Medizinstudium: Zulassung, Noten (NC), Ablauf & Dauer

Das Medizinstudium gehört zu den beliebtesten Studienfächern in Deutschland. Jedes Jahr bewerben sich tausende Abiturienten für einen Studienplatz. Wer Arzt oder Ärztin werden will, muss sich allerdings auf ein mindestens 6-jähriges, anspruchsvolles Studium einstellen. Es wird rigoros gesiebt. Schon bei der Zulassung und mittels Numerus Clausus (NC). Ein Abitur mit der Note 1,0 ist bei vielen Universitäten eine Voraussetzung. Wir zeigen Ihnen, wie und wo Sie Medizin studieren können, welche Noten Sie brauchen und welche Umwege vielleicht doch noch zu einem Medizinstudium führen…

Medizinstudium: Zulassung, Noten (NC), Ablauf & Dauer

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Medizinstudium Voraussetzung

Leben retten und Krankheiten heilen: für viele ist das ein Traumjob. Der Weg dorthin aber ist schwer: Allein für das Fach Humanmedizin gab es im vergangenen Semester deutschlandweit rund 45.000 Bewerber, aber nur knapp 9.200 Studienplätze. Wer ein Medizinstudium anstrebt, benötigt mindestens die allgemeine Hochschulreife (Abitur). Hinzu kommen diverse Zulassungsbeschränkungen, darunter der Numerus Clausus (NC) sowie Auswahlverfahren an den Hochschulen.

Das Medizinstudium gehört zu den anspruchvollsten Studiengängen. Studierende müssen viel auswendiglernen, Fachvokabeln pauken und äußerst diszipliniert das Studium organisieren. Sonst kommen sie nicht durch. Zu den wichtigsten Voraussetzungen gehören ein ausgeprägtes Verständnis für Naturwissenschaften und Technik. Hinzu kommen gute Englischkenntnisse sowie hohe Stressresistenz und Empathie. Schließlich arbeiten Sie später direkt am und mit Patienten.

Auch wenn das Berufsbild Arzt zu den bestbezahlten Berufen in Deutschland gehört: Wer Medizin studieren will, sollte das aus Berufung tun und nicht wegen des späteren Gehalts.

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Medizinstudium Zulassung 2021

In Deutschland gibt es rund 40 Universitäten, die ein Medizinstudium anbieten. Fünf davon sind private Hochschulen. Zu den renomierten Medizinhochschulen in Deutschland gehören die Unis in Heidelberg, Göttingen, Münster, Greifswald sowie die LMU München.

Im jüngsten „Staatsvertrag über die Hochschulzulassung“ wurde die Vergabe der Studienplätze im Medizinstudium neu geregelt. Aktuell gibt es keine Plätze mehr durch Wartezeit oder Wartesemester. Stattdessen sieht die Medizinstudium Zulassung so aus:

  • 30 Prozent der Plätze werden mittels NC vergeben.
  • 60 Prozent werden durch Auswahlverfahren an den Hochschule besetzt.
  • 10 Prozent durch die „zusätzliche Eignungsquote“.

Die Idee dahinter: Das Medizinstudium soll nicht ausschließlich über Noten vergeben werden (auch wenn diese einen hohen Stellenwert haben). Generell sollen den Hochschulen mehr Möglichkeiten bekommen, geeignete Kandidaten schulnotenunabhängig auszuwählen. Zum Beispiel durch Interviews und Auswahltests oder anhand der Ausbildung oder Berufserfahrung in verwandten Fächern.

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Medizinstudium NC: Diese Noten brauchen Sie

Was für Noten braucht man für Medizinstudium? Kurze Antwort: absolute Top-Noten. Das gilt für alle medizinischen Fächer wie Humanmedizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Tiermedizin. Ideal ist ein Abitur von 1,0 oder besser. Schon ein Abi-Schnitt im mittleren Einser-Bereich bedeutet schlechtere Chancen. Das Studium der Tiermedizin kann sogar nur zum Wintersemester begonnen werden.

Eine Chance, unmittelbar in den Hörsaal aufgenommen zu werden, haben angehende Mediziner (laut Stiftung für Hochschulzulassung) vor allem mit diesen Noten:

Abitur erworben in Medizin Zahnmedizin Pharmazie Tiermedizin
Baden-Württemberg 1,1 1,2 1,7 1,2
Bayern 1,1 1,2 1,7 1,2
Berlin 1,0 1,5 1,3 1,4
Brandenburg 1,0 1,2 1,6 1,2
Bremen 1,0 1,2 1,5 1,6
Hamburg 1,1 1,6 1,6 1,3
Hessen 1,0 1,3 1,5 1,3
Mecklenburg-Vorpommern 1,1 1,3 1,6 1,4
Niedersachsen 1,1 1,6 1,7 1,4
Nordrhein-Westfalen 1,0 1,3 1,6 1,3
Rheinland-Pfalz 1,0 1,1 1,7 1,3
Saarland 1,3 1,6 1,8 1,3
Sachsen 1,2 1,5 1,8 1,1
Sachsen-Anhalt 1,2 1,5 1,8 1,2
Schleswig-Holstein 1,2 1,5 1,6 1,4
Thüringen 1,1 1,4 1,3 1,0



Tipp: Machen Sie einen TMS!
Mit dem sogenannten TMS („Test für medizinische Studiengänge“ oder „Medizinertest“) können Sie Ihren NC um bis zu 0,8 Punkte für die Medizinstudium-Bewerbung verbessern. Der Test prüft kein Fachwissen, sondern vor allem logisches Denken. Den TMS bieten verschiedene Hochschulen an.

Medizinstudium ohne NC: Alternative Wege

Falls Sie keine ausreichende Abiturnote haben, aber dennoch einen Medizinstudienplatz bekommen möchten, gibt es noch ein paar Alternativen:

  • Bundeswehr
    Die Bundeswehr verfügt über ein Reservekontingent von 2,2 Prozent der Medizinstudienplätze. Allerdings muss man sich für ein Bundeswehrstudium auf 17 Jahre bei der Bundeswehr verpflichten und beim Eignungsverfahren für Offiziersanwärter besonders gut abschneiden.
  • Auslandsstudium
    Da Medizin eine internationale Disziplin ist, können Sie das Fach auch im Ausland studieren. Vor allem dort, wo die Zulassungsbeschränkungen lockerer sind. Beliebt sind Plätze in Österreich und Ungarn. Hier gibt es deutschsprachige Medizinstudiengänge. In England, Lettland, Polen und Tschechien können Sie auf Englisch studieren. Wer innerhalb der Europäischen Union Medizin studiert, dessen Abschluss wird laut Bundesärztekammer anerkannt.
  • Privathochschule
    Die private Universität Witten/Herdecke (UHW) und die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) bieten ein Medizinstudium ohne NC an. Die Kosten an der UHW liegen bei rund 50.000 Euro. An der UHW gibt es einen Generationenvertrag. Heißt: Der Studienbeitrag wird entweder sofort, während des Studiums in festgelegten Raten oder nach Abschluss des Studiums gezahlt, sofern die Mindesteinkommensgrenze von 21.000 Euro jährlich nicht unterschritten wird. Hier gibt es zur Finanzierung des Medizinstudiums auch Stipendien.
  • Studienplatzklage
    Haben Sie Zweifel am Vergabeverfahren können Sie auch eine Studienplatzklage einreichen. Die zielt meist auf „außerkapazitäre Studienplätze“. Die werden nicht offiziell ausgeschrieben, sind aber vorhanden. Die Studienplatzklage kann allerdings mehrere tausend Euro kosten – bei ungewissem Ausgang.
  • Losverfahren
    Die letzte Chance bietet das Losverfahren. Die Note zählt dabei nichts, nur Glück. Dazu muss man sich direkt bei der Hochschule einschreiben und jeweilige Fristen beachten.
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Medizinstudium Dauer

Das Medizinstudium dauert im Schnitt mindestens sechs Jahre und drei Monate. Danach folgt die Facharztausbildung, die ebenfalls fünf bis sechs Jahre dauert. Im Gegensatz vielen anderen Studiengängen ist „Medizin“ nicht in Bachelor und Master unterteilt. Mediziner schließen mit dem Staatsexamen ab.

Medizinstudium Aufbau Inhalt Dauer

Medizinstudium Ablauf und Inhalt

Das Medizinstudium ist anstrengend. Wer sich für ein medizinisches Studium entschließt, bekommt die geballte Ladung an Naturwissenschaften, zumindest zu Beginn. Aufgebaut ist das Medizinstudium folgendermaßen:

  • Grundstudium (Vorklinik)

    Das Grundstudium wird auch als „Vorklinik“ bezeichnet. Es wird nach vier Semestern mit dem „Physikum“ (erste ärztliche Prüfung) abgeschlossen. Inhalt sind naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagen. Studierende müssen folgende Fachgebiete pauken und lernen:

    • Biologie
    • Chemie
    • Biochemie
    • Physik
    • Anatomie
    • Physiologie
    • medizinische Psychologie
    • Soziologie

    Gute Latein-Kenntnisse sind für die meisten Medizin-Studiengänge übrigens nicht mehr erforderlich. Diese werden im sogenannten Terminologie-Modul im Grundstudium vermittelt.

  • Hauptstudium (Klinik)

    Dieser Teil wird als „Klinik“ bezeichnet. Er umfasst regulär sechs Semester. Hier stehen die mit dem Arztberuf assoziierten Inhalte wie Krankheiten und deren Behandlung im Vordergrund. Es werden Vorlesungen, Seminare und Praktika absolviert. Dazu gehört auch ein 4-monatige Pflichtpraktikum („Famulatur“). Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie:

    • Anästhesiologie
    • Augenheilkunde
    • Chirurgie
    • Dermatologie
    • Humangenetik
    • Innere Medizin
    • Neurologie
    • Notfallmedizin
    • Orthopädie
    • Pharmakologie
    • Urologie

    Nach dem zehnten Semester folgt mit dem „Hammerexamen“ die zweite ärztliche Prüfung.

  • Praktisches Jahr (PJ)

    Im letzten Jahr des Medizinstudiums wird die Berufspraxis intensiviert. Das „PJ“ ist in drei Fächer unterteilt: Chirurgie, Innere Medizin und ein Wahlfach. Das praktische Jahr stellt die Voraussetzungen für die dritte und letzte ärztliche Prüfung dar. Sie besteht aus einem mündlichen und einem praktischen Teil.

Alle Teile des Medizinstudiums zusammen bilden das dreiteilige Staatsexamen, auf das die „Approbation“ (ÄAppO) erfolgt – die Genehmigung als Arzt arbeiten zu dürfen. Die meisten Studierenden schließen daran noch eine medizinische Dissertation an, um den Doktortitel zu erwerben. Auch wenn man Sie im Volksmund so nennt: Ein Arzt ist nicht automatisch Doktor!

Medizinstudium Kosten

Wie viel kostet es, Medizin zu studieren? Keine Sorge! Auch wenn die Zulassungsbedingungen hoch sind: An staatlichen Hochschulen gibt es neben dem Semesterbeitrag keine großen Kosten für das Medizinstudium. Lediglich für den Lebensunterhalt (Essen, Miete, Lernmaterial) müssen Studierende selbst aufkommen.

Wer an privaten Hochschulen Medizin studiert, muss allerdings tief in die Tasche greifen. Hier betragen die Kosten schnell 10.000 bis 15.000 Euro pro Jahr. Dafür können Ärzte nach dem Medizinstudium mit einem Einstiegsgehalt von 5.000 Euro brutto im Monat rechnen.

Medizinstudium Bewerbung

Im Regelfall bewerben Sie sich für das Medizinstudium zuerst bei der Stiftung für Hochschulzulassung (SfH). Deren Plattform Hochschulstart koordiniert die Bewerbungsverfahren. Ausnahme: Wer an einer privaten Hochschulen Medizin studieren will, bewirbt sich unmittelbar dort.

Bei der SfH reichen Sie alle erforderlichen Unterlagen (zum Beispiel Abiturzeugnis) ein. Im Erfolgsfall wird Ihnen ein (einziger) Studienplatz zugeteilt. Ihre Ortspräferenzen können Sie zwar in einer Liste angeben (bis zu sechs Hochschulen), eine Garantie darauf gibt es aber nicht. Ihre Chancen auf den Studienplatz erhöhen Sie, wenn Sie Standorte auswählen, die weniger stark überlaufen sind.

Die Chancen auf ein Medizinstudium am Wunschort erhöhen sich, wenn Sie Sozialkriterien anführen können. Zum Beispiel wenn Sie verheiratet oder schwerbehindert sind, Kinder haben oder einen nahen Angehörigen pflegen.

Medizinstudium: Berufschancen und Karriereaussichten

Jedes Jahr verlassen rund 10.000 Humanmediziner die Hochschule. Ihre Berufschancen sind exzellent – in Deutschland wie im Ausland. Junge Ärzte finden im Krankenhaus ebenso Stellen wie als niedergelassener Arzt. Vor allem in ländlichen Regionen werden dringend Ärzte und Hausärzte gesucht. Auch in der Telemedizin gibt es zahlreiche Fortschritte, sodass hier in Zukunft noch ganz neue Berufsbilder und Jobprofile entstehen.

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