Arbeitszeugnis Formulierungen: Muster, Noten, Bedeutung

Laut Arbeitsrecht muss das Arbeitszeugnis immer „wahr“ und „wohlwollend“ sein. Damit sind negative Arbeitszeugnis Formulierungen verboten. Nicht aber versteckte Kritik (sogenannte „Kassiber“). In der Folge hat sich eine Zeugnissprache etabliert – mit zahlreichen Geheimcodes, versteckten Noten und Phrasen, die zwar nett klingen, aber das genaue Gegenteil bedeuten. Wir zeigen Ihnen, was die wahre Bedeutung einzelner Arbeitszeugnis Formulierungen ist und wie Bewerber die Codes im Zeugnis ganz einfach entschlüsseln können…

Arbeitszeugnis Formulierungen: Muster, Noten, Bedeutung

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Arbeitszeugnis Grundlagen

Rechte
  • Sobald das Beschäftigungsverhältnis endet, haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf ein schriftliches Arbeitszeugnis (§630 BGB, §109 GewO)
  • Das Zeugnis muss wahr, wohlwollend sowie klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die dazu dienen, eine versteckt negative Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen.
  • Ist der Arbeitnehmer mit dem Zeugnisinhalt nicht einverstanden, kann er innerhalb von 3 Wochen nach Erhalt des Zeugnisses eine Zeugnisberichtigungsklage einreichen.
  • Soll das Zeugnis besser sein als die Note 3, liegt die Beweislast beim Arbeitnehmer. Will der Arbeitgeber ein schlechteres Zeugnis (Note 4-5) ausstellen, hat er die Beweispflicht.
  • Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis verfällt 3 Jahre nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses.
Inhalt
  • Generell verboten sind im Arbeitszeugnis Aussagen über Krankheiten, Schwangerschaft, Elternzeit, Gehalt, Nebentätigkeiten (außer bei Verstoß) oder Straftaten (ohne Arbeitsbezug).
  • Das Endzeugnis darf (unbegründet) nicht schlechter sein als das Zwischenzeugnis. Das gilt auch, wenn der Betrieb verkauft wird und Zwischenzeugnis und Endzeugnis von unterschiedlichen Personen stammen (BAG, 16.10.2017).
  • Teilzeitarbeit wird im Zeugnis nicht erwähnt, weil die Anforderungen an die Arbeitsleistung dieselben sind wie bei einer Vollzeitstelle.
  • Freistellungen dürfen im Zeugnis nicht genannt werden.
Formalia
  • Das Arbeitszeugnis muss auf Geschäfts- oder Firmenpapier gedruckt werden und ist grammatikalisch korrekt, fehler- und fleckenfrei sowie ohne sichtbare Korrekturen.
  • Die Erstellung des Zeugnisses in elektronischer Form (eMail, PDF, Fax) ist ausgeschlossen.
  • Sollten sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf eine Änderungen einigen, muss das Zeugnis neu ausgestellt, nicht nur eine Seite ausgetauscht werden.
  • Ein optimales Arbeitszeugnis sollte nicht mehr als zwei, maximal drei DIN A4 Seiten umfassen.
  • Das Zeugnis darf gefaltet werden, sollte aber kein Adressfeld wie bei einem Brief enthalten.
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Generator: Positives Arbeitszeugnis Muster

Falls Sie Ihr Arbeitszeugnis selber schreiben und Probleme mit Zeugnisformulierungen haben, können Sie unseren kostenlosen Arbeitszeugnis Generator nutzen und das Arbeitszeugnis Muster (PDF) direkt online im Browser editieren.

Die Arbeitszeugnis Formulierungen sind einwandfrei und entsprechen der Note „sehr gut“. Sie können zusätzlich auf die Textbausteine und Formulierungen weiter unten zurückzugreifen und diese hierher kopieren. Zum Bearbeiten einfach auf den Generator-Kasten klicken.

Arbeitszeugnis

Herr _____, geboren am TT.MM.JJJJ in Köln, ist vom 1. April JJJJ bis zum 30. Mai JJJJ in unserem Unternehmen als _____ tätig gewesen.

Die Muster GmbH ist ein international tätiges Unternehmen mit Sitz in Beispielstadt und mehr als 500 Mitarbeitern. Das Unternehmen ist spezialisiert auf den Vertrieb von Fluxkompensatoren. Die Zielgruppe sind die Automobilindustrie sowie ausgewählte Forschungsbereiche an Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten.

Herr _____ verfügt über ein äußerst profundes Fachwissen, welches er stets effektiv und erfolgreich in der Praxis einsetzte. Dieses Fachwissen konnte er ohne Einschränkungen an seine Mitarbeiter weitergeben.

Gerne bestätigen wir ihm eine außerordentlich hohe wirtschaftliche Sachkompetenz. Durch sein herausragendes unternehmerisches und strategisches Denken und Mitwirken erwarb er sich den höchsten Respekt der Geschäftsführung und seiner Mitarbeiter. Zum Nutzen des Unternehmens erweiterte und aktualisierte er immer mit großem Gewinn seine umfassenden Fachkenntnisse durch regelmäßige Teilnahme an Weiterbildungen. Aufgrund seiner präzisen Analysefähigkeiten und seiner sehr schnellen Auffassungsgabe fand er hervorragende Lösungen, die er konsequent und erfolgreich in die Praxis umsetzte.

Hervorzuheben ist seine hoch entwickelte Fähigkeit, stets konzeptionell und konstruktiv zu arbeiten, sowie seine immer präzise Urteilsfähigkeit.

Herr _____ ist eine überdurchschnittlich engagierte Führungskraft, die ihre Aufgaben jederzeit mit voller Einsatzbereitschaft erfolgreich erfüllte. Auch in Stresssituationen erzielte er sehr gute Leistungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht und war auch stärkstem Arbeitsanfall immer gewachsen. Stets arbeitete Herr Mustermann äußerst umsichtig, sehr gewissenhaft und genau.

Vertrauenswürdigkeit und absolute Zuverlässigkeit zeichneten seinen Arbeitsstil und sein Verhalten jederzeit aus. Selbst für schwierigste Problemstellungen fand und realisierte er sehr effektive Lösungen und kam immer zu ausgezeichneten Arbeitsergebnissen. Im Laufe seiner Unternehmenszugehörigkeit hat er unter anderem viele wichtige Projekte mit sehr großem Erfolg geleitet.

Durch sein überaus systematisches Vorgehen und seinen sehr kooperativen Führungsstil konnte er seine Projekte stets mit äußerster Zuverlässigkeit sowie zeitplan- und budgetgerecht abschließen. Seine Mitarbeiter motivierte und überzeugte er durch einen kooperativen Führungsstil.

Herr _____ war als Vorgesetzter jederzeit voll anerkannt, wobei sein Team unsere hohen Erwartungen nicht nur erfüllte, sondern oftmals sogar übertraf. Als Führungskraft bewies uns Herr _____ stets seine gute Integrationsfähigkeit. Er verstand es jederzeit, alle Mitarbeiter seines Teams entsprechend ihrer Persönlichkeit und Kompetenz bei der Entscheidungsfindung einzubeziehen und konnte so ein sehr gutes Arbeitsklima in seinem Team schaffen.

Herr _____ hat die ihm übertragenen Aufgaben stets zur unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt. Mit allen Ansprechpartnern kam Herr _____ sehr gut zurecht und begegnete ihnen immer mit seiner freundlichen, offenen und zuvorkommenden Art. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war jederzeit vorbildlich und stets einwandfrei.

Herr _____ verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Wir bedanken uns für die stets sehr gute, langjährige Zusammenarbeit und bedauern sein Ausscheiden sehr. Wir wünschen diesem vorbildlichen Kollegen beruflich und persönlich weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Ort, Datum
UNTERSCHRIFT


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Arbeitszeugnis Formulierungen: Noten

In vielen Arbeitszeugnis Formulierungen stecken versteckte Noten. Diese erkennen Arbeitnehmer an Worten wie „stets“, „immer“, „jederzeit“ oder „zur vollsten“ beziehungsweise „zur vollen“ Zufriedenheit. Die Alarmglocken sollten schrillen, wenn Sie das Wort „bemüht“ lesen. Das bedeutet NIE etwas Gutes, sondern dass der- oder diejenige eine Lusche war.

Arbeitszeugnis Noten: Zeugnisformulierungen im Klartext

Wenn Sie Ihr Arbeitszeugnis prüfen lassen wollen: Arbeitszeugnis Noten zu entschlüsseln, ist relativ einfach. Die Geheimsprache folgt stets derselben Formel. Hier die Bedeutung der Formulierungen im Zeugnisdeutsch im Klartext:

„Er/Sie erfüllte seine/ihre Aufgaben…“

  • Note 1 (sehr gut):
    „…stets zur vollsten Zufriedenheit.“
  • Note 2 (gut):
    „…zur vollsten/stets zur vollen Zufriedenheit.“
  • Note 2-3 (voll-befriedigend):
    „…zur vollen Zufriedenheit.“
  • Note 3 (befriedigend):
    „…stets zur Zufriedenheit.“
  • Note 4 (ausreichend):
    „…zur Zufriedenheit.“
  • Note 5 (mangelhaft):
    „…im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit.“
  • Note 6 (ungenügend):
    „…Er/Sie hat sich bemüht.“

Oft sind es nur Nuancen in den Arbeitszeugnis Formulierungen, die ein exzellentes Zeugnis von einer verbalen Hinrichtung unterscheiden. Daher hier noch mehr Beispiele für Noten und Geheimcodes im Arbeitszeugnis.

Arbeitszeugnis Formulierungen: Sehr gut

  • „Er/Sie erledigte seine/ihre Aufgaben stets selbstständig mit äusserster Sorgfalt und Genauigkeit.“
  • „Er/Sie erzielte herausragende Arbeitsergebnisse und zeigte außergewöhnliches Engagement.“
  • „Er/Sie hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und allerbester Weise entsprochen.“
  • „Er/Sie verstand es, in allerbester Weise die Kollegen zu überzeugen und zu motivieren.“
  • „Im Umgang mit Vorgesetzten und Mitarbeitern war er/sie stets vorbildlich, freundlich und korrekt.“
  • „Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war jederzeit vorbildlich.“
  • „Er/Sie war im höchsten Maße zuverlässig.“
  • „Er/Sie verfügt über hervorragende und fundierte Fachkenntnisse.“
  • „Wir waren mit den Leistungen in jeder Hinsicht außerordentlich zufrieden.“
  • „Er/Sie hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und allerbester Weise entsprochen.“
  • „Er/Sie verläßt uns auf eigenen Wunsch, was wir außerordentlich bedauern.“
  • „Wir danken ihm/ihr für die stets sehr gute Zusammenarbeit und wünschen ihm/ihr für die berufliche Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“
  • „Im Falle einer erneuten Bewerbung und weiterem Personalbedarf darf Herr/Frau Muster mit seiner/ihrer Wiedereinstellung rechnen.“

Arbeitszeugnis Formulierungen: Gut

  • „Er/Sie erledigte die Aufgaben mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit.“
  • „Er/Sie arbeitete stets zuverlässig und äußerst gewissenhaft.“
  • „Er/Sie erzielte beste Arbeitsergebnisse und zeigte hohes Engagement.“
  • „Er/Sie zeigte stets überdurchschnittliche Arbeitsqualität und Initiative.“
  • „Sein Verhältnis zu Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war stets einwandfrei.“
  • „Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war jederzeit einwandfrei.“
  • „Er/Sie hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und bester Weise entsprochen.“
  • „Wir danken ihm/ihr für die stets gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und wünschen ihm/ihr auf dem weiteren Berufsweg alles Gute und weiterhin Erfolg.“

Arbeitszeugnis Formulierungen: Befriedigend

  • „Er/Sie erledigte die zugeteilte Arbeiten systematisch und zufriedenstellend.“
  • „Er/Sie arbeitete gewissenhaft und zuverlässig.“
  • „Er/Sie war bei der Arbeit sorgfältig und genau.“
  • „Er/Sie zeigte Engagement und Initiative.“
  • „Er/Sie verfügt über solide Fachkenntnisse.“
  • „Sein Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten war vorbildlich.“
  • „Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war einwandfrei.“
  • „Er/Sie erfüllte die Erwartungen in jeder Hinsicht.“
  • „Wir waren mit seinen/ihren Leistungen jederzeit zufrieden.“
  • „Wir danken ihm/ihr für die erfolgreiche Zusammenarbeit, bedauern, dass er/sie uns verlässt und wünschen für die Zukunft alles Gute.“

Arbeitszeugnis Formulierungen: Ausreichend

  • „Er/Sie konnte die ihm/ihr übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigen.“
  • „Er/Sie hat alle übertragenen Arbeiten ordnungsgemäß erledigt.“
  • „Er/Sie hat unseren Erwartungen entsprochen.“
  • „Er/Sie zeigte keine Unsicherheiten bei der Ausführung seiner Aufgaben.“
  • „Seine/Ihre Arbeitsergebnisse entsprachen den Anforderungen.“
  • „Er/Sie hat alle Aufgaben mit Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.“
  • „Er/Sie war immer mit Interesse bei der Sache.“
  • „Sein/Ihr persönliches Verhalten war insgesamt einwandfrei.“
  • „Wir waren mit seinen/ihren Leistungen zufrieden.“
  • „Wir danken ihm/ihr und wünschen ihm/ihr alles Gute.“

Arbeitszeugnis Formulierungen: Mangelhaft

  • „Er/Sie hat sich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden.“
  • „Er/Sie hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt.“
  • „Er/Sie war um zuverlässige Arbeitsweise bemüht.“
  • „Er/Sie zeigte er sich den Belastungen gewachsen.“
  • „Er/Sie erledigte die Arbeiten mit Fleiß und dem Willen, sie termingerecht zu beenden.“
  • „Er/Sie hat alle Aufgaben allgemein mit Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.“
  • „Er/Sie entsprach im Allgemeinen den Anforderungen.“
  • „Er/Sie hat unseren Erwartungen weitestgehend entsprochen.“
  • „Er/Sie war in der Regel erfolgreich.“
  • „Er/Sie zeigte, nach Anleitung, Fleiß und Ehrgeiz.“
  • „Sein/Ihr Verhalten war ohne Tadel.“
  • „Sein/Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten war zumeist einwandfrei.“
  • „Er/Sie hat unserem Unternehmen großes Interesse entgegengebracht.“
  • „Er/Sie verläßt uns in gegenseitigem Einvernehmen.“
  • „Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute.“
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Arbeitszeugnis Geheimsprache: Bedeutung

Ob es sich um ein schlechtes Arbeitszeugnis oder gutes Arbeitszeugnis handelt, offenbart sich nicht nur an den Formulierungen der Noten. Geheime Botschaften stecken vor allem im qualifizierten Arbeitszeugnis. Im Gegensatz zum einfachen Arbeitszeugnis enthält es eine Bewertung und Beurteilung der Leistungen und des Sozialverhaltens des Arbeitnehmers. Dazu zählen neben wichtigen Soft Skills auch das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden.

Die Gefahr ist groß, dass Arbeitnehmer beim Prüfen des Arbeitszeugnisses glauben, der Personaler oder Chef sei ihr größter Fan. Hinter manch schönen Worten verbirgt sich ein schlechtes Urteil. Achten Sie im Arbeitszeugnis daher vor allem auf die „Leistungsbeurteilung“ und Bewertung des Sozialverhaltens („Verhaltensbeurteilung“) sowie die sogenannte „Schlussformel“. Hier einige Arbeitszeugnis Geheimcodes entschlüsselt:

Leistungsbeurteilung

„Er war bei Kunden schnell beliebt.“
Bedeutung: „Er machte zu viele und zu schnelle Zugeständnisse.“

„Er bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden.“
Bedeutung: „Der Mitarbeiter war eine Null.“

„Sie machte sich mit großem Elan an die ihr übertragenen Aufgaben.“
Bedeutung: „Aber frag nicht, wie chaotisch das war!“

„Sie setzte sich im Rahmen ihrer Fähigkeiten ein.“
Bedeutung: „Sie ist leider komplett unfähig.“

„Durch ihre Pünktlichkeit war sie ein gutes Beispiel.“
Bedeutung: „Mehr als Pünktlichkeit war da aber leider nicht.“

„Sie verstand es, alle Aufgaben erfolgreich zu delegieren.“
Bedeutung: „Sie war faul und wälzte die Arbeit gekonnt auf Kollegen ab.“

„Er zeigte für seine Arbeit Verständnis und Interesse.“
Bedeutung: „Nur gearbeitet hat er nicht.“

„Er war seinen Mitarbeitern jederzeit ein verständnisvoller Vorgesetzter.“
Bedeutung: „Er war nicht durchsetzungsfähig und besaß keinerlei Autorität.“

„Sie erledigte alle Aufgaben pflichtbewusst und ordnungsgemäß.“
Bedeutung: „Sie machte nur, was man ihr sagt und zeigte keinerlei Initiative.“

„Er hat unseren Erwartungen im Wesentlichen entsprochen.“
Bedeutung: „Seine Leistungen waren schlichtweg mangelhaft.“

„Er verfügte über Fachwissen und ein gesundes Selbstvertrauen.“
Bedeutung: „Mangelhaftes Fachwissen glich er mit einer großen Klappe aus.“

„Er hat alle Aufgaben zu seinem und im Interesse der Firma gelöst.“
Bedeutung: „Er beging Diebstahl und fiel durch schwere Vergehen auf.“

„Er trat sowohl innerhalb wie außerhalb des Unternehmens engagiert für die Interessen der Kollegen ein.“
Bedeutung: „Er war im Betriebsrat und hat sich gewerkschaftlich engagiert.“

Verhaltensbeurteilung

„Er verfügt über Fachwissen und gesundes Selbstvertrauen.“
Bedeutung: „Der Typ ist arroganter als eine Diva.“

„Sie zeigte ein gutes Einfühlungsvermögen in die Belange der Belegschaft.“
Bedeutung: „Sie flirtete mehr als sie arbeitete.“

„Mit seinen Vorgesetzten kam er gut zurecht.“
Bedeutung: „Er ist ein Mitläufer und passt sich überall an.“

„Seine Geselligkeit trug zur Verbesserung des Betriebsklimas bei.“
Bedeutung: „Er trank gerne mal einen Schnaps während der Arbeit.“

„Er war tüchtig und in der Lage, seine Meinung zu vertreten.“
Bedeutung: „Er kann keinerlei Kritik vertragen.“

„Sie zeigte eine erfrischende Art im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten.“
Bedeutung: „Sie ist frech und hat keinerlei Manieren.“

„Sie war sehr tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen.“
Bedeutung: „Sie war eine impertinente Wichtigtuerin.“

„Für die Belange der Mitarbeiter hatte sie ein umfassendes Verständnis.“
Bedeutung: „Sie ist homosexuell, beziehungsweise lesbisch.“

„Sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war stets vorbildlich.“
Bedeutung: „Er hatte Probleme mit seinem Chef.“ (weil der erst nach den Kollegen erwähnt wird)

„Er war ein umgänglicher und kontaktbereiter Kollege.“
Bedeutung: „Keiner konnte ihn leiden.“

Schlussformel

„Er/Sie verlässt uns auf eigenen Wunsch.“
Bedeutung: „Er/Sie hinterlässt keine Lücke.“

„Er/Sie verlässt uns im gegenseitigen Einvernehmen.“
Bedeutung: „Er/Sie kam damit einer Kündigung zuvor.“

„Wir trennten uns am…“
Bedeutung: „Es gab eine fristlose Kündigung.“

„Wir wünschen ihm alles Gute und Gesundheit.“
Bedeutung: „Achtung, der kränkelt!“

„Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute, besonders Erfolg.“
Bedeutung: „Erfolg hatte er hier nämlich gar keinen.“

„Wir wünschen Ihm/Ihr für die Zukunft alles Gute, auch Erfolg.“
Bedeutung: „Erfolg hatte er/sie hier nämlich keinen.“

Arbeitszeugnis Code Tabelle: 200 Formulierungen im Klartext

Ob Leistungsbeurteilung, Verhaltensbeurteilung oder Schlussformel: Die wichtigsten Noten, negativen Botschaften und Geheimcodes im Arbeitszeugnis – und ihre wahre Bedeutung. Hier kostenlos die Arbeitszeugnis Code Tabelle herunterladen:

Arbeitszeugnis Formulierungen Muster


Arbeitszeugnis Schlussformel: Vorsicht Falle!

Das Beste kommt zum Schluss – oder nicht: Es sind nur zwei bis drei Sätze am Ende des Arbeitszeugnisses. Die sogenannte Schlussformel (auch „Abschlussformel“). Doch die hat eine immer größere Bedeutung. Aus zwei Gründen:

  • Die Schlussformel formt den letzten Eindruck.
    Sie kann den bisher positiven Gesamteindruck verstärken, verfeinern und die Gesamtnote abrunden. Oder wie ein riesengroßes ABER alles vorherige in Zweifel ziehen und die bisherigen Aussagen wie Ironie wirken lassen.
  • Die Abschlussformel ist freiwillig.
    Die Schlussformel gehört nicht zum Zeugnisbrauch, entschied das Bundesarbeitsgericht. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, das Arbeitszeugnis damit zu beenden. Ihr Fehlen wird daher als negatives Zeichen bewertet.

Wie ist die Abschlussformel aufgebaut?

Der Aufbau von Abschlussformeln im Arbeitszeugnis gliedert sich in vier Teile und Abschnitte:

  1. Grund für die Trennung
    Wer hat die Kündigung oder das Ende des Arbeitsverhältnisses veranlasst? Beispielsweise bedeutet die Formulierung „Auf eigenen Wunsch…“, dass der Mitarbeiter selbst gekündigt hat. „Im gegenseitigem Einverständnis…“ lässt hingegen auf eine Kündigung schließen.
  2. Dank für die Zusammenarbeit
    Normalerweise bedankt sich das Unternehmen für die bisherige Zusammenarbeit und die Leistungen des Mitarbeiters. Je nach Formulierung kann dies besonders positiv ausfallen. Fehlt der Dank, wird dies negativ ausgelegt.
  3. Bedauern über die Trennung
    Ähnliches gilt für das Bedauern über die Trennung vom Mitarbeiter. Einen guten Arbeitnehmer lassen Unternehmen ungern gehen und sagen dies in der Abschlussformel. Fehlt der Ausdruck des Bedauerns, scheint der Mitarbeiter nicht sonderlich überzeugt zu haben. Allzu beliebt war auch nicht.
  4. Wünsche für die Zukunft
    Zum Abschluss wird dem scheidenden Mitarbeiter meist alles Gute für die Zukunft gewünscht. Auch hier ist Vorsicht bei der Formulierung geboten. Wünscht man dem Mitarbeiter „Gesundheit und Erfolg“ bedeutet das, dass er beides bisher nicht hatte.

Arbeitszeugnis Formulierungen Beispiele: Negative Aussagen!

Achten Sie bitte mal auf folgende Abschlussformeln und Formulierungen. Welche wirkt auf Sie besser?

Herr Müller verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch hin. Sein Ausscheiden bedauern wir sehr und bedanken uns für seine stets guten und engagierten Leistungen. Sowohl beruflich als auch privat wünschen wir weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Herr Müller verlässt in beidseitigem Einverständnis das Unternehmen zum TT.MM.JJJJ. Wir bedauern dies und danken gleichzeitig für seine Mitarbeit. Weiterhin wünschen wir beruflich und privat viel Erfolg.

Trotz oberflächlicher Ähnlichkeit erkennen Sie schnell, mit welcher Abschlussformel die Chancen bei der Bewerbung steigen: Die zweite Abschlussformel klingt nur nett, ist es aber nicht. Achten Sie bei der Bewertung der Formulierungen und Noten in der Zeugnissprache daher vor allem auf:

  1. Die Intensität
    Die wichtigste Schraube, an denen Arbeitgeber bei Abschlussformeln drehen, ist die Intensität der Aussage. Oft sind es nur einzelne Worte die den Ausschlag geben, ob es sich um ein „sehr gutes“ Zeugnis oder um eine „mittelmäßige“ Note handelt. Entscheidend sind Begriffe wie „sehr, besonders, groß, stets oder immer“. Auch positive Formulierungen wie „engagiert“, „motiviert“ oder „erfolgreich“ werten das Zeugnis auf.
  2. Die Wortwahl
    Positiv anmutende Sätze haben es manchmal faustdick zwischen den Zeilen. Wird einem Mitarbeiter etwa „viel Glück“ gewünscht, wirkt dies nett und aufbauend. Tatsächlich ist es ein Zeichen dafür, dass der- oder diejenige ohne das entsprechende Glück nicht erfolgreich sein wird.
  3. Die Satzstellung
    Ein und dasselbe Wort kann an verschiedenen Stellen im Satz eine ganz andere Bedeutung haben. „Wir wünschen weiterhin viel Erfolg“ oder „Weiterhin wünschen wir viel Erfolg“ sieht fast gleich aus – bedeutet aber Gegensätzliches: Der erste Satz legt nahe, dass der Mitarbeiter erfolgreich im Unternehmen war und dies bei seinem neuen Job sein wird. Die zweite Formulierung spielt darauf an, dass der Erfolg bisher ausblieb.

Neue Verschlüsselungen und Codes im Zeugnis

In jüngster Zeit finden Sie in Arbeitszeugnissen neue Verschlüsselungen und geheime Botschaften, die auf Anhieb kaum zu erkennen sind. Nicht immer steckt böser Wille dahinter. Manchmal ist es auch schlicht Unwissen oder Schusseligkeit. Sie aber müssen sich derweil mit dem Zeugnis in den Anlagen bewerben. Auf diese neuen Arbeitszeugnis Formulierungen sollten Sie daher achten:

Betonung von Unwichtigem

Achten Sie nicht nur darauf, wie Ihre Leistung beurteilt wird, sondern auch welche. Je mehr unwichtige Details dort stehen, desto schlechter das Zeugnis. Das gilt erst recht bei Selbstverständlichkeiten, wie etwa der „sparsame Umgang mit Büromitteln“ oder „stets höfliche Umgangsformen„.

Verkehrte Reihenfolge

Das Verdrehen der hierarchischen Reihenfolge gehört ebenso zu den fiesen Tricks. „Er/Sie pflegte ein tadelloses Verhalten gegenüber Kollegen, Kunden und Vorgesetzten“ ist ein Geheimcode für: „Er hatte Probleme mit Autoritäten.“ Gleiches gilt, wenn untergeordnete Aufgaben zuerst aufgelistet werden, die höheren Tätigkeiten aber erst am Schluss erscheinen.

Achten Sie auch auf die Arbeitszeugnis Formulierungen „einwandfrei“. Sie werden häufig bei der Benotung von Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen genutzt. Dabei sind die Zeitkomponenten „stets“ und „jederzeit“ entscheidend. Fehlen sie, entspricht das nur noch der Note „gut“ oder schlechter.

Wesentliche Bewertung fehlt

Von einem Controller würde wohl jeder Sorgfalt und Genauigkeit erwarten. Wer solchen Mitarbeitern eine schlechte Note geben will, lässt daher oft die entscheidende Qualifikation weg. Achten Sie also auch darauf, was NICHT im Zeugnis steht (siehe Video).

Übertreibungen

Eine andere fiese Arbeitszeugnis Formulierung ist die Übertreibung. Beispiel: „Er/Sie verfügte über eine außergewöhnlich brillante Art, sein Wissen mit den Kollegen zu teilen.“ Bedeutet natürlich im Klartext pure Ironie und das glatte Gegenteil: „Er/Sie war ein pedantischer Klugscheißer.“

Verneinungen

Hellhörig sollten Sie werden, wenn Sie im Zeugnis eine Formulierung finden, die durch ein „nicht“, „kein“ oder „nie“ positiv klingt. Beispiel: „Seine Pünktlichkeit gab keinen Anlass zu Beanstandungen.“ Klingt lobend – ist es aber nicht. Falls es wirklich keinen Anlass zu Beanstandungen gab, wäre es nicht erwähnenswert. So aber steht es da – und weckt bewusst schlafende Hunde.

Auslassungen

Für den Laien ist diese Technik nicht auf Anhieb erkennbar. In der Zeugnissprache und bei Zeugniscodes gibt es Standards. Zum Beispiel: „Sein/Ihr Verhältnis zu Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets vorbildlich.“ Lassen Sie einen Teil davon weg („Kunden“ – Ausnahme: Sie hatten tatsächlich nie mit Kunden zu tun), bedeutet die Arbeitszeugnis Formulierungen, dass Sie exakt damit Probleme hatten.

Passive Formulierungen

Von Leistungsträgern erwartet man Eigeninitiative. Passivformulierungen deuten das Gegenteil an: Hier handelte jemand nur auf Anweisung und war ansonsten passiv und faul. Beispiele: „Herrn … /Frau … wurden die Aufgaben … übertragen.“ / „Er/Sie war für uns als … tätig.“ / „Er/Sie wurde für folgende Tätigkeiten eingesetzt: …“ Auch wenn das sachlich richtig ist, drängt sich beim Leser kein allzu engagierter Eindruck auf.

Arbeitsrecht: Welche Zeugnissprache ist verboten?

Mehr als 10.000 Zeugnisprozesse gibt es jedes Jahr an deutschen Arbeitsgerichten. Gegen die meisten Arbeitszeugnis Formulierungen können Sie sich wehren. Ausnahme: Wenn Fehlverhalten – beispielsweise Untreue oder Diebstahl – bewiesen ist, darf das erwähnt werden. Ansonsten gibt es bei den Zeugniscodes einige Rechte und Urteile für Arbeitnehmer.

Verbotene Arbeitszeugnis Formulierungen

Diese Hinweise, Noten und Formulierungen sind auch in versteckter oder indirekter Form verboten:

  • Hinweise auf Zugehörigkeit zu einer Ethnie oder Religion
  • Sexuelle Orientierung
  • Mitgliedschaft in Gewerkschaft, Betriebsrat oder Partei
  • Gesundheitliche Probleme und Behinderung
  • Schwangerschaft, Mutterschutz und Erziehungsurlaub
  • Fehlzeiten (Ausnahme: Negativer Einfluss auf Arbeitsverhältnis)
  • Nebentätigkeiten (Ausnahme: Verstoß gegen Arbeitsvertrag)
  • Straftaten (Ausnahme: Zusammenhang mit Job)
  • Kündigungsgründe
  • Genaue Gehaltsangaben
  • Informationen zu Familie oder Freizeitverhalten

Wichtige Urteile zum Arbeitszeugnis

  • Arbeitszeugnisse müssen mindestens „befriedigend“ sein.
    Schlechtere Zeugnisse hat der Arbeitgeber zu begründen, die Beweislast für ein „gutes“ beziehungsweise „sehr gutes“ Zeugnis liegt indes beim Arbeitnehmer (BAG-Urteil, 9 AZR 584/13).
  • Selbstverständliches gehört nicht ins Arbeitszeugnis.
    Wer Selbstverständlichkeiten betont – zum Beispiel der sichere Umgang mit MS Word im Sekretariat -, sorgt subtil für einen schlechten Eindruck, Motto: Mehr war eben nicht (Landesarbeitsgericht Köln, Az.: 9 Ta 325/10).
  • Unverblümte Hinweise sind unzulässig.
    Im Arbeitszeugnis stand: „Gerne stehen wir jedem zukünftigen Arbeitgeber von ABC hinsichtlich Nachfragen über die Qualität der für uns geleisteten Arbeit zur Verfügung.“ Das riecht schon nach heimlicher Kritik. Das Arbeitsgericht Herford ließ die Formulierung streichen (2 Ca 1502/08).
  • Krakelige Unterschrift ist verboten.
    Im konkreten Fall ähnelte die krakelige Unterschrift des Chefs nicht seiner üblichen Signatur. „Unzulässig“, urteilte das Landesarbeitsgericht Hamm (Az 4 Ta 118/16). Die Unterschrift muss des sonst üblichen ähneln. Nur so sei die Echtheit des Arbeitszeugnisses zweifelsfrei.

So wehren Sie sich gegen ein schlechtes Zeugnis

Ist Ihr Zeugnis unvollständig oder unterdurchschnittlich (schlechter als Note „befriedigend“), können Sie das Arbeitszeugnis zurückweisen und ein neues verlangen. Auch missverständliche oder widersprüchliche Arbeitszeugnis Formulierungen sowie Rechtschreibfehler müssen Sie nicht akzeptieren. All das können Sie anfechten.

Allerdings sollten Sie nicht zu lange warten: Der Anspruch auf Korrekturen am Arbeitszeugnis verfällt nach spätestens 15 Monaten. Bis dahin haben Sie drei Optionen:

  1. Direkte Ansprache
    Sprechen Sie den Chef darauf direkt an. Gerade Arbeitgeber von kleinen und mittelständischen Unternehmen kennen die Bedeutung der Zeugnissprache oft selbst nicht. Die Bitte um Korrektur kann das Problem schnell beseitigen. Arbeitszeugnis Alternativen sind ansonsten eine Tätigkeitsbeschreibung.
  2. Schriftlicher Widerspruch
    Lässt die Korrektur auf sich warten oder zeigt sich der Arbeitgeber uneinsichtig, sollten Sie einen schriftlichen Widerspruch formulieren. Darin führen Sie exakt die Passagen auf, die Sie beanstanden und schlagen Alternativformulierungen vor.
  3. Gerichtliche Klage
    Erfolgt trotz schriftlicher Aufforderung keine Korrektur, haben Sie das Recht, drei Wochen nach Erhalt des Arbeitszeugnisses eine Zeugnisberichtigungsklage einzureichen. Allerdings liegt die Beweislast bei Ihnen, solange das Zeugnis nicht schlechter als Durchschnittsnote 3 ausfällt.

TIPP: Bitte nie das Arbeitszeugnis fälschen! Dies entspricht einer Urkundenfälschung und kann Haftstrafen und saftige Geldstrafen nach sich ziehen.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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