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Bewerbung in der Schweiz: Tipps + Unterschiede

Die Bewerbung in der Schweiz ähnelt prinzipiell der deutschen. Anschreiben, Bewerbungsfoto, Lebenslauf… Die Bewerbungsunterlagen benötigen Bewerber auch in Helvetien. Es gibt allerdings Besonderheiten und Unterschiede, die von den Gepflogenheiten in Deutschland abweichen und die Sie bei einer Schweizer Bewerbung beachten sollten. Vor allem in der Sprache und Mentalität. Die Tücken lauern im Detail – wir geben Tipps, wie Sie diese vermeiden. Der erste: Schwyzerdütsch ist für Preußen tabu…



Bewerbung in der Schweiz: Tipps + Unterschiede

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Bewerbung in der Schweiz: Inhalt

Der Schweizer Bewerbungsprozess unterscheidet sich nicht groß von dem deutschen. Wer sich als Deutscher bei einem Schweizer Unternehmen bewerben will, muss die bisherigen Gewohnheiten nicht komplett ablegen. Grundsätzlich werden im Alpenland dieselben Bewerbungsunterlagen verlangt wie bei der Bewerbung hierzulande.

Bewerbungsunterlagen in der Schweiz

  1. Bewerbungsschreiben („Bewerbungsdossier“)
  2. (Deckblatt)
  3. Lebenslauf mit Bewerbungsfoto
  4. Motivationsschreiben (Dritte Seite oder Kurzprofil)
  5. Anhang (= „Beilagen“: Arbeitszeugnisse, Referenzen)

Die Reihenfolge der Bewerbungsunterlagen ist in der Schweiz identisch mit der in Deutschland (siehe Liste oben).
Bewerbungsmappe Aufbau Reihenfolge

Wichtige Bewerbungsregeln für die Schweiz

  • eMail-Bewerbung
    Auch in der Schweiz hat sich die E-Mail-Bewerbung längst durchgesetzt. Achten Sie aber bitte auf „vollständige“ Unterlagen.
  • Begleitschreiben
    Wird in der Stellenanzeige ein „Begleitschreiben“ verlangt, ist damit das Motivationsschreiben gemeint. Inhaltlich entspricht es dem deutschen Dokument.
  • Aufbau
    Der Lebenslauf wird auch in den Alpen „antichronologisch“ verfasst: mit der aktuellsten Position zuerst. Ebenso muss er lückenlos sein.
  • Seitenzahl
    Das Anschreiben umfasst nicht mehr als eine Seite, der Lebenslauf maximal zwei Seiten. Halten Sie alles prägnant und präzise – keine Romane schreiben!
  • Individualität
    Vermeiden Sie unbedingt den Eindruck einer Massenbewerbung. Floskeln sind tabu. Vor allem das Anschreiben muss persönlich und originell geschrieben sein.
  • Nachweise
    Qualifikationsnachweise legen Bewerber nur auf Nachfrage bei. Umso wichtiger sind bei der Bewerbung in der Schweiz Empfehlungsschreiben und Referenzlisten.

Hat Ihre Bewerbung überzeugt, geht es auch in der Schweiz mit einem Vorstellungsgespräch oder Assessment Center weiter.

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Bewerbung in der Schweiz: Unterschiede

Bitte beachten Sie: Die Schweiz ist ein multilinguales Land! Neben Deutsch wird dort ebenso Italienisch, Französisch und Rätoromanisch gesprochen. Bewerber sollten möglichst die Sprache in der Region ihres Wunschunternehmens nutzen.

Weitere wichtige Unterschiede bei der Bewerbung in der Schweiz im Anschreiben und Lebenslauf:

Datum

Das Datum wird in der Schweiz linksbündig eingefügt – nicht auf der rechten Seite wie in Deutschland nach DIN 5008.

Anrede

„Sehr geehrte Damen und Herren“ – diese Anrede ist auch in einem Schweizer Anschreiben suboptimal. Recherchieren Sie den richtigen Ansprechpartner und reden Sie diesen direkt mit Namen an: „Sehr geehrte Frau Maier“.

Das entscheidende Detail: Nach der Anrede folgen in der Schweiz weder Komma (wie in Deutschland) noch Doppelpunkt (wie in den USA), sondern: gar nichts! Sie fahren in der nächsten Zeile einfach fort – aber in Großschreibung. Beispiel:

Sehr geehrte Frau Maier
Als ich Ihre Stellenanzeige las, hat mich das nicht angesprochen – es hat mich begeistert!

Scharfes ß

Das scharfe ß gibt es in der Schweiz nicht. Wer es dennoch benutzt, outet sich als Auswärtiger, der sich mit der Schweiz noch nicht näher befasst hat. Minuspunkt! Darum: Das „ß“ immer durch ein doppeltes „s“ ersetzen. Beispiel: Grüsse, ausser, draussen, Fleiss, gemäss, Spass.

Noten

Achtung: Das Notensystem in der Schweiz kennt zwar auch die Noten von 1 bis 6. Die Note 6 ist dort aber die Bestnote! Zudem erfolgt die Abstufung in halben oder Viertelschritten. Mit der Note 4 hat man in der Schweiz gerade noch bestanden.

Begriffe

Einige Begriffe heißen in der Schweiz einfach anders. Die Staatsangehörigkeit ist die „Nationalität“; der Familienstand lautet „Zivilstand“ und der Führerschein Klasse B wird als „Führerausweis Kategorie B“ bezeichnet.

Schlussformel

Schicken Sie dem Empfänger am Schluss des Anschreibens „Freundliche Grüsse“. „Mit freundlichen Grüssen“ oder „Hochachtungsvoll“ gelten in der Schweiz als antiquiert. „Grüezi“ ist unverzeihlich! Zu salopp – und keine Grußformel. Beachten Sie bei den Grüßen ebenfalls das Doppel-s und die Beibehaltung des Umlauts. Ein beliebter Fehler: „Freundliche Gruesse“.

Unterschrift

Der schweizerische Lebenslauf wird nicht unterschrieben. Ebenso endet er ohne Ort und Datum.

Titel

Akademische Titel haben in der Schweiz keine große Bedeutung wie etwa in Österreich oder in Teilen Deutschlands. Ihren „Dr.“ müssen Sie zwar nicht unterschlagen, den „MA“ oder „Dipl-Ing.“ nennen Sie aber nicht. Das wirkt im Alpenland eitel. Mit Bescheidenheit punkten Sie mehr: Stellen Sie Ihre Kompetenzen und Erfolge realistisch und sachlich dar. Wortgeklingel mögen die Schweizer nicht. Dafür umso mehr Beispiele, die Ihre Skills belegen.

Und bevor Sie Ihre Bewerbungsunterlagen verschicken, diese bitte immer auf Rechtschreib- und Grammatikfehler überprüfen. Diese sind ein Tabu für jede Bewerbung – auch in der Schweiz!

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Bewerbung in der Schweiz: 5 Tipps

Wenn ich eine Bewerbung schreibe: Wie punkte ich bei Schweizer Unternehmen? Hier 5 Antworten und Tipps…

  1. Bewerben in der Schweiz: Zurückhaltung

    Selbstbewusst auftreten, ja. Aber bitte nur dezent. In der Schweiz schätzen Personaler höfliche Zurückhaltung. Was in Deutschland als Fehler gilt, wird von Schweizer Bewerbungsratgebern sogar empfohlen: der Konjunktiv. Schreiben Sie: „Ich glaube, dass ich der richtige Kandidat für den Job sein könnte“ statt „Ich glaube, dass ich der richtige Kandidat für den Job bin.“

  2. Bewerben in der Schweiz: Sprache

    Wie schon erwähnt: Die Schweiz ist multilingual! Gesprochen werden dort ebenso viele Dialekte. Daher die Faustregel: Bewerben Sie sich in der Sprache, in der die Stellenanzeige verfasst wurde. Handelt es sich um eine Initiativbewerbung (schweizerisch: „Spontanbewerbung“), halten Sie sich an die jeweilige Sprache des Kantons. Oder erkundigen Sie sich direkt beim Unternehmen. Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich den Namen des Ansprechpartners erfragen.

  3. Bewerben in der Schweiz: Genauigkeit

    Deutschland gilt als Hort von Sauberkeit, Ordnung und Genauigkeit. Die Schweiz noch mehr. In der Bewerbung sollten Sie daher unbedingt penibel auf Rechtschreibfehler und Grammatik achten. Ein strukturiertes Layout und übersichtliche Formatierung sind Pflicht. Noch ein Hinweis: Wörter, die auf -er enden und von geographischen Namen abgeleitet sind, schreibt man groß. Also: die Schweizer Banken. Aber: die schweizerischen Banken.

  4. Bewerben in der Schweiz: Ehrlichkeit

    Die Bewerbung wird schon mal optimiert. Sprachkenntnisse werden aufgehübscht, IT-Kenntnisse bekommen ein Upgrade. Bitte nicht in der Schweiz! Personaler zwischen Basel und Genf reagieren darauf alert: Wer schlechter Französisch parliert als angegeben, ist sofort raus.

  5. Bewerben in der Schweiz: Höflichkeit

    Auch wenn es gut gemeint ist: Ihr Gegenüber im Vorstellungsgespräch in Schwyzerdütsch anzusprechen, sollten Sie definitiv vermeiden. Es sei denn, Sie beherrschen es perfekt. Ansonsten: Einem Schweizer damit etwas zu beweisen, wird entweder peinlich – oder Ihr Ansprechpartner fühlt sich von Ihnen veralbert. Lassen!


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