Coach: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Hilfe zur Selbsthilfe – so lässt sich verkürzt das beschreiben, was ein Coach macht. Wer gerne mit anderen Menschen arbeitet, Spaß daran hat, Erkenntnisprozesse in Gang zu setzen und sie dabei unterstützt, ihre Ziele zu erreichen, für den ist eine Tätigkeit als Coach vermutlich genau das Richtige. Probleme wälzen ist das eine – sie aber lösungsorientiert anzugehen, ist eine besondere Fähigkeit. Ein Coach bekräftigt seinen Coachee darin, den notwendigen Wandel einzuleiten, um zu einer Verbesserung zu gelangen. Welche Voraussetzungen Sie brauchen, um als Coach arbeiten zu können und welche Karriereaussichten es gibt…

Coach: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Ausbildung: Wie wird man Coach?

Es gibt nicht die Ausbildung zum Coach. Der Begriff Coach ist nicht geschützt, theoretisch kann sich jeder so bezeichnen. Was nach einem Freifahrtschein für alle diejenigen gilt, die als Coach arbeiten wollen, erweist sich genau deshalb als Tücke.

Sie müssen entsprechende Nachweise und Zertifizierungen erbringen, die potenzielle Interessenten überzeugen. Eine Herausforderung, da bereits der Begriff Coach nicht ganz fest umrissen ist. Er stammt aus dem Englischen und bedeutet dort so viel wie „Kutsche“.

Bereits seit dem vorletzten Jahrhundert wird Coach auch im sportlichen Bereich genutzt: Gemeint ist damit eine erfahrene Person, die eine andere (Klient oder Coachee genannt) dabei unterstützt, persönliche oder berufliche Ziele durchzusetzen. Themen können der passende Job oder eine Beförderung sein ebenso wie häufige Konflikte mit dem Vorgesetzten oder im Privaten.

Dafür braucht es fundierte Kenntnisse in exakt diesem Bereich und das Wissen darum, wie Ihr Coachee dorthin gelangt. Diese Mischung aus psycho-sozialen und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen können durch verschiedene Studiengänge wie (Sozial-)Pädagogik, Psychologie und Soziologie in Kombination mit BWL vermittelt werden. Auch sollte ein Coach gut andere Menschen motivieren und aufbauen können.

Neben den genannten Fächern gibt es unterschiedlichste Coaching-Studiengänge, beispielsweise bietet die Hochschule für angewandtes Management in Hamburg „Life Coaching“ an. Den Bachelor of Science können Sie in sieben Semestern absolvieren.

Allerdings wird diese Ausbildung als Coach nicht ganz billig: Mit knapp 400 Euro im Monat, also 16.800 Euro insgesamt sind Sie dabei. Überhaupt werden Sie erst einmal investieren müssen, bevor Sie ausgebildeter Coach sind, denn auch anderweitige Fortbildungen kosten Geld.

Angeboten werden Fernlehrgänge ebenso wie Wochenendseminare, die Anforderungen an die Interessenten sind zu unterschiedlich, um verallgemeinern zu können. Die unterschiedlichen Kriterien und Ausbildungen sind daher regelmäßig in der Kritik. Orientierung sollen verschiedene Fachverbände wie wie der Deutsche Verband für Coaching und Training oder der Deutsche Bundesverband Coaching e. V. geben.

Einer etwas älteren Untersuchung der Stiftung Warentest zufolge sollten angehende Coaches darauf achten, dass die Präsenzkurse wenigstens 250 Stunden umfassen und die Ausbildung mit Selbststudium und Praktikum mindestens zwölf Monate dauert.

Berufsbild: Was macht ein Coach?

Manchmal stecken Menschen beruflich oder privat in einer Sackgasse, sehen keine Möglichkeiten, etwas zu ändern. Ein Coach kann dabei unterstützen, den Blick für Chancen zu schulen. Er hilft Menschen, die eigenen Potenziale zu entdecken.

Dies gelingt durch professionelle Begleitung und Anleitung in Gesprächen. Gemeinsam erarbeiten Coach und Klient, wo es gegenwärtig hakt, welchen Anteil der Ratsuchende daran hat und welche Veränderungen notwendig sind.

Idealerweise ist der Coach ein Begleiter, der seinem Klienten den Weg zeigt. Er wird ihm aber nie sagen, was er tun muss. Vielmehr gelangen die Klienten durch das Coaching zu der notwendigen Erkenntnis. Selbstreflexion und Lösungsorientierung werden so vorangetrieben.

Unterschieden wird Coaching von diesen Formen der klientenzentrierten Unterstützung:

  • Psychotherapie

    Ein Coach arbeitet mit Menschen, deren Blick auf berufliche Probleme verstellt ist, deren Erfahrungswissen womöglich für bestimmte Lebensbereiche nicht ausreicht, um eigenständig (oder nur mit Umwegen) zur Lösung zu gelangen. Seine Kompetenzen reichen aber nicht, um Menschen mit geistig-seelischen, körperlichen und psychosomatischen Krankheitsbildern zu helfen. Das ist Aufgabe eines studierten Psychotherapeuten oder Arztes.

  • Beratung

    Eine Beratung sucht meist jemand auf, der ein konkretes Anliegen hat, das sich mit wenigen Treffen oder sogar einem einmaligen Besuch klären lässt. Dem Hilfegesuch liegen weniger drängende Probleme oder hinderliche Verhaltensmuster zugrunde, sondern beispielsweise Unklarheit bei bestimmten Verfahren. Beispiel hierfür ist der Besuch beim Lohnsteuerverein, wenn Sie Fragen zu Ihrer Steuererklärung haben.

  • Training

    Im Sportbereich ist ein Coach definitiv auch als Trainer zu sehen. Im Gegensatz zu dem mittlerweile eher allgemeinen Verständnis von Coach bedeutet Training, dass bestimmte Bereiche gezielt trainiert werden. So wie beispielsweise der Muskelaufbau eines bestimmten körperlichen Bereichs im Fokus des Trainings stehen kann, konzentriert sich ein Training auf konkrete Aufgaben und Verhaltensweisen. Beispielsweise kann trainiert werden, wie Sie Präsentationen halten.

Trotz dieser Unterscheidungen gibt es inhaltlich definitiv Überschneidungen, auch werden teilweise ähnliche Methoden angewandt. Was jetzt noch sehr allgemein klingt, zeigt, wie breit gefächert das Gebiet eines Coaches ist. Ein Coach kann ernährungstechnisch beraten, er kann sich um die Fitness seines Klienten kümmern.

Als Coach wird aber auch bezeichnet, wer Menschen in Lebenskrisen zur Seite steht. Das konkrete Einsatzgebiet hängt von der jeweiligen Qualifikation eines Coaches ab und illustriert ganz gut, dass es mit ein paar Wochenendseminaren nicht getan ist.

Gehalt: Was verdient ein Coach?

Welches Gehalt als Coach Sie letztlich verdienen, ist von vielen Faktoren abhängig:

Dazu kommt die Frage: Arbeiten Sie selbständig oder in Festanstellung? Als Selbständiger, der anderen Menschen beispielsweise bei der beruflichen Orientierung hilft, können Sie im Schnitt einen Stundenlohn zwischen 60 und 100 Euro veranschlagen.

Sind Sie auf Ihrem Fachgebiet einer von vielen, müssen Sie entweder über eine enorme Reputation verfügen oder aber sehr gut in der Akquise sein, um von dieser Tätigkeit leben zu können.

Insgesamt ist die Nachfrage oft geringer als das Angebot. Viele Coaches arbeiten daher noch in einem Nebenjob beziehungsweise sind im Zweitjob Coach.

Arbeiten Sie hingegen als Jobcoach in Festanstellung, sieht das Ganze etwas anders aus. Ihr Gehalt kann je nach Region und Erfahrung zwischen 40.000 und 57.000 Euro brutto im Jahr liegen. Ein anderes Kaliber sind Executive Coaches. Hier sind aber Ihr Fachgebiet und Ihre Zielgruppe eine andere.

Als solcher verfügen Sie über langjährige Berufserfahrung im Management als Führungskraft. Und eben solche beraten Sie in ihrem beruflichen Vorankommen.

Solche Positionen können kaum mit einem Wochenendkurs bekleidet werden, sondern setzen in der Regel ein betriebswirtschaftliches Studium oder Vergleichbares voraus. Hier kann das Jahresbruttogehalt bei über 80.000 Euro liegen.

Karriere: Chancen und Aussichten als Coach?

Sagen wir es, wie es ist: Es wird immer einen Bedarf an gut ausgebildeten, kompetenten Beratern geben, die Menschen dabei zur Seite stehen, ihre Wünsche und Ziele zu erreichen, weil sie gerade den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Aber: Sich von der Masse der Coaches, Erfolgstrainer, Businesscoaches, Karriereberater und wie sie alle heißen abzusetzen, ist kein ganz leichtes Unterfangen.

Der Markt wird geradezu geflutet mit zahlreichen Angeboten zur Selbstfindung, zu einem erfolgreicheren, glücklichen Leben. Die einen legen den Schwerpunkt auf das Berufliche, andere auf das Spirituelle, die nächsten auf Beziehungen und wieder andere verfolgen einen gesamtheitlichen Ansatz.

Dauerhaften Erfolg hat nur, wer seine Nische findet und entsprechend kompetent ausfüllt. Wichtigstes Kriterium: Glaubwürdigkeit. Ein Mittzwanziger, der sich als Life Coach anpreist, wird in der Tat wenig glaubwürdig wirken. Auch wird sich kaum jemand beim Manager Coaching durchsetzen, der selbst gerade mal eine abgebrochene Ausbildung als Industriekaufmann vorweisen kann.

Hierbei handelt es sich zugegebenermaßen um Extreme, die aber tatsächlich so in der Realität zu beobachten sind. Wer in der Branche Fuß fassen will, muss dauerhaft an sich arbeiten – das gilt für fachliche, persönliche und formale Kompetenzen. Der Erwerb psychologischer Methoden gehört ebenso dazu wie diagnostisches Wissen.

Typische Themengebiete, von denen ein Coach gehört haben sollte, sind:

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Bewerbung als Coach: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Eine Bewerbung als Coach kommt vor allem dann infrage, wenn Sie für Bildungseinrichtungen, Akademien, Arbeitsagenturen und Beratungsfirmen tätig werden wollen. Die Bewerbungsmodalitäten legt der jeweilige Arbeitgeber fest. Nicht immer gibt es konkret ausgeschriebene Stellen. Manchmal wird aufgefordert, sich bei Interesse per Motivationsschreiben zu bewerben.

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Sie verfassen dann eine Bewerbung ähnlich wie wenn es eine Stellenausschreibung gäbe. Zusätzlich fügen Sie eine dritte Seite an, in der Sie gesondert darlegen, worin Ihre Vorzüge liegen. Bei einer Tätigkeit als Coach kommt es neben der fachlichen Qualifikation in besonderem Maße auf die sozialen Kompetenzen an. Unterstreichen können Sie das so:

Meinen persönlichen Schwerpunkt in der Ausbildung habe ich auf Konfliktmanagement gelegt. Die dort erlernten Strategien helfen nicht nur im Umgang mit impulsiver und leicht reizbarer Klientel. Sie erleichtern einen konstruktiven Umgang mit Meinungsverschiedenheiten im eigenen Team.

Wie eine Bewerbung als Coach aussehen könnte, entnehmen Sie unserem kostenlosen Muster, dass wir HIER als Word-Dokument und HIER als PDF-Datei zur Verfügung stellen.

Bedenken Sie dabei, dass Bewerbungsvorlagen immer nur der Inspiration dienen. Weitere kostenlose Muster finden Sie nachfolgend.

[Bildnachweis: Andrei_R by Shutterstock.com]

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29. April 2020 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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