SCQA-Methode: Einfacher Strukturtrick für Präsentationen

Es gibt Rampensäue. Und es gibt Menschen, die äußerst ungern vor Publikum sprechen oder einen Vortrag halten. Nicht wenige haben Probleme damit, ihre Präsentation zu strukturieren. Sie sollten sich mit der SCQA-Methode vertraut machen. Diese simple, aber effektive Technik hilft, ein beliebiges Thema so vorzutragen, dass andere problemlos folgen können. So funktioniert die SCQA-Methode…

SCQA-Methode: Einfacher Strukturtrick für Präsentationen

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Präsentation strukturieren & Komplexität reduzieren

Egal, ob Sie einen Vortrag halten, ein Referat vortragen oder im Meeting eine Präsentation machen müssen: Das Problem ist immer dasselbe. In begrenzter Zeit müssen Sie Ihr Publikum – trotz unterschiedlichem Kenntnisstand – abholen, neugierig machen und schließlich inspirieren beziehungsweise einen Sachverhalt erklären. Und das in möglichst einfachen, aber überzeugenden Worten. Ohne Fachvokabular, aber mit erkennbarer Expertise.

Kurz: Sie müssen versuchen, Komplexität zu reduzieren. Und das innerhalb einer klar limitierten Redezeit. Ohne eine kluge Struktur der Rede gelingt das nicht. An dieser Stelle kommt die SCQA-Methode ins Spiel…

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So funktioniert die SCQA-Methode

Die SCQA-Methode ist eine einfache Präsentationstechnik, um einen Vortrag zu strukturieren und für die Zuhörer eine Dramatik zu erzeugen, die Interesse weckt und eine Art Spannungsbogen erhält. Erfunden hat die Technik Barbara Minto. Deshalb wird sie auch „Minto-Pyramiden-Prinzip“ oder „Pyramidales Prinzip“ genannt. Die Argumentation wird dazu in vier Schritte aufgeteilt. SCQA ist ein Akronym, das für die englischen Anfangsbuchstaben der vier Schritte steht:

1. S wie Situation

Zuerst wird kurz (!) die Ausgangslage beschrieben. Ein guter Einstieg ist, holt das Publikum in einer bekannten Situation ab. Erzählen Sie einführend, worüber Sie sprechen werden und warum Sie dazu etwas zu sagen haben. Das erzeugt Glaubwürdigkeit und erleichtert den Zuhörern, das Gesagte einzuordnen. Bei Konferenzen übernimmt den Part oft der Moderator. Im Meeting können Sie das aber ebenso selbst ausführen.

2. C wie Complication

Im zweiten Schritt schildern Sie das Problem, die Herausforderung, eine Komplikation. Profis sprechen hierbei auch davon, „Fallhöhe“ zu erzeugen. Kurz: Sie geben dem Thema ordentlich Drama und machen es dadurch spannend. Je größer und nachvollziehbarer die Komplikation, je größer die persönliche Betroffenheit, desto neugieriger werden die Leute auf die Lösung. Nutzen Sie hierfür Zahlen, Schaubilder oder Sprachbilder. Wecken Sie Emotionen oder spielen Sie mit Ängsten.

3. Q wie Question

Die Beschreibung des Problems erzeugt oft schon ausreichend Spannung im Publikum. Sie können den Effekt aber noch durch Fragen steigern. Erlaubt sind zum Beispiel rhetorische Fragen vom Typ: „Glauben Sie auch, dass…?“ Oder brennende Fragen, die sich jeder in der Lage stellen wird. Wiederholen Sie diese und sprechen Sie sie aus. Je mehr Fragezeichen Sie schaffen, desto größer der Hunger nach Ihrer Auflösung – und den Antworten, die Sie schließlich jetzt geben.

4. A wie Answer

Es folgt das erlösende Finale: Sie als Experte präsentieren die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema. Dazu können Sie verschiedene Lösungswege skizzieren oder eine ebenso simple wie clevere Lösung, um die Komplikationen zu beheben. Anschließend müssen Sie dazu nur noch ein paar Argumente präsentieren, die Ihren Schluss untermauern. Fertig.

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Die 4 Schritte richtig gewichten

Die SCQA-Methode eignet sich ebenso für 1-stündige Vorträge vor großem Publikum wie für eine Eröffnungsrede oder kurze freie Rede, wie zum Beispiel einen Impulsvortrag von maximal 20 Minuten. Entscheidend ist, dass Sie die vier Schritte richtig gewichten. Bei einer 20-minütigen Powerpoint-Präsentation könnte das so aussehen:

  • Situation: 2 Minuten
  • Complication: 4 Minuten
  • Question: 2 Minuten
  • Answer: 12 Minuten

Der vierte und letzte Schritt – die Auflösung – sollte immer am längsten dauern. Dafür hören Ihnen die Menschen schließlich zu oder haben Eintritt bezahlt. Fassen Sie sich anfangs aber zu kurz, erzeugen Sie zu wenig Interesse, und es entsteht keine klassische Heldenreise.

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SCQA Prinzip: Beispiel für die Anwendung

Stellen Sie sich vor, Sie müssten eine Präsentation zum Thema Online-Marketing und Reichweitensteigerung halten. Das Thema ließe sich mittels SCQA-Methode zum Beispiel so strukturieren:

  • Situation: Natürlich will jeder will mehr Kunden erreichen. Allerdings verlagert sich das Geschäft zunehmend ins Internet. Alte Vertriebs- und Marketingkanäle funktionieren immer weniger. Und Werbung kostet viel Geld.
  • Complication: Längst haben auch andere Unternehmen erkannt, dass Online-Marketing eine Lösung sein kann. Doch wird es auch hier immer schwerer überhaupt noch durchzudringen. Es gibt eine dramatische Content-Inflation. Und Plattformen kommen und gehen. Facebook war mal hipp. Zurzeit sind es Instagram und Tiktok. Aber wie lange noch?
  • Question: Wie finden wir die richtigen Kanäle? Welche Investition ist nachhaltig und strategisch sinnvoll? Und was ist mit all diesen Influencern?
  • Anwser: Weil soziale Netzwerke kommen und gehen, ebenso wie deren Algorithmen wechseln, sollten wir primär in ein eigenes Blog investieren. Als Content-Hub zieht es die Fans und Follower von überall her an, während die unsere Inhalte wieder überall hin teilen. So entsteht eine nachhaltige Präsenz – und wir werden unabhängiger von Plattform-Hypes…

Das ist natürlich nur EIN Beispiel, wie Sie mit der Methode einen Vortrag aufbauen und strukturieren können. Sie sehen aber, dass sich so selbst komplexe Themen herunterbrechen und in eine spannende Präsentation übersetzen lassen.

Tipps für Auftreten und Stil

Wenn Aufbau und Inhalt Ihrer Rede stehen, können Sie auch noch die folgenden Tipps anwenden, um noch überzeugender zu werden:

  • Versuchen Sie möglichst frei zu reden – ohne Ablesen vom Redemanuskript. Halten Sie möglichst viel Blickkontakt zum Publikum. Das fesselt die Zuhörer.
  • Suchen Sie sich einen festen Stand (leicht breitbeinig). Das strahlt sofort mehr Selbstsicherheit aus. Ihre Gestik und Mimik sollte stets offen und freundlich sein: viel Lächeln!
  • Bleiben Sie niemals nur theoretisch oder sachlich. Ein gelungener Vortrag enthält immer auch persönliche Anekdoten, Beispiele, Emotionen. Versuchen Sie dazu auch die Stimme zu modulieren: mal laut, mal leise; mal schnell, mal langsam sprechen.
  • Verzichten Sie weitgehend auf Fachbegriffe oder erklären Sie diese sofort. Sonst kann man Ihnen nicht folgen. Ebenso sind lange Schachtelsätze zu vermeiden. Sprechen Sie lieber in kurzen, knackigen Hauptsätzen und verwenden Sie starke Verben.

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[Bildnachweis: Rawpixel by Shutterstock.com]

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