Vorstellungsgespräche sind heikel: Binnen weniger Minuten soll man das Schlauste sagen, was einem jemals über die Lippen gekommen ist, soll vor Inspiration und Engagement nur so sprühen, soll sympathisch und motiviert sein, einen bestmöglichen ersten Eindruck machen und obendrein subtil herausstreichen, warum das die einmalige Chance für das Unternehmen ist, die Bestbesetzung für die Position einzustellen. Und das alles unter dem hohen Stress einer klassischen Prüfungssituation. Die gute Nachricht ist: Sie können ein Vorstellungsgespräch vorbereiten...

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Vorbereitung: Wie ein Vorstellungsgespräch abläuft

Sitzen Bewerber erst einmal im Vorstellungsgespräch, passiert häufig das: Sie reden sich die Nervosität und Prüfungsangst einfach weg – und den Job gleich dazu.

  • Einerseits, weil sie dabei eine Reihe irrelevanter Informationen aneinander reihen;
  • andererseits, weil sie sich um Kopf und Kragen reden. Die vorher zurechtgelegte stimmige Geschichte vom Toptalent wird plötzlich brüchig, im Bewerbungsgespräch kommen der anderen Seite erste Zweifel – und im Zweifel gilt: contra reo.

Schließlich warten da draußen noch andere Bewerber...

Soweit muss es zum Glück nicht kommen. Gute Vorbereitung ist nicht nur das A und O - sie ist auch keine Raketenwissenschaft, wie wir Ihnen gleich zeigen.

So verlaufen die meisten Vorstellungsgespräche zum Beispiel nach einem klassischen Muster und gliedern sich üblicherweise in fünf Gesprächsphasen:

Vorstellungsgespräch Gesprächsphasen Vorbereitung Fragen stellen Tipps 5 Phasen

  1. Die Smalltalk-Phase

    Ob wir jemanden sympathisch finden oder ihm vertrauen, entscheidet sich bereits in den ersten Sekunden einer Begegnung. Deswegen ist es wesentlich, gleich zu Anfang einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Diese ersten paar Minuten Smalltalk, in denen darüber erkundigt wird, wie es Ihnen geht und ob Sie gut her gefunden haben, können den weiteren Gesprächsverlauf prägen.

    Wie Sie sich in dieser Phase am besten verhalten:

    • Geben Sie sich also ruhig und gelassen. Fällt Ihnen das schwer, können sie auch ansprechen, dass Sie nervös sind. Dafür haben die meisten Personaler Verständnis.
    • Warten Sie mit dem Händedruck bis Ihnen die Hand gereicht wird. Rennen Sie bitte nicht mit ausgestreckter Hand ins Büro.
    • Überzeugen Sie mit einer gekonnten Begrüßung und Selbstvorstellung: kurzer, fester Händedruck, namentlich vorstellen, in die Augen sehen, lächeln.
    • Treten Sie selbstbewusst auf. Verstecken Sie sich nicht hinter Ihrer Aufregung. Seien Sie selbstsicher in Ihrer Körpersprache und in Ihren Worten. Aber bitte nie übertreiben, Selbstdarsteller kommen nicht gut an.

      Coole Loser

      Vorstellungsgespräch Stärken Fragen stellen Antworten Tipps Englisch ArbeitgeberWer bei Vorstellungsgesprächen eine zu coole Fassade aufsetzt, bekommt die Jobs nicht. Veni, vidi, violini - Ich kam, sah und vergeigte... Das ist das Ergebnis einer Studie von Jane Richards von der Universität von Texas. Das Vorurteil dahinter: So genannten Gefühlsunterdrückern mangelt es an Empathie. Entsprechend können sie in einer belastenden Situation schlechter auf andere Menschen eingehen oder reagieren verzögert. Dosierte Emotionsregulierung ist die bessere Entscheidung: Wer zum Beispiel versteht, dass er im Jobinterview nichts zu verlieren hat, wertet den Termin positiv und schöpft so sein volles Leistungspotenzial aus.

  2. Die Kennenlern-Phase

    Die anwesenden Personaler oder der Chef wollen Sie besser kennenlernen. Nun werden Sie aufgefordert, etwas über sich und Ihren Werdegang zu erzählen - eine klassische Selbstpräsentation eben.

    Sie dürfen davon ausgehen, dass die Personen am anderen Tischende die Bewerbungsunterlagen kennen (sollten sie jedenfalls). Deshalb geht es jetzt nicht darum, das zu wiederholen, was Ihre Gesprächspartner schon aus der Bewerbung wissen, sondern überzeugend relevante Qualifikationen für die angestrebte und ausgeschriebene Position zu erläutern und mit der Persönlichkeit zu punkten.

  3. Die Präsentationsphase

    Nachdem Sie sich vorgestellt haben, ist nun der Arbeitgeber an der Reihe. Ihnen wird jetzt von dem Unternehmen selbst, der dortigen Arbeit und den Anforderungen für eine Karriere bei diesem Arbeitgeber berichtet. Auch wenn Sie einige der Informationen bereits kennen, sollten Sie nicht abschalten. Hier können Sie punkten, wenn Sie durch Anmerkungen oder Verständnisfragen zeigen, dass Sie zuhören und sich im Vorfeld mit dem Betrieb gründlich auseinandergesetzt haben. Achten Sie allerdings darauf, Ihr Gegenüber nicht zu unterbrechen.

  4. Die Rückfragen-Phase

    Langsam geht es auf das Ende des Vorstellungsgesprächs zu. Nun stellt der Personaler eine Frage vom Typ: "Haben Sie noch weitere Fragen?" Antworten Sie unbedingt mit "Ja". Immer! Sie beweisen mit solchen Rückfragen, dass Sie echtes Interesse mitbringen. Nutzen Sie offene Fragen und vermeiden Sie Fragen zu Urlaubsregelungen oder Zusatzleistungen (Dazu unten noch mehr).

  5. Die Abschluss-Phase

    Das Gespräch ist beendet, sie verabschieden sich. Doch denken Sie bevor Sie gehen daran, sich nach dem weiteren Verlauf des Auswahlprozesses zu erkundigen: Wann dürfen Sie mit einer Antwort rechnen und wie kontaktiert man Sie?

Vorstellungsgespraech PDF Bewerbungsgespraech Phasen VorbereitungUm Ihnen bei der Vorbereitung für Ihr Bewerbungsgespräch optimal zu helfen, haben wir die klassischen Phasen auch noch einmal als PDF zusammengefasst.

Dieses können Sie sich abspeichern oder auch ausdrucken und so immer wieder einen Blick auf die wichtigsten Punkte werfen, während Sie sich nach der Einladung auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten.

Versuchen Sie aber bitte nicht, das gesamte Bewerbungsgespräch im Vorfeld bereits auswendig zu lernen. Eine beliebte Strategie für Bewerber, die ihre Aufregung in den Griff bekommen wollen, doch wird dies schnell durchschaut und es wirklich einstudiert und unehrlich, wenn Sie mechanisch jede Antwort herunterleiern.

Vorstellungsgespräch Tipps: Der N-Effekt

Vorstellungsgespräch Typische Fragen Antworten Vorbereitung TippsJe mehr Mitbewerber es gibt, desto weniger strengen sich Bewerber im Jobinterview an. Forscher der Universitäten von Michigan und Haifa haben das Phänomen entdeckt und N-Effekt getauft.

Dazu ließen sie 74 Studenten ein Quiz absolvieren. Den einen erzählten sie, sie würden gegen neun Mitbewerber antreten, den andern sagten sie, sie hätten 99 Konkurrenten. Resultat: Wer glaubte, eine kleineren Wettbewerberzahl ausstechen zu müssen, schaffte den Test in 29 Sekunden; wer hypothetisch gegen 99 Kommilitonen antrat, brauchte 33 Sekunden länger.

Ein Psychotrick, den Sie in Vorstellungsgesprächen für sich nutzen können. Ignorieren Sie die Zahl der Bewerber, gehen Sie nicht darauf ein, dass Ihre Einladung natürlich nicht die einzige ist. Es zählt nur, dass Sie der Richtige für den Job sind und sich auf die eigenen Stärken konzentrieren.

Körpersprache im Vorstellungsgespräch

Wir sagen nicht immer, was wir denken. Aber unsere Körpersprache verrät, was wir fühlen.

Selbst wenn wir schweigen, redet unser Körper immer noch. Wer sich etwa in einem Anzug unwohl und verkleidet fühlt, wird das auch ausstrahlen – und vermutlich genau daran scheitern.

Was einen zunächst frustriert, lässt sich auch als Chance verstehen: Fragen Sie sich geradeheraus, ob ein Beruf, in dem man fünf Tage in der Woche einen Anzug oder ein Kostüm tragen muss (zum Beispiel in einer Bank), überhaupt der richtige für Sie ist, wenn Ihnen das schon beim Vorstellungsgespräch schwerfällt.

Nicht wenige Kandidaten scheitern im Bewerbungsgespräch eben nicht an ihrer fachlichen Qualifikation, sondern genau wegen dieser nonverbalen Signale.

Eine Umfrage hat einmal ermittelt, welche Gesten Personaler im Vorstellungsgespräch überhaupt nicht mögen und Bewerber tendenziell durchfallen lassen (Mehrfachnennungen möglich):

  • Fehlender Blickkontakt (67 Prozent)
  • Fehlendes Lächeln (38 Prozent)
  • Herumzappeln (33 Prozent)
  • Schlaffe Körperhaltung (33 Prozent)
  • Schlaffer Händedruck (26 Prozent)
  • Arme verschränken (21 Prozent)
  • Mit den Haaren spielen oder im Gesicht rumfummeln (21 Prozent)
  • Mit den Händen fuchteln (9 Prozent)

Gerade die Körpersprache im Vorstellungsgespräch bekommt enormes Gewicht, denn wer sagt schon in den ersten zwei Minuten soviel Überzeugendes, dass der Rest total egal wird?

Letztlich beginnt die Vorstellung schon beim Betreten des Firmengebäudes. Es gibt durchaus Personaler, die etwa beim Empfang nachfragen, welchen Eindruck der Kandidat dort gemacht hat - ob er muffelig, unhöflich oder herrisch zum Pförtner oder den Assistenten war. Behandeln Sie also alle Personen, die Ihnen begegnen, zuvorkommend und höflich.

Auch sollten Sie den Raum nicht schon betreten, während Sie sich noch Ihre Bluse zurecht zupfen, die Krawatte richten oder das Hemd in die Anzughose stopfen.

Bedanken Sie sich für die Einladung, aber setzen Sie sich nach dieser kleinen Zeremonie bitte noch nicht hin. Das dürfen Sie erst, wenn man Ihnen einen Platz zuweist und Sie bittet, sich zu setzen. Und falls Sie den Eindruck haben, dass das Eis irgendwie noch nicht gebrochen ist, erzählen Sie ruhig eine amüsante (aber kurze) Anekdote zur Auflockerung.

Falls Sie von zwei oder gar drei Entscheidungsträgern interviewt werden, sollten Sie bei Ihren Antworten alle Teilnehmer nacheinander ansehen und ansprechen (dabei aber bitte nicht dreinschauen, als würden Sie gerade ein Tennismatch verfolgen) und zum Schluss zu jener Person zurückkehren, die die Frage gestellt hat.

Das Wichtigste aber ist: immer lächeln!

Vorstellungsgespräch Tipps: Der späte Vogel kriegt den Job

Vorstellungsgespräch Stärken Vorbereitung Tipps Arbeitgeber AntwortenSie haben zwei Alternativtermine für ein Vorstellungsgespräch oder eine Kundenpräsentation? Nehmen Sie den zweiten! In Wettbewerben vergeben Juroren bessere Noten, je weiter der Wettbewerb voranschreitet.

Das hat die Psychologin Wändi Bruine de Bruin von der Carnegie Mellon Universität herausgefunden. Der Effekt wirkt sogar unabhängig davon, ob die Noten während des Wettbewerbs oder erst am Schluss vergeben werden.

Und er ist auf Jobinterviews übertragbar: Beim ersten Kandidaten hat der Vertreter des Arbeitgebers noch keine Vergleichsmöglichkeiten, beim zweiten ist er aufmerksam und kritisch, wird aber milder (und müder), je näher er dem Auswahlende kommt. Im Grunde ein alter Hut. Schon in der Bibel steht: Die Letzten werden die Ersten sein.

Bringen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen mit zum Vorstellungsgespräch

Jeder Bewerber hat Idealvorstellungen von Vorstellungsgesprächen im Kopf. Erst kommt die Antwort auf die Bewerbung inklusive Einladung, im Anschluss die Vorbereitung und schlussendlich das Gespräch, mit toller Atmosphäre. Alle Beteiligten freuen sich auf den Termin, es geht darum, die Repräsentanten des Unternehmens zu überzeugen und die Jobsuche zu beenden.

Soweit der Traum. Die Realität sieht meist anders aus. Entweder müssen Sie sich erst durch ein Assessment Center kämpfen, bevor Sie überhaupt die Chance bekommen, sich als Bewerber in einem persönlichen Gespräch zu beweisen oder Sie haben eher das Gefühl, im Vorstellungsgespräch Rede und Antwort stehen zu müssen, was sich schwerer vorbereiten lässt als gegenseitiges Kennenlernen.

Um bei der Vorbereitung auf der sicheren Seite zu sein, ist es ein Experten-Tipp, Kopien der eigenen Bewerbungsunterlagen zu Vorstellungsgesprächen mitzubringen - am besten in mehrfacher Ausführung. Die Anwesenden sollten zwar selbst das Gespräch vorbereiten und ihrerseits ein Exemplar parat haben, doch ist dies längst nicht immer der Fall.

Anstatt sich nun darüber zu ärgern, können Sie Ihre eigene Vorbereitung und Professionalität unter Beweis stellen, indem Sie gleich für alle anderen mitgedacht haben und Ihre Bewerbungsunterlagen, ganz besonders Ihren Lebenslauf, quasi aus dem Hut zaubern.

Das Ganze hat ausschließlich Vorteile: Sie demonstrieren Ihre Stärken, machen einen guten Eindruck und können so in Vorstellungsgesprächen überzeugen. Sollten Sie die Kopien nicht benötigen, bleiben sie einfach in der Tasche - oder Sie nutzen ein Muster Ihrer Bewerbung, um diese vor sich selbst auf den Tisch zu legen, bei einzelnen Stationen noch einmal nachzulesen, die betreffende Passage mit einer Geste zu verdeutlichen oder sich ein paar Notizen zu machen.

Dresscode im Vorstellungsgespräch

Wer im Vorstellungsgespräch falsch gekleidet erscheint, hat von Anfang an schlechte Karten. Zeigt der Bewerber doch damit, dass er nicht zum Arbeitgeber passt. Kein Wunder, dass viele Bewerber ratlos vor ihrem Kleiderschrank stehen.

Einen einheitlichen Dresscode für Vorstellungsgespräche gibt es zwar nicht, aber ein paar Grundregeln:

  • Achten Sie bitte darauf, dass Ihre Outfit gepflegt und der Branche angepasst ist. Bis dato herrscht die Auffassung, dass wer sich schlampig kleidet, vermutlich auch so denkt und arbeitet.
  • Zudem sollte das Outfit auch zu Ihnen passen, aber tappen Sie nicht in die Falle, vor allem hierüber Ihre Individualität ausdrücken zu wollen. Letztlich geht es bei einem Vorstellungsgespräch immer auch um die Frage, ob Sie der Richtige für das bereits bestehende Team sind, sich also auch zu einem gewissen Grad anpassen können (und wollen).
  • Überdies signalisieren Sie mit einer formal richtig gewählten Kleidung, dass Sie sich auf das Gespräch vorbereitet haben und die Gepflogenheiten Ihres Wunscharbeitgebers kennen.

Vorstellungsgespräch Tipps: Der Horn-Effekt

Vorstellungsgespräch Stärken Horn Effekt TippsJe ähnlicher uns ein Mensch ist – in Aussehen, Garderobe, Körpersprache, Wortwahl – desto sympathischer finden wir ihn. Derselbe Effekt funktioniert aber auch anders herum – und kann dann zu spontaner Antipathie führen.

Manchmal reicht schon eine einzige Eigenschaft, ein einziges Wort, ein simpler Eindruck, der dem Personaler übel aufstößt – und schon kippt die ganze Bewerbung. Das Phänomen ist in der Fachwelt bekannt als Horn-Effekt. Das Gegenteil dazu ist der Halo-Effekt: Eine herausragende Leistung oder Eigenschaft (Attraktivität, Redegewandtheit) überstrahlt alles andere und führt zu einem positiven Urteil.

So führen Sie ein gutes Gespräch!

Die Kunst ist, die richtige Balance zu finden – zwischen perfekter Selbstdarstellung, Selbstanpreisung und einem Rest Spekulationsfläche, zwischen sachlicher Präzision und persönlichem Einblick.

Jedes Jobinterview dient Personalerentscheidern vor allem dazu, den Menschen hinter dem Bewerbungsschreiben kennenzulernen. Die Fakten kennt er ja bereits aus dem Lebenslauf und anderen Bewerbungsunterlagen. Nun interessiert ihn der Charakter.

Wie aber können Sie hier überzeugen? Zum Beispiel so...

  • Konzentrieren Sie auf die Fragen.

    Und antworten Sie kurz, aber auch nicht einsilbig. Wenn er Sie nach bisherigen Karrierestationen fragt, antworten Sie in knappen Beispielen, kurz und knackig, nicht mehr. Fragen Sie lieber hinterher: "Ist Ihre Frage damit beantwortet oder möchten Sie noch mehr Beispiele?" So entsteht ein Dialog.

  • Legen Sie sich vorher schon relevante Anekdoten zurecht.

    Spontaneität ist gut, bleibt aber Profis vorbehalten. Der Rest sollte sich vorbereiten. Überlegen Sie sich, welche Fragen kommen können – und bitte gleich auch amüsante wie relevante Beispiele aus Ihrem bisherigen Lebenslauf dazu. Komprimieren Sie diese auf ein wesentliches Extrakt. Mehr müssen Sie nicht erzählen. Hauptsache, lebendige Beispiele aus dem Arbeitsalltag.

  • Beobachten Sie die Körpersprache Ihres Gegenübers.

    Die Augenlider schlagen seltener, der Blick schweift öfters ab, er wechselt häufiger die Sitzposition, macht sich kaum noch Notizen? Alles Anzeichen dafür, dass sich Ihr Interviewer langweilt. Brechen Sie den Monolog hier besser ab und wechseln Sie in die Metaebene: "Icg glaube, ich langweile Sie. Das tut mir leid. Ich weiß, ich neige etwas zum Monologisieren..." Das zeigt zumindest, dass Sie ein aufmerksamer Zuhörer sind und über soziale Kompetenz verfügen.

Entscheidend ist, dass Sie zu jedem Zeitpunkt Präsenz beweisen.

Dabei geht es weniger um physische Anwesenheit, sondern vielmehr um geistige. Ist der Kandidat voll konzentriert und engagiert bei der Sache? Ist er freundlich und offen, sich auf die Anwesenden einzustellen? Kandidaten, die gelangweilt dreinschauen und lustlos Antworten erbrechen, sind jedem Verantwortlichen der Personalabteilung ein Graus und bräuchten eigentlich erst gar nicht auftauchen.

Vorstellungsgespräch auf Englisch

Vorstellungsgespräch auf Englisch Tipps Arbeitgeber VorbereitungIn vielen Firmen ist es mittlerweile üblich, das ganze Interview oder zumindest einen Teil des Vorstellungsgesprächs auf Englisch zu führen.

So bereiten Sie sich vor:

  • Beginnen Sie damit Ihre Bewerbungsunterlagen auf Englisch zu übersetzen. Besonders wichtig ist es, dass Sie die Stationen Ihres Lebenslaufs auf Englisch parat haben.
  • Schauen Sie sich die englischsprachige Website des Unternehmens an. Damit komplementieren Sie Ihre deutschsprachige Recherche.
  • Eignen Sie sich das notwendige Fachvokabular Ihrer Branche an. Die Unternehmenswebsite wird Ihnen Aufschluss darüber geben, welche Vokabeln notwendig sind und Ihnen auf jeden Fall geläufig sein sollten. Schauen Sie diese in einem Fachlexikon nach und machen Sie sich eine Übersicht mit den wichtigsten Begriffen.

Die häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräch typische Fragen PDF Antworten CoverViele Bewerber fürchten vor allem die Fragen der Personaler. Es wird Ihnen aber einiges an Stress und Druck nehmen, wenn Sie sich auf mögliche Fragen intensiv vorbereiten.

Im Folgenden finden Sie deshalb eine Auswahl möglicher Personalerfragen. In unserem Dossier dazu finden Sie insgesamt mehr als 100 Fragen im Vorstellungsgespräch - darunter auch Spontanitäts- und Stressfragen, Charakter- und Wertefragen sowie einige Fangfragen.

Die vollständige Liste dieser typischen Fragen können Sie sich - wie gewohnt - bei uns auch kostenlos als PDF herunterladen, ausdrucken und zur Offline-Vorbereitung nutzen.

    Gern genutzte Gesprächsöffner

  • Erzählen Sie etwas über sich.
  • Warum sollten wir Sie einstellen?
  • Was können Sie für uns tun, was andere nicht können?
  • Warum möchten Sie diesen Job?
  • Warum kommen Sie zu spät? (pure Provokation)
  • Fragen zur Bewerbungsmotivation

  • Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Job?
  • Warum haben Sie noch keine andere Stelle gefunden?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Was wissen Sie über unsere Branche?
  • Was haben Sie vorher verdient?
  • Welches Gehalt haben Sie im Sinn?
  • Wie lange würde es dauern, bis Sie bei uns einen signifikanten Beitrag leisten?
  • Wären Sie bereit, umzuziehen?
  • Wenn Sie jemanden für diese Position interviewen müssten, auf was würden Sie achten?
  • Persönlichkeit / Stärken-Schwächen-Profil

  • Was sind Ihre Stärken?
  • Nennen Sie bitte drei positive Dinge, die Ihre Kommilitonen über Sie sagen würden.
  • Und was würde sie Negatives über Sie sagen?
  • Was sind Ihre Schwächen?
  • Geben Sie mir ein paar Beispiele von Ideen, die Sie umgesetzt haben.
  • Was ist Ihr größter Fehler – und was haben Sie daraus gelernt?
  • Welche drei positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?
  • Wovor haben Sie am meisten Angst?
  • Können Sie beschreiben, wie das war, als Sie für Ihre Leistung kritisiert wurden?
  • Was irritiert Sie am meisten an anderen Menschen und wie reagieren Sie darauf?
  • Sagen Sie mir etwas über Sie, das ich Ihrer Meinung nach unbedingt wissen sollte.
  • Wo möchten Sie in fünf Jahren stehen?
  • Wohin möchten Sie sich in Ihrer Karriere entwickeln?
  • Was ist Ihr größter Erfolg, den Sie außerhalb Ihres Berufs erreicht haben?
  • Was sind Ihre großen Lebensträume?
  • Fragen zur Arbeitsweise

  • Wie motivieren Sie sich?
  • Wie würden Sie Ihren Arbeitsstil beschreiben?
  • Welche Techniken oder Werkzeuge nutzen Sie, um sich selbst zu organisieren?
  • Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten, dass Sie Ihre Tagesaufgaben unmöglich alle schaffen?
  • Wie stellen Sie möglichst schnell Ihre Vertrauenswürdigkeit in Ihrem Team unter Beweis?
  • Wie fühlen Sie sich, wenn Sie ein "Nein" als Antwort erhalten?
  • Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
  • Welche Aufgabe war für Sie zu schwer und wie haben Sie das Problem gelöst?
  • Was werden Sie in den ersten 30 Tagen dieses Jobs unternehmen?


Vorstellungsgespräch Tipps: Schleimen hilft

Vorstellungsgespräch Tipps typische Fragen Antworten schleimenDer Schleimer schlägt jeden Selbstdarsteller im Vorstellungsgespräch, haben US-Forscher herausgefunden. Seine Stärken aufzuzeigen, ist zwar nicht schlecht. Erfolgreicher aber waren Bewerber, die Komplimente machten, Gemeinsamkeiten fanden und diese subtil ins Gespräch einbauten.

Auch wenn es etwas unangenehm ist: Recherchieren und erwähnen Sie also ruhig so etwas wie, dass Sie dieselbe Uni wie der Personaler besucht haben oder das gleiche Hobby pflegen. Es lohnt sich.

Die leidige Frage nach den Schwächen

Einer Frage möchten wir uns ganz besonders widmen. Es ist wohl eine der abgedroschendsten Fragen in Vorstellungsgesprächen: Was ist Ihre größte Schwäche?

Eigentlich darf man die Frage nicht mehr stellen. Die meisten Bewerber rechnen längst damit und trällern sofort ein paar im Windkanal optimierte Antworten in die Runde. Wirklich erfahren wird man dabei kaum etwas - außer vielleicht wer zuvor welchen Bewerbungsratgeber gelesen hat.

Fällt die Frage aber dennoch, sollten Sie auf keinen Fall so antworten: "Ich bin ein Perfektionist" oder "Ich arbeite zu viel". Fatal!

Irgendwann wurden irgendwo einmal in einem unseligen Ratgeberbuch diese Phrasen gedruckt und haben sich seitdem so rasant fortgepflanzt wie Karnickel im Frühling. Vergessen Sie solche Sprüche bitte ganz schnell wieder. Wer so antwortet, überzeugt niemanden. Personaler erst recht nicht. Die reagieren auf derlei Antworten ebenso verschnupft wie Schleimhäute auf einen Grippevirus.

Letztlich offenbaren Bewerber damit nur eines: Sie können nicht zu ihren Defiziten stehen und mit ihnen auch nicht konstruktiv umgehen. Wenn überhaupt gibt es auf diese Frage nur eine kluge Antwort (beziehungsweise unzählige individuelle):

Ehrlichkeit gepaart mit einem guten Vorsatz.

Geben Sie also ruhig eine Schwäche zu (es muss ja nicht gleich Kleptomanie sein), aber erklären Sie auch, wie sie damit konstruktiv umgehen. Also zum Beispiel:

Ich habe Probleme damit, vor größerem Publikum zu sprechen. Aber ich weiß auch, dass ich das besser in den Griff bekommen muss. Also habe ich damit begonnen, ein paar Rednerkurse zu belegen.

Auch für diesen Satz gilt: Bitte nicht auswendig lernen und später aufsagen.

Ehrlich währt am längsten. Und jeder von uns hat eben nicht nur Paradedisziplinen, sondern auch Unzulänglichkeiten. So zu tun, als hätte man keine, ist nicht nur nicht authentisch - das kauft einem auch keiner ab. Und ein Unternehmen, dass Sie ablehnt, weil Sie ein Mensch mit ein paar Macken sind, der aber zu seinen Mankos steht, hat Sie auch nicht verdient.

Vorstellungsgespräch Tipps: Nicht "nicht" sagen

Vorstellungsgespräch Vorbereitung Tipp Nein SagenSie wollen ein flammendes Plädoyer für sich starten, doch irgendwie ist Ihnen das peinlich. Selbstlob klingt so schrecklich unbescheiden. Also beginnen Sie mit: "Ich will ja nicht prahlen, aber..." Riesenfehler!

Forscher der Eastern Universität in Washington fanden heraus: Derlei Einschränkungen bewirken das genaue Gegenteil, der Bewerber klingt so erst recht wie ein eitles Großmaul. Bewerber, die solche Formulierungen häufiger verwendeten, galten obendrein als weniger intelligent. Wer dagegen souverän und ohne Anmoderationen seine Vorzüge darstellte, wurde signifikant positiver aufgenommen.

Was Sie im Jobinterview besser auslassen

Neben den genannten Punkten, über die man im Vorstellungsgespräch sprechen oder diskutieren kann, gibt es aber auch ein paar Themen, die Sie besser auslassen sollten. Dazu gehören...

  1. Das Privatleben

    Solange der Personaler Sie nicht gezielt danach fragt, sollten Ihre Freizeitaktivitäten unerwähnt bleiben. Erstens, weil das den Arbeitgeber schlicht nichts angeht, was Sie in Ihrer Freizeit machen. Zweitens, weil Sie dabei in der Regel kaum punkten können. Über Hobbys zu sprechen, hat wirklich nur Sinn, wenn Sie damit Fähigkeiten dokumentieren, die auch im Beruf gefragt sind. Doch selbst in dem Fall wäre es besser, Sie weisen diese durch berufliche und nicht private Erfolge nach.


  2. Eine Kündigung

    Wenn Sie in vergangenen Jobs gefeuert wurden, ist das nicht unbedingt eine Sache, die Sie ansprechen sollten. Allerdings fragen manche Personaler ganz gezielt danach. Dann dürfen Sie zwar nicht lügen, aber Sie können versuchen, die Sache zu relativieren: Vielleicht wurden Sie Opfer von Sparmaßnahmen und betriebsbedingten Kündigungen.

    Oder Sie haben sich gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber auf eine Kündigung seinerseits wegen des dann nicht für drei Monate gesperrten Arbeitslosengeldes geeinigt. Und falls Sie gefeuert wurden, weil Sie einen schweren Fehler begangen haben, sagen Sie das bitte auch - allerdings mit dem Zusatz, dass und was Sie daraus gelernt haben und diesen Fehler nicht zweimal begehen werden.


  3. Die Bezahlung

    Es kommt zwar vor, dass man im Jobinterview über Gehaltsvorstellungen spricht. Falls der neue Arbeitgeber dabei jedoch deutlich unter Ihren Vorstellungen von einem fairen Gehalt bleibt, sollten Sie das vorerst nicht weiter kommentieren – nur denken. Sie schlagen sonst vielleicht vorzeitig eine Tür zu, die später noch einmal wichtig für Ihre Karriere werden könnte.

    Sollte Ihnen das Angebot zu gering ausfallen, fragen Sie lieber beiläufig nach anderen Beigaben, wie Boni oder Dienstwagen. Abwägen können Sie daheim dann immer noch.


  4. Schlechte Erfahrungen

    Etwa mit Kollegen, mit dem Chef, mit Kunden. Das fällt unter die Rubrik Klatsch und Tratsch – oder schlimmer noch: üble Nachrede. Sprechen Sie nie negativ über Ihre alten Jobs oder Arbeitgeber. Das hinterlässt immer einen schalen Nachgeschmack.

    Zumal Ihr künftiger Arbeitgeber ja auch mal Ihr Ex-Arbeitgeber werden könnte. Und der will auch nicht, dass Sie später so über ihn reden. Zeigen Sie lieber Dankbarkeit für viele Gelegenheiten, in denen Sie lernen konnten. Das ist zweideutig, klingt aber besser.


  5. Den Chef

    Das eben Gesagte gilt umso mehr für ehemalige Vorgesetzte. Auch wenn diese Quälgeister, Menschenschinder, Hundertsassas waren – sprechen Sie möglichst nicht über deren Schwächen (wirkt respektlos) und auch nicht über ausgefochtene Konflikte (sieht renitent aus).

    Betonen Sie lieber deren Stärken und Vorbild, an dem Sie sich bis heute ein Beispiel nehmen. Und mal im Ernst: Auch dem schlimmsten Tyrannen kann man noch irgendwo eine positive Seite abgewinnen. Der Rest ist Schweigen.

Vier fiese Fauxpas in Vorstellungsgesprächen

  • Auf die Uhr schauen.

    Wenn Sie ständig auf die Uhr sehen, sagt das entweder, dass Sie sich langweilen oder wünschten, das Interview sei endlich vorbei. Beides grob unhöflich. Und eine Beleidigung für den Interviewer.


  • Das Handy anlassen.

    Wenn das Handy während des Jobinterviews klingelt, gibt es dreierlei zu tun: sich entschuldigen, Anruf sofort wegdrücken, Handy ausschalten. Besser aber Sie erledigen den letzten Punkt schon vorher. Allein das drückt die erforderliche Wertschätzung aus.


  • Labern.

    Klar sind Sie nervös. Aber kommen Sie auch zum Punkt? Und zwar zügig? Im Vorstellungsgespräch ist es schließlich nicht nur entscheidend, die primären Themen anzusprechen, sondern diese auch prägnant zu formulieren. Hüten Sie sich also davor, Ihren Zuhörer zuzutexten. Die meisten reden sich dabei eher um Kopf und Karriere. Sprechen Sie lieber langsam und deutlich. Das beweist Souveränität.


  • Arroganz.

    Der Grat zwischen gezeigtem Selbstbewusstsein und Arroganz ist schmal. Um nicht für Letzteres gehalten zu werden, sollten Bewerber stets aufmerksam zuhören. Das schließt kluge (!) Rückfragen ebenso ein wie Reaktionen auf Stimmungen im Raum. Aber auch die Qualität der Antworten zeigt, wie sehr sich einer auf sein Gegenüber ausrichtet.

Vorstellungsgespräch Vorbereitung: Vergessen Sie nie Rückfragen zu stellen

Im schematischen Diagramm für den Ablauf im Vorstellungsgespräch haben Sie diese schon gesehen - die Rückfragen-Phase. Nutzen Sie die Chance, Rückfragen zu stellen. Immer. Denn dies ist ein Test, der Ihr wahres Interesse an dem Job abklopft, aber auch ob und wie intensiv Sie sich auf das Vorstellungsgespräch und den Arbeitgeber vorbereitet haben.

An der Tiefgründigkeit und Cleverness der Rückfragen kann selbst ein ungeübter Personaler erkennen, ob Sie nur die Stellenanzeige oder auch die Webseiten (Plural!) des Unternehmens sowie einschlägige Fachartikel dazu studiert haben.

Weitere Gründe...

Vorstellungsgespräch Rückfragen stellen Antworten Grafik

Doch, was sind nützliche und sinnvolle Rückfragen? In unserem Dossier über Rückfragen im Vorstellungsgespräch listen wir mehr als 50 kluge Gegenfragen an Personaler auf (Sie finden dies auch in diesem Gratis-PDF). Natürlich haben Sie nicht die Zeit, alle davon zu anzubringen- es hängt ja auch davon ab, was Sie wirklich interessiert.

Diese drei Fragen können Sie aber auf jeden Fall stellen:

  • Warum ist diese Stelle frei?

    Ein Wolf im Schafspelz: Wurde die Position neu geschaffen, können Sie gleich anschließen: Warum? Wächst das Unternehmen, der Bereich, konnte das Team die Arbeit nicht mehr bewältigen (Stressalarm!)? Ist sie dagegen schon länger vakant, fragen Sie, warum der geeignete Kandidat noch nicht gefunden wurde. Womöglich wollen Sie es ja auch nicht sein.

  • Was ist die größte Herausforderung dieser Position?

    Erstes Plus: Die Frage signalisiert, dass Sie sich bereits inhaltlich mit dem Job beschäftigen und lösungsorientiert engagieren. Zweites Plus: Sie erfahren von möglichen Schwachstellen (zwischen den Zeilen lesen!) und ob Ihre Stärken und Fähigkeiten tatsächlich für die Stelle geeignet sind.

  • Was zeichnet Ihre besten Mitarbeiter aus?

    Die Frage gehört zur Kategorie "tricky". Vordergründig wollen Sie wissen, wie der Arbeitgeber Talent und Leistung definiert. Ganz nebenbei erfahren Sie aber auch, was man von Ihnen künftig erwartet. Obendrein erfahren Sie meist auch noch viel über die Unternehmenskultur und wie offen diese wirklich für neue Ideen ist und diese wertschätzt.

3 Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch über den Arbeitgeber herausfinden

  • Transparenz

    Schon der Auswahlprozess selbst und ob man Sie über alle Stufen dabei aktiv informiert, offenbart, wie professionell der Arbeitgeber, vor allem aber die Personalabteilung in spe arbeitet. Ebenso: Verrät man Ihnen auch, wo die Problemfelder des neuen Jobs liegen - oder versucht man Ihnen nur die Traumvorstellung eines Jobs zu verkaufen?

  • Betriebsklima

    Stellt man Ihnen zum Vorstellungsgespräch ein Glas Wasser hin? Oder vielleicht sogar Kaffee oder Kekse? Allein diese simple Geste sagt viel darüber aus, ob man Mitarbeiter hier als Kapital oder als Kostenstelle begreift. Genauso: Wie herzlich und respektvoll werden Sie begrüßt? Ist der Dialog eher ein Gespräch oder ein Stressinterview?

  • Verlässlichkeit

    Wenn der Personaler verspricht, sich am Montag zu melden und tut das nicht, zeugt das weder von einem manierlichen Umgang, noch von einem gut organisierten Auswahlprozess. Ihr Alarmsystem sollte aufschrillen, wenn Sie zudem ein Verfahren nach dem anderen durchlaufen sollen. Irgendwann muss man sich entscheiden können.

Vorstellungsgespräch Ende: Tipps für den Abgang

Bis jetzt haben Sie einen perfekten Eindruck gemacht? Dann versauen Sie sich diesen bitte nicht beim Abschied.

Noch ist das Vorstellungsgespräch nicht gelaufen: Bevor Sie den Raum verlassen, reichen Sie dem oder den anderen erneut die Hand, blicken Sie ihnen dabei in die Augen und verabschieden Sie sich formvollendet.

Heißt: Bedanken Sie sich für die Einladung, das nette Gespräch und die angenehme Atmosphäre (selbst wenn das nicht stimmt) und gehen Sie mit einem sicheren und festen "Auf Wiedersehen", das Sie buchstäblich so meinen, ab. Danach verlassen Sie bitte aufrecht und unter genug Körperspannung das Gebäude bis Sie außer Sichtweite sind – erst jetzt dürfen Sie völlig entspannen, in sich zusammensacken oder sich umsehen.

Überdies raten einige Bewerbungsratgeber schon am Ende im Vorstellungsgespräch unbedingt zu erwähnen, dass Sie den Job wirklich wollen. Weil Personaler das hören und Ihre Begeisterung für das Unternehmen spüren wollen. Außerdem zeige eine solche Willensbekundung Engagement, Enthusiasmus und eben, nun ja, echte Neugier.

Der Grat, auf dem man dabei balanciert, ist allerdings schmal. Allzu große Begeisterung kann auch schnell nach allzu großer Bedürftigkeit aussehen, nach Alternativlosigkeit und akuter Jobnot. Wer sich dann die Attitüde eines Bittstellers aneignet, steigert sicher nicht seine Attraktivität.

Es gibt jedoch auch ein paar elegante Wege, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen:

  • Direkt: Ich bin mir inzwischen sicher: Das ist der Job, den ich wirklich will. Was kann ich noch tun, um Sie davon zu überzeugen, dass ich auch die beste Besetzung dafür bin?
  • Indirekt: ...aus diesen Gründen denke ich, der beste Kandidat für diese Position zu sein. Brauchen Sie noch weitere Informationen, um mir ein konkretes Jobangebot zu machen?
  • Offensiv: Ich bin an diesem Job wirklich sehr interessiert. Was würde Sie noch davon abhalten, mir die Position sofort anzubieten? Oder noch ein wenig offensiver: Wie kann ich Sie überzeugen, mir einen Arbeitsvertrag zu geben?
  • Defensiv: Ich würde und könnte den Job am liebsten schon nächste Woche antreten. Was wäre der nächste Schritt dorthin? Haben Sie noch unbeantwortete Fragen? Was brauchen Sie noch, um sich bald zu entscheiden?
  • Verständnisvoll: Ich würde es sehr begrüßen, für Sie zu arbeiten. Sie sehen ja, meine Stärken liegen vor allem in XXX und YYY. Was wären die nächsten Schritte in Ihrem Auswahlprozess?
  • Emotional: Nachdem was ich heute über Ihren Betrieb gelernt habe, bin ich noch begeisterter, für Sie arbeiten zu können. Ich hoffe deshalb bald von Ihnen eine positive Nachricht zu erhalten.

Auch das sind bitte nur Formulierungsvorschläge. Idealerweise knüpfen solche Schlussbemerkungen direkt an das Gesagte an. Zudem sollte selbstverständlich sein, dass Sie Ihrer Begeisterung für eine Position nur Ausdruck verleihen sollten, wenn Sie diese tatsächlich noch wollen - und sich nicht insgeheim schon nach anderen Jobs umsehen.

Falls Sie nicht gerade ein großes Schauspieltalent sind, würde man die Diskrepanz zwischen verbaler und realer Euphorie spüren - und das könnte eher nachteilig wirken.

So geht es nach dem Bewerbungsgespräch weiter

Das Jobinterview lief gut, Sie haben alles gegeben – nur: Sie erhalten keine Antwort. Jetzt Sie fühlen sich dem Arbeitgeber in spe ohnmächtig ausgeliefert. Der soll endlich eine Entscheidung treffen. Und bis dahin heißt es: Bitte warten... Bitte warten... Bitte warten... Von wegen!

Auch in dieser Wartezeit können Sie etwas unternehmen – sei es, um den Vorgang zu Ihren Gunsten zu beeinflussen oder zu beschleunigen. Und das gelingt mit den folgenden Tipps:

  • Schicken Sie ein Dankschreiben.

    In Deutschland ist das noch eher selten, aber in den USA halten bereits 39 Prozent der Personaler ein solches Dankschreiben für essenziell, 41 Prozent finden es wichtig.

    Ein solcher Dankesbrief oder auch eine E-Mail hat gleich mehrere Vorzüge: Er hebt von der Masse ab und bietet die Chance, Schiefgelaufenes noch mal gerade zu rücken sowie einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

    Betonen Sie, dass Sie das Gespräch anregend fanden und jetzt erst recht wissen, wie gut der Job zu Ihnen passt und es Ihren Wunsch erhöht hat, genau dort zu arbeiten. Wiederholen Sie maximal zwei Erkenntnisse des Jobinterviews und beantworten Sie eventuell offene Fragen. Danken Sie für die Zeit und Aufmerksamkeit (falls Sie gemeinsam Essen waren auch dafür), und freuen Sie sich auf eine baldige Antwort. Das alles sollte nicht länger als eine halbe Seite sein.


  • Klären Sie die Fristen.

    Falls Sie im Jobinterview vergessen haben danach zu fragen, dürfen Sie auch jetzt noch nachhaken, wie lange der Bewerbungsprozess üblicherweise dauert und wann definitiv mit einer Antwort zu rechnen ist.

    Frühestens drei Werktage nach dem Vorstellungsgespräch können Sie sich telefonisch erkundigen, souveräner wirkt, eine Woche damit zu warten. Am Telefon können Sie natürlich auch noch einmal betonen, wie interessiert Sie an dem Job sind.


  • Seien Sie enthusiastisch – aber nicht nervig.

    Bei der Bewerbung geht es auch darum, zu beweisen, wie sehr Sie sich engagieren möchten und wie stark Sie sich auf den Job freuen. Diesen Enthusiasmus sollten Sie auch in der Nachphase behalten und möglichst nicht besorgt wirken. Das lässt Sie schnell wie ein Bittsteller aussehen. Allerdings schlägt Engagement leicht in Penetranz um. Und ab da schaden Sie sich nur noch.

    Bei allem Verständnis für Ihren Eifer, die Neugier und Ungeduld: Übertreiben Sie es nicht. Manche Bewerberauslese dauert eben etwas länger. Das kann an der internen Bürokratie liegen oder daran, dass ein Entscheidungsträger krank ist. In diesem Fall hat die Personalabteilung genug zu tun und mag sich nicht auch noch mit drängelnden Bewerbern rumschlagen. Mit Verständnis und Freundlichkeit kommen Sie in der Regel schneller zum Ziel.


  • Zeigen Sie weiterhin Selbstbewusstsein.

    Manchmal lassen die Unternehmen allerdings nichts mehr von sich hören, kein E-Mail, keine Absage, nichts. Das ist – keine Frage – grob unhöflich und wirft ein negatives Licht auf diesen Arbeitgeber. Spätestens nach zwei bis drei Wochen darf man eine Reaktion erwarten – und sei es nur ein Hinweis, dass Sie sich bitte noch gedulden mögen.

    In diesem Fall dürfen Sie ruhig ein wenig forsch sein und Ihre Position noch einmal erklären, Motto: "Ich bin noch immer sehr an der Position interessiert, wann kann ich mit Ihrer Entscheidung rechnen. Ich spreche inzwischen auch mit anderen interessierten Unternehmen und muss mich dort ebenfalls bald entscheiden." Sollten Sie danach immer noch nichts hören, lautet mein Rat: Vergessen Sie den Laden! Offensichtlich eine Gurkentruppe.


  • Hören Sie sich weiterhin um.

    Alles auf eine Karte zu setzen, wäre töricht. Sie verlieren so nur kostbare Zeit. Auch nach einem (aus Ihrer Sicht) erfolgreichen Vorstellungsgespräch, sollten Sie sich weiterhin umsehen und mögliche Einladungen zu Jobinterviews wahrnehmen. Erstens, weil Sie so die Initiative behalten und zweitens, weil Sie so Ihre Chancen auf einen Traumjob erhöhen.


Wir wünschen: Viel Erfolg bei der Bewerbung!

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