Pro-forma-Ausschreibung: 3 verräterische Anzeichen

Es kann ein wirklich frustrierendes Erlebnis sein: Man sucht nach passenden Stellenangeboten, schreibt Bewerbungen – ohne jedoch eine wirkliche Chance auf die Stelle zu haben. Der Grund: Hinter manch verlockenden Ausschreibungen stecken lediglich Jobangebote, die nur pro forma veröffentlicht werden. Dabei geht es gar nicht darum, einen Kandidaten für diese Positionen zu finden, sondern lediglich gesetzliche Regeln einzuhalten. Fast immer werden solche Stellen an eigene Mitarbeiter vergeben, die längst feststehen. Außenstehenden Bewerbern wird dann nur selten die Chance geboten, sich vorzustellen. Also viel Aufwand und Stress, den man als Kandidat vermeiden kann, wenn man Pro-forma-Ausschreibungen frühzeitig erkennt…

Pro-forma-Ausschreibung: 3 verräterische Anzeichen

Was ist eine Pro-forma-Ausschreibung?

Der Begriff pro forma stammt aus dem Lateinischen und bedeutet für die Form. Die geläufigere Bedeutung ist jedoch eher um die Form zu wahren oder der Form halber. Wenn also etwas pro forma gemacht wird, dient es meist einem völlig anderen Zweck, als dem sichtbaren. Genauso verhält es sich bei der Pro-forma-Ausschreibung einer offenen Stelle: Sie ist nur deshalb in Jobbörsen zu finden, weil die Stelle erst offiziell ausgeschrieben werden muss, bevor sie besetzt werden kann. Der passende Kandidat dazu ist aber schon längst gefunden.

Die meisten Pro-forma-Ausschreibung finden sich im Bereich des öffentlichen Dienstes oder für Universitäten. In der Wirtschaft sind sie aber auch keine Ausnahme (siehe Kasten). Leider bekommen Kandidaten, die sich darauf bewerben, häufig nicht mal eine Absage. Mühe und Hoffnungen gemacht haben die sich aber trotzdem…

Warum gibt es Pro-forma-Ausschreibungen?

ParagrafNach § 8 des Bundesbeamtengesetzes müssen Beamtenstellen im Öffentlichen Dienst ausgeschrieben werden, um sicher zu gehen, dass öffentliche Ämter allen Bürgern und Bürgerinnen realisierbar zugänglich sind. Die Ausschreibungspflicht für vakante Stellen gibt es aber nicht nur im öffentlichen Dienst, sondern auch in der privaten Wirtschaft: Hier tritt eine Ausschreibungspflicht nach § 6 des Bundesgleichstellungsgesetzes in Kraft, wenn in einem bestimmten Bereich Frauen oder Männer unterrepräsentiert sind. Damit möchte der Gesetzgeber erreichen, dass die Zahl der Bewerber oder der Bewerberinnen steigt.

Pro-forma-Ausschreibung: An diesen Anzeichen erkennen Sie eine

Für externe Bewerber sind Pro-forma-Ausschreibungen ein Ärgernis. Das ist so, als würde man zu einer Party eingeladen, sich herausputzt – um dann am Türsteher zu scheitern. Reine Zeitverschwendung also. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir drei Anzeichen gesammelt, an denen Sie eine solche Pro-forma-Ausschreibung rechtzeitig erkennen können.

Eine Garantie, dass es sich dabei jedes Mal um eine Fake-Stellenanzeige handelt, gibt es natürlich nicht. Manche Stellenangebote sind auch einfach nur schlecht formuliert. Je mehr dieser Indizien allerdings zutreffen, desto eher sollten Sie abwägen, ob Sie bereit sind, das Risiko und den Aufwand einzugehen…

  1. Detailliertes Stellenangebot

    Beim Lesen einiger Ausschreibungen sollten Sie darauf achten, wie detailliert die Stelle beschrieben wird. Manchmal erscheint es so, als ob sie auf eine ganz konkrete Person zugeschnitten ist. Dies ist ein deutliches Indiz dafür, dass für die Stelle schon ein interner Mitarbeiter vorgesehen ist, der eben zu 100 Prozent auf diese Beschreibung passt – und damit automatisch zur Idealbesetzung wird.

  2. Spezielle Anforderungen

    Nicht selten sind in diesen Stellenanzeigen Fähigkeiten und Erfahrungen beschrieben, die kaum so zu finden sind. Es werden spezielle Praktika oder Aufgaben vorausgesetzt, die der zukünftige Arbeitnehmer schon gemacht haben soll. Klar, auch hier passt die Beschreibung eigentlich nur auf einen Lebenslauf, den das Unternehmen natürlich schon kennt.

  3. Umfangreiche Erfahrungen

    Die beschriebenen Erfahrungen erwecken den Eindruck, dass der Bewerber gefühlte 60 sein muss, um sie alle mitzubringen. Im Grunde sagt eine solche Stellenofferte: Keine Chance, versuch es erst gar nicht!

[Bildnachweis: Stokkete by Shutterstock.com]

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2. Juni 2016 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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