Vorstellungsgespräch vorbereiten: Richtig überzeugen

Das persönliche Gespräch ist die letzte Hürde vor dem Traumjob – diese meistern Sie jedoch nur, wenn Sie das Vorstellungsgespräch vorbereiten. Denn leider gilt: Vorstellungsgespräche sind heikel: Binnen weniger Minuten sollen Sie das Schlauste sagen, was Ihnen jemals über die Lippen gekommen ist, sollen vor Inspiration und Engagement nur so sprühen, sollen sympathisch und motiviert sein, einen bestmöglichen ersten Eindruck machen und obendrein subtil herausstreichen, warum das die einmalige Chance für das Unternehmen ist, die Bestbesetzung für die Position einzustellen. Ohne Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch kaum zu bewältigen, denn hinzu kommen Nervosität und Druck. Aber die gute Nachricht: Sie können ein Vorstellungsgespräch vorbereiten und mit besten Voraussetzungen ins Jobinterview starten…

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Vorstellungsgespräch vorbereiten: Richtig überzeugen

Vorstellungsgespräch vorbereiten: Darum ist es so wichtig

Mit der Einladung zum persönlichen Gespräch sind Sie dem Job einen großen Schritt näher und haben bereits den Großteil der Konkurrenz hinter sich gelassen. Darauf ausruhen können Sie sich noch nicht, denn nun geht es darum, den positiven Eindruck zu festigen und den Personaler nachhaltig zu überzeugen. Leider fällt vielen Jobsuchenden genau das schwer.

Sitzen Sie als Bewerber erst einmal im Vorstellungsgespräch, passiert häufig das: Durch die ungewohnte Situation und die große Nervosität wissen Sie kaum, läuft alles anders als geplant. Manche Kandidaten versuchen sich die Nervosität wegzureden – aber leider kann dabei auch die Chance auf den Job verloren gehen.

  • Einerseits, weil Sie dabei eine Reihe irrelevanter Informationen aneinander reihen;
  • andererseits, weil Sie sich um Kopf und Kragen reden. Die vorher zurechtgelegte stimmige Geschichte vom Toptalent wird plötzlich brüchig, im Bewerbungsgespräch kommen der anderen Seite erste Zweifel – und im Zweifel gilt: contra reo.

Schließlich warten da draußen noch andere Bewerber…

Soweit muss es zum Glück nicht kommen. Wenn Sie das Vorstellungsgespräch vorbereiten, können Sie genau diese Schwierigkeiten meistern und souverän auftreten. Dank der Vorbereitung wissen Sie, was auf Sie zukommt, reduzieren Ihre Nervosität und werden von einigen Fragen des Personalers nicht überrascht. Kurz gesagt: Indem Sie das Vorstellungsgespräch vorbereiten, erhöhen Sie Ihre Chancen auf den Job deutlich.

Die zweite gute Nachricht: Gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist nicht nur das A und O – sie ist auch keine Raketenwissenschaft. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie im Vorstellungsgespräch vorbereitet sein sollten.

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Vorbereitung: Kennen Sie den typischen Ablauf im Vorstellungsgespräch

So verlaufen die meisten Vorstellungsgespräche zum Beispiel nach einem klassischen Muster und gliedern sich üblicherweise in fünf Gesprächsphasen:

Vorstellungsgespräch vorbereiten Gesprächsphasen Vorbereitung Arbeitgeber typische Fragen Schwächen

Klicken Sie sich durch die einzelnen Phasen, um mehr zu erfahren und Ihre Vorbereitung zu optimieren:



Die Smalltalk-Phase

Ob wir jemanden sympathisch finden oder ihm vertrauen, entscheidet sich bereits in den ersten Sekunden einer Begegnung. Deswegen ist es wesentlich, gleich zu Anfang einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Diese ersten paar Minuten Smalltalk, in denen darüber erkundigt wird, wie es Ihnen geht und ob Sie gut her gefunden haben, können den weiteren Gesprächsverlauf prägen.

Wie Sie sich in dieser Phase am besten verhalten:

  • Geben Sie sich also ruhig und gelassen. Fällt Ihnen das schwer, können sie auch ansprechen, dass Sie nervös sind. Dafür haben die meisten Personaler Verständnis.
  • Warten Sie mit dem Händedruck bis Ihnen die Hand gereicht wird. Rennen Sie bitte nicht mit ausgestreckter Hand ins Büro.
  • Überzeugen Sie mit einer gekonnten Begrüßung und Selbstvorstellung: kurzer, fester Händedruck, namentlich vorstellen, in die Augen sehen, lächeln.
  • Treten Sie selbstbewusst auf. Verstecken Sie sich nicht hinter Ihrer Aufregung. Seien Sie selbstsicher in Ihrer Körpersprache und in Ihren Worten. Aber bitte nie übertreiben, Selbstdarsteller kommen nicht gut an.

Die Kennenlern-Phase

Die anwesenden Personaler oder der Chef wollen Sie besser kennenlernen. Nun werden Sie aufgefordert, etwas über sich und Ihren Werdegang zu erzählen – eine klassische Selbstpräsentation eben.

Sie dürfen davon ausgehen, dass die Personen am anderen Tischende die Bewerbungsunterlagen kennen (sollten sie jedenfalls). Deshalb geht es jetzt nicht darum, das zu wiederholen, was Ihre Gesprächspartner schon aus der Bewerbung wissen, sondern überzeugend relevante Qualifikationen für die angestrebte und ausgeschriebene Position zu erläutern und mit der Persönlichkeit zu punkten.

Die Präsentationsphase

Nachdem Sie sich vorgestellt haben, ist nun der Arbeitgeber an der Reihe. Ihnen wird jetzt von dem Unternehmen selbst, der dortigen Arbeit und den Anforderungen für eine Karriere bei diesem Arbeitgeber berichtet. Auch wenn Sie einige der Informationen bereits kennen, sollten Sie nicht abschalten.

Hier können Sie punkten, wenn Sie durch Anmerkungen oder Verständnisfragen zeigen, dass Sie zuhören und sich im Vorfeld mit dem Betrieb gründlich auseinandergesetzt haben. Achten Sie allerdings darauf, Ihr Gegenüber nicht zu unterbrechen.

Die Rückfragen-Phase

Langsam geht es auf das Ende des Vorstellungsgesprächs zu. Nun stellt der Personaler eine Frage vom Typ: „Haben Sie noch weitere Fragen?“ Antworten Sie unbedingt mit „Ja“. Immer! Sie beweisen mit solchen Rückfragen, dass Sie echtes Interesse mitbringen.

Wer keine Rückfragen stellt, zeigt hingegen nur, dass er sich kaum vorbereitet hat und nichts über seinen zukünftigen Job und Arbeitgeber wissen möchte. Sicher nicht das Signal, das Sie senden möchten.

Die Abschluss-Phase

Das Gespräch ist beendet, sie verabschieden sich. Doch denken Sie bevor Sie gehen daran, sich nach dem weiteren Verlauf des Auswahlprozesses zu erkundigen: Wann dürfen Sie mit einer Antwort rechnen und wie kontaktiert man Sie? Eine kurze Frage, die für Sie eine wichtige Information offenbart.

Kaum etwas ist nervenaufreibender als eine lange Wartezeit, in der Sie ständig Briefkasten und E-Mail-Postfach kontrollieren. Wenn Sie einen Zeitrahmen bekommen, können Sie sich daran orientieren.



Um Ihnen bei der Vorbereitung für Ihr Bewerbungsgespräch optimal zu helfen, haben wir die klassischen Phasen auch noch einmal als PDF zusammengefasst.

Dieses können Sie sich abspeichern oder auch ausdrucken und so immer wieder einen Blick auf die wichtigsten Punkte werfen, während Sie sich nach der Einladung auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten.

Tipps: So können Sie das Vorstellungsgespräch vorbereiten

Den ersten Teil Ihrer Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch haben Sie nun bereits abgeschlossen. Sie wissen, wie genau ein solches Gespräch abläuft und was dabei ungefähr auf Sie zukommt. Das ist aber natürlich noch nicht alles, was Sie vorbereiten sollten.

Schließlich wollen Sie sich von Ihrer besten Seite präsentieren und den Personaler davon überzeugen, dass Sie die Bestbesetzung sind. Damit Ihnen das gelingt, haben wir zahlreiche Tipps, wie Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten sollten:

  • Recherchieren Sie Informationen über den Arbeitgeber

    Bevor Sie ins Gespräch gehen, sollten Sie möglichst viel über das Unternehmen in Erfahrung bringen. Sie haben sich zwar schon vor der Bewerbung ein wenig informiert, doch sollten Sie bei der Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch noch einmal ins Detail gehen. Wie viele Mitarbeiter hat der Arbeitgeber? An welchen Standorten ist er vertreten? In welchen Branchen ist das Unternehmen aktiv? Welche Produkte oder Dienstleistungen werden hergestellt? Welche Werte vertritt das Unternehmen?

    Je mehr Sie wissen, desto besser. Sie wollen dort unbedingt arbeiten, also sollten Sie den Arbeitgeber kennen. Viele Informationen finden Sie dabei online über die Homepage des Unternehmens.

    Falls möglich können Sie sich auch auf Ihren konkreten Gesprächspartner vorbereiten. Oft finden Sie auf Xing, Linkedin oder der Webseite des Arbeitgebers ein Kurzprofil. Gemeinsamkeiten mit dem Personaler können durchaus ein Vorteil sein. Vielleicht teilen Sie ein gemeinsames Hobby oder haben dieselbe Universität besucht.

  • Bereiten Sie eine Selbstpräsentation vor

    In den Gesprächsphasen haben Sie bereits von der Selbstpräsentation erfahren. Diese ist klassischer Teil in jedem Jobinterview, weshalb Sie sich hervorragend vorbereiten lässt. Machen Sie sich im Vorfeld einige Gedanken, wie Sie sich selbst vorstellen wollen und was Sie von sich erzählen können, um den Personaler zu überzeugen.

    Eine gute Faustregel lautet dabei: Ich bin – ich kann – ich werde. Wenn Sie Ihre Selbstpräsentation in diese drei Bereiche gliedern, sind alle relevanten Informationen enthalten: Eine kurze Vorstellung Ihrer Person, eine Darstellung Ihrer Ausbildung, Qualifikation und Fähigkeiten und ein Ausblick darauf, wie Sie diese einsetzen wollen, um einen großen Mehrwert für den Arbeitgeber zu erzielen.

    Vorsicht: Wenn Sie das Vorstellungsgespräch vorbereiten, sollten Sie nichts Wort für Wort auswendig lernen. Das mag Ihnen ein Gefühl der Sicherheit geben, wirkt aber unglaublich steif und überhaupt nicht authentisch.

  • Schreiben Sie das Wichtigste auf

    Ein wichtiger Aspekt, wenn Sie ein Vorstellungsgespräch vorbereiten, wird viel zu häufig übersehen: Schreiben Sie sich einige Stichpunkte auf, machen Sie sich Notizen und nehmen Sie diese mit ins Gespräch. Personaler erwarten und wissen, dass Kandidaten vorbereitet sind – warum also nicht zeigen, dass Sie genau das sehr gründlich getan haben.

    Sie können sogar darauf eingehen und beispielsweise betonen, wie gerne Sie vorbereitet und organisiert sind, um eine Stärke in den Fokus zu rücken. Auf der anderen Seite dürfen Sie natürlich nicht die ganze Zeit ablesen und bei jeder Frage erst einmal blättern.

  • Verinnerlichen Sie Ihre Bewerbung

    Sie können davon ausgehen, dass Ihr Gesprächspartner sich ebenso auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet hat und Ihre Unterlagen gut kennt. Umso wichtiger ist es, dass Sie dies auch tun! Wenn der Personaler Fragen zu verschiedenen Stationen in Ihrem Lebenslauf stellt, sollten Sie wissen, wovon er spricht und darauf reagieren können.

    Bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch sollten Sie deshalb nicht nur Informationen zum Unternehmen sammeln, sondern auch noch einmal genau die eigenen Unterlagen studieren. Gerade Ihre Erfahrungen und Stärken könnten hinterfragt werden.

  • Bringen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen mit

    Um bei der Vorbereitung auf der sicheren Seite zu sein, ist es ein Experten-Tipp, Kopien der eigenen Bewerbungsunterlagen zu Vorstellungsgesprächen mitzubringen – am besten in mehrfacher Ausführung. Die Anwesenden sollten zwar selbst das Gespräch vorbereiten und ihrerseits ein Exemplar parat haben, doch ist dies längst nicht immer der Fall.

    Das Ganze hat zahlreiche Vorteile: Sie demonstrieren Ihre Professionalität und Vorbereitung, machen einen guten Eindruck und können so in Vorstellungsgesprächen überzeugen. Sollten Sie die Kopien nicht benötigen, bleiben sie einfach in der Tasche – oder Sie nutzen ein Muster Ihrer Bewerbung, um diese vor sich selbst auf den Tisch zu legen, bei einzelnen Stationen noch einmal nachzulesen, die betreffende Passage mit einer Geste zu verdeutlichen oder sich ein paar Notizen zu machen.

  • Kennen Sie die häufigsten Fragen

    Jedes Vorstellungsgespräch ist anders und doch gibt es einige typische Fragen, die mit großer Wahrscheinlichkeit gestellt werden. Für Sie eine gute Gelegenheit, um das Vorstellungsgespräch vorbereiten zu können. Denn gerade die Fragen des Personalers sind gefürchtet und erzeugen großen Druck. Mit der richtigen Vorbereitung können Sie den Stress reduzieren und werden von einer schwierigen Frage nicht auf dem falschen Fuß erwischt.

    Im Folgenden finden Sie deshalb eine Auswahl der häufigsten Fragen von Personalern. Um das Vorstellungsgespräch vorbereiten zu können, müssen Sie nicht zu jeder einzelnen eine perfekte Antwort formulieren. Oft reicht es schon, wenn Sie sich einige Gedanken machen und einige passende Beispiele aus Ihrem bisherigen Lebenslauf zusammenstellen, die Ihre Fähigkeiten in der Praxis zeigen.

    Die vollständige Liste dieser typischen Fragen können Sie sich – wie gewohnt – bei uns auch kostenlos als PDF herunterladen, ausdrucken und zur Offline-Vorbereitung nutzen.



    Gern genutzte Gesprächsöffner

    • Erzählen Sie etwas über sich.
    • Warum sollten wir Sie einstellen?
    • Was können Sie für uns tun, was andere nicht können?
    • Warum möchten Sie diesen Job?
    • Warum kommen Sie zu spät? (pure Provokation)

    Fragen zur Bewerbungsmotivation

    • Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Job?
    • Warum haben Sie noch keine andere Stelle gefunden?
    • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
    • Was wissen Sie über unsere Branche?
    • Was haben Sie vorher verdient?
    • Welches Gehalt haben Sie im Sinn?
    • Wie lange würde es dauern, bis Sie bei uns einen signifikanten Beitrag leisten?
    • Wären Sie bereit, umzuziehen?
    • Wenn Sie jemanden für diese Position interviewen müssten, auf was würden Sie achten?

    Persönlichkeit / Stärken-Schwächen-Profil

    • Was sind Ihre Stärken?
    • Nennen Sie bitte drei positive Dinge, die Ihre Kommilitonen über Sie sagen würden.
    • Und was würde sie Negatives über Sie sagen?
    • Was sind Ihre Schwächen?
    • Geben Sie mir ein paar Beispiele von Ideen, die Sie umgesetzt haben.
    • Was ist Ihr größter Fehler – und was haben Sie daraus gelernt?
    • Welche drei positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?
    • Wohin möchten Sie sich in Ihrer Karriere entwickeln?
    • Was ist Ihr größter Erfolg, den Sie außerhalb Ihres Berufs erreicht haben?
    • Was sind Ihre großen Lebensträume?

    Fragen zur Arbeitsweise

    • Wie motivieren Sie sich?
    • Wie würden Sie Ihren Arbeitsstil beschreiben?
    • Welche Techniken oder Werkzeuge nutzen Sie, um sich selbst zu organisieren?
    • Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten, dass Sie Ihre Tagesaufgaben unmöglich alle schaffen?
    • Wie stellen Sie möglichst schnell Ihre Vertrauenswürdigkeit in Ihrem Team unter Beweis?
    • Wie fühlen Sie sich, wenn Sie ein „Nein“ als Antwort erhalten?
    • Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
    • Welche Aufgabe war für Sie zu schwer und wie haben Sie das Problem gelöst?
    • Was werden Sie in den ersten 30 Tagen dieses Jobs unternehmen?


  • Trainieren Sie Ihre Körpersprache

    Über Ihre Körpersprache sagen Sie eine ganze Menge, selbst wenn Ihnen das gar nicht bewusst ist. Ihr Gegenüber nimmt die Körpersprache hingegen sehr genau wahr und interpretiert sehr viel – oft zum Nachteil vom Bewerber. So zeigen Umfragen, dass beispielsweise fehlender Blickkontakt, ein fehlendes Lächeln oder eine schlaffe Körperhaltung zu den NoGos zählen und im schlimmsten Fall zu einer Absage führen.

    Daher gilt: Trainieren Sie Ihre Körpersprache, wenn Sie das Vorstellungsgespräch vorbereiten. Betrachten Sie Ihre eigene Wirkung im Spiegel, bitten Sie Freunde oder Familie um ein ehrliches Feedback zu Ihrem Auftreten. Und üben Sie, Fehler in der Körpersprache zu vermeiden: Dazu zählen nervöses Herumfummeln mit den Händen (etwa an den Haaren, der Krawatte oder der Bluse), ein lascher Händedruck oder auch vor dem Körper verschränkte Arme. Das Wichtigste aber ist: immer lächeln!

  • Bereiten Sie mehrere Rückfragen vor

    Zur Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch sollte unbedingt gehören, dass Sie sich bereits einige Rückfragen an den Personaler zurechtlegen. Die Chance dazu bekommen Sie immer und sollten diese unbedingt nutzen. Es ist nämlich auch ein Test, der Ihr Interesse abklopft und zeigt, ob Sie das Vorstellungsgespräch vorbereitet haben.

    Vorstellungsgespräch Rückfragen stellen Antworten Grafik

    Die Betonung liegt auf kluge Rückfragen! Denn ja, hier gibt es auch dumme. Fragen Sie bitte nicht, wie viele Mitarbeiter das Unternehmen hat (das sollten Sie selbst recherchiert haben) und auch nicht, wann Sie denn das erste Mal Urlaub nehmen können (sagt eine Menge über Ihre Einstellung zum Job).

    In unserem Dossier über Rückfragen im Vorstellungsgespräch listen wir mehr als 50 kluge Gegenfragen an Personaler auf (Sie finden dies auch in diesem Gratis-PDF).

    Natürlich haben Sie nicht die Zeit, alle davon zu anzubringen- es hängt ja auch davon ab, was Sie wirklich interessiert.

  • Achten Sie auf den richtigen Dresscode

    Wer im Vorstellungsgespräch falsch gekleidet erscheint, hat von Anfang an schlechte Karten. Zeigt der Bewerber doch damit, dass er nicht zum Arbeitgeber passt. Kein Wunder, dass viele Bewerber ratlos vor ihrem Kleiderschrank stehen. Einen einheitlichen Dresscode für Vorstellungsgespräche für alle Branchen und Arbeitgeber gibt es zwar nicht, aber ein paar Grundregeln:

    Der Dresscode sollte unbedingt gepflegt sein und zur Branche passen. In manchen Bereichen ist Anzug mit Krawatte absolute Pflicht, in anderen muss es nicht ganz so förmlich sein. Bei der Recherche über den Arbeitgeber können Sie im Idealfall herausfinden, wie der Dresscode aussieht. Zudem sollten Sie sich in Ihrem Outfit wohlfühlen und authentisch auftreten können.

  • Informieren Sie sich über die Anreise

    Am Tag des Vorstellungsgesprächs sind Sie nervös und konzentrieren sich auf viele Dinge gleichzeitig. Um weiteren Stress zu vermeiden, sollten Sie sich im Vorfeld über die genaue Anreise informieren. Auch das zählt dazu, wenn Sie ein Vorstellungsgespräch vorbereiten.

    Kommen Sie mit dem Auto? Nehmen Sie die Bahn? Wie viel Zeit müssen Sie für die Anreise einplanen?

Vorstellungsgespräch auf Englisch vorbereiten

In vielen Firmen ist es mittlerweile üblich, das ganze Interview oder zumindest einen Teil des Vorstellungsgesprächs auf Englisch zu führen.

Ist dies der Fall, kommt der Vorbereitung für das Vorstellungsgespräch noch größere Bedeutung zu. Dabei gelten natürlich grundsätzlich die gleichen Tipps, wie sie oben bereits genannt wurden. Hinzu kommen einige weitere Tipps zur Vorbereitung:

  • Beginnen Sie damit Ihre Bewerbungsunterlagen auf Englisch zu übersetzen. Besonders wichtig ist es, dass Sie die Stationen Ihres Lebenslaufs auf Englisch parat haben.
  • Schauen Sie sich die englischsprachige Website des Unternehmens an. Damit komplementieren Sie Ihre deutschsprachige Recherche.
  • Eignen Sie sich das notwendige Fachvokabular Ihrer Branche an. Die Unternehmenswebsite wird Ihnen Aufschluss darüber geben, welche Vokabeln notwendig sind und Ihnen auf jeden Fall geläufig sein sollten. Schauen Sie diese in einem Fachlexikon nach und machen Sie sich eine Übersicht mit den wichtigsten Begriffen.
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Fragen vorbereiten: Der Umgang mit den Schwächen

Einer Frage möchten wir uns ganz besonders widmen, damit Sie das Vorstellungsgespräch vorbereiten können. Es ist wohl eine der abgedroschendsten Fragen in Vorstellungsgesprächen: Was ist Ihre größte Schwäche?

Eigentlich darf man die Frage nicht mehr stellen. Die meisten Bewerber rechnen längst damit und trällern sofort ein paar im Windkanal optimierte Antworten in die Runde. Wirklich erfahren wird man dabei kaum etwas – außer vielleicht wer zuvor welchen Bewerbungsratgeber gelesen hat.

Fällt die Frage aber dennoch, sollten Sie auf keinen Fall so antworten: Ich bin ein Perfektionist oder Ich arbeite zu viel. Fatal!

Irgendwann wurden irgendwo einmal in einem unseligen Ratgeberbuch diese Phrasen gedruckt und haben sich seitdem verbreitet. Vergessen Sie solche Sprüche bitte ganz schnell wieder. Wer so antwortet, überzeugt niemanden. Personaler erst recht nicht. Die reagieren auf derlei Antworten eher ablehnend.

Letztlich offenbaren Bewerber damit nur eines: Sie können nicht zu ihren Defiziten stehen und mit ihnen auch nicht konstruktiv umgehen. Wenn überhaupt gibt es auf diese Frage nur eine kluge Antwort (beziehungsweise unzählige individuelle):

Ehrlichkeit gepaart mit einem guten Vorsatz.

Geben Sie also ruhig eine Schwäche zu (es muss ja nicht gleich Kleptomanie sein), aber erklären Sie auch, wie sie damit konstruktiv umgehen. Also zum Beispiel:

Ich habe Probleme damit, vor größerem Publikum zu sprechen. Aber ich weiß auch, dass ich das besser in den Griff bekommen muss. Also habe ich damit begonnen, ein paar Rednerkurse zu belegen.

Ehrlich währt am längsten. Und jeder von uns hat eben nicht nur Paradedisziplinen, sondern auch Unzulänglichkeiten. So zu tun, als hätte man keine, ist nicht nur nicht authentisch – das kauft einem auch keiner ab. Und ein Unternehmen, dass Sie ablehnt, weil Sie ein Mensch mit ein paar Macken sind, der aber zu seinen Mankos steht, hat Sie auch nicht verdient.

Vorstellungsgespräch vorbereiten: Diese Themen bitte nicht ansprechen

Neben den genannten Punkten, über die man im Vorstellungsgespräch sprechen oder diskutieren kann, gibt es aber auch ein paar Themen, die Sie besser auslassen sollten. Dazu gehören…

  1. Das Privatleben

    Solange der Personaler Sie nicht gezielt danach fragt, sollten Ihre Freizeitaktivitäten unerwähnt bleiben. Erstens, weil das den Arbeitgeber schlicht nichts angeht, was Sie in Ihrer Freizeit machen. Zweitens, weil Sie dabei in der Regel kaum punkten können. Über Hobbys zu sprechen, hat wirklich nur Sinn, wenn Sie damit Fähigkeiten dokumentieren, die auch im Beruf gefragt sind. Doch selbst in dem Fall wäre es besser, Sie weisen diese durch berufliche und nicht private Erfolge nach.

  2. Eine Kündigung

    Wenn Sie in vergangenen Jobs gefeuert wurden, ist das nicht unbedingt eine Sache, die Sie ansprechen sollten. Allerdings fragen manche Personaler ganz gezielt danach. Dann dürfen Sie zwar nicht lügen, aber Sie können versuchen, die Sache zu relativieren: Vielleicht wurden Sie Opfer von Sparmaßnahmen und betriebsbedingten Kündigungen.

    Oder Sie haben sich gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber auf eine Kündigung seinerseits wegen des dann nicht für drei Monate gesperrten Arbeitslosengeldes geeinigt. Und falls Sie gefeuert wurden, weil Sie einen schweren Fehler begangen haben, sagen Sie das bitte auch – allerdings mit dem Zusatz, dass und was Sie daraus gelernt haben und diesen Fehler nicht zweimal begehen werden.

  3. Die Bezahlung

    Es kommt zwar vor, dass man im Jobinterview über Gehaltsvorstellungen spricht. Falls der neue Arbeitgeber dabei jedoch deutlich unter Ihren Vorstellungen von einem fairen Gehalt bleibt, sollten Sie das vorerst nicht weiter kommentieren – nur denken. Sie schlagen sonst vielleicht vorzeitig eine Tür zu, die später noch einmal wichtig für Ihre Karriere werden könnte.

    Sollte Ihnen das Angebot zu gering ausfallen, fragen Sie lieber beiläufig nach anderen Beigaben, wie Boni oder Dienstwagen. Abwägen können Sie daheim dann immer noch.

  4. Schlechte Erfahrungen

    Etwa mit Kollegen, mit dem Chef, mit Kunden. Das fällt unter die Rubrik Klatsch und Tratsch – oder schlimmer noch: üble Nachrede. Sprechen Sie nie negativ über Ihre alten Jobs oder Arbeitgeber. Das hinterlässt immer einen schalen Nachgeschmack.

    Zumal Ihr künftiger Arbeitgeber ja auch mal Ihr Ex-Arbeitgeber werden könnte. Und der will auch nicht, dass Sie später so über ihn reden. Zeigen Sie lieber Dankbarkeit für viele Gelegenheiten, in denen Sie lernen konnten. Das ist zweideutig, klingt aber besser.

  5. Den Chef

    Das eben Gesagte gilt umso mehr für ehemalige Vorgesetzte. Auch wenn diese Quälgeister, Menschenschinder, Hundertsassas waren – sprechen Sie möglichst nicht über deren Schwächen (wirkt respektlos) und auch nicht über ausgefochtene Konflikte (sieht renitent aus).

    Betonen Sie lieber deren Stärken und Vorbild, an dem Sie sich bis heute ein Beispiel nehmen. Und mal im Ernst: Auch dem schlimmsten Tyrannen kann man noch irgendwo eine positive Seite abgewinnen. Der Rest ist Schweigen.

Vier fiese Fauxpas in Vorstellungsgesprächen

  • Auf die Uhr schauen

    Wenn Sie ständig auf die Uhr sehen, sagt das entweder, dass Sie sich langweilen oder wünschten, das Interview sei endlich vorbei. Beides grob unhöflich. Und eine Beleidigung für den Interviewer.

  • Das Handy anlassen

    Wenn das Handy während des Jobinterviews klingelt, gibt es dreierlei zu tun: sich entschuldigen, Anruf sofort wegdrücken, Handy ausschalten. Besser aber Sie erledigen den letzten Punkt schon vorher. Allein das drückt die erforderliche Wertschätzung aus.

  • Labern

    Klar sind Sie nervös. Aber kommen Sie auch zum Punkt? Und zwar zügig? Im Vorstellungsgespräch ist es schließlich nicht nur entscheidend, die primären Themen anzusprechen, sondern diese auch prägnant zu formulieren. Hüten Sie sich also davor, Ihren Zuhörer zuzutexten. Die meisten reden sich dabei eher um Kopf und Karriere. Sprechen Sie lieber langsam und deutlich. Das beweist Souveränität.

  • Arroganz

    Der Grat zwischen gezeigtem Selbstbewusstsein und Arroganz ist schmal. Um nicht für Letzteres gehalten zu werden, sollten Bewerber stets aufmerksam zuhören. Das schließt kluge (!) Rückfragen ebenso ein wie Reaktionen auf Stimmungen im Raum. Aber auch die Qualität der Antworten zeigt, wie sehr sich einer auf sein Gegenüber ausrichtet.

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Vorstellungsgespräch beenden: Tipps für den Abgang

Sie sollten nicht nur den Hauptteil, sondern das gesamte Vorstellungsgespräch vorbereiten. Dazu zählt eben auch die Verabschiedung und der richtige Abgang. Bis jetzt haben Sie einen perfekten Eindruck gemacht? Dann versauen Sie sich diesen bitte nicht beim Abschied.

Noch ist das Vorstellungsgespräch nicht gelaufen: Bevor Sie den Raum verlassen, reichen Sie dem oder den anderen erneut die Hand, blicken Sie ihnen dabei in die Augen und verabschieden Sie sich formvollendet.

Heißt: Bedanken Sie sich für die Einladung, das nette Gespräch und die angenehme Atmosphäre (selbst wenn das nicht stimmt) und gehen Sie mit einem sicheren und festen „Auf Wiedersehen“, das Sie buchstäblich so meinen, ab. Danach verlassen Sie bitte aufrecht und unter genug Körperspannung das Gebäude bis Sie außer Sichtweite sind – erst jetzt dürfen Sie völlig entspannen, in sich zusammensacken oder sich umsehen.

Überdies können Sie schon am Ende im Vorstellungsgespräch noch einmal erwähnen, dass Sie den Job wirklich wollen. Einige Personaler hören das gerne und Sie zeigen gleich noch einmal Ihre Begeisterung für das Unternehmen.

Der Grat, auf dem man dabei balanciert, ist allerdings schmal. Allzu große Begeisterung kann auch schnell nach allzu großer Bedürftigkeit aussehen, nach Alternativlosigkeit und akuter Jobnot. Wer sich dann die Attitüde eines Bittstellers aneignet, steigert sicher nicht seine Attraktivität.

Es gibt jedoch auch ein paar elegante Wege, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen:

  • Direkt: Ich bin mir inzwischen sicher: Das ist der Job, den ich wirklich will. Was kann ich noch tun, um Sie davon zu überzeugen, dass ich auch die beste Besetzung dafür bin?
  • Indirekt: …aus diesen Gründen denke ich, der beste Kandidat für diese Position zu sein. Brauchen Sie noch weitere Informationen, um mir ein konkretes Jobangebot zu machen?
  • Offensiv: Ich bin an diesem Job wirklich sehr interessiert. Was würde Sie noch davon abhalten, mir die Position sofort anzubieten? Oder noch ein wenig offensiver: Wie kann ich Sie überzeugen, mir einen Arbeitsvertrag zu geben?
  • Defensiv: Ich würde und könnte den Job am liebsten schon nächste Woche antreten. Was wäre der nächste Schritt dorthin? Haben Sie noch unbeantwortete Fragen? Was brauchen Sie noch, um sich bald zu entscheiden?
  • Verständnisvoll: Ich würde es sehr begrüßen, für Sie zu arbeiten. Sie sehen ja, meine Stärken liegen vor allem in XXX und YYY. Was wären die nächsten Schritte in Ihrem Auswahlprozess?
  • Emotional: Nachdem was ich heute über Ihren Betrieb gelernt habe, bin ich noch begeisterter, für Sie arbeiten zu können. Ich hoffe deshalb bald von Ihnen eine positive Nachricht zu erhalten.

Auch das sind bitte nur Formulierungsvorschläge. Idealerweise knüpfen solche Schlussbemerkungen direkt an das Gesagte an. Zudem sollte selbstverständlich sein, dass Sie Ihrer Begeisterung für eine Position nur Ausdruck verleihen sollten, wenn Sie diese tatsächlich noch wollen – und sich nicht insgeheim schon nach anderen Jobs umsehen.

Falls Sie nicht gerade ein großes Schauspieltalent sind, würde man die Diskrepanz zwischen verbaler und realer Euphorie spüren – und das könnte eher nachteilig wirken.

[Bildnachweis: Rido by Shutterstock.com]

Weitere Tipps zum Vorstellungsgespräch

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Vorstellungsgespräch Tipps
5 typische Gesprächsphasen
Vorstellungsgespräch vorbereiten
Vorstellungsgespräch Checkliste
Dresscode
Begrüßungstipps
Selbstpräsentation
Soft Skills
Authentisch sein
Gesprächsführung
Vorstellungsgespräch beenden

Interview Arten

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Vorstellungsgespräch auf Englisch
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Bewerbungsgespräch per Video
Telefoninterview Tipps
Zweites Vorstellungsgespräch
Anruf vom Headhunter
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Typische Fragen

100 Fragen an Bewerber
25 Fangfragen
Stressfragen
Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?
Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
Warum haben Sie gekündigt?
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Was sind Ihre Stärken?
Was sind Ihre Schwächen?
Unzulässige Fragen
Rückfragen an Personaler

Tipps & Tricks

Bewerbungsgespräch Tipps
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Vorstellungsgespräch abbrechen
Reisekosten: Wer zahlt?
Vorstellungsgespräch gut gelaufen?
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Vorstellungsgespräch Nachbereitung
Achten Sie aufs Umfeld

27. November 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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