Handout: So gestalten Sie es

Ein Handout gibt dem Empfänger die Möglichkeit, das Gesagte entweder gleichzeitig zu verfolgen und mit eigenen Notizen zu ergänzen oder aber einen groben Überblick darüber zu erhalten, was gesagt wurde. Typischerweise wird es an der Schule und der Universität von Schülern und Studenten verwendet, die ein Referat halten, aber auch in Meetings kommt es zum Einsatz. Wie Sie selbst ein Handout verfassen und worauf Sie achten sollten…

Handout: So gestalten Sie es

Handout Definition: Was ist das?

Handout Definition Muster Design PDF Referat SchuleDer Begriff Handout stammt aus dem Englischen von to hand out, was so viel wie aushändigen bedeutet.

Deutsche Entsprechungen für den Anglizismus sind Handreichung, Tischvorlage, Handzettel oder Thesenpapier. Handouts dienen den Zuhörern dazu, sich einen Überblick über die anstehenden Themenpunkte zu verschaffen. Neben der Schule und der Universität sind sie auf Vorträgen, Besprechungen oder Konferenzen zu finden.

Wenngleich der Kopf- und der Fußbereich eines Handouts immer gleich sind, gibt es dennoch inhaltliche Unterschiede. Die sind darin begründet, dass die Begriffe Handout und Thesenpapier synonym verwendet werden, obwohl es nicht das Gleiche ist:

  • Das Thesenpapier (auch Thesenblatt genannt) fasst, wie der Name bereits sagt, neben der Inhaltsgliederung die wichtigsten Thesen zusammen. Die werden maximal stichpunktartig aufgegriffen.
  • Das Handout darf deutlich ausführlicher ausfallen. Hier werden zu den einzelnen Themenabschnitten die wichtigsten Aussagen stichpunktartig wiedergegeben.

Wer das Handout für die Schule oder Uni braucht, sollte im Zweifelsfall seinen Lehrer oder Dozenten fragen, wie ausführlich das Handout werden soll.

Sinn und Zweck des Handouts

Ein Handout soll dem Zuhörer die Möglichkeit geben, ein ihm weitestgehend fremdes Thema nachvollziehbar näher zu bringen. Das gelingt vor allem mit einer entsprechenden Struktur. Ein Handout ist für denjenigen, der eine Präsentation hält, gleichzeitig eine Stütze, die ihm selbst Klarheit über die wichtigsten Punkte verschafft.

Der Referent sollte daher immer den Zuhörer im Hinterkopf behalten, der nicht im Thema drinsteckt: Was muss in das Handout hinein, um das Thema verständlich aufzubereiten? Welche Punkte waren mir neu, welche tragen zum Verständnis bei? Gerade wer sich länger mit einem Thema auseinandersetzt, neigt zu einer gewissen Betriebsblindheit.

Bestimmte Fachtermini sind Ihnen schon längst geläufig, während Außenstehende nur Bahnhof verstehen. Damit das nicht passiert, sollten solche möglichst vermieden werden. Dort, wo sie unumgänglich sind und beispielsweise an der Universität oder auf Kongressen Sie als Experten ausweisen, sollten Sie eingangs kurz erläutert werden.

Gerne wird im Punkt „Definition“ auf Formulierungen zurückgegriffen wie: Ich beziehe mich in meinen Ausführungen auf die Definition von XY, der den Begriff folgendermaßen erklärte:… et voilà – schon muss sich keiner dumm vorkommen, weil er insgeheim diesen Begriff noch nicht kannte und Sie haben Ihre Schuldigkeit getan.

Handout Muster: PDF-Vorlage zum Download

Handout Muster Download PDF Definition Referat SchuleWer sehen will, wie so ein Handout als Vorlage aussieht, kann sich hier die Vorlage als PDF oder Word-Dokument herunterladen, natürlich wie immer als kostenloser Download.

So bauen Sie Ihre Handreichung auf

Einige allgemeine Tipps vorweg: Bei einem Handout geht es lediglich um eine Stütze für die Zuhörer. Sie sind nicht vom Zuhören oder Mitarbeiten entbunden, es geht nicht darum, ihnen eine mehrseitige Abhandlung Ihres Themas, geschweige denn die komplette Ausarbeitung zu geben.

Mit anderen Worten: Ihr Handout sollte nicht mehr als eine, maximal zwei Din-A4-Seiten betragen. Letzteres kann der Fall bei Referaten an der Uni sein, wenn 60 Minuten selbst gestaltet werden müssen. Vergessen Sie in diesem Fall nicht, die Seiten festzutackern, da sonst eine Zettelwirtschaft entsteht.

Hier können Sie neben dem eigentlichen Thema am Schluss mögliche Fragen auflisten, die Ihnen während der Vorbereitung gekommen sind, die Sie aber entweder (aufgrund der Quellen-/Literaturlage) nicht beantworten konnten oder die Sie bewusst im Plenum diskutieren wollen.

  • Kopf

    Wie bei einem Bewerbungsschreiben enthält das Handout oder Thesenpapier einen Kopf, der die wichtigsten Informationen enthält:

    • Wo findet das Ganze statt?
    • Wenn es an der Universität stattfindet: In welchem Semester wird das Referat gehalten?
    • Wer ist der Dozent?
    • Wer ist der Referent?

    Der Kopf sollte ebenso wie der Fuß in einer kleineren Schriftgröße, zum Beispiel 10-Punkt, gehalten werden, damit mehr Platz für die Gliederung und den Inhalt ist. Auf der gegenüberliegenden Seite wird das Datum des Referats oder Vortrags vermerkt.

  • Titel des Vortrags / des Referats

    Etwas abgesetzt vom Kopf erscheint – möglichst in Fettdruck, unterstrichen und/oder in einer größeren Schrift (beispielsweise 14-Punkt) das Thema Ihres Referats.

  • Gliederung

    Dem folgt die Gliederung, die anhand von Zwischenüberschriften den Inhalt vorstellt. Später im Inhalt sollten diese Zwischenüberschriften vom restlichen Text abgehoben werden, indem sie gefettet oder unterstrichen werden. Die Schriftgröße für die Gliederung und die nachfolgenden Inhalte sollte in jedem Fall größer als der Kopf sein, 12-Punkt ist geeignet dafür.

  • Inhalt

    Nun wird Punkt für Punkt das Thema abgearbeitet. Jedem Thema sollte eine kurze Einleitung und/oder Definition vorangestellt werden. Angenommen, Ihr Titel heißt: Der Panslawismus im 19. Jahrhundert unter besonderer Betrachtung Russlands, dann werden Sie Ihren Zuhörern zunächst erklären müssen, was unter Panslawismus zu verstehen ist, bevor Sie darauf eingehen, wo diese geistige Strömung ihre Ursprünge und Nachfolger hat, welche Staaten involviert sind und dergleichen mehr.

    Wichtig ist hierbei, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und damit das Thema zu verfehlen. Sie sollten die Gliederung des Handouts in groben Zügen erstellt haben, bevor Sie sich daran machen, die einzelnen Punkte auszuarbeiten. Häufig sind Themen bereits in irgendeiner Form begrenzt, das heißt, auf die Epoche und/oder die Region festgelegt.

    Um die Übersichtlichkeit zu gewährleisten, sollten Sie keine ausformulierten Sätze verwenden, sondern mit Phrasen oder Stichpunkten arbeiten, die in Spiegelstrichen oder Aufzählungspunkten dargestellt werden. Vollständige Sätze würden die Aufmerksamkeit des Zuhörers ablenken und gleichzeitig den Raum für Notizen deutlich schmälern.

    Darüber hinaus helfen die Stichpunkte Ihnen beim freien Vortragen, da Sie nun im Geiste die Sätze formulieren müssen, die Sie bereits zuhause geübt haben, ohne einfach nur abzulesen. Das macht das Referat für die Zuhörer deutlich angenehmer. Achten Sie jedoch darauf, die Reihenfolge beizubehalten, um Irritationen vorzubeugen.

  • Quellen- und Literaturangaben

    Den Fuß des Handouts bilden die Quellen- und Literaturangaben. Hier ist den genauen Anforderungen des Faches beziehungsweise des Dozenten zu folgen, da die Zitierweisen (amerikanisch oder deutsch) mitunter sehr unterschiedlich sind. Wesentliche Bestandteile sind Name und Nachname, Titel des Werkes und das Erscheinungsdatum. In manchen Fällen ändert sich die Reihenfolge der Namen, in anderen muss der Verlag ebenfalls mit aufgeführt werden. Wird aus Zeitschriften zitiert, werden Seitenangaben gemacht. Bei Internetquellen wird die Internetadresse nebst des Datums angegeben, an dem Sie die Seite zuletzt aufgerufen haben.

  • Design

    Wie bereits angemerkt, sollten Sie mit verschiedenen Schriftgrößen, Fettungen und Unterstreichungen arbeiten, um einzelne Elemente herauszuholen. Allerdings: weniger ist mehr. Entweder fetten Sie eine Zwischenüberschrift, oder sie wird unterstrichen – aber nicht beides. Je nach Umfang Ihres Themas können Sie wahlweise den rechten Seitenrand etwas breiter einstellen, so dass Raum für Notizen entsteht. Oder Sie lassen unter Ihrem letzten Punkt noch einige Zeilen Platz. Aufwendige Grafiken, Karten oder Tabellen sollten in Handouts sparsam eingesetzt werden, da Sie damit viel Platz verschenken. Besser, Sie lenken die Aufmerksamkeit anhand solcher Elemente auf Ihre Powerpoint-Präsentation.

[Bildnachweis: Yuricazac by Shutterstock.com]
29. Juni 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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