Logopädin: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Wenn die Sprachfertigkeit eines Menschen beeinträchtigt ist, kann eine Logopädin helfen. Denn die von einer Sprachstörung betroffenen Patienten können sich zumeist nur rudimentär mittels Gestik und Mimik gegenüber ihrer Umwelt verständlich machen. Dies beeinträchtigt ihre zwischenmenschlichen Kontakte in erheblichem Maß. Sprache ist in unserer Gesellschaft ein wichtiges Werkzeug, das den Zugang zu Emotion, Charakter und Gedanken einer Person ermöglicht. Eine Logopädin unterstützt den Weg, diese wieder sprachlich äußern zu können.

Logopädin: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

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Ausbildung: Wie wird man Logopädin?

Da der Beruf zu über 90 Prozent von Frauen ausgeübt wird, wird in diesem Artikel ausschließlich die weibliche Form für das Berufsbild verwendet. Dennoch sind männliche Logopäden sehr gerne im Beruf gesehen und haben beste Chancen, einen Ausbildungs- und späteren Arbeitsplatz zu finden.

Um Logopädin zu werden, ist eine mindestens zweijährige Berufsausbildung notwendig. Die Voraussetzung, diese beginnen zu können, ist entweder ein Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit anschließender abgeschlossener, mindestens zweijährigen Berufsausbildung.

Außerdem benötigen angehende Logopädinnen für die Aufnahme an vielen Berufsfachschulen ein ärztliches Attest, das ihre gut ausgeprägten Seh- und Hörvermögen dokumentiert.

Während der dreijährigen Ausbildung erlernen die Schülerinnen, wie man Sprachstörungen auf ihren physischen und psychischen Ursprung zurückführt und diese bestmöglich therapiert. Die Basis dafür bildet ein fundiertes Wissen über den bestmöglichen pädagogischen Umgang mit teilweise traumatisierten Patienten, sowie den Aufbau der Sprech- und Stimmorgane.

Die Ausbildung umfasst konkret folgende Schwerpunkte:

  • Anatomie
  • Kieferchirurgie
  • Kieferorthopädie
  • Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
  • Physiologie
  • Phoniatrie
  • Pädiatrie und Neuropädiatrie
  • Neurologie und Psychiatrie
  • Aphasiologie (Diagnostik und Behandlung von Sprachverlust)
  • Elektro- und Hörgeräteakustik
  • Audiologie und Pädaudiologie
  • Phonetik
  • Linguistik
  • Pädagogik
  • Psychologie
  • Soziologie
  • Sonderpädagogik
  • Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde
  • Pathologie
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Stimmbildung
  • Sprechbildung

Neben dem Besuch der entsprechenden Berufsfachschulen wird während der Ausbildung zur Logopädin das Wissen in verschiedenen Einrichtungen vertieft. Hier sammeln die Jobanwärterinnen während Hospitationen erste praktische Erfahrungen.

In Deutschland gibt es aktuell rund 70 private und staatliche Berufsfachschulen für Logopädie. Hier erhalten die Auszubildenden sowohl klassischen Theorieunterricht in diversen Kursen und üben darüber hinaus Behandlungsmethoden und -formen in Klein- und Projektgruppen.

Das Hospitieren bei Behandlungen und das selbstständige Therapieren von Patienten unter Anleitung einer Lehrkraft runden die Ausbildung ab.

In der Abschlussprüfung muss eine angehende Logopädin zunächst fünf schriftliche Prüfungen absolvieren. Diese gliedern sich in folgende Teile:

  • Logopädie
  • Neurologie/Psychologie
  • Audiologie/Pädaudiologie
  • Phoniatrie
  • Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde

Im Anschluss folgt eine mündliche Prüfung, die entweder einzeln oder in einer kleinen Gruppe absolviert wird.

Abschließend erfolgt der praktische Teil der Abschlussprüfung. In dieser simulieren die Prüfer mit den Jobanwärterinnen eine Behandlung. Dabei steht im Vordergrund, das erlernte Wissen in folgenden Bereichen anzuwenden:

  • Erhebung der Anamnese
  • Erstellung eines Behandlungsplans
  • Durchführung einer Therapiesitzung
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Berufsbild: Was macht eine Logopädin?

Nicht für jeden Menschen ist ein guter Redefluss selbstverständlich. Eine Logopädin unterstützt und hilft insbesondere bei der Überwindung folgender Sprachbarrieren:

  • Störungen des Redeflusses
  • Störungen des Gehörs
  • Störungen des Schluckens
  • Störungen der Stimme, der Sprache, der Artikulation
  • Störungen der orofazialen Bewegungen
  • Stottern
  • Schwierigkeiten bei der Bildung bestimmter Laute
  • Chronische Heiserkeit

Das Ziel der Therapie besteht darin, dem Patienten eine verbesserte Kommunikationsfähigkeit zukommen zu lassen, sie im Idealfall sogar komplett wiederherzustellen.

Dies betrifft nicht nur erwachsene Menschen. Der Personenkreis der behandelten Patienten umfasst ebenso Kinder, die Schwierigkeiten beim Spracherwerb haben. Außerdem unterstützen Logopädinnen Personen, die aufgrund eines Unfalls, eines Schlaganfalls oder einer Amnesie das Sprechen neu erlernen müssen.

Dafür erstellen sie zunächst eine umfassende Diagnose und einen individuellen Therapieplan. Die Dauer der Behandlung variiert dabei stark. Je nach Schwere des Falls beträgt sie einige Monate bis hin zu mehreren Jahren.

Die Logopädin arbeitet dabei mit jedem Patienten zu zuvor festgelegten Terminen verschiedene Übungen ab. Daher ist ihr Alltag zumeist klar durchstrukturiert. Vielen Logopädinnen ist es daher möglich, auch in Teilzeit beschäftigt zu sein.

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Gehalt: Was verdient eine Logopädin?

Da es sich bei der dreijährigen Ausbildungszeit um eine schulische Ausbildung handelt, verdienen angehende Logopädinnen, ähnlich wie Ergotherapeuten oder Diätassistenten, in dieser Zeit nichts.

Es ist jedoch möglich, unter Umständen Bundesausbildungsförderung (BAföG) zu beantragen. Dabei spielt das Einkommen und die Vermögensverhältnisse der angehenden Logopädin und ihren Eltern eine ebenso wesentliche Rolle, wie die Wohnverhältnisse der Jobanwärterin. Nähere Informationen dazu liefert das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Ist die Ausbildung absolviert, richtet sich die Höhe der Vergütung nach unterschiedlichen Faktoren wie Berufserfahrung, Branche und Arbeitsort. In kirchlichen und staatlichen Einrichtungen werden Logopädinnen nach Tarif bezahlt. Nach diesem beträgt ihr Einstiegsgehalt zwischen 1.800 und 2.600 Euro brutto monatlich.

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Karriere: Chancen und Aussichten als Logopädin?

Der Bedarf an Logopädinnen ist in Deutschland groß und wird voraussichtlich weiter ansteigen. Die zunehmende Überalterung der Gesellschaft macht es absehbar, dass es zukünftig deutlich mehr Patienten geben dürfte, die auf Logopädinnen und deren Fachwissen angewiesen sein müssen.

Daher gestaltet sich die Arbeitsmarktsituation für das Berufsbild der Logopädin augenblicklich und in näherer Zukunft gut. Absolventinnen finden in den meisten Fällen unmittelbar nach Beendigung ihrer Ausbildung eine Anstellung.

Beschäftigungsmöglichkeiten findet eine Logopädin in folgenden Einrichtungen:

  • Logopädie-Praxen
  • Krankenhäuser
  • Rehabilitationszentren
  • Förderschulen
  • Sprachheilkindergärten
  • Heime
  • Psychologischen Praxen
  • Altenheime
  • Gesundheitsämter
  • Öffentliche Verwaltung

Um sich weiterzuentwickeln, sollte die Logopädin nach ihrer Ausbildung ihr Wissen auf eine breitere Basis stellen. Absolventinnen mit Abitur können beispielsweise ein so genanntes additives Studium ergänzen, das von verschiedenen Universitäten angeboten wird und durch die vorherige Ausbildung verkürzt absolviert werden kann.

So ist bereits nach drei bis fünf Semestern der Erwerb des Bachelor-Abschlusses in Logopädie möglich. Diese Studiengänge werden sowohl berufsbegleitend als auch in Vollzeit angeboten. Die Inhalte konzentrieren sich auf die Bereiche:

  • Vertiefung des Fachwissens
  • Personalführung
  • Management

Außerdem werden eine Reihe berufsspezifischer Fortbildungen angeboten, die ohne Abitur absolviert werden können. Da sich dieses Angebot stetig verändert, liefert der Berufsverband der Logopäden (DBL) dazu nähere Auskünfte.

Stellenangebote für Logopädin.
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Bewerbung als Logopädin: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Da Logopädinnen tagtäglich mit Sprache arbeiten, ist es unerlässlich, dass ihre sprachliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit einwandfrei ist. Dies schließt die Formulierung der Bewerbung mit ein. Des weiteren sind folgende Fähigkeiten im Bewerbungsverfahren wichtig und somit herauszustellen:

  • Einfühlungsvermögen
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Einsatzbereitschaft
  • Sorgfalt
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Durchhaltevermögen
  • Zielstrebigkeit
  • Stabilität
  • Eigenständigkeit
  • Durchsetzungsvermögen
  • Freundlichkeit

Bewerbung-Logopaedin-Anschreiben-Muster-kostenlos-word-pdfUm sich für das Berufsbild Logopädin bewerben zu können, haben wir für Sie zudem ein Musteranschreiben verfasst, das Sie sich hier auch gleich bequem als Word-Dokument oder PDF-Datei kostenlos herunterladen und privat nutzen können. Bitte beachten Sie: Unser Anschreiben dient in erster Linie als Vorlage und Formulierungshilfe. Ihre eigene Bewerbung sollten Sie individuell anpassen.

Gerade die Soft Skills sollten im Anschreiben der Bewerbung deutlich gemacht werden. Sie lassen sich zum Beispiel folgendermaßen formulieren:

Meine Menschenkenntnis und meine Sensibilität ermöglichen es mir, mich in Patienten und ihre schwierige Situation hinein zu versetzen und sie dort entsprechend abzuholen.

Gerade in der Arbeit mit Kindern konnte ich in meinen Ferienjobs bei Kinder- und Jugendfreizeiten umfangreiche Erfahrungen sammeln, um so mit ihnen zielstrebig und intensiv an ihrer Behandlung arbeiten zu können.

[Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]

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25. Juni 2020 Tilman Schulze Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze arbeitet freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Er ist Autor verschiedner Bücher.


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