Bewerbungscoaching: Ablauf, Chancen, Honorare

Die Bewerbungsphase ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Stellen suchen, Bewerbungen schreiben, auf Antworten hoffen, mit der Enttäuschung und dem Frust über eine Absage umgehen und wieder von vorne beginnen, bis endlich der erwünschte Job gefunden wurde und die Zusage kommt. Viele Bewerber sehen sich dieser Herausforderung nicht gewachsen oder hoffen, durch die Hilfe eines Bewerbungscoaches die eigenen Chancen zu erhöhen und schneller den eigenen Traumjob zu bekommen. Aber worum geht es bei einem Bewerbungscoaching eigentlich und lohnt es sich wirklich?

Bewerbungscoaching: Ablauf, Chancen, Honorare

Bewerbungscoaching Definition: Eine wichtige Unterscheidung

Bewerbungscoaching Definition Unterschied AbgrenzungWas genau als Coaching bezeichnet wird, lässt sich nur schwer definieren. Der Begriff an sich ist nicht geschützt und kann somit prinzipiell von jedem verwendet werden.

Das sorgt für allerlei Verwirrung um unterschiedliche Begrifflichkeiten und deren Bedeutung. Denn wer sich auf die Suche nach Hilfe im Bewerbungsbereich macht, stößt dabei auf viele verschiedene Möglichkeiten. Wir erklären, was sich hinter den einzelnen Bezeichnungen verbirgt und wo die wichtigen Unterschiede liegen:

  • Bewerbungscoach

    Coaching versteht sich in vielen Fällen als Hilfe zur Selbsthilfe. In einem gemeinsamen Prozess werden Lösungen gesucht und gemeinsam Möglichkeiten erarbeitet, um das Ziel des Coaching-Teilnehmers zu erreichen. Selbstreflexion ist oft ein großer Teil des Coachings, doch ein guter Bewerbungscoach kann sich an die Bedürfnisse seines Klienten anpassen und verschiedene Aspekte abdecken – darunter auch die, die eigentlich eher in die Bereiche eines Beraters oder Trainers fallen würden.

  • Bewerbungsberater

    Anders als ein Coach ist die Unterstützung eines Beraters direkter aufgebaut. Soll heißen: Ein Bewerbungsberater sagt Ihnen sehr präzise, was Sie tun sollen, damit Ihre Bemühungen in der Jobsuche möglichst großen Erfolg haben. Ein Berater bringt also sein Wissen einer Branche und des Bewerbungsprozesses ein, um Ihre Chancen zu erhöhen.

  • Bewerbungstrainer

    Wenn Sie unsicher sind, ob Sie für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche gut vorbereitet sind, können Sie sich an einen Bewerbungstrainer wenden. Hier geht es darum, die nötigen Fähigkeiten zu erlernen, die Sie bei Ihrer Jobsuche brauchen. Der Trainer kann Ihnen beispielsweise beibringen, wie Sie sich im Vorstellungsgespräch richtig verkaufen oder wie Sie eine Gehaltsverhandlung führen.

  • Bewerbungsschreiber

    Hierbei handelt es sich um eine reine Dienstleistung, die darauf ausgelegt ist, Bewerbungsunterlagen zu erstellen. Für einen entsprechenden Preis erhalten Sie eine fertige Bewerbungsmappe mit Lebenslauf und Anschreiben, die Sie nur noch abzuschicken brauchen. Eine Erfolgsgarantie kann es dabei natürlich nicht geben.

Das Ziel der ist dabei meist gleich: Sie wollen im Bewerbungsprozess überzeugen und einen neuen Job finden. Die Methoden, mit denen dieses Ziel erreicht werden soll, sind jedoch zwischen Coaches, Trainern und Beratern oft sehr verschieden.

Bewerbungscoaching: Wobei hilft der Coach?

Von einem Bewerbungscoaching erhoffen sich im Grunde alle Teilnehmer das selbe Ergebnis: Möglichst schnell den richtigen Job finden. Soviel ist klar, doch wo genau setzt der Bewerbungscoach eigentlich an und wie läuft das Coaching ab?

Hierbei geht es schon deutlich individueller zu, denn in erster Linie kommt es darauf an, in welchen Bereichen Sie Hilfe brauchen. Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich Bewerbungscoachings tatsächlich ablaufen können, da je nach Ausgangsituation und Fragestellung diverse Bereiche abgedeckt werden können:

  • Berufsziele erörtern
  • Berufsorientierung unterstützen.
  • Stellenanzeigen recherchieren und verstehen
  • Bewerbungen erstellen
  • Online-Profile aufbauen.
  • Vorhandene Unterlagen optimieren
  • Vorstellungsgespräche vorbereiten und üben
  • Bewerbungsstrategie besprechen
  • Einstellungsverfahren und Assessment-Center vorbereiten
  • Gehaltsverhandlungen üben

Im besten Fall können Sie beim Bewerbungscoaching jede Frage, die Sie in diesem Bereich haben, ansprechen und gemeinsam mit dem Coach klären oder zu einer Lösung des Problems kommen. Der Knackpunkt hierbei lautet: gemeinsam. Erwarten Sie nicht, dass Sie in einem Bewerbungscoaching vorgefertigte Bewerbungen und passende Stellen erhalten.

Natürlich erhalten Sie in diesen Bereichen wichtige Hilfestellung, doch geht es auch darum, dass Sie selbst lernen, worauf es bei diesen Dingen ankommt.

Was kostet ein Bewerbungscoaching?

Bewerbungscoaching Ablauf Chancen Honorare Kosten TippsEs lässt sich nicht grundsätzlich sagen, wie teuer ein Bewerbungscoaching ist. Schließlich gibt es viele unterschiedliche Angebote und im Internet finden sich eine Vielzahl von Bewerbungscoaches, die alle versprechen, Ihnen zum Traumjob zu verhelfen – und dafür unterschiedliche Honorare verlangen.

Einige Coaches bieten verschiedene Angebote zu unterschiedlichen Preisen, die sich auf verschiedene Aspekte der Bewerbung konzentrieren. So kann man sich beispielsweise bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen helfen lassen, muss dafür aber meist mindestens 100 Euro – meist sogar zwischen zwischen 150 und 200 Euro – bezahlen.

Oft werden aber auch Honorare auf Stundenbasis vereinbart, in denen Sie mit dem Bewerbungscoach gezielt auf die Themen eingehen, bei denen Sie sich Hilfe und Unterstützung erhoffen. Hier kommt es natürlich auf die Auswahl des Beraters an und bekanntlich sind nach oben kaum Grenzen gesetzt. Im Durchschnitt sollten Sie aber mit Kosten zwischen 100 und 250 Euro pro Stunde rechnen.

Bewerbungscoaching Ablauf: Das erwartet Sie im Bewerbungscoaching

An ein Bewerbungscoaching sollten Sie nicht mit völlig falschen Hoffnungen und Erwartungen heran gehen. Wenn Sie glauben, Sie bringen Ihre Bewerbungsunterlagen mit, drücken Sie Ihrem Berater in die Hand und dieser übernimmt dann den Rest der Arbeit, bis Sie einen Jobangebot an Land gezogen haben, werden Sie in den meisten Fällen enttäuscht werden.

Ein professionelles Bewerbungscoaching soll Ihnen die Arbeit nicht abnehmen, sondern unterstützen und Sie so auch darauf vorbereiten, es beim nächsten Mal alleine in die Hand nehmen zu können.

Außerdem ist Ihr Bewerbungscoach spätestens im Vorstellungsgespräch nicht mehr dabei und Sie sind auf sich allein gestellt. Um hier nicht kurz vor dem Ziel in Panik zu geraden, lohnt es sich deshalb, von Anfang an ein wirklicher Teil des Coachings zu sein und sich nicht nur mit Informationen berieseln zu lassen.

Wie aber läuft so ein Bewerbungscoaching eigentlich ab? Bevor es überhaupt wirklich losgeht, findet normalerweise ein erstes Vorgespräch statt. Dabei geht es nicht nur um Formalitäten, sondern um einige wichtige Fragen.

  • Passen Sie und Ihr ausgewählter Bewerbungscoach zusammen?
  • Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Coaching?
  • Welche Hilfe erwarten Sie von Ihrem Coach?

Gerade der erste Punkt kann sehr wichtig sein, da Sie eng mit einem Bewerbungscoach zusammenarbeiten werden und die besten Ergebnisse nur dann erzielt werden, wenn Sie sich wirklich darauf einlassen und sich öffnen können. Das kann beispielsweise bedeuten, dass Sie offen über Ihre Ängste vor dem Vorstellungsgespräch reden oder bereit sind zuzugeben, wo Ihre persönlichen Schwächen liegen. Das gelingt nur bei gegenseitigem Vertrauen.

Nachdem im Anschluss an das Vorgespräch die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit geklärt wurden – dazu zählen die Bezahlung und auch die angesetzte Dauer des Bewerbungscoachings – beginnt die gemeinsame Analyse Ihrer Ausgangssituation. Wo stehen Sie aktuell? Was haben Sie bisher gemacht? Welche Fähigkeiten bringen Sie mit? Worin sind Sie gut? Was fällt Ihnen schwer?

Auf diese Weise kann ein umfassendes Profil von Ihnen erstellt werden und Sie erhalten einen sehr genauen Überblick der Ist-Situation. Wie die Analyse und das daraus gewonnene Wissen eingesetzt wird, ist individuell sehr verschieden und wird durch Ihre persönlichen Ziele des Bewerbungscoachings bestimmt.

Es können passende Stellenangebote gefunden, Bewerbungsunterlagen erstellt, bereits vorhandene Unterlagen optimiert oder Hilfestellungen zum Bewerbungsprozess gegeben werden. Für viele Teilnehmer eines Bewerbungscoachings ist es beispielsweise ein wichtiger Aspekt, die Situation eines Vorstellungsgesprächs zu üben und gemeinsam mit dem Coach durchzuspielen.

Neben solchen Rollenspielen werden auch viele verschiedene Techniken der Entscheidungsfindung angewandt, um Lösungen für berufliche Probleme zu erarbeiten.

Häufige Unsicherheiten: Was Bewerber klären wollen

Ein Bewerbungscoaching hilft Ihnen bei der Profilierung. Gerade Berufsanfänger sind oftmals unsicher, wie sie auftreten sollen. Unzählige Bewerbungsratgeber erschweren einerseits den Überblick über die relevanten Themen.

Andererseits sind teils widersprüchliche Aussagen darüber zu lesen, was tatsächlich getan und was vermieden werden sollte. Geschuldet ist dies dem Wunsch nach Orientierung und „absoluter Wahrheit“. Die einzige Wahrheit im Bewerbungscoaching und im Bewerbungsprozess ist jedoch, dass es nicht immer einfache Antworten gibt.

Wir haben dennoch einige Fragen quasi als kleines Bewerbungscoaching aufgegriffen:

  • Spielt die Frisur eine Rolle?

    Ja und nein. Ja, wenn es darum geht, dass Ihre Haare sowohl auf dem Bewerbungsfoto als auch beim Vorstellungsgespräch ordentlich frisiert und sauber (so wie die restliche Erscheinung) sein sollten.

    Ebenfalls ja, wenn Sie in bestimmten Branchen arbeiten, in denen beispielsweise Hygienevorschriften eingehalten werden müssen. In solchen Bereichen wird erwartet werden, dass Sie Ihre Haare zusammenbinden, sofern Sie lange offene Haare tragen. Studien haben außerdem gezeigt, dass Frauen mit kürzeren oder zusammengebundenen Haaren mehr Führungskompetenz unterstellt wird. Die Frage ist also, wie Sie sich selbst sehen und wie Sie wahrgenommen werden wollen.

    Nein, wenn es einzig um die Haarfarbe geht und diese das Spektrum an natürlichen Haarfarben abdeckt. In der Kreativbranche oder auch dem Friseurhandwerk werden Sie mit eher unkonventionellen Frisuren wie Dreadlocks oder auffälligen Sidecuts und bunten Farben weniger Probleme haben. Ein Finanzberater mit grün gefärbten Haaren dürfte hingegen Schwierigkeiten haben, seine Seriosität zu untermauern.

    Bewerbungscoaching Tipp:


  • Müssen die Fragen des Personalers abgewartet werden?

    Manche Bewerber hätten die eine oder andere Frage an den Personaler, trauen sich jedoch nicht, die zu äußern. Der Gedanke dahinter: Dem Gesprächspartner wird der Vorrang gelassen, schließlich ist er der Gastgeber und Sie wollen nicht unangenehm auffallen.

    Das ist soweit löblich, birgt allerdings die Gefahr, dass der Personaler den Eindruck bekommt, er dürfe als Alleinunterhalter das komplette Gespräch gestalten. Ein Gespräch sollte aber nach Möglichkeit auf Augenhöhe geführt werden, dazu gehören Fragen und Antworten auf beiden Seiten.

    Wer sich zu sehr zurückhält, könnte desinteressiert, verschüchtert oder schlimmstenfalls etwas minderbemittelt wirken. Besser ist es, wenn Sie bei Unklarheiten direkt nachfragen. Ebenso gut können Sie Punkte ergänzen, etwa wenn Sie etwas zur Jubiläumsfeier auf der Website gesehen haben.

    Bewerbungscoaching Tipp:


  • Welche Bedeutung haben Hobbys im Lebenslauf?

    Es kommt darauf an, wer sich auf welche Stelle bewirbt. Ganz allgemein gilt, dass alles, was Sie irgendwie im Lebenslauf aufführen, nach Möglichkeit einen Bezug auf die anvisierte Stelle haben sollte.

    Sie bewerben sich bei der Touristeninformation und haben als Hobby „Städtetrips“ angegeben? Dann dürfte Ihnen dieses Hobby zugute kommen, da Sie damit in Ihrer Freizeit Ihren Horizont um arbeitsrelevante Kenntnisse erweitert haben.

    Gerade für Berufsanfänger kann die Angabe von Hobbys eine Möglichkeit sein, mangelnde Berufserfahrung mit detaillierten Beschreibungen im Hobbybereich oder im Ehrenamt zu kompensieren.

    Anders sieht es aus, wenn sich erfahrene Führungskräfte auf eine Stelle bewerben. In der Regel haben Sie genügend Berufserfahrung und Kenntnisse, um ihren Lebenslauf zu füllen. Hobbys oder ehrenamtliche Tätigkeiten sind hier höchstens sinnvoll, wenn Sie wissen, dass der Unternehmensinhaber den gleichen Leidenschaften frönt.

    Bewerbungscoaching Tipp:


  • Wie authentisch muss ich sein?

    Manche Menschen verwechseln Authentizität mit Ehrlichkeit beziehungsweise Offenheit. Diese Begriffe hängen zwar miteinander zusammen, meinen jedoch unterschiedliche Dinge.

    Sie sind nicht weniger authentisch, wenn Sie nicht jedem alles gleich auf die Nase binden – vor allem ungefragt. Religiöse Ansichten, aber auch die Familienplanung nebst der sexuellen Orientierung gehören ins Privatleben.

    Das bedeutet nicht, dass Sie auf Nachfrage lügen müssen (im Falle von geplanten Schwangerschaften dürfen Sie das allerdings), sondern nur, dass Sie Berufliches und Privates trennen sollten.

    Bewerbungscoaching Tipp:


  • Wie gehe ich mit Lücken um?

    Wer arbeitslos wird, fürchtet oft, beim potenziellen Arbeitgeber als faul oder nicht arbeitswillig angesehen zu werden. Manche Lücken lassen sich nicht vermeiden, schließlich wünscht sich niemand, dass das Unternehmen, bei dem er angestellt ist, in Insolvenz geht.

    Wichtig ist daher, wie Sie mit der Lücke umgehen. Sie zu verschweigen zu versuchen ist zwecklos; jeder Personaler hat einen geübten Blick dafür, ob und was sich hinter bestimmten Formulierungen verbirgt. Stattdessen sollten Sie proaktiv damit umgehen.

    Eine Lücke beginnt ab mehr als zwei Monaten Arbeitslosigkeit. Die Zeit zwischen zwei Jobs sollten Sie keineswegs ungenutzt lassen. Ganz gleich, ob Sie einen Sprachkurs besucht, eine Fortbildung gemacht oder eine Auszeit genommen haben, weil Ihnen der letzte Job an die Nieren ging:

    Sie sollten Ihrem zukünftigen Arbeitgeber plausibel darlegen können, warum Sie sich für den jeweiligen Weg entschieden haben und dass er jetzt mit 100 Prozent Einsatz Ihrerseits rechnen kann.

    Bewerbungscoaching Tipp:


Viele Sorgen von Bewerbern zeigen die Unsicherheit im Umgang mit Verhaltensweisen und spiegeln alte Glaubenssätze wider, die oftmals nicht hinterfragt werden. Geschuldet ist dies einem Denken, das den Arbeitgeber oftmals wie einen unbarmherzigen und allmächtigen Rachegott stilisiert.

Aber klar: Es gibt auch Arbeitgeber, die nach wie vor eher den patriarchalen Führungsstil leben. Die Frage ist dann, ob Sie bei so einem Unternehmen arbeiten wollen? Ziel eines Bewerbungscoachings ist daher vor allem herauszufinden, was Sie wollen und wie Sie sich damit präsentieren.

Andersherum: Ziel eines Bewerbungscoachings ist nicht, Sie derart zu verbiegen, dass Sie sich passgenau an jede Stelle angleichen können, Hauptsache, der Arbeitgeber ist zufrieden. Das wird auch nicht klappen, jedenfalls nicht auf Dauer. Wer langfristig gegen seine tiefsten Überzeugungen, Wünsche und Interessen handelt, wird nicht glücklich.

Coach und Berater Guide: Wer Ihnen wann weiterhilft

Bewerbungscoaching Tipps Berater GuideWer sich informiert, findet unzählige Angebote von verschiedenen Coaches und Beratern, die alle ein wenig unterschiedlich sind. Gar nicht so leicht, dabei den Überblick zu behalten und wirklich zu wissen, wer was anbietet. Unser Coach und Berater Guide zeigt Ihnen, wer wann hilft und worauf Sie bei den einzelnen Beratern achten sollten:

  1. Bewerbungscoach

    • Darum geht es:

      Sie suchen einen neuen Job und brauchen jemanden, der Ihnen ein fundiertes Feedback für Ihre Unterlagen gibt und Ihnen bei der Optimierung hilft? Dann schauen Sie sich nach einem Bewerbungsberater oder auch Bewerbungscoach um. Solche Berater kommen oft entweder aus dem Personalbereich oder aus dem Marketing. Das sind ganz unterschiedliche Perspektiven auf dieselbe Sache – und sinnvoll sind beide.

    • Darauf sollten Sie achten:

      Blicken Sie hinter den Lebenslauf des Beraters. Achten Sie darauf, dass er oder sie ausreichend Erfahrung in Ihrer Branche und auf Ihrer Ebene hat. Eine Sachbearbeiter- unterscheidet sich deutlich von einer Managerbewerbung. Es sollte weder nur um Formalien (typisch bei ehemaligen Personalleitern, die beraten) noch nur um Werbung gehen (typisch für Ex-Marketer) – sondern darum, eine Bewerbung zu entwickeln, die Ihr Ziel erreicht.

    Vorsicht Quacksalber

    Werden Sie hellhörig, wenn einer nur seinen Stiefel durchzieht, lediglich auf Kommafehler und hübsche Fotos achtet, und außerdem Tipps von der Stange gibt.

  2. Berufs- und Studienberater

    • Darum geht es:

      Eltern bezahlen viel Geld, damit ihr Nachwuchs die richtige Wahl trifft. Nirgendwo ist die Spannweite der Honorare so riesig: von null (geförderte Beratung, Internet) bis 2000 Euro für einen einzigen Tag beruflicher Orientierung.

    • Darauf sollten Sie achten:

      Teuer ist nicht (immer) gleich gut. Viele der von Berufsberatern eingesetzten Tests gibt es für kleines Geld im Internet. Oft ist eine prozessorientierte Herangehensweise, bei der der junge Menschen angeleitet wird, selbst zu einer Entscheidung zu kommen, deutlich nachhaltiger. Und in Zeiten, in denen beruflicher Erfolg wesentlich am Selbstmanagement hängt, auch angebrachter.

    Vorsicht Quacksalber

    Viele arbeiten mit Tests und diese nutzen veraltete Berufsempfehlungen. Solche Tests berücksichtigen die neue Vielfalt und den gewachsenen Mix der Studienmöglichkeiten nicht. Sie orientieren sich zudem oft am amerikanischen Markt.

  3. Business Coach

    • Darum geht es:

      Sie sind eine Führungskraft oder eine erfahrene Fachkraft und möchten in Ihrem Job noch erfolgreicher werden, Mitarbeiter besser führen oder Ihre Kompetenzen im Beruf entwickeln. Trifft das zu, brauchen Sie einen Business Coach, der oft auch von Ihrem Arbeitgeber gestellt oder finanziert wird.

    • Darauf sollten Sie achten:

      Der Berater sollte eine gute Coachingausbildung genossen haben und in passender Fallhöhe zu Ihnen stehen, also am besten selbst Führungskraft gewesen sein, wenn Sie eine sind. Hier geht es nicht um Fachwissen, sondern methodische Kompetenzen. Ob die Zugehörigkeit zu einem Verband wichtig ist, ist Glaubensfrage. Erfahrung ist wichtig – diese macht Coaches normalerweise besser. Ein psychologischer, wirtschaftsspsychologischer oder pädagogischer Hintergrund oder eine Weiterqualifizierung in diesen Bereichen spricht dafür, dass die Menschenkunde nicht allein auf Bauchgefühl beruht.

    Vorsicht Quacksalber

    Es gibt in dem Markt einige eher dubiose Ansätze. Da werden sonderbare Brillen verkauft oder Methoden, die mit einem Trademark Seriosität suggerieren… Auch Nebenberufler sollten sie sich genau anschauen; sie kommen naturgemäß auf viel weniger Coachingstunden und damit Erfahrung.

  4. Gründungsberater

    • Darum geht es:

      Gründungsberater sind Unternehmensberater für die erste Phase bis zum fünften Gründungsjahr. Sie begleiten Sie beim Aufbau Ihrer selbstständigen Tätigkeit oder Ihres Unternehmens.

    • Darauf sollten Sie achten:

      Gründungsberater, auch Gründungscoaches, können ganz unterschiedliche Kernkompetenzen mitbringen, etwa aus dem Kaufmännischen, dem Marketing, der PR. Sinnvoll ist zusätzlich ein Prozessbegleiter, der methodisch von A nach B führt, durch Höhen und Tiefen führen kann und mit Spezialisten für besondere Fragestellungen zusammenarbeitet.

    Vorsicht Quacksalber

    Wer sich Gründungsberater nennt, sollte selbst etwas aufgebaut haben – und nicht ausschließlich am Tropf staatlicher Fördertöpfe hängen. Oder ist er/sie sonst ein unternehmerisches Vorbild?

  5. Karrierecoach/Karriereberater

    • Darum geht es:

      Karrierecoaches und Karriereberater kann man schwer voneinander abgrenzen. Normalerweise arbeiten Karrierecoaches mehr mit Coachingmethoden (siehe Business Coaching) und prozessorientierter (also über längere Zeiträume), wohingegen Karriereberater vor allem punktuell Rat geben. Die Themen sind oft strategischer Natur: Was sind meine Potenziale und Stärken und wohin passt das? Wie entwickle ich meinen Lebenslauf weiter? Wie erreiche ich Karriereziele? Bewerbungsberatung kann Baustein sein, ist dann aber auch eher eingebettet in größere Fragestellungen wie berufliche Neuorientierung.

    • Darauf sollten Sie achten:

      Den Anbietern ist oft selbst nicht klar, was genau sie bieten. Nicht wenige Kunden, die von einem Karriereberater kamen, beklagen, dass dieser nur eine Bewerbungsberatung gemacht hat. Fragen Sie also genau nach und schauen Sie sich die Angebote an. Nicht jeder Karriereberater möchte und kann konkrete Empfehlungen geben. Einige sehen sich mehr als Business Coach, andere eher als Bewerbungsberater.

    Vorsicht Quacksalber

    Die Auftragsklärung ist hier besonders wichtig, weil Sie in der Regel privat zahlen. Lassen Sie sich schriftliche Angebote geben, sofern die Website nicht eindeutig aussagt, was zu zahlen ist.

  6. Laufbahnberater

    • Darum geht es:

      Die Laufbahnberatung kommt eigentlich aus der Schweiz. Heute ist sie hier wie dort ein anderer Begriff für Karriereberatung, nur dass dieser Begriff häufiger im öffentlichen Bereich genutzt wird. Es geht ebenfalls um die Beratung in beruflichen Veränderungs- und Umbruchsituationen, auch hier mit eher strategischem Fokus.

    • Darauf sollten Sie achten

      Siehe Karriereberatung.

  7. Outplacementberater

    • Darum geht es:

      Der Outplacementberater ist ein von den Unternehmen finanzierter Karriereberater. Er begleitet seine Klienten durch verschiedene Phasen der beruflichen Neuorientierung mit dem Ziel, einen neuen Job zu finden. Dabei fungieren einige Outplacementberater auch als Headhunter, vermitteln also auch Jobs, andere nicht.

    • Darauf sollten Sie achten:

      Es gibt in diesem Segment einige größere Unternehmen, deren Vorteil eine umfangreichere Firmendatenbank sowie überregionale und internationale Netzwerke sein können, aber nicht müssen. So nutzen viele auch nur den Hoppenstedt und kochen somit mit dem gleichen Wasser wie kleinere Anbieter.

    Vorsicht Quacksalber

    Wenn jemand allzu viele Versprechungen macht, ist Vorsicht geboten. Kommunizierte Erfolgsquoten sind oft Schall und Rauch, da es zum Beispiel schon als „Erfolg“ gilt, wenn sich jemand selbstständig macht.

  8. Personalberater

    • Darum geht es:

      Der Personalberater ist oft ein Personalvermittler oder auch Headhunter – er verdient also sein Geld bei den Unternehmen, wenn er einen passenden Kandidaten liefert.

    • Darauf sollten Sie achten:

      Viele Bewerber mit ein, zwei Berufsjahren denken, „dann gehe ich mal zum Personalberater, der wird mich schon vermitteln.“ Das wird er in aller Regel nicht, da Headhunter auf den unteren Ebenen selten aktiv werden. Weiterhin haben sie oft wenig Verständnis für berufliche Neuorientierungen – diese verkaufen sich beim Kunden derzeit noch zu schlecht.

    Vorsicht Quacksalber

    Alarmiert sollten Sie sein, wenn ein Personalberater auch in Karriereberatung macht und dafür Geld nimmt. Man kann schlecht zwei Herren dienen.

Bewerbungscoaching: Lohnt sich die Investition?

Die Kosten für ein Bewerbungscoaching sind nicht zu unterschätzen und Bewerber verbinden damit große Erwartungen und viel Hoffnung, um endlich den langersehnten Job zu erhalten und aus dem ewigen Kreislauf der abgelehnten Bewerbungen auszubrechen.

Es gibt zwar keine Garantie, dass Ihr Bewerbungscoaching zum Erfolg wird – schließlich gibt es in jeder Branche auch schwarze Schafe – doch sind Sie an einem Punkt angelangt, an dem Sie keinen Job finden und alleine nicht mehr weiter wissen, kann ein Bewerbungscoaching der richtige Weg sein und sich trotz der Kosten durchaus lohnen:

  1. Sie verbessern Ihre Chancen

    Wenn Sie an einen professionellen Anbieter für Bewerbungscoachings geraten, wird dies Ihre Chancen auf einen Job verbessern. Selbst wenn Sie bereits gute Bewewerbungsunterlagen haben, gibt es immer noch die ein oder andere Stellschraube, um diese zu optimieren oder für die jeweilige Bewerbung individuell an das Unternehmen anzupassen.

  2. Sie können Ihre Fragen mit einem Experten absprechen

    Oft hilft es, wenn man seine offenen Fragen ganz direkt mit einem Experten besprechen kann, der auf dem Gebiet über mehr Wissen und größere Erfahrung verfügt. Dabei sollten Sie möglichst konkret werden und sich genau überlegen, was Sie wissen möchten. Ein Warum bekomme ich keinen Job? ist vielleicht eine verständliche Frage, jedoch zu allgemein.

  3. Sie lernen sich selbst besser kennen

    In den Gesprächen während des Bewerbungscoachings lernen viele Teilnehmer eine Menge über sich selbst, da ein guter Coach Fragen aufwirft, die man sich zwar stellen muss – denen man alleine aber lieber aus dem Weg gehen würde.

  4. Sie überwinden Ihre Ängste

    Wer mit einem Bewerbungscoach beispielsweise das Vorstellungsgespräch vorbereitet hat, ist im Ernstfall meist deutlich gelassener und weniger ängstlich, da er weiß, was auf ihn zukommt. Auch die Angst vor der Veränderung kann im Bewerbungscoaching besprochen werden. Nicht selten sind es genau diese Ängste, die einen zurückhalten und mit dafür verantwortlich sind, dass man sich in einer Sackgasse befindet.

  5. Sie erhalten mehr Selbstvertrauen

    Je länger eine Bewerbungsphase bereits dauert, desto größer sind die Selbstzweifel, mit denen Bewerber sich herumschlagen müssen. Ein Bewerbungscoaching kann helfen, das eigene Selbstvertrauen wieder zurückzugewinnen und gestärkt in die nächste Runde von Anschreiben und Vorstellungsgesprächen zu gehen. Mit dieser Ausstrahlung fällt es auch leichter, überzeugend aufzutreten.

Bewerbungscoaching Online: Die besten Gratis-Checklisten

Bewerbungscoaching Online: Die besten Gratis-ChecklistenChecklisten machen das Leben leichter. Ob als Prüfliste zum Abhaken oder Fragenkatalog – solche kompakten Übersichten helfen bei der Vorbereitung ebenso wie bei der Umsetzung. Entsprechend bieten wir Ihnen zur Ergänzung zu unserem Dossier eine Sammlung der gefragtesten und meistheruntergeladenenn Praxis-Checklisten und Arbeitshilfen zur Bewerbung – zum Herunterladen, Ausdrucken und Abhaken. Natürlich alles kostenlos!

  • Checkliste: FAQ zur Bewerbung

    Checkliste FAQ Bewerbung PDF eBook CoverAuch diese Checkliste mit wichtigen Fragen zur Bewerbung beziehungsweise die FAQ zur Bewerbung können Sie sich als PDF kostenlos herunterladen, um es bei Gelegenheit und für den Einsatz etwaiger Bewerbungsmuster zu nutzen. Tatsächlich konnten wir mit diesen Bewerbungstipps schon zahlreichen Lesern weiterhelfen, wie deren Feedback bestätigt. Darauf sind wir durchaus ein bisschen stolz. Hoffentlich können wir so auch Ihnen weiterhelfen.


  • Checkliste: FAQ zum Lebenslauf

    Checkliste FAQ Lebenslauf PDF eBook CoverUm Ihnen das Verfassen des Lebenslaufs zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Fragen zum Lebenslauf in einem mehrseitigen PDF zusammengefasst – FAQ zum Lebenslauf – die Sie sich hier kostenlos herunterladen können. Darin enthalten unter anderem die Antworten auf Fragen wie: An welcher Stelle wird der Lebenslauf in der Bewerbungsmappe eingeordnet? Wie lässt sich ein Lebenslauf einfach erstellen? Welche Schriftart eignet sich für den Lebenslauf? Warum muss der Lebenslauf lückenlos sein? Wie kann ich im Lebenslauf meine Arbeitslosigkeit kaschieren?


  • Checkliste zum Bewerbungsfoto

    Checkliste Bewerbungsfoto PDF eBook CoverUm das Bewerbungsfoto ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Schließlich sagt ein Bild mehr als 1000 Worte und für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance… Soweit die Klischees. Lassen Sie sich davon aber nicht beirren: Sich bei der Bewerbung mit einem optimalen Bewerbungsfoto ins rechte Licht zu rücken, ist keine Raketenwissenschaft. Vorausgesetzt, Sie beachten ein paar Grundregeln und überlegen sich vorher genau, welche Wirkung Sie auf den Betrachter erzielen wollen. Die folgende kostenlose Checkliste zum Bewerbungsfoto hilft Ihnen dabei.


  • Checkliste zur Auswahl einer Outplacement-Beratung

    Checkliste Outplacement Beratung PDF eBook CoverDie Berufsbezeichnung Outplacement-Berater ist nicht geschützt, es kann sich im Prinzip jeder so nennen. Für den Beruf des Outplacement-Beraters gibt es keinerlei Zugangsbeschränkung, weder bezüglich der Ausbildung noch bezüglich der Kompetenz oder Erfahrung. Entsprechend bunt ist die Szene und reicht vom Sozialarbeiter bis zum Ex-Personalleiter. Das macht es mitunter schwer, gute von selbsternannten Outplacement Beratungen zu unterscheiden. Die kostenlose Checkliste zur Outplacement-Beratung zeigt Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl der Berater achten sollten und so schwarze Schafe schneller erkennen.


  • Vorstellungsgespräch Checkliste

    Checkliste VorstellungsgesprächHaben Sie wirklich an alles gedacht? Diese Checkliste fürs Vorstellungsgespräch dient weniger zur Vorbereitung, dafür umso mehr zur Kontrolle und als Ergänzung. Weil am Tag des Bewerbungsgesprächs oft die Anspannung und der Adrenalinspiegel hoch sind, werden manche Details schlicht vergessen. Damit Ihr Jobinterview ein voller Erfolg wird und Sie trotzdem an alles denken, haben wir die folgende Checkliste erstellt. Selbstverständlich können Sie diese auch kostenlos als PDF herunterladen, ausdrucken und abhaken.


  • 100 typische Fragen im Vorstellungsgespräch

    100 Fragen im VorstellungsgesprächHier finden Sie eine Liste mit 100 typischen Fragen im Vorstellungsgespräch, die Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen, ausdrucken und offline nutzen können, um sich auf das Interview optimal vorzubereiten. Vielleicht haben Sie auch Freunde und Bekannte, die ebenfalls gerade nach einem Job suchen: Dann stellen Sie sich die Fragen doch gegenseitig und geben Sie sich ehrliches Feedback, wie die Antworten auf Sie wirken. Diese Übung hilft zudem dabei, lockerer und souveräner zu werden.


  • 100 Rückfragen fürs Vorstellungsgespräch

    100 Rückfragen fürs VorstellungsgesprächWeil es so wichtig ist, im Vorstellungsgespräch auch Rückfragen zu stellen, haben wir hier eine Liste mit 100 cleveren Rückfragen an Personalentscheider zusammengestellt. Auch diese können Sie sich gerne kostenlos als PDF herunterladen, später ausdrucken und sich als Merk- oder Spickzettel zum Vorstellungstermin mitnehmen. Nur bitte nie den Zettel zücken und ablesen – das sieht nicht wirklich vorbereitet aus. Und stellen Sie bitte auch nicht alle Fragen davon. Picken Sie sich am besten, fünf bis zehn davon heraus und lernen Sie diese kurz vorher auswendig.

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30. März 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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