Arbeitnehmerkündigung: Informationen und Vorlage

Es kann verschiedene Gründe für eine Arbeitnehmerkündigung geben: Unzufriedenheit mit Chef und Kollegen, eine berufliche Veränderung in einen anderen Bereich oder schlicht ein besseres Angebot von einem anderen Unternehmen. In jedem Fall müssen Sie eine wirksame Arbeitnehmerkündigung verfassen, um das Arbeitsverhältnis zu beenden. Für Arbeitnehmer eine ungewohnte Situation mit vielen Fragen: Wie ist eine Arbeitnehmerkündigung aufgebaut? Welchen Inhalt muss das Schreiben haben? Wir beantworten die wichtigsten Fragen und stellen Ihnen eine kostenlose Vorlage für eine Arbeitnehmerkündigung zur Verfügung…

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Arbeitnehmerkündigung: Informationen und Vorlage

FAQ: Was ist bei der Arbeitnehmerkündigung zu beachten?

Für die Personalabteilung im Unternehmen gehören nicht nur die Bewerbersuche und Einstellungen, sondern auch Kündigungen zum Berufsalltag. Als Mitarbeiter sieht das anders aus. Einige haben noch nie selbst gekündigt, bei anderen ist es bereits viele Jahre her. Entsprechend verbreitet ist die Sorge, bei der Arbeitnehmerkündigung einen Fehler zu machen, Fristen nicht einzuhalten oder eine Kündigung zu verfassen, die am Ende unwirksam ist.

Die gute Nachricht: Eine Arbeitnehmerkündigung ist keine Raketenwissenschaft. Dennoch gibt es einige Formalitäten zu beachten, damit Sie beim Arbeitsrecht auf der sicheren Seite sind und ein böswilliger Arbeitgeber kein Schlupfloch findet, um Ihre Arbeitnehmerkündigung nicht anzuerkennen.

Sollten Sie sich fragen Wie schreibe ich überhaupt eine Arbeitnehmerkündigung? haben wir in unserem folgenden FAQ zur Arbeitnehmerkündigung die wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet:

  • Wie muss ich eine Arbeitnehmerkündigung einreichen?

    Ein besonders wichtiger Punkt: Eine wirksame Arbeitnehmerkündigung muss in jedem Fall schriftlich erfolgen. Eine mündliche Kündigung ist nicht rechtskräftig, auch eine E-Mail reicht dafür nicht aus. Dies geht aus § 623 des Bürgerlichen Gesetzbuches hervor, wo es heißt: Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; die elektronische Form ist ausgeschlossen.

    Nur wenn Ihrem Arbeitgeber eine schriftliche Arbeitnehmerkündigung vorliegt, wird daraufhin das Arbeitsverhältnis auch wirklich beendet.

  • Welche Fristen gelten für die Arbeitnehmerkündigung?

    Die Kündigungsfrist gibt vor, wie viel Zeit zwischen dem Einreichen der Kündigung und dem tatsächlichen Ende des Arbeitsverhältnisses mindestens liegt. In diesem Zeitraum gehen Sie Ihrer Arbeit weiterhin wie gewohnt nach. Wichtig ist diese Frist vor allem, wenn Sie einen neuen Job annehmen wollen und wissen müssen, wann der früheste Eintrittstermin in die neue Stelle ist.

    Für eine Arbeitnehmerkündigung gilt dabei zunächst eine gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. eines Monats oder zum Monatsende. Soll heißen: Wenn Sie zum Ende eines Monats kündigen wollen, müssen Sie Ihre Arbeitnehmerkündigung mindestens vier Wochen vorher einrechen. Liegen keine vier Wochen zwischen dem Erhalt der Kündigung und dem Monatsende, ist der nächstmögliche Termin der 15. des Folgemonats.

    Ein simples Beispiel: Sie reichen die Arbeitnehmerkündigung eigenhändig am 1. Dezember ein und kündigen zum 31. Dezember – die Frist wird eingehalten und das Arbeitsverhältnis endet zum gewünschten Termin. Reichen Sie das Dokument hingegen erst am 10. Dezember ein, können Sie nicht mehr zum 31. kündigen, sondern erst zum 15. Januar aus dem Job ausscheiden.

    Allerdings kann bei einer Arbeitnehmerkündigung auch eine andere Kündigungsfrist gelten, die beispielsweise im Tarif- oder Arbeitsvertrag vereinbart wurde. Im Vorfeld sollten Sie sich deshalb unbedingt informieren, welche Frist für Ihr Arbeitsverhältnis gilt.

  • Aus welchen Gründen kann ich als Arbeitnehmer kündigen?

    Die kurze Antwort lautet: Sie brauchen überhaupt keinen Grund. Bei einer Arbeitnehmerkündigung müssen Sie keine Gründe angeben, sich rechtfertigen oder bestimmte Gründe aufführen, aus denen Sie die Zusammenarbeit beenden wollen. In einer Arbeitnehmerkündigung sollten Sie deshalb keine Gründe nennen und sich ausschließlich auf das Wesentliche konzentrieren.

    Vorgaben für Kündigungsgründe gibt es nur für Arbeitgeber. Diese können einen Mitarbeiter personenbedingt-, betriebsbedingt- oder verhaltensbedingt entlassen. Eine Sonderform bildet die fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer bei schweren Pflichtverletzungen.

  • Wie ist eine Arbeitnehmerkündigung aufgebaut?

    Neben der Schriftform ist der Inhalt der wichtigste Punkt für eine Arbeitnehmerkündigung. Hier gilt es einige Formalitäten zu beachten um die Wirksamkeit zu garantieren. Welcher Inhalt bei einer Arbeitnehmerkündigung nicht fehlen darf, haben wir in der folgenden Checkliste für Sie zusammengefasst:

    • Absender und Adressat. Aus dem Briefkopf der Arbeitnehmerkündigung sollte sofort ersichtlich sein, von dem was Schreiben kommt und an wen es gerichtet ist. Ihr vollständiger Name sowie Ihre aktuelle Adresse sind unbedingt zu nennen. Gleiches gilt für den Adressaten, also Ihren Arbeitgeber. Firmenname und genaue Anschrift sind ein Muss – zudem können Sie den Ansprechpartner oder die Abteilung nennen. Beispielsweise Personalabteilung; zu Händen Franziska Schmidt.
    • Datum. Um zu dokumentieren, wann Sie die Arbeitnehmerkündigung einreichen, fügen Sie das Datum des Tages ein. Entscheidend ist am Ende jedoch, dass die Kündigung dem Arbeitgeber fristgerecht zugeht.
    • Betreff. Der Betreff sollte klar sagen, worum es sich handelt. So kann die Zeile etwa lauten: Kündigung meines Arbeitsverhältnisses vom TT.MM.JJJJ. Wenn Sie sich kurz fassen wollen, reicht auch nur der Betreff Kündigung.
    • Anrede. In der Arbeitnehmerkündigung sprechen Sie entweder Ihren direkten Vorgesetzten oder die Personalabteilung an. Hier kommt es darauf an, wer zuständig ist.
    • Kündigungserklärung. Der entscheidende Punkt in jeder Arbeitnehmerkündigung ist die sogenannte Kündigungserklärung oder auch der Kündigungswille. Gemeint ist damit die klare Aussage, dass Sie kündigen und das Arbeitsverhältnis beenden. Eine einfache Formulierung lautet: Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Termin. Wichtig ist, dass die Kündigungserklärung eindeutig ist und keine Zweifel oder andere Deutungen zulässt.
    • Kündigungsfrist. Um ganz klar zu sein, zu welchem Zeitpunkt Sie kündigen, sollten Sie den Termin in der Arbeitnehmerkündigung nennen. Eine typische Formulierung ist beispielsweise Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag fristgerecht zum TT.MM.JJJJ. Achten Sie darauf, dass Sie dabei wirklich die Kündigungsfrist einhalten und die Arbeitnehmerkündigung tatsächlich fristgerecht erfolgt.
    • Handschriftliche Unterschrift. Absolut verpflichtend für jede Arbeitnehmerkündigung ist eine handschriftliche Unterschrift. Nachdem Sie das Dokument am Computer erstellt und ausgedruckt haben, müssen Sie dieses unbedingt selbst handschriftlich unterschreiben. Fehlt Ihre Originalunterschrift, ist die Arbeitnehmerkündigung unwirksam.

    Zusätzlich können Sie den Empfänger in der Arbeitnehmerkündigung darum bitten, Ihnen ein Arbeitszeugnis auszustellen. Dies steht Ihnen zu und Sie brauchen es für die Jobsuche. Allerdings ist diese Bitte ein Zusatz und hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit.

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Muster und Vorlage für eine Arbeitnehmerkündigung

Nach der Theorie wird es nun Zeit für die Praxis: Wir haben für Sie zwei kostenlose Vorlagen und Muster für eine Arbeitnehmerkündigung erstellt. So sehen Sie anschaulich, wie wie der Inhalt für eine wirksame Arbeitnehmerkündigung formuliert wird – und wie kurz eine Kündigung sein kann. Sie sollten nicht lange um den heißen Brei herum reden oder Ihre Entscheidung erklären.

Besser ist es, wenn Sie in einer Arbeitnehmerkündigung auf den Punkt kommen. Wenn Sie eine Arbeitnehmerkündigung verfassen wollen, können die folgenden Vorlagen helfen:

Arbeitnehmerkündigung: Kostenlose Vorlagen


Arnold Arbeitnehmer
Neustraße 9
0815 Hafenstadt

Arbeitgeber GmbH
Personalabteilung z.H. Herr Personaler
Bahnhofstraße 23
0815 Hafenstadt

Datum (TT.MM.JJJJ)


Kündigung meines Arbeitsvertrages, Personalnummer: 5678

Sehr geehrter Herr Personaler,

hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag, den ich mit Ihnen am TT.MM.JJJJ geschlossen habe, fristgerecht zum TT.MM.JJJJ.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieses Kündigungsschreibens sowie das genannte Datum, an dem der Arbeitsvertrag endet.

Außerdem bitte ich Sie um die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses, das Sie – falls möglich – an die obige Adresse senden.

Mit freundlichen Grüßen

Arnold Arbeitnehmer (handschriftliche Unterschrift)


Diese kostenlose Vorlage einer Arbeitnehmerkündigung können Sie auch hier als PDF herunterladen.

Ausführliche Arbeitnehmerkündigung


Anna Angestellte
Fantasiestraße 9
98765 Hauptstadt

Unternehmen AG
Uferweg 44
98765 Haupstadt

Datum (TT.MM.JJJJ)


Kündigung

Sehr geehrter Herr Schulze,

hiermit kündige ich meinen bestehenden Arbeitsvertrag vom TT.MM.JJJJ fristgerecht zum nächstmöglichen Datum, dem TT.MM.JJJJ.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal für die stets gute Zusammenarbeit bedanken. Ich durfte viel in Ihrem Unternehmen lernen und bin dankbar für die anhaltende Unterstützung während meiner Entwicklung. Ihnen und dem gesamten Team wünsche ich weiterhin alles Gute und viel Erfolg.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt meiner Kündigung sowie das Datum, zu dem der Arbeitsvertrag endet.

Überdies bitte ich Sie, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen.

Mit freundlichen Grüßen

Anna Angestellte (handschriftliche Unterschrift)

Diese kostenlose Vorlage einer Arbeitnehmerkündigung können Sie auch hier als PDF herunterladen.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
11. Dezember 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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