser zum Unternehmen passt – gewinnt. Das sollte aber in erster Linie Ihren Ehrgeiz wecken: Optimieren Sie Ihre Bewerbung weiter. Üben Sie mehr Bewerbungsgespräche. Und sammeln Sie Erfahrungen. Manchmal sind Geduld und Frustrationstoleranz der beste Weg zum Job.
  5. Sie passen nicht zum Unternehmen.
    Das ist eine höchst persönliche Sache, aber nicht zu ändern: Womöglich passen Sie wirklich nicht ins Team. Die sprichwörtliche Chemie stimmt nicht. Ihr Typ kommt nicht an. Das kann an Ihrer Art liegen – zu introvertiert, zu extrovertiert, mangelhafte Umgangsformen. Oder man sucht eine deutlich ältere oder jüngere Person. Vielleicht nähren Ihre Interessen und Hobbys auch Zweifel an Ihrer Motivation (weil Sie diese viel leidenschaftlicher beschreiben als den Beruf). Das wird man Ihnen zwar so nie mitteilen. Akzeptieren müssen Sie es trotzdem. Woanders passen Sie dafür besser hinein.
  6. Ihre Laufbahn passt nicht zur Stelle.
    Nicht wenige Personaler achten bei der Auswahl der Kandidaten darauf, ob die jetzige Position zu deren beruflicher Entwicklung passt. Headhunter machen das sowieso: Jeder Jobwechsel sollte zugleich einen Karriereschritt darstellen. Wenn man allerdings den Eindruck hat, Sie würden sich mit der Bewerbung gar nicht verbessern oder nicht weiterentwickeln (können), kann das auch zur Absage führen. Kopf hoch! Womöglich erspart Ihnen die Entscheidung späteren Frust. Man will Besseres für Sie – und ahnt nur die Fehlbesetzung.
  7. Sie waren der/die Zweitbeste.
    Sicher, kaufen können Sie sich davon nichts. Und der zweite Platz ist schon der erste Verlierer. Aber sehen Sie es aus einem anderen Blickwinkel: Sie waren weder ungeeignet, noch unqualifiziert, noch unsympathisch. Nur vielleicht ein kleines bisschen schlechter als Ihr Mitbewerber (und selbst das kann eine Fehleinschätzung sein). Diesmal hat es nicht geklappt. Die gute Nachricht: Ihr schärfster Konkurrent ist nun vom Markt. Ihre Chancen sind gerade um 100 Prozent gestiegen!
  8. Gegen diese Absagegründe können Sie etwas tun

  9. Ihnen fehlen notwendige Qualifikationen.
    Dass Sie eine Stelle unbedingt wollen, bedeutet nicht, dass Sie dafür optimal qualifiziert sind. Die Ansprüche von Unternehmen sind hoch. Wenn Ihnen wichtige, für die Arbeit grundlegende Fähigkeiten fehlen, sind Bewerbungsabsagen wahrscheinlich. Prüfen Sie in diesem Fall, ob es geeignetere Positionen gibt, auf die Sie sich bewerben können. Oder machen Sie eine Fortbildung, um sich die fehlenden Qualifikationen anzueignen.
  10. Ihre Gehaltsvorstellungen lagen zu hoch.
    Die Frage nach den Gehaltsvorstellungen kommt zwar meist erst im Vorstellungsgespräch. Ab und an werden sie aber auch schon in der Stellenanzeige bezieungsweise in der Bewerbung verlangt. Wer hier übers Ziel hinausschießt, ist raus. Um diesen Grund auszuschließen, sollten Sie im Vorfeld gut recherchieren: Was zahlt man Mitarbeitern in diesem Beruf und dieser Position, in dieser Branche, in dieser Region und dieser Unternehmensgröße? Nutzen Sie dazu gerne unsere kostenlosen Gehaltstabellen (auch die des TVÖD) sowie unseren kostenlosen Gehaltscheck.
  11. Sie sind zu unflexibel.
    Hand auf Herz: Wie groß ist Ihr Suchradius? Manche Bewerber kleben geradezu an der Scholle. Selbst Hochschulabsolventen haben häufig den Wunsch, in der Unistadt zu bleiben oder in ihre Heimat zurückzukehren. Das ist verständlich, aber nicht immer zielführend. Suchen Sie Ihren Traumjob zum Beispiel in einer Region, in der Ihre Branche und passende Arbeitgeber unterrepräsentiert sind, dann reduzieren Sie Ihre eigenen Bewerbungschancen. Um Absagen zu reduzieren, hilft es nichts: Sie müssen flexibler und mobiler werden.

Absagegründe nach dem Vorstellungsgespräch

  • Auftreten: Sie waren zu nervös, unsicher. Die Vermutung: Sie können auch sonst nicht gut mit Druck und Stress umgehen. Immerhin: Das lässt sich üben. Und mit jedem weiteren Jobinterview bekommen Sie mehr Routine.
  • Umgangsformen: Ihre Manieren lassen leider zu wünschen übrig. Unangemessene Kleidung, Herumlümmeln, Kraftausdrücke, anderen ins Wort fallen, miese Laune mitbringen – alles tabu. Kein Wunder, wenn Sie Ihrem Gesprächspartner unsympathisch werden. Gut: Aus das lässt sich verbessern.
  • Authentizität: Es gibt über 100 Fragen, die man Ihnen im Interview stellen kann. Manche lassen sich vorbereiten, andere nicht. Entscheidend ist aber jedes Mal, dass Sie authentisch bleiben. Spielen Sie keine (erwünschte) Rolle. Lächeln Sie, seien Sie Sie selbst.
  • Rückfragen: In jedem Vorstellungsgespräch wird man Sie fragen, ob Sie noch Fragen haben. Wer jetzt keine stellt, wirkt uninteressiert und schlecht vorbereitet. Stellen Sie immer Rückfragen – und zwar clevere mit Bezug zur Stelle.
  • Gehaltswunsch: Spätestens im (zweiten) Vorstellungsgespräch fällt die Frage nach dem Gehaltswunsch. Wie gesagt: Wer überzieht, riskiert die Absage.


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Tipps: So gehen Sie mit Bewerbungsabsagen richtig um

Bewerbungsabsagen sind kein Weltuntergang. Sie kratzen zwar am Ego. Am Ende kommt es aber darauf an, wie Sie mit der Ablehnung und Enttäuschung umgehen.

Der erste Schritt ist die schon eingangs angesprochene gründliche (und ehrliche) Analyse der eigenen Bewerbungsunterlagen. Schauen Sie ganz genau hin:

  • Was lässt sich noch herausholen und optimieren?
  • Aus welchen Fehlern können Sie lernen?
  • Gibt es noch ein paar Tipps und Tricks, die Sie nicht getestet haben?

Darüber hinaus helfen die folgenden Tipps, das Beste aus Ihrer Lage zu machen:

  • Nehmen Sie es nicht persönlich.

    Bewerbungsabsagen fühlen sich an wie ein Schlag ins Gesicht. Wie Sie an den obigen Gründen erkennen, sind diese aber selten persönlich. Sobald Sie Absagen zu persönlich nehmen, leidet Ihr Selbstbewusstsein darunter. Das ist Gift für jede weitere Bewerbung. Irgendwann sehen Sie sich nur noch als Bittsteller – und das spüren dann auch Personaler. Von Rudis Resterampe kommen nur selten Top-Talente.

    Behalten Sie also unbedingt eine positive Attitüde. Sehen Sie Bewerbungsabsagen als Möglichkeit der Verbesserung und des persönlichen Wachstums. Mit dieser Einstellung kommen Sie deutlich weiter.

  • Holen Sie sich Feedback vom Unternehmen.

    Eine Bewerbungsabsage müssen Sie nicht stillschweigend hinnehmen. Auch wenn die Chancen nicht besonders hoch stehen und es auch keinen Anspruch auf Auskunft für abgelehnte Bewerber gibt: Betreiben Sie trotzdem Ursachenforschung und rufen Sie in der Personalabteilung an. Ja, mancher wird Ihnen das Gefühl geben, dass Sie lästig sind. Andere mauern gleich. Na und?! Was haben Sie zu verlieren. Keinen Job haben Sie schon.

    Schriftlich werden Sie keine Aussage bekommen. Am Telefon (wo hinterher Aussage gegen Aussage steht) lassen sich Personaler schon mal eher in die Karten schauen. Bleiben Sie dabei unbedingt professionell und freundlich. Wer frustriert und genervt anruft, wird keine Auskunft erhalten.

  • Hinterfragen Sie Ihre Strategie.

    Viele Menschen wählen den Weg des geringsten Widerstands. Am einfachsten ist es, die Schuld für die Bewerbungsabsagen bei anderen zu suchen. Der Personaler ist unfähig, der Bewerbungsprozess unorganisiert und der Laden eigentlich sowieso Murks… Das macht die Absage erträglicher, hilft aber kein bisschen weiter.

    Klüger ist, kritisch zu reflektieren, ob die eigene Bewerbungsstrategie dringend ein Update benötigt. Schöpfen Sie wirklich alle Möglichkeiten und modernen Methoden der Jobsuche aus? Bewerbungsvideos, passive Bewerbung, Stellengesuche – schon ausprobiert? Alternativen zum Einstieg können auch eine befristete Stelle oder ein Praktikum sein. Je breiter Sie agieren, desto eher kommt der Erfolg.

  • Lassen Sie sich helfen.

    Wenn Sie mit Ihren Bemühungen partout nicht weiterkommen, sollten Sie sich einen Profi zur Unterstützung suchen. Es gibt zahlreiche Bewerbungscoaches oder Bewerbungsschreiber.

    Externe Hilfe anzunehmen, ist kein Luxus: Sie investieren in Ihre eigene berufliche Zukunft und wie Sie aus der Masse herausstechen können. Die Preise liegen ab 150 Euro pro Stunde oder rund 400 Euro für komplett neue Bewerbungsunterlagen. Die Kosten sind aber mit dem ersten Gehalt meist wieder eingespielt. Und ein externer Berater sieht oft mehr als man selbst in seiner Betriebsblindheit. Außerdem kennt so mancher Profi noch ein paar Tricks, die in keinem Ratgeber stehen. Natürlich müssen auch hierbei die Reputation und Chemie stimmen.

  • Geben Sie nicht auf.

    Nach zig Bewerbungsabsagen ist es nur menschlich, dass Ihre Motivation leidet. Es wird zunehmend schwerer, immer noch eine Schippe draufzulegen und sich zu steigern. Lassen Sie den Kopf trotzdem nicht hängen! Es gibt immer ein Morgen. Oft erkennen wir erst in der Rückschau, dass die vielen Absagen uns am Ende zu einem perfekten Job und raus aus einer gefährlichen Komfortzone gebracht haben.

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Arbeitgeber: Bewerbungsabsagen richtig formulieren

Schlechte Nachrichten überbringt keiner gerne. Trotzdem geht es im Auswahlprozess nicht ohne.

Viele Personaler und Arbeitgeber tun sich mit der Formulierung einer Bewerbungsabsage allerdings schwer. Das liegt zum Teil auch am Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Die Sorge: Wer zu viel erzählt, könnte sich wegen (angeblicher) Diskriminierung eine teure Klage einfangen.

Die Sorge ist unbegründet. Sie können eine Absage ebenso respektvoll und anerkennend formulieren, ohne gleich die vielleicht wahren Gründe zu offenbaren. Auch bei Bewerbungsabsagen geht es letztlich um Wertschätzung.

Folgende Fehler sollten Sie daher vermeiden:

  • Gar nicht absagen. Das ist eine Unsitte: Ghosting nach der Bewerbung. Einfach gar nicht reagieren. So etwas ist nicht nur grob unhöflich und schlechter Stil – es schädigt auch das Arbeitgeberimage und Employer Branding. Wer so mit Bewerbern umgeht, risikiert, dass sich das herumspricht und die besten Talente künftig woanders anheuern.
  • Standardschreiben verwenden. Personaler wollen personalisierte und individuell erstellte Bewerbungsanschreiben und Lebensläufe? Bewerber auch! Natürlich macht das mehr Aufwand. Aber das ist nunmal der Job: Personalmanagement – auch gegenüber Interessenten. Stellen Sie sich vor, man würde Sie so in jedem Laden behandeln, nur weil Sie diesmal nichts gekauft haben… Eben.
  • Verwirrende Absagegründe nennen. Beliebt sind Formulierungen wie: „Bitte sehen Sie in der Absage keine negative Bewertung Ihrer fachlichen Qualifikation.“ Das soll Trost spenden, ist aber falsch. Nach dem AGG ist eine Bewerbungsabsage wegen (mangelhafter) fachlicher Eignung der sicherste Weg. Alles andere deutet nur an, dass die Absage auf Gründen von Alter, Geschlecht oder anderen Faktoren beruht. Und genau das wäre Anlass zur Klage.

Sie müssen bei der Absage weder Dinge schönreden, noch episch lange Briefe schreiben. Aber geben Sie Bewerbern eine Antwort und die Chance, es künftig besser zu machen.

3 Musterschreiben für eine Absage

Wie die Formulierungen für eine Bewerbungsabsage aussehen können, zeigen Ihnen die folgenden drei Musterschreiben:


Muster 1 zur Bewerbungsabsage

Sehr geehrter Herr BEWERBER,

vielen Dank für Ihre Bewerbung auf die Stelle als ___________ und das Vertrauen, das Sie uns damit entgegenbringen. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns im Auswahlprozess für einen anderen Kandidaten entschieden haben. Dessen Qualifikationen und Erfahrungen passten besser zur ausgeschriebenen Position.

Wir bedanken uns für Ihr Interesse an einer Mitarbeit in unserem Team. Vielleicht kommen wir zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zusammen. Für den weiteren beruflichen Weg wünschen wir Ihnen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Personalerin



Muster 2 zur Bewerbungsabsage

Sehr geehrte Frau BEWERBERIN,

wir bedanken uns für Ihre Bewerbung und das damit verbundene Interesse an der Mitarbeit in unserem Unternehmen. Wir haben inzwischen eine Auswahl getroffen. Leider konnten wir Ihre Bewerbung nicht in die engere Wahl ziehen. Wir haben uns für Kandidatinnen und Kandidaten entschieden, deren Profil noch genauer den Anforderungen der ausgeschriebenen Position entspricht.

Wir danken Ihnen für die Mühe, die Sie sich mit der Bewerbung gemacht haben und wünschen Ihnen alles Gute für Ihren weiteren Weg.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Personaler



Muster 3 zur Bewerbungsabsage

Sehr geehrter Frau BEWERBERIN,

vielen Dank für die Bewerbung und die Unterlagen zu Ihrem bisherigen Werdegang. Die Eigeninitiative und Ihr Interesse an der Mitarbeit in unserem Unternehmen haben uns gut gefallen. Leider können wir Ihnen zur Zeit keine passende Position anbieten, die Ihren Qualifikationen entspricht. Ihre Bewerbungsunterlagen erhalten Sie daher mit Dank zurück.

Wir bedauern sehr, Ihnen keine günstigere Nachricht geben zu können. Für Ihren weiteren Berufsweg wünschen wir Ihnen viel Erfolg sowie alles Gute für Ihre persönliche Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Personalerin


[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

Weiterführende Quellen und Ratgeber

Tipps zur Bewerbung
Bewerbungsvorlagen
11 Bewerbungsformen
ABC der Bewerbungstipps
Bewerbungsmappe
Bewerbungsfoto
Deckblatt
Kurzprofil

Tipps zum Lebenslauf
Tabellarischer Lebenslauf
Lebenslauf Vorlagen
Praktika im Lebenslauf
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24. Mai 2020 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt mehr als 20 Jahre als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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