Zusammenfassung: 5 simple Schritte zum eigenen Text

Eine Zusammenfassung reduziert einen Text, einen Film oder Erzählung auf das Wesentliche. Wer sie anschließend liest, sollte über die wichtigsten Punkte informiert sein, ohne selbst das Original zu kennen. Zusammenfassungen sind häufiger Bestandteil von Erzählungen im Alltag. Nebendem sind sie wichtig für alle, die sich Wissen aneignen müssen. Hier erfahren Sie, wie Sie einen Text sinnvoll zusammenfassen und worauf Sie achten sollten…

Zusammenfassung: 5 simple Schritte zum eigenen Text

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Definition: Was ist eine Zusammenfassung?

Wer eine Zusammenfassung schreibt, fasst die Kernbotschaften eines Texts mit eigenen Worten zusammen. Inhaltlich eng verwandt mit der Zusammenfassung sind die Inhaltsangabe, die Summary, das Exposé und das Fazit. Hierbei handelt es sich um Textsorten, die Sie häufig für die Schule oder das Studium benötigen. Unterschiede existieren vor allem in der Zielsetzung und endgültigen Ausgestaltung. So kann das Fazit beispielsweise eine eigene Meinung enthalten. Statt Zusammenfassung ist synonym auch von Abriss oder Auszug die Rede.

Welchen Zweck haben Zusammenfassungen?

Wer als Lernender die Aufgabe erhält, eine Zusammenfassung zu schreiben, stellt damit sein Textverständnis unter Beweis. Büffeln Sie gerade fürs Abitur, den Ausbildungs- oder Studienabschluss, gehören Zusammenfassungen zu Ihrem Alltag. Denn oft erfolgt die Wissensaneignung über das Zusammenfassen. Der Vorteil: Sie sparen bei späteren Wiederholungen wertvolle Zeit, weil Sie nicht erneut die Textvorlage durchlesen, sondern auf Ihre Zusammenfassung zurückgreifen können. Diese Vorarbeit hilft dabei, dass sich das Wissen setzen und ins Langzeitgedächtnis übergehen kann.

Aber nicht nur im Lernalltag begegnen uns Zusammenfassungen. Sobald Sie Freunden von einem Ereignis oder Film erzählen, machen Sie im Prinzip nichts anderes: Sie fassen das Wichtigste zusammen, um Ihrem Gesprächspartner einen Überblick zu verschaffen. Das ermöglicht diesem, sich eine Meinung zu bilden, ohne selbst die Situation erlebt oder den Film gesehen zu haben.

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Aufbau einer Zusammenfassung

Eine Zusammenfassung gliedert sich in drei Bestandteile:

1. Einleitung

Die Einleitung besteht aus ein bis zwei Sätzen, in denen Sie folgende Angaben machen: Titel, Autor, Textsorte, Zeitpunkt der Entstehung/Handlung und Thema. Damit geben Sie dem Leser einen Extrakt dessen, was ihn in der folgenden Zusammenfassung erwartet. Ein Einleitungssatz für „Nathan der Weise“ könnte zum Beispiel so aussehen:

Das dramatische Gedicht „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing erschien 1779 und hatte am 14. April 1783 in Berlin seine Uraufführung. Es steht exemplarisch für die Aufklärung, zentrale Gedanken sind Toleranz und Humanismus, die sich in der sogenannten Ringparabel widerspiegeln.

2. Hauptteil

Etwas ausführlicher gestalten Sie nun den Hauptteil. Wie lang dieser gerät, hängt von der Komplexität Ihrer Textvorlage und möglichen Anforderungen seitens Lehrer oder Dozenten ab. Für den Hauptteil sollten Sie sich an den elementaren W-Fragen orientieren, also: Wer, was, wann, wo und warum? Mit ausformulierten Antworten auf diese Fragen geben Sie Auskunft über diese Inhalte:

  • Figuren
  • Handlung
  • Zeit
  • Ort
  • Gründe

3. Schluss

Wie genau der Schluss sich gestaltet, hängt ebenfalls von eventuellen Vorgaben ab: Beispielsweise kann eine Zusammenfassung einfach mit dem letzten Punkt Ihrer Textvorlage enden – zum Beispiel dem Tod eines Helden. Alternativ kann eine persönliche Einschätzung erwünscht sein. In dem Fall reflektieren Sie den Inhalt der Textvorlage mithilfe Ihrer Zusammenfassung und geben Ihre Meinung wieder.

Wichtige Regeln beim Zusammenfassen

  • Zeitform
    Auch wenn Ihre Textvorlage in der Vergangenheit spielt: Sie geben eine Zusammenfassung im Präsens wieder. Bei Nathan der Weise schreiben Sie beispielsweise nicht „Nathan der Weise ging zum Sultan“, sondern „Nathan der Weise geht zum Sultan.“
  • Länge
    Eine Zusammenfassung sollte immer deutlich kürzer als das Original sein und einen knappen Überblick liefern. Ausschmückende Details gehören nicht hinein. Exakte Angaben über die Länge sind an dieser Stelle nicht möglich, da sie von der Vorlage und möglichen Vorgaben abhängen. Wem das Zusammenkürzen eines Textes schwerfällt, kann zum Einstieg mit Apps beziehungsweise Tools wie Resoomer arbeiten. Aber Vorsicht: Häufig bleibt der zusammengefasste Text sehr wörtlich am Original (siehe nächster Punkt). Daher empfehlen wir dies lediglich zum Einstieg in Ihre Arbeit.
  • Stil
    Stilistisch gesehen sollten Sie unbedingt wertende Aussagen vermeiden. Bemühen Sie sich um einen sachlichen, neutralen Stil und verzichten Sie auf Wörter wie „gut“, „schlecht“, „krass“ oder „langweilig“. Außerdem wichtig: Geben Sie den Text mit Ihren eigenen Worten wieder. Voraussetzung dafür ist gutes Ausdrucksvermögen und der Gebrauch von Synonymen. Wer hingegen zu nah am Text schreibt, signalisiert mangelndes Textverständnis.
  • Zitate
    Da wortwörtliche Wiedergabe tabu ist, entfallen ebenso Zitate für die Zusammenfassung
  • Reihenfolge
    Achten Sie darauf, eine chronologische Reihenfolge einzuhalten. Das heißt, Sie geben in Ihrer Arbeit den Inhalt und die Handlungen in der gleichen Reihenfolge wieder wie im Original.
  • Indirekte Rede
    Textpassagen, die direkte Rede enthalten, müssen Sie in indirekte Rede umwandeln. Dafür verwenden Sie im Deutschen den Konjunktiv I.
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Wie schreibe ich eine Zusammenfassung?

Die nachfolgende Anleitung gilt vor allem für die Textarbeit. Eine Zusammenfassung schreiben Sie, indem Sie den Inhalt eines Texts knapp wiedergeben. Dazu gehen Sie wie folgt vor:

  1. Vorlage lesen

    Das, was Sie zusammenfassen wollen, müssen Sie inhaltlich zunächst selbst durchdringen. Dafür kann es erforderlich sein, dass Sie einen Text mehrfach lesen. Das gilt umso mehr, wenn Sie Fachbegriffe oder Vokabeln nachschlagen müssen.

  2. Kernaussagen markieren

    Nach dem ersten (oder wiederholten) Lesedurchgang geht es darum, zentrale Aussagen im Text zu markieren. Hierbei können Sie für inhaltlich verwandte Bereiche (gleiches Thema, dieselben Figuren) identische, für abweichende andere Farben benutzen. Dabei sollten Sie redundante Formulierungen von wichtigen unterscheiden können. Das minimiert das Risiko, dass Sie komplette Sätze oder gar Passagen unterstreichen.

  3. Sinnesabschnitte einteilen

    Jetzt geht es darum, mithilfe der Markierungen den Text in verschiedene Sinnesabschnitte zu teilen. Schauen Sie hierfür, wo Sie dieselbe Farbe verwandt haben. Die zusammengehörigen Sinnesabschnitte erhalten nun eine Überschrift. Damit liefern Sie bereits eine Mini-Zusammenfassung der nachfolgenden Passage.

  4. Abschnitte zusammenfassen

    Anschließend formen Sie mithilfe Ihrer Überschriften eine Zusammenfassung. Hierfür werden Sie wieder etwas ausführlicher und geben mit Ihren eigenen Worten das Gelesene wieder. Dazu sollten Sie den Aufbau und die obigen Regeln beachten. Um dem Leser die zeitliche Reihenfolge zu verdeutlichen, können Sie mit Wörtern wie „zunächst“, „danach“, „anschließend“, „zwischenzeitlich“ und ähnlichen arbeiten.

  5. Geschriebenes überprüfen

    Im letzten Schritt sollten Sie Ihre Zusammenfassung überprüfen: Könnte jemand, der die Textvorlage nicht kennt, durch Ihre Arbeit verstehen, worum es geht? Haben Sie alle wichtigen W-Fragen beantwortet, sollte das der Fall sein.

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[Bildnachweis: StonePictures by Shutterstock.com]

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