Bewerbungsabsagen: Wie Sie damit umgehen

Sie haben sich größte Mühe gegeben, um passende Stellenangebote zu finden und Bewerbungen zu schreiben, die Personaler überzeugen sollen. Die Hoffnungen sind groß, die Wartezeit auf eine Antwort lang und quälend, doch dann kommt leider die Ernüchterung: Es flattern gleich mehrere Bewerbungsabsagen in den Briefkasten und ins E-Mail Postfach. All der Aufwand macht sich nicht bezahlt, Sie müssen von vorne beginnen und frustriert zusehen, wie Ihnen der Traumjob durch die Finger gleitet. Gar nicht so leicht, bei Bewerbungsabsagen nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Doch wie können Sie mit dieser schwierigen Situation umgehen und das Beste daraus machen?

Bewerbungsabsagen: Wie Sie damit umgehen

Bewerbungsabsagen: Der schlimmste Teil jeder Jobsuche

Es könnte alles so schön sein: Mit einem abgeschlossenem Studium oder einer Ausbildung und einiger Berufserfahrung machen Sie sich auf die Suche nach einem neuen Job. Sie wissen um Ihre Stärken, sind gut vorbereitet und über die Situation auf dem Arbeitsmarkt und potenzielle Arbeitgeber und Branchen informiert. Alles läuft genau nach Plan – bis die Bewerbungsabsagen kommen.

Plötzlich wird alles in Zweifel gezogen. Mache ich was falsch? Bin ich nicht gut genug? Stimmt etwas mit meinen Bewerbungsschreiben oder Lebenslauf nicht? So haben Sie sich die Jobsuche sicherlich nicht vorgestellt, schon gar nicht wenn nicht nur eine oder zwei Absagen kommen, sondern zehn oder sogar zwanzig.

Doch mit der Unsicherheit und der daraus resultierenden Panik, machen Sie es meist nur noch schlimmer. Die traurige Wahrheit ist: Bewerbungsabsagen gehören dazu und Sie müssen lernen, damit umzugehen. Nur wenige glückliche Bewerber dürfen sich über den Luxus freuen, nach ein paar Bewerbungen bereits einen Job zu haben und ausschließlich Zusagen zu erhalten. Für die große Mehrheit sind Geduld und Frustrationstoleranz zentrale Eigenschaften einer Bewerbungsphase.

Die vielen Gründe für Bewerbungsabsagen

Bewerbungsabsagen Gründe reagieren Begründung Absage BedeutungIm ersten Moment überwiegt der Ärger über Bewerbungsabsagen und Sie wollen sich nicht weiter damit beschäftigen. Ein großer Fehler, den Sie unbedingt vermeiden sollten. Die wichtigste Erkenntnis, die Sie aus jeder Bewerbung ziehen können, ist der Grund, warum Sie nicht genommen oder zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurden. Sie sollen sich nicht damit quälen, was Sie falsch gemacht haben, sondern daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen.

Leider gibt es eine ganze Reihe von möglichen Gründen für Bewerbungsabsagen – die gute Nachricht ist jedoch, dass Sie nicht unbedingt daran schuld sein müssen, wenn es mit dem Job nicht geklappt hat:

  • Ihnen fehlen notwendige Qualifikationen

    Dass Sie eine Stelle unbedingt wollen, bedeutet nicht, dass Sie auch qualifiziert dafür sind. Die Ansprüche von Unternehmen sind hoch und wenn Ihnen wichtige oder für die Arbeit grundlegende Fähigkeiten fehlen, sind Bewerbungsabsagen wenig überraschend, aber dennoch schmerzhaft. In diesem Fall sollten Sie prüfen, auf welche Positionen Sie sich bewerben oder eine Fortbildung machen, um sich die Qualifikationen anzueignen.

  • Sie sind zu qualifiziert für den Job

    Auch das genaue Gegenteil kann ein Grund für Bewerbungsabsagen sein: Wer überqualifiziert ist, hat es nicht leicht. Personaler befürchten, dass Sie sich im Job langweilen oder schnell wieder wechseln, wenn Sie merken, dass die Arbeit unter Ihrem Niveau ist. Möglicherweise müssen Sie sich auf höhere Positionen bewerben, die eher Ihren Qualifikationen entsprechen.

  • Sie haben Fehler in der Bewerbung gemacht

    Leider ist es keine Seltenheit, dass Jobsuchende sich mit den eigenen Bewerbungsunterlagen selbst im Weg stehen. Schlechte Anschreiben, fehlerhafte Lebensläufe oder ein Auftreten im Vorstellungsgespräch, dass den Personaler eher schockiert als begeistert. Hier liegt das Problem oftmals in der Vorbereitung, an der Sie unbedingt arbeiten sollten. Lesen Sie dafür Bewerbungsratgeber.

  • Die Stelle war eigentlich nie frei

    Zwar ändert es nichts daran, dass Sie sich über Bewerbungsabsagen ärgern müssen, doch können Sie in diesem Fall überhaupt nichts dafür. Einige Stellen werden zwar öffentlich ausgeschrieben, sind in Wahrheit aber schon intern neu besetzt worden.

  • Andere Kandidaten waren besser

    Es ist nicht leicht, sich dies einzugestehen, doch die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt ist groß und für die meisten Jobs gibt es viele Bewerber – und wenn einer von diesen sich besser präsentiert oder besser zum Unternehmen und der Stelle passt, verlieren Sie Ihre Chance. Das sollte Ihren Ehrgeiz wecken, um nicht noch einmal jemand anderen gewinnen zu lassen.

So gehen Sie mit Bewerbungsabsagen richtig um

Bewerbungsabsagen sind kein Weltuntergang. Sie kratzen jedoch definitiv am Ego, können frustrieren und die eigenen Nerven auf die Probe stellen. Am Ende kommt es vor allem darauf an, wie Sie mit der Ablehnung von Unternehmen umgehen.

Nur wie? Wir haben einige Tipps, um Ihnen beim richtigen Umgang mit Bewerbungsabsagen zu helfen und einen Weg zu finden, das Beste daraus zu machen:

  • Ärgern Sie sich

    Es klingt zunächst nach einem ungewöhnlichen Ratschlag, doch tatsächlich ist es hilfreich, wenn Sie sich zunächst einmal Zeit nehmen, um sauer über Bewerbungsabsagen zu sein. Schließlich haben Sie sich aus guten Gründen beworben und sich große Mühe gegeben. Indem Sie sich ärgern, verhindern Sie, dass der Frust sich immer weiter aufstaut.

    Der Knackpunkt ist allerdings, dass Sie Bewerbungsabsagen nicht ewig nachhängen. Nach einem Tag sollte der Ärger verflogen sein und Ihr Blick wieder nach vorne gerichtet werden.

  • Fühlen Sie sich nicht angegriffen

    Bewerbungsabsagen fühlen sich wie ein Schlag ins Gesicht an, doch nehmen Sie diese nie persönlich. Sobald Sie Absagen zu persönlich nehmen, leidet Ihr Selbstbewusstsein, das Ihnen dann für weitere Versuche fehlt. Personaler wollen Ihnen nichts Böses, also gibt es keinen Grund, sich angegriffen zu fühlen.

    Sehen Sie Bewerbungsabsagen stattdessen als Möglichkeit der Verbesserung und des persönlichen Wachstums. Mit dieser Einstellung kommen Sie deutlich weiter.

  • Holen Sie sich Feedback vom Unternehmen

    Nachdem Sie Bewerbungsabsagen erhalten haben, ist das Kapitel des jeweiligen Arbeitgebers für Sie abgeschlossen? Ein Fehler! Sie können den Personaler zwar nicht dazu bringen, seine Meinung zu ändern, doch Sie können in Erfahrung bringen, welche Ursachen zur Absage geführt haben und was Sie beim nächsten Mal optimieren können.

    Am besten wenden Sie sich telefonisch an den Personaler, um nachzufragen. Bleiben Sie dabei unbedingt professionell und freundlich. Wer frustriert und genervt anruft, wird keine Auskunft erhalten.

  • Hinterfragen Sie Ihr Vorgehen

    Viele Menschen wählen den Weg des geringsten Widerstands. Am einfachsten ist es, die Schuld für Bewerbungsabsagen bei anderen zu suchen und weit von sich zu weisen. Der Personaler war unfähig, das Unternehmen ohnehin nicht so gut, der Bewerbungsprozess unorganisiert und die anderen Kandidaten erst… Das macht eine Absage vielleicht etwas erträglicher, hilft Ihnen aber kein bisschen weiter.

    Besser ist es, wenn Sie kritisch reflektieren, nach eigenen Fehlern suchen und bereit sind, Ihr eigenes Vorgehen bei der Bewerbung zu hinterfragen. Was hätten Sie besser machen können? Woran können Sie arbeiten? Wie können Sie Ihre Chancen steigern? Erst wenn Sie bereit sind, an sich zu arbeiten, nutzen Sie Bewerbungsabsagen richtig.

  • Geben Sie nicht auf

    Nachdem zig Bewerbungsabsagen bei Ihnen angekommen sind, ist es nur allzu verständlich, dass Ihre Motivation leidet. Es wird schwerer, sich aufzuraffen und weitere Unterlagen einzureichen und irgendwann geht der Glaube verloren, dass es mit der Jobsuche noch klappt.

    So schwer es auch ist: Lassen Sie den Kopf nicht hängen! Es gibt immer etwas, das Sie noch tun können, um endlich den ersehnten Job zu finden. Machen Sie ein Bewerbungscoaching, erweitern oder verbessern Sie die Suche oder ziehen Sie Alternativen in Betracht – vielleicht gibt es eine befristete Stelle oder die Möglichkeit, über ein Praktikum einzusteigen.

[Bildnachweis: Dragon Images by Shutterstock.com]

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6. August 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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