Kennen Sie den genauen Interview-Ablauf?
Die meisten Jobinterviews bestehen aus 5 zentralen Gesprächsphasen. Hinzu kommen die Vor- bzw. Nachbereitung, sodass zu einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch Ablauf insgesamt 7 klassische Phasen gehören:
Eine gründliche Vorstellungsgespräch Vorbereitung macht schon 60 % des Joberfolgs aus. Dazu gehört, dass Sie sich nochmal über das Unternehmen, dessen Hintergrund, Markt, Werte und Produkte informieren sowie Hintergründe zu den Anwesenden recherchieren. Bereiten Sie sich ebenfalls auf unterschiedliche Formate vor, und üben Sie Ihre Selbstpräsentation sowie Antworten auf typische Fragen. Trainieren Sie zusätzlich Ihre Körpersprache, wählen Sie am Tag selbst ein angemessenes Outfit und planen Sie eine pünktliche Anreise.
Die Begrüßung prägt den ersten Eindruck nachhaltig. Stellen Sie sich hierzu mit Vor- und Nachnamen vor, lächeln Sie und halten Sie dabei Blickkontakt zu Ihrem Gegenüber. Ein kräftiger Händedruck vermittelt Selbstsicherheit. Danach folgt meist noch kurzer Smalltalk. Wichtig ist, dass Sie dabei nie jammern oder über die Anreise klagen. Immer positiv bleiben – und erst setzen, wenn man Ihnen einen Platz anbietet.
Die kurze Selbstvorstellung sollte nie länger als 3-5 Minuten dauern und ist grundsätzlich ein freier Vortrag – nie ablesen! Sprechen Sie hierbei lebhaft und zeigen Sie Energie und Körperspannung. Bleiben Sie fokussiert und sachlich und betonen Sie zu mehr 60 % wichtige Qualifikationen, Erfahrungen oder Alleinstellungsmerkmale – ohne nur den Lebenslauf zu wiederholen. Aufgebaut wird die Selbstpräsentation idealerweise nach dem Muster: „Ich bin – ich kann – ich will“.
Das Vorstellungsgespräch dient in erster Linie zum gegenseitigen Kennenlernen. Dazu stellen Personaler viele unterschiedliche Fragen. Hören Sie aufmerksam zu und machen Sie sich ruhig Notizen. Bleiben Sie bei Ihren Antworten unbedingt ehrlich und authentisch und erzeugen Sie keine Widersprüche zum Lebenslauf. Erklären Sie eine mögliche Wechselmotivation, ohne sich zur rechtfertigen und schaffen Sie bei den Antworten einen möglichst starken Unternehmensbezug. Genannte Stärken sollten für die angestrebte Stelle relevant sein (Beispiele nennen!); mit Schwächen gehen Sie wiederum stets reflektiert und konstruktiv um. Reagieren Sie auf Stressfragen stets souverän und gelassen. Und wenn Sie nicht sofort eine Antwort wissen, bitten Sie ruhig um Bedenkzeit.
Haben Sie immer 2-3 Rückfragen – oder mehr. Nutzen Sie eigene Fragen, um mehr über die Erwartungen des Unternehmens zu erfahren und überlegen Sie sich Fragen zu Entwicklungsperspektiven, z.B: „Wie definieren Sie Erfolg für diese Position?“, „Was erwarten Sie von einem idealen Kandidaten?“, „Was zeichnet Ihre besten Mitarbeiter aus?“ Ebenso können Sie bei den Rückfragen auf Ihre Notizen eingehen. Tabu sind jedoch Fragen zu Urlaub, Benefits oder Überstunden – wirkt nicht motiviert. Stellen Sie auch keine „dummen Fragen“, die Sie hätten vorher recherchieren können.
Bedanken Sie sich am Ende für das angenehme Gespräch und sprechen Sie alle Anwesenden nochmal mit Namen an. Verabschieden Sie sich höflich und professionell und werden Sie dabei nicht hektisch – Sie fliehen nicht! Fragen Sie noch nach den weiteren Schritten oder wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können. Danach verlassen Sie das Gebäude und sind nett zu allen (!) Mitarbeitern – auch dem Pförtner!
Reflektieren Sie in der Vorstellungsgespräch Nachbereitung das Jobinterview zeitnah und lernen Sie daraus, was Sie zukünftig besser machen können. Überlegen Sie, ob Sie den Job weiterhin wollen und wenn ja: Schicken Sie ein Dankschreiben nach 24-48 Stunden – oder ziehen Sie Ihre Bewerbung zurück. Falls Sie nichts mehr hören: Frühestens nach 2-3 Wochen dürfen Sie nachfassen. Ansonsten bleiben Sie bitte weiterhin aktiv auf Jobsuche und informieren Sie sich über weitere Stellenangebote!
Das Wichtigste für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch ist jedoch die gründliche Vorbereitung! Sie macht gut 60 Prozent des späteren Erfolgs aus. Ablauf, Selbstpräsentation, typische Fragen – all das können Sie im Vorfeld wunderbar üben und vorbereiten. Das gibt Ihnen Selbstsicherheit und beweist überdies Ihre Professionalität. Wer hier am falschen Ende spart, sabotiert seine eigenen Bewerbungsmühen zuvor.
Labern Sie sich nicht um Kopf und Karriere
Im Interview selbst geht es dann darum, möglichst authentisch zu sein, präzise Antworten auf typische Vorstellungsgespräch Fragen zu geben sowie kluge Rückfragen zu stellen. Eine gewisse Nervosität ist hierbei völlig normal, das wissen auch Personaler. Allerdings sollte Sie das Lampenfieber nie zum Labern verführen!
Nicht wenige Bewerberinnen und Bewerber reden sich die Nervosität weg – und den Job gleich dazu. Statt sich kurz zu fassen und präzise auf den Punkt zu kommen, schweifen sie ab. Und das wirkt bereits aus zwei Gründen negativ auf ihre Jobchancen:
-
Fehlende Relevanz
Viel reden hilft überhaupt nicht viel, jedenfalls nicht im Jobinterview. Geben Sie kurze und prägnante Antworten. 5-7 Sätze reichen dazu meist völlig. Zu viele Argumente machen diese nicht stärker, sondern lenken am Ende nur von den stärksten Punkten ab. Was beim Personaler schließlich hängen bleibt ist: „Konfuser Kopf!“
-
Konsistenz
Hinzu kommt: Durch zu viele Informationen wird die vorher zurechtgelegte Erfolgsgeschichte vom Top-Talent brüchig. Auf einmal gibt es Widersprüche in Ihrer Geschichte, und dem Personaler kommen erste Zweifel. Solche Störgefühle können bei mehreren Kandidaten den Ausschlag geben – zu Ihren Ungunsten.
Sagen Sie nicht „nicht“ im Interview!
„Ich möchte ja nicht prahlen, aber…“ – Forscher der Eastern University in Washington konnten in Studien zeigen, dass solche verbalen Einschränkungen das genaue Gegenteil bewirken: Was auch immer Sie verneinen wollen – Sie betonen es mit dem „nicht“ eher noch! Grund dafür ist, dass unser Gehirn kein „nicht“ denken kann. Je öfter Sie betonten, etwas „nicht“ zu tun oder zu wollen, desto mehr hört Ihr Gegenüber die Botschaft ohne der Beteuerung. Merke: Bescheidenheit ist eine Zier – in der Bewerbung läuft’s besser ohne ihr!
Wie kann ich im Vorstellungsgespräch Überzeugen?
Um im Bewerbungsgespräch zu brillieren, müssen Sie die richtige Balance finden – zwischen Selbstanpreisung einerseits und einem Rest Spekulationsfläche andererseits. Natürlich will Ihr Gegenüber den Menschen hinter der Bewerbung kennenlernen. Die reinen Fakten kennen Personalverantwortliche bereits aus dem Lebenslauf. Aus lauter Unsicherheit einen Seelenstriptease hinzulegen, wäre aber grundverkehrt!
Mit Worten sparen, aber nicht geizen
Die Kunst ist, im Vorstellungsgespräch seine Worte bewusst zu dosieren und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Bei Ihren Stärken dürfen Sie schon mal ausführlicher werden, jedoch ohne überheblich zu werden; bei den Schwächen wiederum antworten Sie kurz und knackig.
Um an Überzeugungskraft zu gewinnen, helfen bereits diese drei Grundregeln der Gesprächsführung im Interview:
-
Fragen präzise beantworten
Das klingt zunächst banal. Tatsächlich aber beantworten manche Kandidaten einfach irgendwas – nur nicht die vorher gestellte Frage. Das kann zwar auch mal eine Strategie sein, nur bitte nicht die Regel! Beantworten Sie möglichst exakt und prägnant alle gestellten Fragen. Im Zweifel haken Sie nach: „Ist Ihre Frage damit beantwortet?“ So entsteht sogar ein Dialog.
-
Anekdoten erzählen
Spontanität im Interview ist gut, bleibt aber Profis vorbehalten. Alle anderen sollten sich vorab mit typischen Bewerbungsfragen beschäftigen und hierfür passende Beispiele und relevante Geschichten aus ihrem bisherigen Werdegang überlegen. Solche Praxisbeispiele machen Ihre Eignung überhaupt erst nachvollziehbar und glaubhaft. Komprimieren Sie Ihre Anekdoten auf 5-7 Sätze, das reicht.
-
Pausen machen
Nutzen Sie rhetorische Pausen im Interview. Sie dürfen jederzeit um Bedenkzeit bitten und auch mal zum Nachdenken schweigen. Viele Menschen glauben, Pausen ließen sie dumm aussehen. Quatsch! Das Gegenteil ist richtig: Sie labern eben nicht drauflos, sondern denken erst einmal nach, bevor Sie etwas Kluges sagen – das überzeugt viel mehr!
Perfekt aufs Vorstellungsgespräch vorbereiten!
Meistern Sie die letzte Hürde vor dem Traumjob: das Vorstellungsgespräch. Unser Interviewtraining (8 Module, 3 Stunden Videos + Zusatzmaterial) hat schon mehr als 1000 Bewerberinnen und Bewerbern geholfen, alle 7 Phasen und Fragen zu knacken:
Warnzeichen, dass Sie langweilen statt überzeugen
Überdruss entsteht selten zu Beginn eines Gesprächs, er entwickelt sich im Laufe. Umso wichtiger ist, dass Sie die subtilen Signale Ihres Gegenübers rechtzeitig erkennen, dass Sie leider doch nicht mehr überzeugen, sondern langweilen. Beobachten Sie hierzu vor allem die Körpersprache des Personalers, und erkennen Sie die Warnsignale, dass sein Hirn auf Standby schaltet…
-
Einsilbigkeit
Sobald Ihr Gesprächspartner aufhört, Rückfragen zu stellen und nur noch zustimmend nickt oder „Hm, hm“ oder „Ja, ja“ murmelt, sollten die Alarmglocken klingeln. Hier hat jemand innerlich abgeschaltet und ist gedanklich bereits zuhause oder im nächsten Bewerbungsgespräch.
-
Abwenden
Der Körper lügt nie. Menschen, die sich aufmerksam zuhören, halten Blickkontakt oder synchronisieren ihre Körpersprache. Dreht sich der Personaler dem Raum zu, schaut aus dem Fenster oder kontaktiert öfter anwesende Kollegen, sagt er nonverbal: „Kann mich bitte jemand erlösen?!“
-
Blinzeln
Etwa alle 20-30 Sekunden blinzeln unsere Augen, um Tränenflüssigkeit auf dem Auge zu verteilen. Es ist ein körperlicher Reflex, dem man kaum Beachtung schenkt. Doch die Augen sind verräterisch: Wer viel blinzelt, obwohl er oder sie nur zuhört, signalisiert Langeweile und geistige Abwesenheit.
-
Unterbrechen
Jemandem ins Wort zu fallen, ist grob unhöflich. Gleichzeitig ist es ein starkes Indiz dafür, dass Ihre Sätze wenig Esprit versprühen. Immerhin: Ihr Gegenüber hat noch so viel Interesse an Ihnen, dass er oder sie das Gespräch auf neues Thema lenkt. Geben Sie ihm und sich diese Chance!
-
Gähnen
Das kann ein Alarmsignal sein, muss aber nicht. Manche Menschen gähnen nur, weil sie müde sind. Kommen jedoch die obigen Indizien dazu, spricht das dafür, dass Sie labern und langweilen.
In all diesen Fällen hilft nur eins: Brechen Sie Ihren Monolog ab. Selbst das Wechseln in die Metaebene ist erlaubt: „Pardon, ich glaube, ich rede schon zu lange. Haben Sie dazu eine Frage?“ Das zeigt zumindest, dass Sie ein empathischer Kandidat sind – und lernwillig.
Die größten Fehler passieren am Schluss
Nachdem sie es mit Bravour durch das Vorstellungsgespräch geschafft haben und der Personaler weiterhin Sympathie und Interesse signalisiert, brechen bei manchen Kandidaten alle Dämme. Gerade am Schluss passieren die größten und peinlichsten Fehler: Der Stress fällt ab, wie bei einer abgegebenen Klausur, und die Bewerber beginnen zu Plappern… Riesenfehler!
Gerade am Ende gilt: Nicht labern! Schärfen Sie besser noch einmal Ihr Profil. Betonen Sie in 1-2 Sätzen, warum Sie nach dem Gespräch noch mehr glauben, die perfekte Besetzung zu sein. Bedanken Sie sich für das angenehme Interview, die aufschlussreichen Informationen, die Gastfreundschaft und gute Atmosphäre und fragen Sie allenfalls noch nach dem weiteren Ablauf bzw. wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können.
Für die Wirkung des letzten Eindrucks ist entscheidend, dass Sie ebenso freundlich wie professionell bleiben und bis zum Schluss Ihre Körperspannung und die Zunge im Zaum halten. Entzaubern Sie nicht einen bis hierhin glänzenden Auftritt, indem Sie distanzlos und salopp werden. Sie bleiben bitte Profi – solange, bis Sie außer Sicht- und Hörweite sind!
Was andere dazu gelesen haben
- 10 Vorstellungsgespräch Arten: Auf alle optimal vorbereitet
- Vorstellungsgespräch Vorbereitung: 10 goldene Regeln
- Vorstellungsgespräch Ablauf: 7 Phasen + Tipps
- Vorstellungsgespräch Checkliste: Worauf muss ich achten?
- Vorstellungsgespräch: 18 Anzeichen für eine Zusage
- Was kann ich nach dem Vorstellungsgespräch tun?
