Referenzen in der Bewerbung: Mit bester Empfehlung

Womit können Sie Personaler in der Bewerbung überzeugen: Anschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse? Sicher. Denken Sie aber auch an sogenannte Referenzen.

Im Gegensatz zum Arbeitszeugnis sind Referenzen an keine gesetzlichen Vorgaben gebunden. Es besteht auch kein Anspruch darauf. Doch genau diese Freiwilligkeit macht das Referenzschreiben so wertvoll. Der Fürsprecher ist nicht nur wohlwollend – er WILL Sie empfehlen. Freiwillig! Und er oder sie bürgt dafür mit dem vollen Namen.

Referenzen in der Bewerbung können diese enorm aufwerten. Allerdings sollten Sie die Referenzgeber genau auswählen. Wir zeigen Ihnen hier, worauf Sie bei den Referenzen achten müssen und geben Tipps, Beispiele und Vorlagen für ein Referenzschreiben…

Referenzen in der Bewerbung: Mit bester Empfehlung

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Was sind Referenzen?

Bei einer Referenz (auch „Referenzschreiben“ oder „Empfehlungsschreiben“ genannt) handelt es sich um schriftliches Dokument (maximal 1 DIN A4-Seite), in dem der Aussteller („Referenzgeber“, in der Regel eine ehemalige Führungskraft) die Leistungen und berufliche Eignung der betreffenden Person positiv bewertet und sie als Arbeitnehmer für eine bestimmte Aufgabe oder Position empfiehlt. Ziel und Zweck der Referenz ist also, einen Bewerber für einen Job weiterzuempfehlen.

Im englischsprachigen Raum sind die „Letter of Recommendation“ längst Standard. Auch hierzulande werden Sie in den Bewerbungsunterlagen immer öfter verlangt. Mindestens aber gerne gesehen.

Zusätzliches Plus: Im Gegensatz zum Arbeitszeugnis sind Referenzen nicht an das Ex-Unternehmen gebunden. Als Referenzgeber kommen daher nicht nur aktuelle Vorgesetzte infrage, sondern auch ehemalige Chefs, Kunden oder fachlich renommierte Kollegen, Experten und Fachkräfte.


Vor allem Freiberufler und Berufseinsteiger profitieren von einem Referenzschreiben. Beide können ihrer Bewerbung in der Regel kein Arbeitszeugnis beifügen. Entweder, weil die entsprechenden Berufserfahrungen fehlen – oder weil es zuvor schlicht kein festes Beschäftigungsverhältnis gab.


Empfehlung oder Referenz: Was ist der Unterschied?

  • Während Empfehlungen meist an einen konkreten Empfänger gerichtet sind und den Schwerpunkt auf persönliche und zwischenmenschliche Stärken richten,
  • legen Referenzen den Schwerpunkt auf erworbene Qualifikation oder bislang ausgeübte Tätigkeiten und Erfolge, die den Arbeitgeber für die künftige Position qualifizieren. Das Referenzschreiben ist allerdings nicht an einen namentlich genannten Adressaten gerichtet, sondern allgemein gehalten.

Referenzschreiben kann man daher mehrfach verwenden und für verschiedene Bewerbungen nutzen. Das Empfehlungsschreiben hingegen ist – wegen der namentlichen Nennung des Empfängers – nur einmal verwendbar.

Der Begriff selbst stammt übrigens vom lateinischen „referre“ ab und bedeutet so viel wie „auf etwas zurückführen“, „sich auf etwas beziehen“, „berichten“.


Muss ich eine Referenz angeben?

Solange diese im Stellenangebot nicht explizit gefordert wird, zählt die Referenz zu den „freiwilligen (optionalen) Angaben“ in der Bewerbung. Wenn Sie in der Stellenanzeige um die Einreichung „vollständiger Bewerbungsunterlagen“ gebeten werden, müssen Sie diese also nicht zwingend dazu packen. Es kann aber sinnvoll und für die Bewerbungschancen hilfreich sein. Erst recht, wenn die Referenzen einen deutlichen Bezug zum Wunschjob haben.


Wie viele Referenzen kommen in die Bewerbung?

Auch bei Bewerbungen gilt: Die Dosis macht das Gift. Zu viele davon wirken unglaubwürdig und lenken vom Lebenslauf und Anschreiben ab. Die spielen bei der Bewerbung immer noch die Hauptrolle.

Als Faustregel können Sie sich merken:

Der Bewerbung werden maximal drei Referenzen beigefügt. Nie mehr.

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Für wen eignen sich Referenzen in der Bewerbung?

Referenzen eignen sich vor allem für Berufsanfänger, die noch kein Beschäftigungsverhältnis nachweisen können. Sie haben folglich auch noch kein Arbeitszeugnis. Um eine Referenz bitten können aber auch:

  • Praktikanten (von ihrem Betreuer im Praktikum)
  • Trainees (von ihrem Mentor oder Vorgesetzten)
  • Studenten (von ihrem Professor oder Dozenten)
  • Stipendiaten (von ihrem Professor oder Förderer)
  • Azubis (von ihrem Ausbilder)
  • Schüler (von ihrem Lehrer)
  • Ehrenamtler (von ihrer Organisation)

Die Referenz muss nicht unbedingt von einer Person des letzten Arbeitgebers verfasst werden, sondern kann prinzipiell von jeder Person geschrieben werden, mit der man schon zusammengearbeitet hat und die sich lobend und wohlwollend für einen verbürgt.


Experten vermuten, dass hierzulande bisher allenfalls jeder vierte Bewerber Referenzen in der Bewerbung nutzt. Damit werden Referenzen zur echten Chance, sich positiv von der Masse abzuheben und die Bewerbung aufzuwerten.


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Wen kann ich als Referenz angeben?

Als Referenzgeber eignen sich (ehemalige)…

  • Vorgesetzte
  • Personalchefs
  • Geschäftsführer
  • Arbeitgeber
  • Funktionäre
  • Professoren
  • Ausbilder
  • Kunden
  • Auftraggeber
  • namhafte Fachkräfte und Experten

Der Fürsprecher sollte allerdings einigermaßen neutral sein und einen möglichst hohen beruflichen Status genießen. Umso wertvoller wirkt die Fürsprache. Der Kollege vom Schreibtisch gegenüber ist also keine so gute Idee – so nett die Geste auch sein mag. Ebenso wenig eignen sich Bekannte, Verwandte, Freunde.

Einverständnis einholen

Überdies müssen Sie natürlich von jedem Fürsprecher und Referenzgeber vorher dessen Einverständnis einholen. Einfach so jemanden in der Bewerbung als Referenz angeben, geht nicht. Sollte der auf Nachfrage überrascht sein, schlägt die Wirkung ins Gegenteil um – und Sie sind als Aufschneider blamiert.


Faustregel

Der Referenzgeber sollte hierarchisch mindestens eine Position über der bewerteten Person stehen. Aufgewertet wird die Referenz dadurch, dass sich der Aussteller damit einverstanden erklärt, vom künftigen Arbeitgeber bei Rückfragen kontaktiert zu werden.


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Wo gibt man Referenzen in der Bewerbung an?

Hierfür stehen zwei Optionen zur Auswahl:

  • Im Anschreiben – und innerhalb der Anlagen.
  • Im Lebenslauf – bei der jeweiligen beruflichen Position.

In beiden Fällen erwähnen Sie den Referenzgeber aber nur namentlich, nicht mit deren Telefonnummer. Die steht nur im Referenzschreiben selbst, dass Sie den vollständigen Bewerbungsunterlagen extra beifügen.

Manche Bewerbungsexperten empfehlen zusätzlich die Verwendung einer sogenannten Referenzliste, die auch auf einem gesonderten Blatt aufgeführt werden kann. Aus unserer Sicht bläht diese die Bewerbung aber nur auf. Schreiben Sie in der Anlagenliste oder im Lebenslauf besser:


Referenz: Susanne Mustermann, Senior Managerin bei XY AG


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Aufbau: Wie ist ein Referenzschreiben aufgebaut?

Grundsätzlich existiert für Referenzen kein genormter oder definierter Aufbau. Das Referenzschreiben soll schließlich den Charakter eines individuellen und persönlichen Schreibens behalten.

Deswegen werden Referenzen in der Bewerbung immer in der Ich-Form verfasst.

Allerdings gibt es im Dokument ein paar Inhalte, die der Vollständigkeit halber enthalten sein sollten:

    Briefkopf
  • Vorname, Nachname des Ausstellers
  • Name von Unternehmen, Organisation, Universität
  • Anschrift
  • Direkte Telefonnummer (für Rückfragen)
  • Formalia

  • Datum
  • Betreff („Referenzschreiben für NAME BEWERBER“)
  • Inhalt

  • Kurze Selbstvorstellung (Wer ist der Verfasser, Gutachter?)
  • Verhältnis von Gutachter und Bewerber
  • Ausstellungsgrund (Jobwechsel, Ende des Praktikums, etc.)
  • Sachliche Empfehlung (Tätigkeitszeitraum, Aufgaben, etc.)
  • Erreichte Qualifikationen (Abschlüsse, Zertifikate, Weiterbildungen)
  • Erwähnenswerte Erfolge (Arbeitseinstellung, erbrachte Resultate)
  • Subjektive Empfehlung (Persönlichkeit, Softskills, Eignung für die Position)
  • Schluss

  • Datum, Unterschrift

Eine Geheimsprache, wie in Arbeitszeugnissen üblich, gibt es bei Referenzen nicht: Wer Sie nicht empfehlen kann, wird dies auch nicht tun. Wer Ihrer Bitte nachkommt, wird Sie entsprechend loben.

Referenzen Muster: Kostenlose Beispiele zum Download

Je dosierter solche Empfehlungen erfolgen, desto überzeugender wirken sie. Das gilt nicht nur für die Anzahl der beigefügten Referenzen, sondern natürlich auch für das Ausmaß des Lobes im Schreiben selbst.

Wir haben für Sie hier zwei kostenlose Referenzen-Muster zum Herunterladen oder Bearbeiten bereit gestellt. Wenn Sie das Referenzschreiben bearbeiten und editieren wollen, klicken Sie bitte einfach auf den Kasten. Danach können Sie den Mustertext beliebig umformulieren und überschreiben, anschließend kopieren und ausdrucken.

Musterbeispiel für das Referenzschreiben eines Ex-Chefs


Name des Referenzgebers
Anschrift
PLZ Wohnort
Telefonnummer
TT.MM.JJJJ



Referenzschreiben für ________


Nach langjähriger und hervorragender Arbeit in unserem Unternehmen hat sich Herr/Frau ________ dazu entschlossen, neue berufliche Herausforderung zu suchen. Ein Schritt, den ich als sein bisheriger Chef einerseits sehr bedauere, aber Herrn/Frau ________ dennoch wärmstens weiterempfehlen kann.

In der Zeit von TT.MM.JJJJ bis TT.MM.JJJJ hat Herr/Frau ________ in der Position als ________ für mich gearbeitet und dabei seine Aufgaben stets zu meiner vollsten Zufriedenheit und mit großem Elan und viel Engagement bewältigt. Ich habe ihn/sie als selbstständig denkenden und verantwortungsvollen und immer zuverlässigen Kollegen/in kennen und schätzen gelernt.

Herr/Frau ________ genießt bis heute einen hervorragenden Ruf bei seinen Kollegen und Kunden – nicht zuletzt wegen seiner/ihrer zahlreichen konstruktiven Vorschläge zur Lösung damaliger Probleme.

Neben der einwandfreien fachlichen Qualifikation zeichnet sich Herr/Frau ________ durch Optimismus, Freundlichkeit und hohe Teamfähigkeit aus. Ich halte ihn/sie etwa für eine Position als ________ für bestens geeignet und empfehle ihn/sie jederzeit für eine Beschäftigung in diesem Bereich.

Falls Sie hierzu noch Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne für telefonische Rückfragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
UNTERSCHRIFT


Beispiel eines Referenzschreiben für Ex-Praktikanten


Name des Referenzgebers
Anschrift
PLZ Wohnort
Telefonnummer
TT.MM.JJJJ



Referenzschreiben für ________


Frau ________ hat bei uns in der Zeit vom TT.MM.JJJJ bis TT.MM.JJJJ ein Praktikum im Bereich ________ absolviert. In dieser Zeit war ich Ihr Betreuer und Vorgesetzter.

Von Beginn an zeichnet sich Frau ________ durch Ihr außerordentliches Engagement und hohe Sorgfalt aus. Sowohl fachlich als auch sozial brachte sie sich sofort in das Team ein, glänzte durch ein sehr hohes Maß an Eigeninitiative und Hilfsbereitschaft. Ebenso war sie gegenüber Anregungen und Kritik aufgeschlossen und zu jeder Zeit lernwillig.

Hinsichtlich der großen Bandbreite an Aufgaben, die Frau ________ übernahm und mit Bravour erledigte, fällt es mir schwer, eine davon herauszupicken. Besonders erwähnen möchte ich aber das Projekt „________“, das sie selbst initiierte, organisierte und leitete. Dabei hat sie nicht nur in vorbildlicher Weise ________ geschafft, sondern auch ________ erreicht und damit einen wesentlichen Beitrag zu ________ geleistet.

Ich halte Frau ________ für eine hoch motivierte und zuverlässige Kollegin, die sich in meinen Augen besonders für eine Position als ________ qualifiziert hat. Ich kann sie uneingeschränkt für eine Beschäftigung in diesem Bereich empfehlen.

Falls Sie mich hierzu noch einmal telefonisch kontaktieren möchten, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
UNTERSCHRIFT



Selbstverständlich können Sie sich beide Mustervorlagen kostenlos als Word-Datei herunterladen:

Download Referenz Chef (WORD)

Download Referenz Praktikum (WORD)

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Wie kann ich nach einer Referenz fragen?

Ein Referenzschreiben wird nicht automatisch ausgestellt. Es ist eine „Holschuld“ – Sie müssen darum aktiv bitten beziehungsweise danach fragen.

Nachdem Sie einen geeigneten Verfasser gefunden haben, der Ihnen eine Referenz ausstellt, können Sie so vorgehen…

Referenzschreiben an der Universität

An der Universität sind Professoren es gewohnt um Referenzschreiben gebeten zu werden. Jedoch sollten Sie darauf achten, einen Professor auszuwählen, der Sie persönlich kennt und bei dem Sie einen guten Eindruck hinterlassen haben. Besonders gut eignet sich der Professor, der Ihre Abschlussarbeit betreut hat oder für den Sie als studentische Hilfskraft tätig waren.

So fragen Sie den Professor:

  • Wählen Sie einen geeigneten Zeitpunkt. Schreiben Sie eine E-Mail oder vereinbaren Sie einen Termin in der Sprechstunde. Eine Anfrage zwischen Tür und Angel macht keinen guten Eindruck.
  • Sagen Sie präzise, was Sie brauchen. Der Professor muss wissen, ob es um eine Einschätzung der persönlichen oder der fachlichen Eignung geht. Bei einem Stipendium für ein Forschungsvorhaben steht beispielsweise die fachliche Eignung des Kandidaten im Vordergrund.
  • Erläutern Sie Ihr Vorhaben. Erklären Sie dem Professor genau, was Sie machen möchten und warum Sie dieses Ziel anstreben. Das hilft dabei, das Referenzschreiben auf Ihr Vorhaben auszurichten.
  • Liefern Sie alle notwendigen Unterlagen. Machen Sie es dem anderen so leicht wie möglich. Liefern Sie von sich aus alle notwendigen Unterlagen, wie eventuelle Vordrucke, Ihre Zeugnisse und Ihren Lebenslauf.
  • Planen Sie genügend Zeit ein. Professoren haben viel zu tun. Daher sollten Sie damit rechnen, dass Sie Ihr Referenzschreiben nicht innerhalb von ein paar Tagen erhalten. Sprechen Sie ihn mindestens vier bis fünf Wochen vor dem Abgabetermin an.
  • Informieren Sie über formale Kriterien. Gelten bestimmte Richtlinien für das Schreiben, ist es an Ihnen, den Professor darüber zu informieren. Dazu zählt auch, in welcher Sprache Sie das Schreiben brauchen.

Beispielformulierung:


Sehr geehrter Professor Mustermann,

wie Sie sich bestimmt erinnern, haben Sie meine Bachelorarbeit über die internationalen Sanktionen gegen Simbabwe betreut. Nun möchte ich mich für den Master Friedens- und Konfliktforschung an der TU Darmstadt bewerben und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir ein Referenzschreiben ausstellen. Der Abgabetermin für die Bewerbung ist am xx.yy.zzzz. Die notwendigen Unterlagen bringe ich Ihnen gerne vorbei. Ich freue mich, wenn Sie die Zeit hätten, in einem persönlichen Gespräch nähere Details zu besprechen.


Referenzschreiben im Job

Als Angestellter ist die Entscheidung, wen Sie fragen, von großer Bedeutung. Planen Sie einen Jobwechsel, wollen diesen aber noch nicht an die große Glocke hängen, können Sie nicht Ihren direkten Vorgesetzten fragen. Der würde den Braten sofort riechen.

In diesem Fall sollten Sie einen ehemaligen Chef oder Leistungsträger aus anderen Abteilungen fragen. Vorsicht ist geboten, wenn Sie im eigenen Unternehmen fragen. Dies sollten Sie nur tun, wenn Sie absolutes Vertrauen zu der Person haben, die Sie fragen. Ansonsten sickert die Information höchstwahrscheinlich zum Chef durch.

Wechselt Ihr Vorgesetzter, sollten Sie immer nach einer Referenz fragen. Es ist die optimale Gelegenheit, sich gute Leistungen bescheinigen zu lassen. Damit sichern Sie sich auch ab, falls es mit dem neuen Chef nicht klappt.

So fragen Sie den (ehemaligen) Chef:

  • Fragen Sie persönlich. Geht es um eine Beförderung, vereinbaren Sie eine persönlichen Termin mit Ihrem Chef. Möchten Sie eine Referenz von einem ehemaligen Chef, melden Sie sich am besten telefonisch bei diesem. E-Mail geht auch. Aber alles, was schriftlich passiert, wird auch dokumentiert und könnte gegen Sie verwendet werden, wenn es in die falschen Hände gerät.
  • Bringen Sie gute Leistungen, bevor Sie fragen. Nur wer gute Leistung bringt, wird auch empfohlen. Halten Sie Beispiele bereit, die das belegen.
  • Begründen Sie in der Anfrage. Insbesondere, warum Sie für den künftigen Job geeignet sind. Damit geben Sie bereits eine grobe Richtung des Schreibens vor und erklären, wo Sie Ihre Stärken sehen.

Beispielformulierung:


Lieber Herr Mustermann,

nachdem ich nun fünf Jahre für dieses Unternehmen in der Marketingabteilung tätig bin, würde ich mich gerne weiterentwickeln und mich für die intern ausgeschriebene Stelle als Leiter der Abteilung XY bewerben. Sie haben in diesen fünf Jahren meinen Werdegang im Unternehmen begleitet und gefördert. Dafür möchte ich mich bedanken. Da Sie meine Fähigkeiten aber auch am besten einschätzen können, bitte ich Sie, mir für diesen Zweck ein Referenzschreiben auszustellen…


Referenzschreiben als Freiberufler

Als Freiberufler sollten Sie namenhafte Kunden der Branche auswählen sowie jene, die besonders zufrieden mit Ihrer Leistung sind:

  • Gehen Sie aktiv auf Ihre Kunden zu. Fragen Sie nach einem abgeschlossenen Projekt, ob der Kunde zufrieden mit Ihrer Arbeit war. Viele Kunden sind zwar zufrieden, vergessen dies aber zu äußern.
  • Halten Sie Lob schriftlich fest. Erhalten Sie Lob von Kundenseite, sollten Sie dieses unbedingt aufschreiben und nachfragen, ob Sie dieses verwenden dürfen.
  • Holen Sie sich ein schriftliches Einverständnis. Würden Sie gerne ein positives Statement Ihres Kunden auf Ihrer Website verwenden, brauchen Sie das schriftliche Einverständnis. Erläutern Sie, wofür Sie das Statement verwenden möchten und lassen Sie sich schriftlich bescheinigen, dass der Kunde mit der Nennung seines Namens und seiner Position einverstanden ist.
  • Bitten Sie um Firmenpapier. Sollten Sie eine schriftliche Referenz erhalten, bitten Sie darum, diese auf Firmenpapier ausstellen zu lassen. Das erhöht die Glaubwürdigkeit.

Beispielformulierung:


Lieber Herr Mustermann,

herzlichen Dank für die jahrelange gute Zusammenarbeit. In einem unserer Gespräche sagten Sie: „Unsere Zusammenarbeit war sehr angenehm. Wir haben uns gut betreut gefühlt und sind von der Qualität des Produkts begeistert.“ Es freut mich, dass Sie mit meiner Leistung zufrieden sind. Damit auch andere davon profitieren können, würde ich Sie gerne mit dieser Aussage namentlich auf meiner Website zitieren. Über Ihr Einverständnis hierfür würde ich mich freuen.


Referenzschreiben für die Wohnungssuche

Immer mehr Vermieter verlangen von potenziellen Mietern nicht nur eine Bürgschaft, sondern auch eine Empfehlung (bisheriger Vermieter). Das macht die Wohnungssuche nicht gerade einfacher, gibt Ihnen aber auch eine Chance, als Mieter in spe positiv aus der Masse der Bewerber herauszustechen.

Fragen und bitten Sie also bisherige Vermieter (insbesondere wenn Sie im Guten ausziehen), ob der oder die Sie bei der Suche nach einer neuen Wohnung unterstützt und Ihnen eine Empfehlung schreiben kann.

Beispielformulierung:


Sehr geehrter Herr/Frau VERMIETER,

leider muss ich aufgrund eines Jobwechsels umziehen und mir eine neue Wohnung suchen. Hierzu möchte ich Sie höflich bitten, mir ein Referenzschreiben auszustellen. Damit würden Sie meine Chancen bei der Wohnungssuche erheblich verbessern.

Unser langjähriges Mietverhältnis und die Erfahrung mit mir als zuverlässigen und gewissenhaften Mieter, geben Ihnen sicher ein paar Anhaltspunkte, um mich als Mieter gut bewerten.

Ich freue mich, wenn Sie sich die Zeit dazu nehmen. Weitere Details oder eine erste Vorlage übermittle ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch.


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Welche Vorteile haben Referenzen in der Bewerbung?

Wie oben schon angesprochen, geschieht das Abgeben einer Referenz freiwillig. Wenn der Arbeitsvertrag endet, haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Das muss zudem „wohlwollend“ formuliert werden. Aber niemand muss Ihnen ein Referenzschreiben ausstellen.

Das macht die Referenz enorm glaubwürdig. Entsprechend lässt sich die Bewerbung damit aufwerten. Erst recht, wenn alle anderen Mitbewerber und Kandidaten „nur“ Arbeitszeugnisse vorweisen können.

Zweiter Vorteil: Referenzen sind ein adäquater Ersatz für ein Arbeitszeugnis. Sei es, weil Sie als Berufsanfänger noch keine haben oder als bisher Selbstständiger gar keinen Anspruch darauf haben (von wem?).

Sie können aber auch ein vielleicht weniger schmeichelhaftes Zeugnis kaschieren. Das legen Sie der Bewerbung dann natürlich nicht bei, sondern dafür eine Referenz.

Drittel Vorteil: Referenzen werden fast immer gelesen. Eben weil es hierfür keine Standards oder „Geheimcodes“ gibt, sind sie persönlicher und damit für Leser (Personaler) ebenso interessant wie aufschlussreich.

Und Sie haben fast immer eine positive Wirkung…


Le Big Bluff: Mit Referenzen zum Topjob

Als Ito Morabito in Marseille seine Laufbahn begann, kannte ihn keine Socke. Alles, was er vorweisen konnte, waren übergroßer Ehrgeiz und eine übergroße Zahnlücke. Immerhin: Das „Milchgesicht aus Marseille“ hatte sich in den Kopf gesetzt, ein Top-Designer bei Luxusmarken, wie Gucci, Prada oder Louis Vuitton zu werden.

Die Voraussetzungen waren allerdings nicht die besten: Morabito, damals gerade 20, hatte seine Ausbildung an einer Designschule abgebrochen und auf seine Bewerbungen als Designer erhielt er nicht einmal Absagen.

Also erfand er sich den Erfolg: Statt weiter Bewerbungen zu schreiben, schuf er für die Marken, die ihn so beharrlich ignorierten, völlig neue und coole Produkte:

  • Für Louis Vuitton schuf er einen Rucksack.
  • Für Gucci eine Villa in G-Form.
  • Ein Feuerzeug für Bic.
  • Für Apple den „Hack-Mac“, einen Rucksack mit Camouflageoptik.

Zudem nannte er sich fortan „Ora-Ito“ (was viel cooler klingt) und packte seine Entwürfe ins Internet.

Sein Glück: Das französische Lifestylemagazin „Jalouse“ veröffentlichte seine Entwürfe und die Luxusmarkenartikler bekamen auf einmal Anfragen von Kunden, die die hippen Sachen kaufen wollten, obwohl es sie gar nicht gab. Fast 2000 Anfragen gingen angeblich allein bei Louis Vuitton ein.

Doppeltes Glück: Die Luxusartikler überzogen Morabito nicht mit Markenrechtsklagen, sondern buhlten nun ihrerseits um die Gunst des dreisten, aber offenbar begabten Plagiateurs.

Es wird noch besser: Neben Louis Vuitton & Co. interessierten sich nun auch andere Firmen für den Franzosen und belohnten ihn mit Design-Aufträgen. Heute ist Morabito 36 und entwirft unter anderem für Adidas, Artemide oder Swatch ganz legal Produkte und beschäftigt obendrein 15 Mitarbeiter in Paris. Mit dem frechen Bluff erfundener Referenzen vollbrachte er das Kunststück, sich einen gut bezahlten und obendrein begehrten Topjob zu ergaunern. Chapeau!


[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

Weiterführende Quellen und Ratgeber

Tipps zur Bewerbung
Bewerbungsvorlagen
11 Bewerbungsformen
ABC der Bewerbungstipps
Bewerbungsmappe
Bewerbungsfoto
Deckblatt
Kurzprofil

Tipps zum Lebenslauf
Tabellarischer Lebenslauf
Lebenslauf Vorlagen
Praktika im Lebenslauf
Hobbys im Lebenslauf
Arbeitslosigkeit im Lebenslauf
Lücken im Lebenslauf

Tipps zum Anschreiben
Bewerbungsschreiben
Einleitungssatz im Anschreiben
Schlusssatz im Anschreiben
Interessen im Anschreiben
Stärken im Anschreiben
Anlagenverzeichnis

Tipps zum Arbeitszeugnis
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Geheimcodes im Zeugnis
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Tätigkeitsbeschreibung
Referenzen & Muster

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Online-Bewerbung
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Bewerbung für Minijobs
Bewerbung nach Kündigung

18. September 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.

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