E-Learning: Definition, Vorteile, Tipps

Die Veränderungen in Folge der Digitalisierung sind in allen Bereichen des Lebens spürbar: Im Job, im Alltag und in der Art und Weise, wie wir lernen. E-Learning ist längst fester Bestandteil in Studiengängen, Kursen, Weiterbildungen und wird zunehmend im Job eingesetzt, um Wissen zu vermitteln. Zudem nutzen wir alle verschiedensten Arten von E-Learning. Jeden Tag, oftmals unbewusst und in Gewohnheiten etabliert.

Am E-Learning führt heute kein Weg mehr vorbei – umso wichtiger ist es, sich damit zu beschäftigen, die Vorteile zu verstehen und das Konzept des E-Learnings richtig einzusetzen. Wir zeigen, was Sie zu E-Learning wissen sollten, welche Unterscheidungen dabei gemacht werden und wie das elektronische Lernen zum Erfolg wird…

E-Learning: Definition, Vorteile, Tipps

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Definition: Was bedeutet E-Learning?

Der Begriff E-Learning steht als Abkürzung für Electronic Learning und umfasst zunächst alle Formen des Lernens, die durch elektronische, technische und digitale Medien unterstützt werden. So bezeichnet E-Learning die Unterstützung von Lehr- und Lernprozessen durch unterschiedliche digitale Hilfsmittel. Gemeint sind sowohl die Präsentation und Aufbereitung der Inhalte als auch die Verbreitung zur Zielgruppe.

Zahlreiche Begriffe werden inzwischen Synonym zum E-Learning verwendet. Dazu zählen:

➠ Computerbasiertes Lernen
➠ Online-Lernen
➠ E-Didaktik
➠ Multimediales Lernen

Die genaue Definition von E-Learning wird weiterhin diskutiert. Auf der einen wird Seite argumentiert, dass es sich erst um wahres E-Learning handelt, wenn es ein elektronisch unterstützter Lernprozess ist. Gemeint ist damit, dass die E-Learning-Methoden in didaktische und pädagogische Konzepte eingebunden werden. Dies ist beispielsweise bei klassischen Kursen oder Seminaren der Fall, die auf digitale Medien zurückgreifen.

Eine weiter gefasste Definition von E-Learning sieht darin alle Formen elektronischen Lernen. Neben den didaktischen Konzepten beinhaltet diese größere Auffassung selbstbestimmtes Lernen mit digitalen Hilfsmitteln. Wenn Sie sich beispielsweise ein Online-Video mit Erklärungen anschauen, einen Artikel zu einem Thema lesen oder auch nur bei Google nach einem bisher unbekannten Begriff suchen, fällt dies in den Bereich des E-Learning.

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E-Learning Formen

E-Learning sollte idealerweise an die Zielgruppe sowie die zu vermittelnden Inhalte angepasst werden. Dabei stehen verschiedene Formen des E-Learnings zur Verfügung, bei denen es teilweise Überschneidungen gibt:

Digitale Lerninhalte

Die einfachste und wohl bekannteste Form des E-Learnings sind Lerninhalte, die in digitaler Form angeboten werden. Den Teilnehmern werden Informationen und Erklärungen in einer Art Präsentation zur Verfügung gestellt. Jeder klickt sich Seite für Seite durch die Inhalte. Am Ende einer solchen Einheit wartet meist ein kleiner Test, der das Gelernte abfragt und zur Kontrolle dient. Diese Form des E_Learnings wird auch als Web Based Trainings bezeichnet.

Content Sharing

Gerade für Schüler und Studenten ist das Prinzip des Content Sharing interessant. Es geht im Kern darum, eigene Lernunterlagen mit anderen zu teilen. So können etwa Zusammenfassungen und Mitschriften aus Vorlesungen zu bestimmten Themen weitergegeben, geteilt oder gemeinsam genutzt und bearbeitet werden. Diese Form des E-Learning kann sich auch für Unternehmen eignen, um Informationen zu teilen.

Web Based Collaboration

Eng damit verbunden ist das sogenannte Web Based Collaboration, also die webbasierte Zusammenarbeit. Hier werden gezielt Lernaufgaben und Übungen digital gemeinsam bearbeitet. Statt gemeinsam am Tisch zu sitzen, nutzen die Teilnehmer das Internet, um zu lernen, Problemlösungen zu erarbeiten und am Ende ein Ergebnis zu präsentieren.

Video-Kurse

Videoinhalte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dies gilt auch für das E-Learning. Statt die Inhalte in Textform anzubieten, setzen viele Kurse auf Videos. Diese können animierte Text- oder Grafikelemente enthalten. Eine beliebte Variante sind Expertenvideos. Hier widmet sich ein Experte aus dem Bereich seinem Fachgebiet und erklärt, was Teilnehmer des Kurses zu diesem Thema wissen sollten.

Online-Vorlesungen

E-Learning bedeutet nicht zwangsläufig, dass keine Interaktion mit anderen Lernen oder einem Dozenten stattfindet. Einige Plattformen und Software-Lösungen bieten die Möglichkeit, eine digitale Vorlesung zu halten. Statt in einem Hörsaal oder Kurszimmer sitzen die Teilnehmer dabei an Ihren Laptops oder Computern und schalten sich von dort aus in das digitale Klassenzimmer zu.

Blended Learning

Hierbei handelt es sich um eine Mischform des E-Learning: Einen Teil bilden klassische Präsenzveranstaltungen, die mit multimedialen Lehrmethoden kombiniert werden. Heraus kommt die Mischung, das sogenannte Blended Learning.

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E-Learning Vorteile

Wieso wird so stark auf elektronisches Lernen gesetzt? Die Antwort: Weil es viele Vorteile mitbringt und in einigen Bereichen deutlich besser ist als andere, klassische Formen der Wissensvermittlung.

Werden die Möglichkeiten des E-Learnings sinnvoll genutzt, kann von zahlreichen Pluspunkten profitiert werden:

  • Völlige Ortsunabhängigkeit
    Niemand ist an einen bestimmten Ort gebunden. Ob vom heimischen Schreibtisch, unterwegs am Laptop oder im Büro. E-Learning ist überall möglich, solange eine Internetverbindung besteht.
  • Zeitliche Unabhängigkeit
    Viele Formen des E-Learnings sind zudem zeitlich unabhängig. Die Ausnahme stellen hier Online-Vorlesungen oder andere Kurse dar, bei denen sich die Teilnehmer in einer Art digitalen Klassenzimmer treffen und zeitgleich Inhalte besprechen.
  • Eigener Rhythmus
    Nicht alle Menschen lernen gleich schnell. Beim E-Learning kann jeder sein eigenes Tempo vorgeben. Wer Schwierigkeiten hat und etwas fünf Mal lesen muss, um es zu verstehen, kann sich diese Zeit nehmen. Es muss nicht eine Geschwindigkeit für alle Beteiligten eingehalten werden.
  • Gleichbleibende Qualität
    Ein E-Learning Angebot liefert jedes Mal aufs Neue dieselbe Qualität in der Wissensvermittlung. Wenn Dozenten wechseln, Kurse ausfallen oder Störungen auftreten, kann die Qualität in anderen Lehrformen durchaus variieren.
  • Leichte Aktualisierungen
    Das Material im E-Learning kann ohne großen Aufwand und jederzeit aktualisiert werden. So ist es kein Problem, fortlaufend neue Inhalte bereitzustellen oder vorhandene Angebote zu überarbeiten.
  • Deutliche Kostenersparnisse
    Ein Kurs, zu dem alle Teilnehmer anreisen müssen und möglicherweise ein Hotel benötigen, ist mit großen Kosten verbunden. E-Learning lässt sich in den meisten Fällen günstiger realisieren.
  • Mehrsprachiges Material
    Mit der nötigen Vorbereitung können die Inhalte ohne Probleme in mehreren Sprachen angeboten werden. In Zeiten von Globalisierung kann dies das E-Learning besonders attraktiv machen
  • Ständige Kontrolle
    Beim E-Learning können nach jedem Kapitel Fragen und kurze Aufgaben eingebaut werden. Mit dieser Kontrolle wird sichergestellt, dass die Teilnehmer die vorangegangenen Inhalte verstanden haben und anwenden können, bevor darauf aufbauendes Wissen vermittelt wird.
  • Verschiedene Lerntypen
    Durch die Kombination verschiedener E-Learning-Möglichkeiten – beispielsweise Videos, interaktive Grafiken, Texte, Aufgaben – werden mehrere Lerntypen angesprochen. So kann das Lernergebnis verbessert werden.
  • Größere Selbstständigkeit
    E-Learning erzieht die Teilnehmer zu mehr Selbstständigkeit. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, die Inhalte in der vorgegebenen Zeit zu erarbeiten. Das verbessert Selbstorganisation und Disziplin.
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Tipps für erfolgreiches E-Learning

Ein E-Learning Angebot eignet sich für die unterschiedlichsten Bereiche. Im Studium ist es bereits selbstverständlich, in Fortbildungen und Kursen kommt es häufig zum Einsatz und Unternehmen erkennen zunehmend das Potenzial, um Mitarbeiter zu schulen.

Damit eine E-Learning Plattform zum Erfolg wird, sollten ein paar Aspekte beachtet werden. Mit diesem Tipps wird E-Learning zum Erfolg:

  • Achten Sie auf Benutzerfreundlichkeit
    Eine E-Learning Plattform sollte leicht zu bedienen, übersichtlich und insgesamt benutzerfreundlich sein. Finden sich die Teilnehmer in der Software nicht zurecht, leidet die Zufriedenheit und gleichzeitig das Lernergebnis. Eine möglichst intuitive Bedienung und Navigation sollte deshalb Priorität haben. Zusätzlich ist es empfehlenswert, die E-Learning Plattform anfangs für alle Teilnehmer zu erklären. So sind alle wichtigen Funktionen bekannt, Missverständnissen und Frust wird vorgebeugt und der weitere Ablauf wird vereinfacht.
  • Kennen Sie die Zielgruppe
    Erfolgreiches E-Learning sollte immer auf die Zielgruppe abgestimmt sein. Dies ist ungemein wichtig, um passende Inhalte zu liefern. Handelt es sich bei den Teilnehmern um Anfänger oder bereits Fortgeschrittene auf dem Gebiet? Erwarten diese eher theoretische Grundlagen oder möglichst praxisnahe Aufgaben? Wenn Sie Ihre Zielgruppe kennen und die Plattform danach ausrichten, steigt die Zufriedenheit. Wichtig ist zudem, dass die Inhalte weder zu leicht noch zu schwierig sind. Beides sorgt dafür, dass der erwünschte Lerneffekt ausbleibt. Die Themen und Aufgaben sollten fordern – nicht überfordern.
  • Legen Sie Wert auf das Design
    Neben den Lerninhalten sollten Sie das Design der E-Learning Plattform nicht vernachlässigen. Das Design ist nicht nur der erste Eindruck, sondern gleichzeitig die Lernatmosphäre für Teilnehmer. Ein altmodisches Design ist für E-Learning eher unpassend. Wirkt die Plattform hingegen modern, entsteht gleich ein positiver Eindruck.
  • Setzen Sie auf Interaktivität
    Nutzen Sie die Möglichkeiten, die das E-Learning bietet. Bieten Sie die Inhalte nicht nur als Text und Folien an, durch die Teilnehmer sich klicken können. Gestalten Sie das E-Learning spannender und interaktiv. Beliebt sind auch spielerische Elemente. Das steigert den Spaß am Lernen und somit den Lernerfolg. Werden Sie beim Entwurf Ihrer E-Learning Inhalte deshalb ruhig kreativ und probieren Sie aus.
  • Bleiben Sie in Kontakt
    Größtenteils findet E-Learning selbstständig statt – allerdings sollten Sie die Teilnehmer nicht einfach allein lassen. Bieten Sie einen Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen an. Bitten Sie um Feedback, um die Plattform weiterhin zu verbessern und auf Wünsche sowie Erwartungen eingehen zu können. Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie darauf legen, ob Teilnehmer mit den Inhalten, der Art der Wissensvermittlung sowie der Handhabung zufrieden waren.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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19. August 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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