Muss- und Kann-Qualifikationen für die Bewerbung

Für eine erfolgreiche Bewerbung ist es wichtig, dass Sie Stellenanzeigen richtig lesen und verstehen. Diese enthalten immer sogenannte Muss- und Kann-Qualifikationen, die Bewerber mitbringen und in Anschreiben oder Lebenslauf nennen müssen. Im Begriff selbst spiegelt sich bereits die Hierarchie der Auswahlkriterien: Muss-Kriterien sind zwingende Voraussetzungen für den Job, Kann-Kriterien zumindest wünschenswert. Tipps, woran Sie Muss- und Kann-Qualifikationen für die Bewerbung erkennen – und wie Sie diese professionell nutzen…

Muss- und Kann-Qualifikationen für die Bewerbung

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Stellenanzeigen richtig lesen und verstehen

Die Anforderungen in Stellenanzeigen sind oft hoch. Arbeitgeber listen darin meist mehrere Qualifikationen auf, die sie sich von Bewerbern wünschen oder für die Bewerbung sogar voraussetzen.

Dabei handelt es sich um sogenannte Muss- und Kann-Qualifikationen. Diese Kriterien bei der Bewerberauswahl sind zugleich unterschiedlich gewichtet. Oft stellt schon die Reihenfolge der Anforderungen eine Hierarchie dar: Was oben steht, sollten Bewerber unbedingt erfüllen und mitbringen; was weiter unten steht, ist wünschenswert, aber kein Muss.

  1. Muss-Kriterien
    Häufig handelt es sich bei den Muss-Qualifikationen um Hard Skills: Ausbildung, Studium, Abschlüsse. Solche Fähigkeiten und Kenntnisse, die sich anhand von Zeugnissen überprüfen und vergleichen lassen.
  2. Kann-Kriterien
    Hinter den Kann-Qualifikationen stecken dagegen überwiegend Soft Skills, die sich das Unternehmen vom Kandidaten wünscht: Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, Eigeninitiative…

Weil kaum ein Bewerber zu 100 Prozent alle Anforderungen erfüllt, sollten Sie sich davon nicht abschrecken lassen. Wer hinter 70 bis 80 Prozent der Muss- und Kann-Kriterien einen Haken setzen und sich mit dem Aufgabenbereich identifizieren kann, sollte sich bewerben.

Muss Qualifikationen Kann Anforderungen Beispiel Stellenanzeige

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Muss-Qualifikationen erkennen: Formulierungen

Muss-Qualifikationen stehen nicht zufällig an prominenter Stelle und ganz oben in den Stellenanzeigen. Zum Teil sind sie fett gedruckt oder eine hervorgehobenen Schriftgröße gehalten. Sie stellen für Arbeitgeber wichtige Voraussetzungen für eine Bewerbung dar und sind teils auch nicht verhandelbar. Heißt: Je weniger dieser Voraussetzungen Sie erfüllen, desto geringer sind Ihre Bewerbungschancen.

Zu erkennen sind Muss-Qualifikationen nicht nur an der Position in der Stellenausschreibung, sondern auch an der Wortwahl und an bestimmten Formulierungen. Beispiele:

  • Perfekte Kenntnisse in ___ setzen wir voraus.
  • Berücksichtigt werden nur Bewerbungen mit ___.
  • Unbedingt notwendig sind Erfahrungen in ___.
  • Wir suchen einen Mitarbeiter mit guten Kenntnissen in ___.
  • Zwingend erforderlich ist Erfahrung in ___.
  • Sie verfügen über nachweisliche Erfolge im Bereich ___.
  • Eine abgeschlossene Ausbildung als ___ ist Voraussetzung.
  • Sie passen zu uns, wenn Sie ___ mitbringen.
  • Wir erwarten sehr gute Kenntnisse in ___.
  • Sie besitzen einen Führerschein der Klasse B + Gabelstaplerschein.
  • Regelmäßige Dienstreisen sind für Sie selbstverständlich.
  • Sie haben Ihr Hochschulstudium in ___ mit sehr guten Noten abgeschlossen.
  • Ein freundliches Wesen und ___ zeichnen Sie aus.
  • Sie bringen Erfahrungen im Bereich ___ mit.
  • Unsere Anforderungen

Als Faustregel können Sie sich merken: Die Begriffe „unbedingt notwendig, zwingend, dringend, erwarten“ deuten regelmäßig auf nicht verhandelbare Muss-Qualifikationen hin, die das Unternehmen beim Bewerber voraussetzt. Verben wie „haben, besitzen, auszeichnen, mitbringen“ zeigen ebenfalls, dass Bewerber über diese Kriterien bereits verfügen müssen.

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Kann-Qualifikationen erkennen: Formulierungen

Kann-Anforderungen sind zwar von geringerer Bedeutung. Sie können sich damit aber einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, wenn beispielsweise mehrere Bewerber über dieselben Muss-Anforderungen verfügen, aber nur Sie einen Großteil der Kann-Anforderungen abdecken. Überdies können Kann-Anforderungen ein Hinweis sein, in welche Richtung sich ein Unternehmen entwickeln will. Für Sie als Bewerber und aussichtsreicher Kandidat ist es nur von Vorteil, zukünftige Entwicklungen abzuschätzen und in die Bewerbungsunterlagen einzubauen.

Kann-Anforderungen werden in Stellenanzeigen deutlich weicher formuliert. Sie sind wünschenswert, aber kein zwingendes Einstellungskriterium. Erkennen lassen sich Kann-Qualifikationen an diesen Formulierungen:

  • Erfahrungen in ___ sind erwünscht.
  • Von Vorteil sind Kenntnisse in ___.
  • Wenn Sie zusätzlich noch ___ mitbringen…
  • Grundkenntnisse im Bereich ___ runden Ihr Profil ab.
  • Erste Erfahrungen in ___ sind wünschenswert.
  • Idealerweise bringen Sie ___ mit.
  • Erwünscht sind Kenntnisse in ___, jedoch keine Bedingung.
  • Hinreichende Erfahrungen in ___ sehen wir gerne.
  • Ausbaufähige Kenntnisse in ___ sind von Vorteil.
  • Wenn Sie außerdem Kenntnisse im Bereich ___ bieten…
  • Zusätzlich freuen würden wir uns über ___.
  • Hilfreich wäre zudem …
  • Bevorzugte Qualifikationen
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Muss- und Kann-Qualifikationen: Warum überhaupt?

Gerade Berufseinsteiger und Frauen lassen sich häufig von den komplexen Anforderungsprofilen abschrecken. Studien zeigen, dass sich Männer oft schon bewerben, wenn sie nur 40 Prozent der Muss-Qualifikationen erfüllen. Frauen dagegen halten sich erst dann für eine geeignete Kandidatin, wenn sie nahezu allen Anforderungen vollständig entsprechen. Warum dann überhaupt Muss- und Kann-Qualifikationen in der Stellenausschreibung und Bewerbung?

Hohe Anforderungen sind ein Indiz für ein erwartetes hohes Bewerberaufkommen. Die Unternehmen rechnen mit vielen Bewerbungen und nutzen die anspruchsvollen Kriterien zur Abschreckung oder als eine Art Erstauswahl. Zum Zweiten suchen die meisten Personaler Kandidaten, die sich ihrer Stärken sicher sind und nicht von Selbstzweifeln gebremst werden.

Für Bewerber heißt das: Lassen Sie sich grundsätzlich von Stellenanzeigen nicht einschüchtern. Auch wenn diese so klingen, als würde die eierlegende Wollmilchsau gesucht. Wichtiger ist, Stellenanzeigen aufmerksam zu lesen und entsprechende Schlüsselqualifikationen (gesuchte Keywords) in Anschreiben und Lebenslauf einzubauen, um Personalern zu signalisieren: „Ich bringe alles Verlangte mit!“

Vorsicht bei beliebigen Formulierungen!

Misstrauisch sollten Sie wiederum werden, wenn im Jobangebot so gar keine Muss- und Kann-Qualifikationen oder nur Kann-Anforderungen auftauchen: Das ist ein Hinweis auf eine unseriöse Stellenanzeige. Ist beispielsweise lediglich von „interessanten Aufgaben“, „reizvollen Inhalten“ bei „überdurchschnittlicher Bezahlung“ und „sofortigem Jobantritt“ die Rede, sollten die Alarmglocken klingeln.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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