Studienarbeit schreiben: Tipps für Studenten

In vielen Studienfächern müssen Studierende im Verlauf ihrer wissenschaftlichen Ausbildung Studienarbeiten schreiben. Für manche kommt diese Studienleistung erst mit ihrer Abschlussarbeit – meist dem Bachelor oder Master – auf sie zu. Für geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer gehören Studienarbeiten hingegen von Beginn an zur Regel. Da viele Unsicherheiten bei diesem Thema existieren, geben wir Ihnen Tipps und einen Leitfaden an die Hand, wie Sie am besten Studienarbeiten schreiben können…

Studienarbeit schreiben: Tipps für Studenten

Studienarbeiten schreiben: Rechtzeitige Vorbereitung entscheidet

Wenn Sie eine Studienarbeit schreiben, dann belegen Sie damit, dass Sie sich auf wissenschaftliche Art mit einem Problem auseinandersetzen können. Sie erbringen eine wissenschaftliche Eigenleistung, indem Sie Ihr Thema innerhalb einer vorgegebenen Frist in den Forschungskontext einordnen.

Dazu werden bereits existierende Arbeiten mit Ihrer Arbeit verglichen und Unterschiede herausgearbeitet. Der Begriff „Studienarbeit“ wird unterschiedlich genutzt. Gemeint sein kann:

  • eine wissenschaftliche Arbeit im Rahmen eines Seminars, häufig als Seminar- oder Hausarbeit bezeichnet. Meist geht dieser ein Referat voraus, so dass es sich bei der Hausarbeit um eine Ausarbeitung oder lediglich ausführlicheren Betrachtung einer zuvor erbrachten Leistung handelt.
  • eine wissenschaftliche Arbeit, der tatsächlich eine Studie oder ein Projekt zugrunde liegt, das nun erläutert wird.
  • seltener eine wissenschaftliche Abschlussarbeit zur Erlangung eines akademischen Grades wie Bachelor oder Master.

Je nachdem stellen Themenwahl und Literaturrecherche einen wichtigen und umfangreichen Bestandteil der Vorbereitung dar, wenn Sie eine Studienarbeit schreiben. Im Rahmen eines Seminars oder eines bereits laufenden Projekts wird das Thema oft bereits von Dozenten vorgegeben und die genaue Fragestellung ist bekannt, da sie auf Vorarbeiten aufbaut.

Ganz gleich, ob Sie innerhalb eines Seminars eine Studienarbeit schreiben oder sich Gedanken zur Themenwahl für eine Abschlussarbeit machen: Sie sollten auf jeden Fall ein Thema wählen, das Sie wirklich interessiert. Nur so bleibt die Motivation über den gesamten Bearbeitungszeitraum erhalten.

Wollen Sie in Richtung Bachelor- und Masterarbeit weiter denken – und ist das im jeweiligen Fach möglich – können Sie auch ein Thema wählen, das Ihnen bereits als Übung und Vorbereitung Ihrer Abschlussarbeit dient.

Studenten sollten dann…

  • mit der Literaturrecherche – nicht Literaturarbeit (!) – beginnen.
  • eine grobe Gliederung der Studienarbeit erstellen.
  • sich mit dem zuständigen Betreuer oder Dozenten abstimmen.
  • formale Rahmenbedingungen und Vorgaben klären.

Eine Komponente der Vorbereitung, wenn Sie Studienarbeiten schreiben ist zwar optional, in manchen Fällen jedoch sinnvoll: Die Erstellung eines Exposés.

Studienarbeit schreiben: Checkliste für die Vorbereitung

Studienarbeit schreiben: Checkliste für die VorbereitungDamit Sie bei der Vorbereitung Ihrer Studienarbeit alle wichtigen Aspekte und Themen im Blick behalten, haben wir eine Checkliste mit vorbereitenden Fragen zusammengestellt. Sie kann Ihnen als Basis Ihrer Vorbereitung dienen und dabei helfen, die Vorbereitung strukturiert anzugehen.

Da sie naturgemäß nicht alle Anforderungen abdecken kann, können Sie unsere Checkliste um individuell relevante Aspekte ergänzen und als Vorlage für Ihre eigene Checkliste nutzen. Sie können unsere Checkliste für die Studienarbeit als PDF herunterladen.

Exposé für Studienarbeiten: Sinnvoller Aufwand?

Ein Exposé ist, das sei gleich vorweg gesagt, nicht für jede Studienarbeit sinnvoll. Dafür ist der Aufwand bei der Anfertigung schlicht zu hoch. Denn ein ordentliches Exposé umfasst:

  • Das Konzept Ihrer Arbeit
  • Die (vorläufige) Gliederung
  • Die Auswahl der wichtigsten Literatur
  • Den groben Zeitplan

Für viele Studienarbeiten wäre ein Exposé daher auf den ersten Blick zu zeitraubend. Dennoch empfehlen wir Ihnen, bei ausgewählten Studienarbeiten ein Exposé zu erstellen. Und zwar auch dann, wenn Ihr Betreuer oder Dozent es nicht von Ihnen fordert.

Sinnvoll ist das vor allem bei Studienarbeiten, die thematisch und organisatorisch als Vorbereitung Ihrer Abschlussarbeit dienen. Für Ihre Bachelor- oder Masterarbeit sollten Sie ein Exposé unbedingt einplanen, da es Ihnen die Arbeit an einem komplexen Schreib- und Recherche-Projekt deutlich erleichtert. Es zahlt sich dann aus, wenn Sie im vergleichsweise geschützten Rahmen der Studienarbeit bereits erste Erfahrung in der Erstellung eines Exposés sammeln.

Verschiedene Wege zur Literatur

Literaturrecherche und -arbeit sind essentielle Bestandteile jeder Studienarbeit und Ihres wissenschaftlichen Arbeitsprozesses, sie machen bis zu 70 Prozent der eigentlichen Studienarbeit aus. Wenn Sie beide Aspekte von Anfang entsprechend behandeln, erleben Sie während der Erstellung der Studienarbeit keine bösen Überraschungen.

Gerade als Erstsemester sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht – wie an geeignete Literatur herankommen? Es gibt mehrere Wege, mal mehr systematisch, mal weniger. Sie sollten alle anwenden, um eine geeignete und vor allem aktuelle Ausbeute zu erzielen.

  • Dozent

    Eine erste Anlaufstelle ist der Dozent: Wer im Rahmen eines Seminars eine Studienarbeit schreiben will, erhält dort oft bereits eine Auswahl an Themen und erste Literaturhinweise. Zur wissenschaftlichen Arbeitsweise gehört, dass Sie von dort beginnend sich selbständig Literatur erschließen.

  • Schneeballsystem

    Daran knüpft sich meist automatisch die unsystematische Suche in Form des „Schneeballsystems“ an, das heißt: In der genannten Literatur stoßen Sie auf neue, zu Ihrem Thema passende Literatur und so weiter. Nachschlagewerke wie Handbücher und Fachlexika bieten einen ersten Überblick zu einem Thema. Nachteil: Die Literatur kann unter Umständen veraltet sein, sie kann immer nur auf dem Stand der Forschung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Fundort sein.

  • Präsenzbibliotheken

    Hier wird Literatur oft themenspezifisch angeordnet, so dass es sich lohnt, im entsprechenden Abschnitt einfach einmal das Regal entlangzugehen und nach verwandten Themen zu gucken. Außerdem sind hier im Gegensatz zur Hauptbibliothek oftmals spezielle Fachzeitschriften und Monographien erhältlich. Ein weiterer Vorteil: Die Literatur ist in der Regel von der Ausleihe ausgeschlossen, so dass Sie die benötigten Inhalte vorfinden und vor Ort lesen oder zumindest kopieren können.

  • Bibliographien

    Mit Bibliographien betreiben Sie systematische Literaturrecherche. Dabei handelt es sich um eigenständige Verzeichnisse von Literatur zu einem bestimmten Themengebiet. Unterschieden wird zwischen abgeschlossenen und fortlaufenden Bibliographien. Erstere haben wie beim Schneeballsystem den Nachteil, dass sie gegebenenfalls nicht aktuell sind. Nachteilig ist das vor allem bei medizinischen und naturwissenschaftlichen Fächern, da hier wichtige neue Entdeckungen übersehen werden können.

  • Internet

    Ein Großteil der Recherche läuft übers Internet. Die Universitätsbibliotheken hatten früher große Zettelkataloge, in denen sämtliche vorhandene und bestellbare Literatur verzeichnet war. Diese ist mittlerweile digitalisiert im OPAC (OPAC = Online Public Access Catalog) zu finden. Für die erfolgreiche Suche benötigen Sie hier entweder bereits Namen führender Wissenschaftler Ihres Themas oder Sie wenden die Schlagwortsuche an, die Ihnen unabhängig vom Erscheinungsjahr alles zum jeweiligen Thema ausspuckt. Teilweise führen Bibliotheken zusätzlich noch alte Kataloge, in denen Medien beispielsweise in Form von Microfiche gespeichert werden.

  • Periodika

    Um größtmögliche Aktualität zu gewährleisten, sind sogenannte Periodika unverzichtbar, also in regelmäßigen Abständen erscheinende Zeitschriften, Jahrbücher, Tagungsbände und dergleichen mehr. Hier finden aktuelle Diskussionen zu neuen Erkenntnissen oder Theorien statt.

Literaturarbeit und die richtige Verwaltung

Studienarbeit schreiben LiteraturverwaltungUnabhängig von einem Exposé sollten Sie sich als Student in der Vorbereitung einen Zeitplan für Ihre Studienarbeit zurechtlegen. Die Erfahrung zeigt, dass Zeitpuffer hierbei unerlässlich sind. Selbst Studenten in höheren Semestern, die bereits zahlreiche Studienarbeiten geschrieben haben, können sich beim Zeitbedarf für die einzelnen Arbeitsschritte leicht verschätzen.

Neben dem eigentlichen Schreibprozess nehmen in der Regel vor allem Literaturrecherche und Literaturarbeit einen großen Teil der Zeit ein. Literaturrecherche haben viele Studenten auf dem Schirm, denn auf die Suche nach passender Literatur wird an vielen Hochschulen und Universitäten Wert gelegt.

Die fast noch wichtigere Literaturarbeit wird jedoch viel zu oft stiefmütterlich behandelt und nur am Rande gestreift. Damit Sie diese richtig einschätzen und strukturiert angehen können, haben wir im Folgenden die drei wichtigsten Tipps für effektive Literaturarbeit zusammengestellt:

  1. Literaturverwaltung vorbereiten und strukturieren

    Da Studienarbeiten heute elektronisch verfasst und abgegeben werden ist es sinnvoll, die Literaturverwaltung mit einem spezialisierten Literaturverwaltungsprogramm oder mit der in manchen Texteditoren integrierten Funktion vorzunehmen. Für welche Option Sie sich entscheiden, hängt von Ihren Anforderungen und Vorlieben ab. Unabhängig von der eingesetzten Softwarelösung sollten Sie sich jedoch von Anfang an überlegen, wie Sie die recherchierte Literatur dokumentieren und für sich nutzen. Achten Sie dabei unbedingt darauf, alle für Ihre Studienarbeit relevanten bibliographischen Angaben aufzunehmen.

  2. Checklisten für die Literaturarbeit erstellen

    Literaturarbeit bedeutet konkret, die recherchierte Literatur gezielt zu lesen und die für Ihr Thema und Ihre Studienarbeit relevanten Informationen herauszuarbeiten. Das funktioniert am besten, wenn Sie sich vor dem Einstieg in die Literaturarbeit Orientierungsfragen notieren und Checklisten erstellen. Diese sollten nicht nur Ihre Fragestellung, sondern auch die relevanten Aspekte und Schlagworte umfassen, auf die Sie bei der Literaturarbeit achten wollen. Arbeiten Sie diese Checklisten bei jeder neuen Quelle konsequent ab, können Sie Ihre Literaturarbeit effizient und sinnvoll gestalten.

  3. Literaturarbeit in den Workflow integrieren

    Bei den ersten Studienarbeiten planen viele Studenten die Literaturrecherche und Literaturarbeit zu Beginn der Studienarbeit ein. Darauf folgen dann häufig die Schreib- und Korrekturphasen. Das ist ein guter Ansatz. In der Praxis werden Recherche und Schreibphase allerdings nie völlig getrennt sein, teilweise erschließt sich neue Literatur erst durchs Lesen. Die Literaturarbeit wird sich somit oft über die gesamte Zeit oder zumindest einen großen Teil Ihrer Studienarbeitsphase erstrecken. Oft werden Sie auf Literatur zurückgreifen, während Sie bereits in der Schreibphase sind und die Literaturarbeit eigentlich bereits abgeschlossen hatten. Das ist völlig normal, führt jedoch zu einem wichtigen Grundsatz: Geben Sie Literatur nicht zu früh zurück und dokumentieren Sie Ihre Literatur so sorgfältig und umfassend wie möglich.

So schreiben Sie Ihre Studienarbeit

Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, wenn Sie Ihre Studienarbeit schreiben. Das hängt teilweise von der Persönlichkeit und von der Erfahrung im Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten. Nach Sichtung der Literatur geht es darum, Ihre Ergebnisse in eine logische Reihenfolge zu bringen.

Dafür gliedern Sie Ihre Arbeit folgendermaßen:

  • Einleitung

    In der Einleitung stellen Sie Ihr Thema und die genaue Fragestellung vor. Ein Grund für die Beschäftigung mit dem Thema kann eine aktuelle Kontroverse oder ein bisher nicht ausreichend berücksichtigter Aspekt sein. Sie formulieren dann Ihre Vorgehensweise, die eine grobe Zusammenfassung Ihres Inhaltsverzeichnisses darstellt. Daran schließen sich meist zu überprüfende Theorien an, die Sie kurz skizzieren.

  • Hauptteil

    Im Hauptteil kommen Sie zu den in der Einleitung aufgeworfenen Fragen und gehen im Detail auf die Forschungslage ein. Dabei sollten Sie immer die eigentliche Fragestellung im Auge behalten – Nebenaspekte gehören, falls unverzichtbar, in die Fußnoten.

  • Schluss

    In diesem Teil präsentieren Sie Ihre Ergebnisse. Wurde das anvisierte Ziel erreicht? Gab es unerwartete Entdeckungen? In diesem Teil Ihrer Studienarbeit ist Raum für eine eigene Bewertung und einen möglichen Ausblick in weitere Aspekte, die sich für eine eigenständige Arbeit eignen.

Viele Studierende haben Angst vor dem „weißen Blatt Papier“, also vor der Schreibblockade. In dem Fall bietet sich an, dass Sie einfach erst einmal herunterschreiben, was Ihnen in den Kopf kommt. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Abschnitte erarbeiten

    Eine Methode besteht darin, einzelne Kapitel oder Abschnitte Ihrer Studienarbeit zu schreiben, diese dann direkt im Anschluss inhaltlich zu überarbeiten und auch gleich zu korrigieren. Mit dieser Methode erarbeiten Sie sich einen Abschnitt – ob Sie dafür Kapitel, Unterkapitel oder andere Einheiten wählen, ist Ihnen überlassen – nach dem anderen und stellen diese fertig.

    Der Vorteil: Ist ein Abschnitt bearbeitet, können Sie ihn bis zur Endkorrektur abhaken und vergessen. Der Nachteil: Sie kommen nicht oder nur schwer in einen Schreibflow und können den roten Faden zwischen den verschiedenen Abschnitten und Kapiteln vermutlich nur schwer sehen und durchziehen.

  2. Erst schreiben, dann strukturieren

    Eine andere Möglichkeit: Sie schreiben Ihren Text zunächst grob herunter und stellen sicher, dass Sie im ersten Entwurf alle inhaltlichen Punkte abdecken. Im zweiten Schritt strukturieren Sie den Text, kümmern sich um das Layout, Zitate, Fußnoten und ähnliches. Erst im dritten Schritt folgt dann die inhaltliche und textliche Korrektur.

    Der Vorteil: Sie teilen Texterstellung, optische und inhaltliche Gestaltung in verschiedene Arbeitsschritte auf. Dadurch können Sie zunächst schreiben, ohne sich mit (zu) hohen Ansprüchen an die eigene Leistung im Weg zu stehen.
    Der Nachteil: Sie müssen Ihren inneren Korrektor in der ersten Phase ausschalten und ignorieren. Zudem machen Sie sich doppelte Arbeit, weil Sie zu einem späteren Zeitpunkt erst die exakten Textstellen nachschlagen und alles formatieren müssen.

Texteditoren und mehr: Wählen Sie Ihre Tools

Texteditoren und mehr: Wählen Sie Ihre ToolsWord, Open Office, Pages, Google Drive, Ulysess, Papyrus, Scrivener, LaTeX… die Liste der Textedioren und Schreibprogramme ist lang. Sie alle lassen sich mehr oder weniger gut für die Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten nutzen. Viele Universitäten und Hochschulen lassen ihren Studenten bei der Wahl der Software freie Hand und geben lediglich das finale Format – häufig eine PDF-Datei – vor.

Bevor Sie lange nach einem geeigneten Programm suchen – wenn Sie die Studienarbeit schreiben, gilt Folgendes: „Never change a running system.“ Haben Sie Ihre Tools und Programme erst einmal gefunden, sollten Sie diesen treu bleiben und sich nicht durch die Suche nach neuen Möglichkeiten selbst im Weg stehen. Bei der Auswahl der passenden Programme können die folgenden Fragen nützlich sein:

  • Welche Vorgaben gibt es seitens der Universität oder Hochschule?
  • Mit welchen Programmen sind Sie bereits vertraut?
  • Auf welchem Betriebssystem arbeiten Sie?
  • Wechseln Sie zwischen verschiedenen Computern?
  • Verfügen Sie bei Ihrer Arbeit stets über eine Internetverbindung?
  • Wollen oder müssen Sie auch auf einem Tablet arbeiten können?
  • Wie führen Sie Ihre Backups durch?
  • Welche Programme verwenden Sie beispielsweise für die Literaturverwaltung?
  • Welche Programme und/oder Systeme verwenden Ihre Korrektoren?
  • Müssen oder wollen Sie im Team an Ihrer Studienarbeit schreiben?

In welchem Stil die Studienarbeit schreiben?

Von Studierenden einer Hochschule wird ein wissenschaftlicher Stil erwartet. Wissenschaftlich heißt nicht, dass Sie sich so kompliziert wie möglich ausdrücken, im Gegenteil:

  • Fachtermini

    Die für Ihren Studiengang relevanten Fachbegriffe sollten Sie nutzen. Allerdings sollte gleichzeitig auf einen verständlichen Schreibstil geachtet werden, so dass auch ein Fachfremder Ihre Arbeit nachvollziehen kann. Unbekannte Begriffe sollten daher erläutert werden.

  • Satzbau

    Schreiben Sie in ganzen Sätzen, vermeiden Sie dabei Schachtelsätze, kürzere Sätze erhöhen die Lesbarkeit. Auf Füllwörter wie auch, halt, ebenso sollten Sie verzichten.

  • Meinung

    Je nach Studiengang variieren die Ansichten zur eigenen Meinung des Verfassers. Als unwissenschaftlich werden üblicherweise Formulierungen wie „Ich finde…“, „Ich bin der Meinung, dass…“ empfunden. Wertende Adjektive wie beispielsweise enorm, extrem, krass, massiv, unsäglich sind ungeeignet, einen wissenschaftlich neutralen Standpunkt einzunehmen. Wenn überhaupt, wird Verfassern erst nach Sichtung sämtlicher Argumente im Schlussteil eine eigene Position zugestanden. Hier ist bei vor allem bei geisteswissenschaftlichen Arbeiten eine Einschätzung wichtig und kann in Form von „Nach Ansicht des Verfassers/der Verfasserin…“ erfolgen.

  • Zitation

    Allgemeinwissen dürfen Sie beim Leser getrost voraussetzen, nur Gedanken, die nicht originär von Ihnen stammen, müssen Sie kenntlich machen. Die korrekte Zitation dient der Überprüfbarkeit Ihrer Aussagen. Teilweise hat jeder Fachbereich seinen eigenen Zitationsstil. Grob lassen sich zwei Richtungen an Hochschulen unterscheiden:

    • Deutscher Stil: Hierbei wird mit Fußnoten gearbeitet. Sie zitieren beispielsweise einen Autor wörtlich und markieren mit Anführungsstrichen das Zitat. Danach steht eine hochgestellte Nummer und am Ende der Seite, abgetrennt vom Fließtext, findet sich die genaue Angabe vom Fundort des Zitats. Üblicherweise werden bei erstmaliger Nennung Autor, Werk, Jahreszahl und Seitengabe voll ausgeschrieben, beim zweiten Mal in abgekürzter Version darauf verwiesen. Fußnoten werden außerdem benutzt, um Gedankengänge auszuführen, die vom Hauptthema etwas abseitig sind.
    • Amerikanischer Stil: Das Zitat wird direkt im Fließtext in Klammern belegt, entweder direkt nach dem entsprechenden Wort oder am Satzende.

    Welche Art des Zitierens Sie für Ihre Studienarbeit wählen, sollten Sie unbedingt mit Ihrem betreuenden Dozenten besprechen; unter Umständen gibt es für Ihren Fachbereich einen eigenen Leitfaden.

[Bildnachweis: Dragon Images by Shutterstock.com]
18. Juni 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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