14 typische Bewerbungsfragen: Die besten Antworten

Wer dem Personaler gegenüber sitzt, hat Vieles richtig gemacht. Die Bewerbungsunterlagen waren offenbar überzeugend. Die Qualifikationen passen. Jetzt will man Sie persönlich kennenlernen. Im Vorstellungsgespräch. Nun geht es darum, den bereits positiven Eindruck zu bekräftigen. Leichter gesagt als getan! Genau an dieser Stelle kommen die typischen Bewerbungsfragen ins Spiel. Sie treiben vielen Bewerbern den Angstschweiß auf die Stirn. Binnen weniger Minuten sollen sie sympathisch sein, vor Inspiration und Engagement sprühen und unter Beweis stellen, warum sie die Bestbesetzung für die Position sind… Wir zeigen Ihnen, wie eine gute Vorbereitung auf solche Bewerberfragen ausmacht – inklusive 14 cleverer Antworten…

14 typische Bewerbungsfragen: Die besten Antworten

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Bewerbungsfragen: Was Personaler wissen wollen

Schon der Gedanke an die Bewerbungsfragen im Jobinterview bringt einige Kandidaten an den Rand der Verzweiflung: Was soll ich bloß sagen, um mit meinem Know-how zu überzeugen? Falsche Frage! Die fachliche Seite spielt im Vorstellungsgespräch nur eine untergeordnete Rolle. Hierbei konnten Sie bereits durch Ihren Lebenslauf, das Anschreiben und die Arbeitszeugnisse überzeugen. Im persönlichen Gespräch geht es vielmehr um Ihre Persönlichkeit. Personaler wollen herausfinden, was für ein Mensch Sie sind. Ob Sie ins Team und Unternehmen passen. Wie sie arbeiten oder mit Konflikten umgehen. Kurz: Es geht um Ihre Motivation, Leidenschaft und Arbeitsweise.

Um Sie besser kennenzulernen, nutzen Personaler unterschiedliche Fragetechniken und Bewerbungsfragen. Das können offene Fragen sein („Warum sollten wir Sie einstellen?“), Stressfragen („Was ist Ihr persönliches Geheimnis?“) oder Fangfragen („Welche Frage möchten Sie nicht gestellt bekommen?“). Nehmen Sie diese bitte nie persönlich. Allesamt sind die Fragen im Vorstellungsgespräch ein Versuch, hinter die Fassade der Bewerbung zu blicken und Sie besser einschätzen zu können.

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Bewerbungsfragen & Antworten nie auswendig lernen!

Jedes Vorstellungsgespräch ist individuell. Genauso sind es auch die Bewerbungsfragen. Bevor Sie sich daran machen, die besten Antworten auf häufig gestellte Bewerbungsfragen auswendig zu lernen: So funktioniert das nicht! Selbstverständlich dürfen Sie die Antworten zur Inspiration oder als Grundlage nehmen. Dafür sind sie gedacht. Diese aber wie ein Tonbandgerät wiederzugeben, bringt nichts. Personaler erkennen Standardantworten und Floskeln binnen weniger Augenblicke. Wer lange genug dabei ist, hat schon alles gehört. Und sind die auswendig gelernten Sprüche erst einmal enttarnt, ist auch die Glaubwürdigkeit dahin.

Investieren Sie deshalb genug Zeit, um sich einen eigenen Dreh, eine eigene clevere Antwort zu überlegen. Keine Bange: Alle Antworten, die zu Ihrer Persönlichkeit, Ihrem Lebenslauf und Ihren beruflichen Zielen passen, werden Personaler überzeugen – weil sie authentisch sind. Im schlimmsten Fall passt es einfach nicht. Aber besser Sie merken das beide schon im Bewerbungsgespräch als später im Job!

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14 Bewerbungsfragen – und die besten Antworten

Können Sie uns etwas über sich erzählen?

Der Klassiker unter den Gesprächseinstiegen und Auftakt zur sogenannten Selbstpräsentation. Für Personaler ist das die Chance, den Kandidaten live zu erleben und zwar im Rahmen der Fakten, die sie schon aus der Bewerbung beziehungsweise aus dem tabellarischen Lebenslauf kennen. Innerhalb einer Zeitspanne von drei bis sieben Minuten sollen Sie sich selbst präsentieren. Für die Gliederung können Sie sich an der inzwischen geläufigen Formel orientieren: „Ich bin – ich kann – ich will“.

Antwort:

Ich bin Susanne Mustermann, 25 Jahre alt und werde in diesem Semester mein Studium an der Universität Köln mit dem Master abschließen. Das Thema meiner Thesis lautet: … In den vergangenen zwei Jahren war ich bei der Firma Muster AG tätig und dafür verantwortlich neue Kunden im Bereich XY zu finden und diese nachhaltig zu betreuen.

Dabei konnte ich nicht nur die Umsätze um rund zwei Millionen steigern, sondern auch einige Punkte im Kundenbeziehungsmanagement verbessern, was Sie in der ausgeschriebenen Position vor allem interessieren dürfte. Diese Erfahrungen würde ich nun gerne nutzen, um mich in Ihrem Haus weiterzuentwickeln. Meine Stärken passen gut zu Ihrer Marke und den Herausforderungen der Position, die ich gerne so und so einsetzen würde.

In welchen Bereichen sehen Sie Ihre Stärken?

Hier geht es nicht um einen Lobgesang auf die eigene Person, sondern darum, den Personaler zu überzeugen, dass das eigene Profil zu den Anforderungen der Position passt. Dabei sollten Sie auf Worthülsen verzichten und mit Beispielen belegen, was Sie können. Auch Selbstverständliches bringt Sie nicht weiter. Pünktlichkeit ist keine Stärke, sondern darf erwartet werden. Konzentrieren Sie sich lieber auf das, was Sie wirklich besser können als andere – und was gleichzeitig im Job Relevanz besitzt.

Antwort:

Eine meiner Stärken liegt in der Organisation, sei es bei großen Veranstaltungen oder auch in der Projektarbeit. In meiner aktuellen Position habe ich für einen unserer großen Kunden eine Fachtagung für 200 Personen organisiert. Mir fällt es leicht, den Überblick zu behalten und alle Fäden zusammenzuführen.

Was sind Ihre Schwächen?

Wenn nach den Stärken gefragt wird, ist auch die Frage nach den Schwächen nicht weit entfernt. Klar, niemand möchte einem potenziellen Arbeitgeber die eigenen Schwächen auf dem Silbertablett präsentieren. Grundsätzlich geht es aber um etwas anderes: Personaler wollen wissen, ob Sie selbstkritisch sind und mit Ihren Schwächen ehrlich und konstruktiv umgehen können. Die beste Antwort besteht deshalb aus einer ehrlichen Selbsteinschätzung, die um den Vorsatz der eigenen Besserung erweitert wird.

Antwort:

In großen Runden bin ich eher zurückhaltend und versuche nicht direkt im Mittelpunkt zu stehen. Ich habe jedoch gemerkt, dass ich damit die Chance vergebe, meine Ansichten und Vorschläge einzubringen und arbeite verstärkt daran, selbstbewusster aufzutreten und meine Meinung durchzusetzen.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Bei dieser Bewerberfrage geht nicht darum, detailliert darzulegen, was Sie wirklich in der Zukunft machen werden. Die Antwort zeigt vielmehr, ob Sie einen Karriereplan haben oder was Ihre Hoffnungen für die persönliche Entwicklung sind. Personaler suchen nach talentierten und motivierten Mitarbeitern, die eine Position im besten Fall langfristig besetzen. Was sich in Ihrer Antwort nach den nächsten fünf Jahren widerspiegeln sollte.

Antwort:

Mein aktuelles Ziel ist, ein Unternehmen zu finden, in dem ich mich beruflich, aber auch persönlich weiterentwickeln kann. Ich möchte mich dabei möglichst unterschiedlichen Herausforderungen stellen, um in mehreren Bereichen – persönlich wie auch beruflich – dazuzulernen. Mein Ziel ist, in den nächsten Jahren zunehmend mehr Managementaufgaben und Personalverantwortung zu übernehmen und dabei verstärkt strategische Ziele zu verfolgen. Ich denke, das geht besonders gut, wenn ich für eine Organisation arbeite, die sich selbst weiterentwickelt. Und das sehe ich hier als durchaus gegeben.

Wie reagieren Sie auf Kritik?

Niemand arbeitet gern mit Kollegen zusammen, die beratungsresistent sind, Kritik immer persönlich nehmen und gute Ratschläge geflissentlich ignorieren. Was zählt, sind Persönlichkeiten, die Kritik als Möglichkeit zu persönlichem Wachstum und als Chance sehen, die zu jeder professionellen Zusammenarbeit dazugehört.

Antwort:

Kritik ist eine der besten Möglichkeiten sich zu verbessern. Ich bin immer dankbar für Feedback und versuche dieses nicht persönlich zu nehmen. Beispielsweise hat mir in meinem Praktikum ein Kollege gesagt, dass ihm die Präsentation, die ich für ihn erstellt habe, nicht gefällt. Er hat mir aber auch gezeigt, wo die Schwachstellen der Präsentation waren und was man anders machen kann. Dadurch hat sich mein Umgang mit dem Programm, aber auch mit dem Erstellen von Präsentation an sich, deutlich verbessert.

Was wäre für Sie die ideale Situation am Arbeitsplatz?

Bei dieser Bewerbungsfrage stehen zwei Punkte im Vordergrund: „Was erwarten Sie von Ihrem Job und passen Sie in die bestehende Arbeitsatmosphäre?“ Hier hilft es, wenn Sie sich im Vorfeld genau mit dem Unternehmen auseinandersetzen und möglichst viel über das Arbeitsklima in Erfahrung gebracht haben. Dies können Sie dann mit Ihren eigenen Vorstellungen kombinieren.

Antwort:

Ich denke der Umgang zwischen den Kollegen, aber auch die Zusammenarbeit mit dem Vorgesetzten, spielt eine große Rolle für ein erfolgreiches Team. Jeder sollte bereit sein, den anderen zu unterstützen – aber auch, dazuzulernen und Kritik anzunehmen, um die gemeinsame Arbeit fortlaufend zu verbessern.

Warum sind genau Sie die Richtige für den Job?

Für Bewerber bringt diese Frage meist Stress und die Erkenntnis: Ja, warum eigentlich? Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, sondern konzentrieren Sie sich auf Ihren Mehrwert und den Nutzen für das Unternehmen. Welche Qualifikationen bringen Sie mit, welche Arbeitsweise bringen Sie mit? Auch ein Blick in die Stellenausschreibung hilft, um zu wissen, wonach der Personaler genau sucht.

Antwort:

Für die Stelle als Junior Account Manager brauchen Sie jemanden, der gut mit Zahlen umgehen kann, lösungsorientiert denkt und die Wünsche des Kunden immer im Blick hat. Durch meinen Masterabschluss in Accounting bringe ich die fachlichen Qualifikationen mit und in meinem Praktikum bei … habe ich bereits erste Erfahrungen im Kundenkontakt sammeln können und gelernt, worauf es ankommt.

Wodurch motivieren Sie sich selbst?

Personaler interessieren sich gezielt dafür, was Sie motiviert und woraus Sie Ihren Antrieb schöpfen. Schließlich bringt ein motivierter Mitarbeiter bessere Leistungen, setzt sich für seinen Arbeitgeber ein und sorgt dafür, dass Unternehmensziele erreicht werden. Leider reicht es nicht, die eigene Motivation zu beteuern. Was es braucht, sind Beispiele, Geschichten aus dem bisherigen Berufsleben und Erklärungen.

Antwort:

Am meisten motivieren mich die Ergebnisse meiner Arbeit. Zu sehen, dass ich etwas gut gemacht habe, gibt mir neue Kraft und die Lust, weitere Aufgaben anzupacken und mich falls möglich selbst zu steigern.

Können Sie mit Arbeit unter Druck umgehen?

Diese Frage kann andeuten, dass es in der Position, auf die Sie sich beworben haben, durchaus stressig zugehen kann und Überstunden möglich sind. Gleichzeitig ist es eine klassische Frage, um mögliche Schwächen eines Bewerbers auszuloten. Am besten punkten Sie bei dieser Frage mit einem Szenario, das anschaulich beschreibt, wie Sie auch unter Druck gute Leistungen abgeliefert haben.

Antwort:

Auch unter Druck kann ich einen kühlen Kopf bewahren und verliere das Ziel nicht aus den Augen. In meinem Praktikum bei … kam es häufiger vor, dass Kunden kurzfristige Wünsche geäußert haben. Um diese umzusetzen, habe ich mir einen Plan gemacht und habe diesen dann Schritt für Schritt abgearbeitet.

Warum arbeiten Kollegen gerne mit Ihnen zusammen?

Eine weitere Bewerbungsfrage, die auf Ihre Selbsteinschätzung ausgerichtet ist. Nur von Teamfähigkeit zu schwadronieren, überzeugt leider noch keinen Personaler. Überlegen Sie sich deshalb die passenden Beispiele aus Ihrem bisherigen Werdegang, um Ihre Ausführungen zu unterstreichen.

Antwort:

Ich denke, meine Kollegen schätzen vor allem meinen großen Einsatz und die Motivation. Auch bei schwierigen und langwierigen Aufgaben kann ich andere mitreißen und gebe immer mein Bestes. Als in meinem letzten Job eine wichtige Deadline anstand, habe ich mit zwei Kollegen eine Zusatzschicht eingelegt, um rechtzeitig fertig zu werden und einen erkrankten Kollegen zu entlasten.

Welche Position bevorzugen Sie bei der Teamarbeit?

Versuchen Sie hier Ihre Flexibilität darzustellen. Ihre Antwort sollte zeigen, dass Sie in der Lage sind, die Führung in einer Gruppe zu übernehmen. Jedoch auch, dass Sie ein Teamplayer sind. Der Mittelweg ist häufig eine gute Lösung: Treten Sie bei dieser Frage zu forsch auf, wird Ihre Teamfähigkeit nicht richtig kommuniziert. Ordnen Sie sich hingegen nur unter, lassen Sie kein Führungspotential erkennen.

Antwort:

In einem gemeinsamen Projekt möchte ich ein bestmögliches Ergebnis erzielen. Dafür ist es wichtig, dass alle Beteiligten ihr Potential ausnutzen. Um positive Vorschläge von Kollegen voranzubringen, helfe ich diesen gerne bei der Umsetzung. Doch ich achte auch darauf, meine eigenen Ideen einzubringen und meine Meinung zu vertreten.

Wie gehen Sie mit Fehlern und Rückschlägen um?

Fehler gehören zum Leben dazu und passieren in jedem Beruf. Für Personaler ist es deshalb wichtig, wie Sie mit diesen umgehen, wenn Ihnen ein Fehler in der täglichen Arbeit unterläuft. Versuchen Sie nicht so zu tun, als würde Ihnen niemals ein Fehler unterlaufen – das wirkt unglaubwürdig, nicht selbstkritisch und absolut nicht authentisch.

Antwort:

Zwar versuche ich, Fehler zu vermeiden, doch sollte ich trotzdem einmal damit konfrontiert werden, löse ich die Situation in zwei Schritten: Zunächst konzentriere ich mich auf eine passende Lösung, um den Fehler schnell zu beheben. Anschließend lasse ich noch einmal Revue passieren, wie es dazu kommen konnte, um in Zukunft bei einer ähnlichen Situation besser reagieren zu können.

Was denken Sie von Ihrem letzten Arbeitgeber?

Eine gefährliche Frage, die darauf abzielt, wie zufrieden Sie an alter Wirkungsstätte waren. Allerdings sollte niemand im Vorstellungsgespräch über einen ehemaligen Arbeitgeber herziehen. Der Fokus bei dieser Bewerbungsfrage liegt also in jedem Fall auf den positiven Seiten, selbst wenn Sie unzufrieden waren und deshalb gekündigt haben.

Antwort:

Ich bin sehr dankbar für die Chancen, die mir mein letzter Arbeitgeber bot. Ich konnte dort erste Berufserfahrung sammeln und meine Fähigkeiten durch Fortbildungen erweitern. Dort habe ich viel für meinen weiteren beruflichen Weg gelernt.

Haben Sie noch weitere Fragen?

Die meist letzte Bewerbungsfrage im Vorstellungsgespräch auf die es nur eine mögliche Antwort gibt: „Ja“. Wer keine Rückfragen stellt, wirkt auf Personaler schnell unvorbereitet oder gar desinteressiert. Bei den Rückfragen sollten Sie jedoch nichts hinterfragen, dass bereits im Gespräch erklärt wurde – oder was Sie durch eine kurze Recherche im Internet selbst hätten herausfinden können.

Antwort:

Ja. Danke für die Gelegenheit. Ich hätte tatsächlich noch einige Fragen zu Ihren letzten Ausführungen. Sie sprachen von den Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter. Könnten Sie genauer erläutern, wie Talente und Stärken in Ihrem Unternehmen gefördert werden? Und wie bewerten Sie den Erfolg auf dieser Position in den ersten 100 Tagen?

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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