Kündigung: Vorlagen, Vorschriften, Ihre Rechte

Mit der Kündigung endet das Arbeitsverhältnis. Der Arbeitsvertrag wird einseitig gelöst. Viele Betroffene erleben das als schweren Einschnitt in ihrem Berufsleben. Oder als Befreiung. Je nachdem, ob sie gekündigt wurden oder selbst gekündigt haben. Dabei ist die Kündigung eigentlich etwas Normales: So gut wie jeder Arbeitnehmer wird damit mindestens einmal in seiner beruflichen Laufbahn konfrontiert. Entweder mit der Eigenkündigung (Der Arbeitnehmer reicht seine Kündigung ein) oder mit der Fremdkündigung(Der Chef kündigt dem Arbeitnehmer).

Für jede dieser Kündigungsarten gibt es im Arbeitsrecht unterschiedliche Regeln, Voraussetzungen, Rechte und Pflichten, die es zu beachten gilt. Hier erfahren Sie, was Sie zur Arbeitsvertrag Kündigung wissen müssen, welche Schritte wesentlich sind (samt Beispielen, Formulierungen und Mustervorlagen) – und was Sie tun sollten, wenn Sie eine Kündigung erhalten haben…

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Kündigung: Vorlagen, Vorschriften, Ihre Rechte

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Was muss eine Kündigung enthalten?

Die Kündigung ist eine „einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung“. Heißt: Damit die Kündigung eines Arbeitsvertrags wirksam wird, muss die andere Vertragsseite NICHT zustimmen. Sie muss die Kündigung lediglich erhalten.

Allerdings bedarf es beim Kündigen einer fest vorgeschriebenen Form. Und genau hier passieren oft Fehler, die die Kündigung rechtlich unwirksam machen. Mindestens aber anfechtbar.

Kündigungsarten im Arbeitsrecht

In Deutschland gibt es mehrere Kündigungsformen, die immer wieder zur Anwendung kommen:

Ordentliche Kündigung

Fristgemäße Kündigung, die die gesetzlichen Kündigungsfristen einhält. Hierunter fallen:

➠ Die betriebsbedingte Kündigung
➠ Die personenbedingte Kündigung
➠ Die krankheitsbedingte Kündigung
➠ Die verhaltensbedingte Kündigung

Außerordentliche Kündigung

Übergeht und verkürzt geltende Kündigungsfristen aus triftigem Grund. Hierunter fallen:

➠ Die fristlose Kündigung

Darüber hinaus gibt es noch weitere Sonderformen der Kündigung, die hier den Rahmen sprengen würden. Ausführliche Artikel dazu finden Sie hier:

Verdachtskündigung
Änderungskündigung
Druckkündigung

Unabhängig davon, wer wem kündigt, sollten Sie beim Kündigungsschreiben alle wesentlichen Formvorschriften und Regeln beachten beziehungsweise prüfen, ob sie eingehalten wurden und sogenannte „Formfehler“ vermeiden.

6 Grundregeln der Kündigung

1. Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Mündliche oder elektronische Kündigungen sind unwirksam.

2. Eine rechtskräftige Kündigung benötigt zwingend ein aktuelles Datum und Ihre eigenhändige Unterschrift.

3. Der Briefkopf muss zwei Adressen enthalten: Die des Kündigenden und die desjenigen, dessen Vertrag gekündigt werden soll. Achtung: Beide Namen und Anschriften müssen korrekt geschrieben sein!

4. Bei einer regulären Kündigung müssen Sie keinen Kündigungsgrund nennen. Der wird erst bei einer fristlosen Kündigung Pflicht.

5. Die Kündigung muss „eindeutig“ sein (Betreff: „Kündigung“) und kann nicht zurückgenommen werden.

6. Bei Arbeitsverträgen ist die gesetzliche Kündigungsfrist (§ 622 BGB Abs. 1) zu beachten. Es sei denn der Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag regeln etwas anderes.

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Kündigung Checkliste: Wichtige Vorschriften

Die Kündigung vom Arbeitsvertrag muss hierzulande formale Richtlinien und Voraussetzungen erfüllen. Diese sind im Wesentlichen: Form, Fristen, Zugang (Empfang) und Inhalt. Diese erklären wir im Folgenden. Sie können die Erklärungen auch als eine Art Checkliste nutzen: Wurden die Vorschriften bei Ihrer Kündigung nicht erfüllt, können Sie derselben widersprechen und sie anfechten – oder riskieren im umgekehrten Fall deren Unwirksamkeit.

Form der Kündigung

Eine mündliche Kündigung ist laut § 623 BGB nicht rechtskräftig. Dasselbe gilt für eine Kündigung per Mail, per Fax oder gar als Post-It. Sie muss immer schriftlich auf gedrucktem Papier erfolgen.

Zudem benötigt die wirksame Kündigung eine eigenhändige Unterschrift (mit vollem Namen!). Nichts Gedrucktes, sondern Tinte auf Papier. Mit Füller oder Kuli, Bleistift zählt nicht.

Wer auch immer kündigt, benötig ebenfalls die Vollmacht. Wenn Sie als Arbeitnehmer kündigen, bedeutet das, dass natürlich nur Sie selber kündigen können. Umgekehrt: Kündigt Ihnen der Arbeitgeber, muss das Kündigungsschreiben von einem dazu Berechtigten unterzeichnet sein. Das ist in der Regel entweder der Personalchef oder der Chef. Stammt die Unterschrift indes von einem Nichtberechtigten, ist die Kündigung wieder unwirksam.

Kündigungsfristen

Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben im Arbeitsrecht unterschiedliche Kündigungsfristen, die allerdings beide Seiten bei der Kündigung jeweils berücksichtigen müssen:

Kündigungsfrist für Arbeitnehmer

Bei den gesetzlichen Kündigungsfristen beträgt die sogenannte Grundkündigungsfrist vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Diese Frist bleibt für Arbeitnehmer immer gleich lang. Es sei denn, es wurde explizit (oder im Tarifvertrag) eine längere Frist vereinbart. Geregelt ist das in § 622 BGB Abs. 1.

Bedeutet: Egal, ob Sie seit einem Jahr oder seit 15 Jahren in der Firma beschäftigt sind, wenn Sie kündigen wollen, müssen Sie in der Regel vier Wochen vorher das Kündigungsschreiben einreichen.

Kuendigungsfrist Arbeitnehmer Uebersicht

Ausnahme: Kleinbetriebe, die regelmäßig nicht mehr als 20 Arbeitnehmer beschäftigen. Hier kann der Arbeitsvertrag festlegen, dass die 4-wöchige Kündigungsfrist durch den Arbeitnehmer nicht nur zum 1. und 15. eines Monats, sondern ohne festen Kündigungstermin geschehen kann.

Eine weitere Ausnahmeregelung bei der Kündigungsfrist gibt es für Aushilfstätigkeiten, die einen Zeitraum von drei Monaten nicht überschreiten. In diesem Fall kann im jeweiligen Vertrag auch eine kürzere Kündigungsfrist vereinbart werden.


TIPP: Schneller aus dem Arbeitsvertrag kommen

Sie haben schon einen neuen Job gefunden und möchten deshalb frühzeitig aus dem Arbeitsvertrag kommen? Dann sollten Sie diesen Ratgeber lesen: Lange Kündigungsfrist? So kommen Sie aus dem Vertrag



Kündigungsfrist für Arbeitgeber

Anders sieht es bei Kündigung durch den Arbeitgeber aus. Hier verlängert sich die Kündigungsfrist mit längerer Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers. Geregelt ist das in § 622 BGB Abs. 2. Danach gelten die folgenden Fristen:

Kuendigungsfrist Arbeitgeber Uebersicht

Der Zeitpunkt der Kündigung hat damit großen Einfluss auf die tatsächliche Dauer der Kündigungsfrist. Ausnahmen hierzu sind:

Die Probezeit: Sie dauert maximal sechs Monate. In dieser Zeit können beide Vertragsparteien mit einer Kündigungsfrist von zwei Wochen und ohne Grund kündigen.

Die außerordentliche Kündigung: Meist handelt es sich dabei um eine fristlose Kündigung (sie ist auch durch den Arbeitnehmer möglich). Hierbei muss nach § 626 BGB keine Frist gewahrt werden. Es braucht aber einen triftigen Kündigungsgrund.

Mehr zur fristgerechten Kündigung finden Sie HIER.

Zugang der Kündigung

Zunächst einmal muss die Kündigung vom Gekündigten „empfangen“ werden, um rechtsgültig zu werden. Um alle Kündigungsfristen zu wahren, ist allerdings der genaue Zugang der Kündigung entscheidend.

Wird die Kündigung persönlich übergeben (idealerweise vor Zeugen), ist das unproblematisch. Kündigt der Arbeitnehmer, gilt diese Kündigung als empfangen, sobald die Kündigung zum Beispiel in der Personalabteilung abgegeben wird. Wird die Kündigung per Post verschickt, gilt der Empfang, sobald sie im „Machtbereich“ des zu Kündigenden ist. Dazu reicht der Briefkasten oder die Poststelle meist aus.

Achtung: Wird Ihnen als Arbeitnehmer gekündigt, während Sie beispielsweise gerade im Urlaub sind, sodass Sie die Kündigung erst nach der Rückkehr entdecken, hat die Widerspruchsfrist trotzdem schon begonnen. Diese beträgt für eine Kündigungsschutzklage nach § 4 KSchG drei Wochen nach dem Zugang der Kündigung.

Aufbau und Inhalt der Kündigung

Für den Fall, dass Sie selbst kündigen (die sogenannte „Arbeitnehmerkündigung“ oder „Eigenkündigung„), müssen Sie bei der Kündigung ein paar Formvorschriften und Grundregeln für den Inhalt des Schreibens beachten. Der Reihe nach…

Kündigungsschreiben-Aufbau-Mustervorlage

Briefkopf

Jedes Kündigungsschreiben beginnt mit dem Briefkopf und den persönlichen Daten. Also Ihrem vollständigen Namen und der aktuellen Anschrift.

Auch der vollständige (Firmen-)Name und die Anschrift des Arbeitgebers muss dort stehen. Bei größeren Unternehmen ist es sinnvoll, zusätzlich die Personalnummer und ein Geburtsdatum zu nennen, um eine Verwechslungsgefahr mit etwaigen Namenszwillingen auszuschließen. Lesen Sie die Angaben bitte immer noch einmal Korrektur, um Tippfehler auszuschließen.

Datum

In der Kündigung müssen Sie zwei Datumsangaben machen: Das Datum des Schreibens oben rechts. Dieses ist entscheidend dafür, ob Sie die Kündigung fristgerecht eingereicht haben. Und das Datum wann das Beschäftigungsverhältnis endet – also den letzten offiziellen Arbeitstag. Wie oben erwähnt, achten Sie bitte darauf, die jeweils geltende Kündigungsfrist einzuhalten.

Betreff

Wie jedes offizielle Dokument benötigt auch das Kündigungsschreiben einen Betreff. Aus Gründen der Klarheit und Eindeutigkeit sollte hier das Wort „Kündigung“ stehen. Das reicht als Überschrift völlig. Falls vorhanden, können Sie auch an dieser Stelle Ihre Personalnummer angeben.

Ebenso können Sie im Betreff erwähnen, dass es sich um eine „Kündigung in der Probezeit“ handelt.

Adressat

Die Kündigung sollte sich in der Anrede an die zuständige Person richten, nicht an „Sehr geehrte Damen und Herren“. Entweder richten Arbeitnehmer Ihre Kündigung persönlich an Ihren Chef oder an die Personalabteilung. Wer in Ihrem Fall zuständig ist, sollten Sie vorher in Erfahrung bringen und sich in Ihrem Schreiben direkt an diese Person wenden. Eventuell ist das der Personalchef oder Arbeitsdirektor.

Kündigungserklärung

Grundlegender Inhalt der Kündigung vom Arbeitsvertrag ist die „eindeutige“ Kündigungserklärung. Also die unmissverständliche Aussage, dass Sie Ihr Arbeitsverhältnis beenden. Diese befindet sich zwingend direkt im Einleitungssatz nach der Anrede. Hierbei reicht ein knapper Satz, der mit den Worten „hiermit kündige ich…“ beginnt. Formulierungen für die Erklärung sind zum Beispiel:

  • Hiermit kündige ich mein meinen Arbeitsvertrag zum TT.MM.JJJJ.
  • Hiermit kündige ich fristgerecht und ordnungsgemäß meinen bestehenden Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Termin.
  • Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist zum TT.MM.JJJJ.

Begründung (optional)

Eine ordentliche Kündigung muss keine Begründung enthalten. Diese ist freiwillig und rein optional. Wenn Sie Ihrem Arbeitgeber dennoch einen Hinweis geben wollen, warum Sie kündigen, sollten Sie dabei unbedingt sachlich bleiben. Eine verbale Abrechnung verbietet sich. Formulierungen für die Erklärung sind zum Beispiel:

  • Ich habe mich aus beruflichen Gründen dazu entschieden, das bestehende Arbeitsverhältnis nicht fortzusetzen.
  • Leider bin ich aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, meine Berufstätigkeit fortzusetzen.
  • Wie ich Ihnen im persönlichen Gespräch schon mitgeteilt habe, liegen die Gründe meines Ausscheidens vor allem in den fehlenden Perspektiven.

Danksagung

Je nachdem wie die Zeit der Beschäftigung verlaufen ist und erst recht wenn Sie im Guten gehen, sollten Sie sich im Kündigungsschreiben noch kurz für die Zusammenarbeit bedanken. Das ist nicht nur höflich. Es zeugt auch von Größe und Respekt. Letztlich nimmt man ja doch immer etwas Positives mit – Lehrreiches, Erfahrungen, Know-how. Ein, zwei kurze Sätze zur Zeit im Unternehmen reichen auch hier voll und ganz.

Beispielformulierungen für die Danksagung sind zum Beispiel:

  • An dieser Stelle möchte ich mich für die bisherige, gute Zusammenarbeit bedanken. Ich konnte viel für meinen beruflichen Werdegang lernen. Ich wünsche Ihnen und dem Unternehmen weiterhin alles Gute.
  • Vielen Dank für das gezeigte Vertrauen und die bislang positive Zusammenarbeit. Ich durfte in den vergangenen Jahren hier viel lernen und konnte mich persönlich wie beruflich entwickeln. Ich würde mich freuen, wenn wir in Kontakt bleiben.
  • Haben Sie herzlichen Dank für die kollegiale Zusammenarbeit. Ich konnte mich hier auf fachlicher und persönlicher Ebene weiterentwickeln. Dafür bin ich sehr dankbar.

Zusätzliche Bitten

Den wichtigsten Inhalt haben Sie mit Kündigungserklärung und -frist abgedeckt. Zum Ende des Schreibens sollten Sie Ihren Arbeitgeber darum bitten, Ihnen das Kündigungsschreiben sowie den genannten Termin schriftlich zu bestätigen. Den Empfang des Kündigungsschreibens muss der Arbeitgeber allerdings NICHT bestätigen. Ein Recht darauf gibt es nicht.

Dennoch ist die Bitte dazu ratsam: Falls der Chef dieser nachkommt, haben Sie einen schriftlichen Beweis in der Hand. Formulierungen für abschließende Bitten sind zum Beispiel:

  • Bitte bestätigen Sie mir schriftlich den Erhalt der Kündigung und das Aufhebungsdatum. Zusätzlich bitte ich um die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses.
  • Bestätigen Sie mir bitte kurz den Empfang der Kündigung in schriftlicher Form. Ferner möchte ich Sie bitten, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen, das Sie an oben genannte Adresse schicken können.
  • Ich möchte Sie bitten, mir den Erhalt der Kündigung und das Kündigungsdatum des Arbeitsverhältnisses schriftlich zu bestätigen. Bitte stellen Sie mir außerdem ein qualifiziertes Arbeitszeugnis aus.

Grußformel & Unterschrift

Den Abschluss des Kündigungsschreibens bildet Ihre eigene, handschriftliche Unterschrift. Kein eingefügtes Bild der Unterschrift, auch nicht der getippte Name! Die Kündigung MÜSSEN Sie immer mit Ihrer Orignalunterschrift an den Arbeitgeber übermitteln, sonst ist sie womöglich unwirksam.

ACHTUNG: Eine Kündigung ist endgültig. Die mündliche Aussage in Rage „Ich kündige“ ist zwar nicht rechtsbindend. Sobald Sie aber formal korrekt und schriftlich gekündigt haben, lässt sich das nicht mehr zurücknehmen. Ein „versehentlich gekündigt“ gibt es nicht.

Werden diese formellen Vorschriften nicht eingehalten, kann eine Kündigung unwirksam sein. Weitere potenzielle Formfehler von Arbeitgebern, haben wir hier in diesem PDF zusammengefasst, das Sie sich kostenlos herunterladen können.

In all diesen Fällen haben Sie innerhalb von drei Wochen Zeit, beim Arbeitsgericht Widerspruch einzulegen. Wir empfehlen, dazu einen Fachanwalt für Arbeitsrecht hinzu zu ziehen.


TIPP: Vor einer Kündigung schützen

Fürchten Sie eine drohende Kündigung Ihres Arbeitsvertrages? Dann lesen Sie noch diese Ratgeber:

Drohende Kündigung? Das können Sie jetzt tun
Kündigung verhindern: Tipps, wie Sie den Job retten
Kündigungsfalle: Mit diesen Tricks können Sie gefeuert werden
Kündigung vor Arbeitsantritt: Wirksam oder nicht?


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Kündigung Arbeitsvertrag: Vorlage für Arbeitnehmer

Nach so vielen formalen Regeln, wird es jetzt praktisch: Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer das Recht, seinen Arbeitsvertrag jederzeit zu kündigen. Die genaue Formulierung dazu fällt aber vielen schwer.

Wie schreibt man eine Kündigung? Im Grunde ist das ganz einfach. Für eine Kündigung durch den Arbeitnehmer benötigen Sie nicht viele Worte, lange Ausführungen oder Zeilen. Ein schlichtes „Hiermit kündige ich meinen bestehenden Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Datum.“ bringt die Sache bereits auf den Punkt und reicht im Zweifelsfall aus. Ein paar mehr Worte schaden aber auch nicht.

Falls Sie gerade eine Kündigung schreiben wollen, können Sie dazu gerne die folgenden Kündigungsschreiben Vorlagen und Mustertexte verwenden. Diese sollten Sie individuell anpassen. Ob Sie die lange Version oder die kurze Version verwenden, ist indes Geschmackssache.

PS: Sie können die folgenden Musterkündigungen auch gleich hier im Browser online editieren, für sich anpassen und anschließend kopieren beziehungsweise ausdrucken. Dazu einfach auf die blauen Kästen klicken und den Mustertext überschreiben.

Kündigung schreiben (Vorlage editierbar)


Max Mustermann
Phantasiestraße 1
12345 Beispielstadt


Fantasie GmbH
Personalabteilung z.H. Herr Müller
Hauptstraße 2
45678 Musterhausen
Datum (TT.MM.JJJJ)



Kündigung meines Arbeitsvertrages
Personalnummer: 12345678

Sehr geehrter Herr Müller,

hiermit kündige ich ordentlich meinen Arbeitsvertrag, den ich mit Ihnen am TT.MM.JJJJ geschlossen habe, unter Einhaltung der Kündigungsfrist zum TT.MM.JJJJ.

Ich bedanke mich für die gute und kollegiale Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Ich konnte viel in diesem Unternehmen lernen. Ich bin für die stete Unterstützung, die Sie mir entgegengebracht haben, sehr dankbar. Ich bedauere, aus persönlichen Gründen diesen Schritt tun zu müssen und wünsche Ihnen und dem Unternehmen weiterhin von Herzen alles Gute.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieses Kündigungsschreibens sowie das genannte Datum, an dem der Arbeitsvertrag endet.

Zudem bitte ich Sie darum, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen und mir dies – wenn möglich – zusammen mit meinen Arbeitspapieren an die obige Adresse zukommen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift Lebenslauf Bewerbung Beispiel



Die Musterkündigung und Vorlage (als Lang- oder Kurzfassung) können Sie sich hier kostenlos als WORD-Dokument herunterladen:

Kündigung Vorlage (lang)
Kündigung Vorlage (kurz)

Kündigung Muster für Mietvertrag, Fitnessstudio, etc.

Sie möchten noch andere Verträge kündigen – für eine Mietwohnung, Ihr Fitnesstudio, den Handyvertrag oder eine Versicherung? Kein Problem: Wir haben die passenden Kündigungsschreiben Vorlagen dazu. Völlig Kostenlos als MS WORD-Datei:

Kündigungsschreiben Versicherung (.docx)
Kündigungsschreiben Fitnessstudio (.docx)
Kündigungsschreiben Handyvertrag (.docx)
Kündigungsschreiben Wohnung (.docx)


TIPP: Immer um ein Arbeitszeugnis bitten!

In den obigen Musterkündigungen steht nicht zufällig am Ende noch die Bitte um ein Arbeitszeugnis. Erstens haben Sie als Arbeitnehmer bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen gesetzlichen Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Zweitens spart Ihnen der Satz Zeit. Für das Zeugnis benötigen Firmen meist Zeit. Sie aber müssen sich bald auf einen neuen Job bewerben. Da Sie mit der Kündigung nicht sofort das Unternehmen verlassen (sondern noch die Kündigungsfrist wahren müssen), ist das Zeugnis mit der Bitte schon mal auf den Weg gebracht.


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Kündigung durch Arbeitgeber: 5 Gründe

Auch bei der Kündigung durch den Arbeitgeber sind einige formale Pflichten zu erfüllen. Werden diese Vorschriften nicht eingehalten, entscheiden Arbeitsrichter regelmäßig zugunsten der Beschäftigten.

Das bedeutet: Schon ein einziger Fehler stärkt Ihre Verhandlungsposition – sei es für eine Kündigungsschutzklage oder für eine höhere Abfindung.

Will Ihr Chef Ihnen kündigen, muss er also auf einiges achten. Das fängt bei den Kündigungsgründen an.

Haben Sie zum Beispiel die Probezeit überstanden, braucht es einen „guten Grund“, um Ihnen „ordentlich“ zu kündigen.

Kuendigungsgruende Liste Arbeitsrecht Grafik

Dabei werden im Arbeitsrecht vor allem vier Kündigungsgründe unterschieden (Mehr dazu erfahren Sie auch in unserem kostenlosen Ratgeber (samt Checklisten), den Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen können).

Die verhaltensbedingte Kündigung

Dauerhaftes Zuspätkommen, Blaumachen (ohne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung), Beleidigung von Vorgesetzten, sexuelle Belästigung, Alkoholkonsum trotz Alkoholverbots, Rauchen trotz Rauchverbots, eine unerlaubte unzulässige Nebentätigkeit oder ein anderes vertragswidriges Verhalten können zu einer verhaltensbedingten Kündigung führen.

Eine solche Kündigung muss aber verhältnismäßig sein. Heißt: Es darf für den Arbeitgeber kein milderes Mittel geben, mit dem er die Störung des Arbeitsverhältnisses beseitigen kann – etwa eine Ermahnung, Abmahnung oder Versetzung.

Eine verhaltensbedingte Kündigung ist also nur vertretbar, wenn das Interesse das Arbeitgebers an einer Kündigung das Interesse des Arbeitnehmers an der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses überwiegt.

Achtung: Nach der verhaltensbedingten Kündigung kann die Bundesagentur für Arbeit eine Sperrzeit von zwölf Wochen verhängen. Folge: Der Anspruch auf Arbeitslosengeld verringert sich. Ein ausführliches Dossier dazu finden Sie hier: Verhaltensbedingte Kündigung

Die personenbedingte Kündigung

Viele denken irrtümlich, die personenbedingte Kündigung sei mit (schlechten) Leistungen des Arbeitnehmers verbunden. Richtig ist: Eine solche Kündigung kann nur ausgesprochen werden, wenn der Arbeitnehmer aufgrund seiner Eigenschaften oder Fähigkeiten, nicht mehr in der Lage ist, die Aufgaben des Arbeitsvertrags zu erfüllen (aus gesundheitlichen Gründen oder wegen eines schweren Unfalls).

In dem Fall muss die Genesungs-Prognose durch einen Arzt negativ sein. Bedeutet: Ist kurzfristige Besserung zu erwarten, darf KEINE personenbedingte Kündigung ausgesprochen werden. Zudem müssen vorab mildere Mittel geprüft werden: Also zum Beispiel eine Weiterbeschäftigung an einem anderen Arbeitsplatz, der den Eignungen entspricht oder eine Umschulung, um die Weiterbeschäftigung zu ermöglichen. Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier: Personenbedingte Kündigung

Die krankheitsbedingte Kündigung

„Wer krank ist, kann aus diesem Grund nicht gekündigt werden.“ Diese Meinung ist weit verbreitet – und falsch. Die krankheitsbedingte Kündigung kann unter bestimmten Umständen auch Arbeitsverhältnisse beenden, die unter den Kündigungsschutz fallen.

Die krankheitsbedingte Kündigung ist mit der personenbedingten eng verwandt. Entsprechend müssen auch hier drei Voraussetzungen erfüllt sein: Eine negative Gesundheitsprognose. Heißt: Der Arbeitgeber kann belegen, dass der Mitarbeiter künftig seine Arbeitsleistung krankheitsbedingt nicht (mehr) erfüllen kann. Zudem müssen die Betriebsabläufe durch die Krankheit massiv Schaden nehmen (sog. „Interesssenbeeinträchtigung“). Und schließlich muss der Arbeitgeber nachweisen, dass es ihm nicht zugemutet werden kann, das Arbeitsverhältnis aufrecht zu erhalten und es keine andere Möglichkeit der Weiterbeschäftigung gibt (sog. „Interessenabwägung“). Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier: Krankheitsbedingte Kündigung

Die betriebsbedingte Kündigung

Aufträge bleiben aus, eine Standort muss geschlossen werden oder der Arbeitgeber muss die Insolvenz anmelden. Diese und weitere Ursachen können mögliche Kündigungsgründe für eine betriebsbedingte Kündigung sein, mit der der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis beendet.

Man spricht hierbei auch davon, dass „dringende betriebliche Erfordernisse“ vorliegen, die eine Weiterbeschäftigung unmöglich machen. Eine allgemeine wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens oder jüngste Umsatzeinbrüche reichen als Begründung allerdings nicht aus. Der Arbeitgeber muss hierfür konkrete (und langfristige) Gründe und Zahlen präsentieren. Die Hürde für eine betriebsbedingte Kündigung liegt also hoch. Der besondere Kündigungsschutz beispielsweise für Betriebsrat, Schwangere oder Menschen mit einer Behinderung besteht zudem weiter. Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier: Betriebsbedingte Kündigung

Die fristlose Kündigung

Hierbei handelt es sich juristisch nicht mehr um eine der vier „ordentlichen“ Kündigungsarten, sondern um eine „außerordentliche“ Kündigung. Die fristlose Entlassung ist zugleich die wohl drastischste Form der Kündigung. Sie kann daher nur in besonders schweren Fällen ausgesprochen werden.

Zu den Gründen für eine fristlose Kündigung gehören beispielsweise eine Straftat (Diebstahl, Bestechung, Betrug, Unterschlagung, …) oder ein erheblicher Pflichtverstoß (Betriebsspionage, Rufschädigung, …), der die weitere Zusammenarbeit für den Arbeitgeber unmöglich macht.

In den meisten Fällen muss der Chef aber zuvor eine Abmahnung aussprechen, die den Arbeitnehmer auf sein Fehlverhalten hinweist und ihm klarmacht, dass weitere Verstöße Konsequenzen haben. Betriebsspionage, schwerer Diebstahl und schwere Beleidigungen („Sie Arschloch!“) können mitunter aber zur sofortigen Entlassung führen. Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier: Fristlose Kündigung

Manche Unternehmen versuchen hin und wieder aus völlig verrückten und kuriosen Gründen zu kündigen. In Deutschland landen solche Fälle oft vor dem Arbeitsgericht, im Ausland können Arbeitgeber aber möglicherweise damit durchkommen.

Zur Erheiterung – trotz des schweren Themas: Die kuriosesten Kündigungsgründe aus aller Welt haben wir in diesem kostenlosen PDF für Sie zusammengestellt.

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Arbeitsrecht: Häufige Fragen zur Kündigung

Mit einer Kündigung sind viele Fragen und Unsicherheiten verbunden. Es ist eben keine alltägliche Situation im Arbeitsleben.

Viele Mitarbeiter haben noch nie selbst gekündigt oder haben auch vom Arbeitgeber noch keine Kündigung erhalten. Um Sie hierbei zu unterstützen und für mehr Klarheit zu sorgen, haben wir hier einige besonders häufige Fragen zusammengefasst und für Sie beantwortet:

Muss ich einen Grund für meine Kündigung angeben?

Wie oben schon erwähnt: Wenn Sie ordentlich und fristgerecht kündigen, müssen Sie dafür als Mitarbeiter keinen konkreten Grund angeben. Ob Sie mit dem Betriebsklima unzufrieden sind, den Chef für inkompetent halten, sich beruflich weiterentwickeln wollen oder ein besseres Angebot von einem anderen Unternehmen erhalten haben – angeben müssen und sollten Sie nichts davon in der Kündigung.

Wann muss ich eine Kündigung einreichen?

Steht der Wunsch, den Arbeitsplatz zu verlassen fest, beginnt die Planung der nächsten beruflichen Schritte. Sie könnten zwar sofort die Kündigung einreichen und zum nächstmöglichen Termin kündigen. Oft ist es aber sinnvoller, zuerst auf Jobsuche zu gehen und mit der Arbeitsvertrag Kündigung zu warten. So halten Sie nicht nur eine mögliche Zwischenzeit und Arbeitslosigkeit so kurz wie möglich. Sie bewerben sich letztlich aus einer ungekündigten Position. Das stärkt Ihre Verhandlungsposition beim neuen Arbeitgeber.

Kündigen müssen Sie dann nur so, dass Sie die Kündigungsfrist einhalten können, bevor der nächste Arbeitsvertrag beginnt. Informieren Sie sich deshalb unbedingt vorher, wie lang die für Sie gültige Frist dauert. Natürlich diskret und durch die Lektüre einschlägiger Verträge.

Kann ich eine Kündigung auf einen späteren Termin datieren?

Sie haben eine Frist von vier Wochen, wollen aber bereits ein halbes Jahr im Voraus die Kündigung einreichen? Das ist möglich. Wichtig ist in dem Fall, dass aus Ihrer Kündigung deutlich hervor geht, zu welchem Zeitpunkt Sie tatsächlich den Vertrag beenden wollen. Aus arbeitsrechtlicher Sicht gibt es hier keine Verbote und auch Ihr Chef dürfte sich freuen, dass er so mehr Zeit hat, einen Nachfolger zu finden.

Sollte ich eine Kündigung persönlich beim Chef einreichen?

Hier kommt es auf die individuelle Situation an: Grundsätzlich zeugt es von Größe und auch von Respekt dem Chef und Arbeitgeber gegenüber, wenn Sie eine Kündigung persönlich übergeben. Manchmal ist das Verhältnis jedoch so zerrüttet, dass kaum noch ein sachliches Gespräch möglich ist. Dann wird das Schreiben besser auf dem Postweg übermittelt.

Muss ich eine Kündigung vom Arbeitgeber hinnehmen?

Nach dem ersten Schock über die Kündigung kommt bei einigen Mitarbeitern der Trotz: Muss ich wirklich akzeptieren, dass mich der Chef vor die Tür setzt und feuert? Allgemein lässt sich das nur schwer beantworten. Grundsätzlich haben Sie immer die Möglichkeit, die Kündigung und die genannten Gründe von einem Anwalt für Arbeitsrecht überprüfen zu lassen. Bestehen gute Chancen, dass die Kündigung unwirksam ist, können Sie eine Kündigungsschutzklage einreichen.

Kann ich einen Job kündigen, den ich noch nicht angetreten habe?

Gemeint ist eine sogenannte „Kündigung vor Arbeitsantritt“. So etwas ist heikel, da man es sich mit diesem Arbeitgeber für die Zukunft definitiv verscherzt und man nie weiß, wie gut der Arbeitgeber mit anderen vernetzt ist. Ob es rechtlich möglich ist, hängt von entsprechenden Klauseln im Arbeitsvertrag ab: Wenn dort eine Kündigung vor Arbeitsantritt ausgeschlossen wird, müssen Sie sich an die gesetzliche Kündigungsfrist halten. In der Probezeit beträgt diese zwei Wochen. Alternativ ist eine gütliche Einigung mit dem Arbeitgeber sinnvoll.

Kann ich in der Probezeit wegen Krankheit gekündigt werden?

Eine Krankheit schützt Sie nicht vor einer Kündigung. Sie können zwar nicht gekündigt werden, weil Sie während der Probezeit krank werden. In der Probezeit gilt aber kein Kündigungsschutz. Heißt: Man muss Ihnen gar keinen (korrekten) Grund nennen, sondern kann Sie einfach so feuern – mit einer Frist von zwei Wochen. Unter bestimmten Voraussetzung kommt sogar eine fristlose Kündigung in Betracht: Zum Beispiel, wenn man Sie beim Blaumachen erwischt und Sie die Krankheit nur vorgetäuscht haben. Außerhalb der Probezeit gilt aber wieder der gesetzliche Kündigungsschutz. Der Arbeitgeber braucht dann einen triftigen Grund, um Ihnen (krankheitsbedingt) zu kündigen. Das wäre der Fall, wenn das Ende der Erkrankung nicht absehbar ist („negative Gesundheitsprognose“) und es dem Arbeitgeber deshalb wirtschaftlich nicht zuzumuten wäre, Sie weiter zu beschäftigen.

Was passiert mit dem Resturlaub nach Kündigung?

Ihr Urlaubsanspruch bleibt nach der Kündigung bestehen. Wird die Kündigung frühestens am 1. Juli wirksam, steht Ihnen der volle gesetzlich zugesicherte Resturlaub zu. Hierfür muss das Arbeitsverhältnis jedoch mindestens sechs Monate bestanden haben. War das Arbeitsverhältnis kürzer oder liegt der Kündigungstermin in der ersten Jahreshälfte, muss der Urlaub laut Arbeitsrecht nur anteilig gewährt werden.

Wie begründe ich die Kündigung in der Bewerbung?

Egal, ob Sie gekündigt wurden oder das Kündigungsschreiben selbst eingereicht haben: Bei der Bewerbung ist eine sogenannte Hin-Zu-Motivation entscheidend. Also, warum Sie sich „hin zu diesem Arbeitgeber“ bewerben und nicht etwa „weg von“ dem bisherigen Unternehmen wollen.

Droht mir eine Sperre beim Arbeitsamt?

Manchmal bieten Chefs – scheinbar großzügig – mit der Kündigung gleich einen sogenannten Aufhebungsvertrag an. Wer den unterschreibt, sollte wissen, dass er oder sie anschließend zwölf Wochen lang kein Arbeitslosengeld bekommt (Es beträgt in der Regel 60 Prozent des Durchschnittseinkommens der vergangenen zwölf Monate). Juristisch hat derjenige mit dem Aufhebungsvertrag die Arbeitslosigkeit selbst verursacht.

Einzige Ausnahme: Der Arbeitgeber droht mit einer (nicht ver­hal­tens­be­ding­ten) Kündigung, die auch erfolgreich wäre. In dem Fall ist laut Bun­des­so­zi­al­ge­richt dem Arbeitnehmer die Kündi­gung nicht zu­zu­mu­ten (Az. B 11a/11 AL 69/04 R) und die Arbeitsagentur darf keine Sperr­zeit we­gen des Auf­he­bungs­ver­trags verhängen.

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Kündigung erhalten: Was jetzt?

Wer eine wirksame Kündigung erhalten hat, hat grundsätzlich zwei Optionen, darauf zu reagieren:

Die Kündigung akzeptieren, ein Arbeitszeugnis verlangen und seine Demission professionell vorbereiten. Manchmal ist das sogar die beste Option, auch wenn es einen kalt erwischt hat. Ein Wink des Schicksals sozusagen.

Der Kündigung widersprechen, diese auf Formfehler prüfen oder auf die Stichhaltigkeit der Kündigungsgründe und eine Kündigungsschutzklage anstrengen – idealerweise mit Beratung und Unterstützung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Ein auf Arbeitsvertrag-Kündigungen spezialisierter Anwalt sieht oft noch ein paar Formfehler, die der Laie übersieht. Oder er gibt wichtige Hinweise, worauf Sie nach der Kündigung achten müssen: Sei es die Vergütung noch offener Urlaubstage oder eine mögliche Einigung zur Freistellung während der Kündigungsfrist.

Blicken Sie nach der Kündigung nach vorne.

Ansonsten gilt: Wenn Sie eine rechtswirksame, ordnungsmäßige Kündigung erhalten haben, müssen Sie nach vorne blicken. Der bisherige Job ist verloren. Das ist kein Weltuntergang. Es gibt auch woanders gute Jobs.

Natürlich ist so ein Jobwechsel erst einmal unbequem. Sie müssen sich verändern, sich neu bewerben. Vielleicht sogar umziehen oder sich weiterbilden. Spaß geht anders. Entscheidend ist jetzt, dass Sie ganz Profi bleiben, keine Brücken verbrennen und so schnell wie möglich Ihre Bewerbungsunterlagen aktualisieren, optimieren und auf den Weg bringen.

Ihre Wechsel-Motivation ist dabei ein entscheidender Faktor. Egal, ob Sie gekündigt wurden oder eine Kündigung vom Arbeitgeber erhalten haben: Höchstwahrscheinlich wird man Sie danach bei der Bewerbung beziehungsweise im Vorstellungsgespräch danach fragen.

Dann sollten Sie nicht nur eine gute Erklärung haben. Fast noch wichtiger ist eine sogenannte Hin-Zu-Motivation.

Was das ist, erklärt Ihnen der folgende Video-Tipp:

4 professionelle Schritte nach der Kündigung

Überdies gibt es für diesen Fall der Kündigung durch den Arbeitgeber noch ein paar Verhaltens- Regeln, Tipps und Schritte, die Sie jetzt einleiten sollten:

  1. Profi bleiben
    Egal, wie schäbig man sich Ihnen gegenüber verhält – bleiben Sie stets professionell. Ab jetzt arbeiten Sie genau genommen nicht mehr für Ihren Chef, sondern für Ihren Ruf. Und der hängt Ihnen noch länger an als der Job. Er nimmt sogar Einfluss auf spätere Bewerbungschancen. Lassen Sie sich in den letzten Tagen daher bitte nichts zu schulden kommen. Auch wenn die Wut gerade hochkocht.

    Richtig Abschied nehmen? Lesen Sie hierzu auch:

    Kündigungsgespräch: Was Sie beachten sollten
    Der letzte Eindruck: Wie er wirkt – wie Sie ihn nutzen
    Abschiedsrede: Wie Sie vom Job Abschied nehmen
  2. Arbeitslos melden
    Melden Sie sich umgehend und innerhalb von drei Tagen beim Arbeitsamt als arbeitslos. Bringen Sie dazu die Kündigung und den Arbeitsvertrag mit. Auch wenn Sie schon bald wieder einen neuen Job finden: Um den Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend zu machen, muss der gekündigte Arbeitnehmer drei Monate vor Ende der Kündigungsfrist (bei kürzeren Fristen drei Tage nach Erhalt der Kündigung) dies der Arbeitsagentur persönlich mitteilen. Sie sichern sich damit finanziell ab.
  3. Weiter arbeiten
    Wer gekündigt wurde, kann nicht einfach zuhause bleiben. Noch gilt ja der Arbeitsvertrag und dessen Fristen. Wer also nicht sofort nach der Kündigung freigestellt wird, muss weiterhin auf der Arbeit erscheinen. Ein Verstoß kann abgemahnt werden und sogar zur fristlosen Kündigung führen (auf die es manche Arbeitgeber anlegen). Das sieht dann nicht nur schlecht im Arbeitszeugnis aus, sondern führt mitunter auch zu einer Sperrfrist bei der Arbeitsagentur.
  4. Jobs suchen
    Haben Sie alle wichtige Details zum auslaufenden Arbeitsvertrag geklärt, und es geht nur noch darum, die Kündigungsfrist abzuarbeiten, sollten Sie sich umgehend an die Jobsuche machen. Je schneller Sie damit beginnen, desto kürzer ist die Zeit zwischen den beiden Positionen und die Kündigung fällt vielleicht gar nicht auf. Lassen Sie also möglichst keine Lücke im Lebenslauf entstehen.

    Bewerben nach der Kündigung? Lesen Sie hierzu auch:

    Bewerbung nach Kündigung: Tipps und Formulierungen
    Kündigung im Lebenslauf: So gehen Sie damit um
    Kündigung begründen: Tipps fürs Vorstellungsgespräch

PS: Einen umfangreichen Ratgeber zu den Reaktionen nach der Kündigung können Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen.

Weitere Ratgeber zur Kündigung

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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10. August 2020 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt mehr als 20 Jahre als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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