Formlose Bewerbung: Tipps zum Aufbau und Schreiben

Mit dem Ausdruck „formlose Bewerbung“ ist nicht gemeint, dass Ihre Bewerbungsunterlagen aussehen, als wären die völlig aus der Form geraten und wild zusammengewürfelt. Tatsächlich ist eine formlose Bewerbung im Kern eine sogenannte Kurzbewerbung. Sie enthält nicht viel mehr als ein kurzes Anschreiben, einen tabellarischen Lebenslauf und vielleicht noch eine dritte Seite mit den wichtigsten Fakten und einem Bewerbungsfoto. Nur wenn in der Stellenausschreibung ausdrücklich weitere Unterlagen gefordert werden, müssen Sie diese beifügen. Ansonsten reichen bei der Formulierung „Schicken Sie uns Ihre formlose Bewerbung an…“ die obigen Elemente fürs Erste völlig aus…

Formlose Bewerbung: Tipps zum Aufbau und Schreiben

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Warum verlangen Arbeitgeber eine formlose Bewerbung?

Ursprünglich stammt die formlose Bewerbung aus Bewerbungsprozessen in großen Unternehmen und Behörden, die ein formales Prozedere für eine Bewerbung hatten: Nichts ging, ohne dass zuvor entsprechende Formulare ausgefüllt werden mussten.

Heute lässt der Wunsch nach einer solchen Bewerbungsform darauf schließen, dass das Zielunternehmen mit vielen Anfragen rechnet und sich einen möglichst schnellen Überblick über die Kandidaten verschaffen will. Personaler wollen hier nicht lange durch dicke Bewerbungsmappen wühlen, sondern gleich das Wesentliche finden und zügig eine Vorauswahl treffen.

Für Sie bedeutet das: Sie haben nicht viel Zeit und Platz, den Leser zu überzeugen. Im Durchschnitt und bei klassischen Bewerbungsunterlagen nehmen sich Personaler kaum mehr als drei bis fünf Minuten Zeit für einen Kandidaten. Bei der formlosen Bewerbung dürften es noch weniger sein.

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Wann lohnt sich die formlose Bewerbung?

Die formlose Bewerbung lohnt sich beispielsweise in diesen Fällen:

1. Bewerbung als Aushilfe

Ob als Studentenjob neben dem Studium oder für eine Praktikumsstelle: In der Regel werden bei der Bewerbung als Aushilfe keine vollständigen Bewerbungsunterlagen erwartet. In vielen Fällen sind die Anforderungen niedrig und die Einarbeitungszeit aufgrund leichter Tätigkeiten kurz. Von Bewerbern sind dann vor allem Motivation und soziale Kompetenzen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gefragt.

2. Bewerbung auf eine interne Stelle

Bei internen Stellenausschreibungen ist die Bewerbung manchmal eine reine Pro-forma-Angelegenheit. Der oder die Mitarbeiterin ist seit Jahren im Unternehmen, es existiert eine Personalakte mit allen Zeugnissen aus vorherigen Beschäftigungsverhältnissen. Jetzt geht es nur noch darum, sich dem Abteilungsleiter mit bisherigen Leistungen in Erinnerung zu bringen. Je nach Unternehmensgröße kann es aber vorkommen, dass die interne Stelle öffentlich ausgeschrieben werde MUSS. In dem Fall kommen Sie an einer internen Bewerbung nicht vorbei. Allerdings reicht dann eben die Kurzbewerbung, weil die restlichen Unterlagen schon vorliegen.

3. Inititativbewerbung

Die formlose Bewerbung können Sie ebenso zur Initiativbewerbung nutzen. Also wenn es keine konkrete Stellenanzeige gibt, auf die Sie sich bewerben könnten. In dem Fall formulieren Sie Ihr Bewerbungsschreiben und den Lebenslauf gewissermaßen ins Blaue hinein. Um dennoch Ihre Ernsthaftigkeit zu betonen, sollten Sie am Ende der formlosen Bewerbung aber darauf hinweisen, dass Sie bei Interesse gerne die alle erforderlichen Unterlagen nachreichen und für ein Gespräch jederzeit zur Verfügung stehen.

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Was müssen Sie bei der Bewerbung beachten?

Auch wenn Sie für die formlose Bewerbung nicht mehr brauchen als ein Anschreiben (max. 1 DIN A4 Seite) und einen tabellarischen Lebenslauf (max. 3 Seiten): Nehmen Sie die „Bewerbung ohne Form“ nicht auf die leichte Schulter. Es bleibt eine ernsthafte Bewerbung, die immer noch übersichtlich und aussagekräftig sein muss.

Prüfen Sie daher genau, was in der Stellenausschreibung (falls vorhanden) verlangt wird: Welche Schlüsselqualifikationen sollten Sie nennen? Welche Stärken und Erfahrungen sind für die Position relevant? Was sind Ihre Alleinstellungsmerkmale? Womit können Sie punkten?

Sie erinnern sich? Wenn eine formlose Bewerbung verlangt wird, rechnen Personaler höchstwahrscheinlich mit vielen Bewerbungen. Die Konkurrenz ist also besonders groß. Bedeutet: Sorgfalt, klare Strukturen und professionelle Bewerbungsunterlagen sind hierbei ausschlaggebend.

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Tipps für den Aufbau einer formlose Bewerbung

Angesichts des knappen Umfangs der formlosen Bewerbung müssen Sie schnell auf den Punkt kommen. Streichen Sie alles Überflüssige und Irrelevante. Für den Aufbau Ihrer Bewerbungsunterlagen heißt das:

Tipps fürs Anschreiben

Nennen Sie bereits beim Einleitungssatz und -absatz wesentliche Argumente und beschreiben Sie nicht lang und breit, wie und wo Sie die Stellenanzeige gefunden haben oder dass Sie „teamfähig und belastbar“ sind. Solche Floskeln dienen Personalern allenfalls als Einschlafhilfe.

Besonders wichtig ist Ihre Motivation: Warum wollen Sie diesen Job? Warum möchten Sie für dieses Unternehmen arbeiten? Spätestens im zweiten Absatz sollten Sie ein paar Worte über Ihre Qualifikationen verlieren. Aber bitte nicht nachbeten, was schon im Lebenslauf steht! Es geht um den Mehrwert, den Sie bieten, und was Sie für diesen Arbeitgeber einzigartig und nützlich macht. Am Ende erwähnen Sie, dass Sie – auf Wunsch – etwaige Empfehlungsschreiben oder Arbeitszeugnisse nachreichen. Ansonsten können Sie sich an dem Aufbau einer Bewerbung nach DIN 5008 orientieren.

Tipps für den Lebenslauf

Der tabellarische Lebenslauf sollte maximal drei Seiten, hier besser nur zwei DIN A4 Seiten haben. Er muss weiterhin lückenlos sein. Der Schwerpunkt liegt auch bei der formlosen Bewerbung auf relevanten Berufserfahrungen, Kenntnissen, Interessen und Hobbys. Heißt: Sie bestimmen – nach Relevanz – welche Passagen Sie ausführlicher formulieren und welche knapper (weil weniger relevant). Die jeweiligen Tätigkeitsbeschreibungen sollten Sie fokussieren und in kurzen, prägnanten Stichworten skizzieren, was Sie können.

Wer der formlosen Bewerbung keine weitere Seite hinzufügt, sollte den Lebenslauf um ein Bewerbungsfoto ergänzen. Das ist zwar heute nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Das Bewerbungsfoto wird aber weiterhin gerne von Personalern gesehen. Es transportiert ein bisschen was von Ihrer Persönlichkeit und rundet das Gesamtbild Ihrer Bewerbung buchstäblich ab.

Tipps für Kurzprofil oder Dritte Seite

Im Gegensatz zum Anschreiben, befasst sich das Kurzprofil nur mit den Kompetenzen des Bewerbers. Bei einer formlosen Bewerbung können Sie dies noch einmal reduzieren – etwa auf das Format eines Deckblatts. Auch hierfür empfiehlt sich die tabellarische Form mit Aufzählungen. Darin enthalten: Absender und Adressangaben, Titel: „Kurzprofil“, Bezug zur Stellenanzeige, relevante Qualifikationen, passende Soft Skills – und gegebenenfalls Bewerbungsfoto (sofern nicht schon im Lebenslauf). So hat der Personaler alle Infos schnell im Blick.

PS: Noch ein Tipp zum Schluss! Nutzen Sie das Postskriptum (PS:) um zusätzliche Aufmerksamkeit für Ihre formlose Bewerbung zu erzeugen und einen Gruß oder ein Motiv zu verfassen, das positiv in Erinnerung bleiben. Es sind zwar nur zwei unscheinbare Buchstaben – jedoch mit großer Wirkung! Egal, was und wie viel Sie in Ihrer Bewerbung geschrieben haben: Ein PS wird immer gelesen.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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