Anlagenverzeichnis: Welche Anlagen in der Bewerbung?

Zu einer vollständigen Bewerbung gehören immer Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf und relevante Anlagen. Damit die Bewerbungsunterlagen nicht wie eine Loseblattsammlung wirken (insbesondere bei mehreren Unterlagen), ist ein sogenanntes Anlagenverzeichnis empfehlenswert.

Wenn Sie Ihre Bewerbung nach DIN 5008 verfassen, gehört dieser Verweis ans Ende des Anschreibens. Nicht in den Lebenslauf.

Sollte der Platz hierfür im Bewerbungsschreiben fehlen, können Sie auch ein sogenanntes Deckblatt verwenden. Es ist eine Art kompakte Inhaltsangabe der Bewerbung. Die Anlagen werden dann dort aufgelistet…

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Anlagenverzeichnis: Welche Anlagen in der Bewerbung?

Reihenfolge: Wie wird das Anlagenverzeichnis aufgebaut?

Sinn und Zweck des Anlagenverzeichnisses ist, dem Leser – in dem Fall einem Personalentscheider – einen schnellen Überblick zu geben, wie die Bewerbungsunterlagen aufgebaut sind und was sie enthalten.

Das Ergebnis im Anschreiben könnte dann zum Beispiel so aussehen:


Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir einen ebenso engagierten wie erfahrenen Mitarbeiter gewinnen.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift Lebenslauf Bewerbung Beispiel

ANLAGEN:
– Lebenslauf
– Zeugnisse
– Referenzen



Bei den Anlagen in der Bewerbung haben Sie grundsätzlich zwei Optionen, wie Sie Ihre Unterlagen sortieren:

  1. Chronologisch
    Sie sortieren Zeugnisse, Zertifikate und Referenzen in der Reihenfolge, wie Sie diese zeitlich erworben haben.
  2. Synchron
    Vor allem Berufserfahrene schreiben ihren Lebenslauf umgekehrt chronologisch, im sogenannten amerikanischen Stil. Also mit der aktuellen Position zuerst. In dem Fall empfiehlt sich, auch den Anlagenverweis so zu sortieren, dass die Reihenfolge der Dokumente den Stationen im Lebenslauf entspricht.

Die wichtigste Regel für die Anlagen in der Bewerbung aber lautet:


Die Anlagen in der Bewerbung sollten IMMER eine logisch und nachvollziehbare Sortierung aufweisen, damit die Bewerbung nicht wie zusammengewürfelt aussieht. Ein unsortierter Anhang sieht stets schlampig aus.


Wie werden Anlagen genannt?

Dem Anhang können Sie unterschiedliche Überschriften geben. Am gebräuchlichsten sind:

➠ Anlagen
➠ Anlagenverzeichnis
➠ Inhalt
➠ Anhang

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Inhalt: Welche Anlagen dürfen ins Anlagenverzeichnis?

Folgende Beigaben sind zur Bewerbung möglich:


Anlagen in der Bewerbung:
Pflichtangaben + optionale Dokumente
  • Arbeitszeugnisse (max. 3)
    ➠ Zeugnisse der letzten Jobs (ggfls. auch Praktika)
    ➠ Ingesamt nicht mehr als 3 Zeugnisse
    ➠ Nur Kopien nie Originale!
  • Ausbildungsnachweise
    ➠ Zeugnis des höchsten Bildungsabschlusses (Ausbildung, Studium)
    ➠ Schulabschlusszeugnis (Abitur, Realschule, Hauptschule)
    ➠ Nachweise über Fortbildungen (nur für den Job relevante)
    ➠ Beglaubigte Übersetzungen (von Auslandszeugnissen)
  • Zertifikate und Bescheinigungen (optional)
    ➠ Führungszeugnis (falls verlangt)
    ➠ Führerschein (falls verlangt)
    ➠ Ehrenämter
    ➠ Kursteilnahme
  • Referenzen und Empfehlungsschreiben (optional)
    ➠ Insgesamt nicht mehr als 3 Referenzen
    ➠ Arbeitsproben (falls verlangt)
    ➠ Kompetenzprofil (optimal bei Berufswechslern)



Insbesondere Auslandsstationen machen sich gut im Lebenslauf. Nachweise oder Zeugnisse, die Sie dort bekommen haben, sollten auf jeden Fall ins Deutsche übersetzt und beglaubigt werden (übrigens auch Hochschulzeugnisse).

Nicht jeder Personaler kann englische Dokumente sofort einordnen. Und bei Chinesisch oder Spanisch geht das Verständnis in der Regel gegen Null.


Bewerben mit Anlagen: Arbeitszeugnisse nie weglassen!

Das Arbeitszeugnis hat in der Vergangenheit stark an Glaubwürdigkeit verloren. Nicht nur weil sogenannte Gefälligkeitszeugnisse zugenommen haben. Sondern weil sich zahlreiche Bewerber – mit Einverständnis des Arbeitgebers – inzwischen das Zeugnis selber schreiben.

Dennoch erwarten immer noch 87 Prozent der Personalverantwortlichen, dass Bewerber Arbeitszeugnisse vollständig beifügen. Die Ergebnisse decken sich mit unseren Erfahrungen: Fehlende Zeugnisse wirken negativer als schlechte. Bewerbungen, denen gar kein Arbeitszeugnis beiliegt, haben die allergeringsten Erfolgsaussichten. Der Grund: Der Verdacht, der Bewerber wolle so etwas verschleiern, wiegt schwer.


Auswahl: Welche Anlagen sind für die Bewerbung relevant?

Mit Ausnahme einer formlosen Bewerbung und einer Kurzbewerbung gehören Anlagen in praktisch jede Bewerbungsmappe.

Allerdings sollten Sie diese nicht überfrachten. Bleiben also die Fragen:

  • Was sind überhaupt relevante Zusätze?
  • Wie viele Anlagen gehören in die Bewerbungsunterlagen?

Um hier eine Antwort zu finden, muss man die Frage zunächst anders stellen: Welchen Zweck hat der Anhang überhaupt?


Anlagen dienen dem Personaler in erster Linie als objektiver Beleg für die Angaben im Lebenslauf und Anschreiben. Sie können die dort beschriebenen Kompetenzen und Erfahrungen um Details erweitern oder bewerten – wie beim Zeugnisse und dessen Codes.



Relevant sind damit alle Unterlagen, die unterstreichen, dass Sie alle erforderlichen Qualifikationen für die angestrebte Position mitbringen – und diesbezüglich auch einschlägige Erfahrungen und Erfolge nachweisen.

Je näher sich die Auswahl am künftigen Job orientiert, desto besser. Denn Personaler haben zur Durchsicht nicht unbegrenzt Zeit (und Lust).

  • Wer also beispielsweise 30 Jahre alt ist und schon einige Berufserfahrung vorzuweisen hat, braucht sein Abiturzeugnis nicht mehr beifügen, wenn in den Anlagen schon das Hochschulzeugnis zu finden ist. Dass so jemand Abitur hat, ergibt sich daraus.
  • Genauso wenig sollten Sie Nachweise branchenfremder Weiterbildungen oder Praktika beifügen. Wenn Sie sich nicht gerade als Fahrer bewerben – wen interessiert dann schon Ihr Führerschein?

Sollten Personaler derlei Nachweise dennoch interessieren, können Sie die immer noch auf Wunsch nachreichen oder zum Vorstellungsgespräch mitbringen.

Eine entsprechende Formulierung unter dem Anlageverzeichnis könnte lauten:


Sollten Sie an weiteren Zeugnissen und Nachweisen interessiert sein, reiche ich diese gerne nach oder bringe sie zum Vorstellungsgespräch mit. Eine kurze Rückmeldung dazu reicht.


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Maximum: Wie viele Anlagen dürfen es insgesamt sein?

Allgemein gilt: Je kompakter das Anlagenverzeichnis, desto besser.

Natürlich haben Personaler hier unterschiedliche Vorstellungen, wie etwa auch unser Arbeitgebercheck ermittelt hat. Hier lautete die häufigste und leider immer noch recht unkonkrete Aussage: „Fügen Sie alle relevanten Unterlagen bei – aber auch nicht mehr!“

Als Faustregeln lassen sich aus den Aussagen der Personalverantwortlichen ableiten:


Maximale Anzahl der Anlagen in der Bewerbung

Nachweis der höchsten (Hoch)Schulausbildung1
Qualifizierende Arbeitszeugnisse
der jüngsten Jobs und Positionen
max. 3
Aussagekräftige Referenzen, Arbeitsproben oder Testimonialsmax. 3
Zertifikate von relevanten Fortbildungenmax. 3
Kopie des Führerscheins
(nur falls verlangt)
(1)
Maximale Summe10


Anlagen-Tipp: Nichts unterschlagen!

Bleiben Sie bei der Auswahl der Unterlagen unbedingt bei der Wahrheit. Die schlechte Beurteilung aus dem aktuellen Job zu unterschlagen, weil sie schlecht ist, wäre fatal. So etwas fällt jedem geschulten Personaler sofort auf und die kritische Nachfrage kommt garantiert.

In dem Fall hilft also nur, den Malus im Anschreiben, spätestens aber im Bewerbungsgespräch proaktiv anzusprechen und zu erklären beziehungsweise zu relativieren.

Anlagen in der E-Mail-Bewerbung

Falls Sie bei der E-Mail-Bewerbung eingescannte Zeugnisse und andere Dokumente anhängen, achten Sie bitte darauf, die Datenmenge zu begrenzen.

Drei Empfehlungsschreiben und ebenso viele Zeugnisse der letzten drei Stationen sind hierbei die absolute Obergrenze. Die sollten Sie aber nicht einzeln anhängen, sondern vorher in einem PDF zusammenfassen. So muss der Personaler später weniger Dateien öffnen.

Die Datei sollte insgesamt nicht größer als vier Megabyte sein sowie aussagekräftig benannt werden. Heißt: Sie muss später eindeutig zugeordnet werden können.

Zeugisse.pdf
Zeugnisse-Susanne-Mustermann.pdf


Weitere Tipps hierzu finden Sie in unserem Ratgeber zur Online-Bewerbung.



Auch wenn dieser Artikel in aller Ausführlichkeit die Bewerbung mit Anlagen beziehungsweise den idealen Aufbau eines Anlagenverzeichnisses behandelt: Überzeugen müssen nach wie vor in erster Linie der Lebenslauf und das Anschreiben. Hier sollten Sie die meiste Zeit und größte Sorgfalt investieren.

Wir wünschen bei der Bewerbung viel Erfolg!


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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

Weiterführende Quellen und Ratgeber

Tipps zur Bewerbung
Bewerbungsvorlagen
11 Bewerbungsformen
ABC der Bewerbungstipps
Bewerbungsmappe
Bewerbungsfoto
Deckblatt
Kurzprofil

Tipps zum Lebenslauf
Tabellarischer Lebenslauf
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18. Juni 2020 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt mehr als 20 Jahre als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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