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Mixed Learning: Wie Sie mit Interleaving schneller lernen

Mixed Learning (zu Deutsch: gemischtes oder verschachteltes Lernen) ist eine Lerntechnik, bei der Inhalte nicht nacheinander, sondern durcheinander gelernt werden. Bisher hat sich das Mixed Learning noch nicht durchgesetzt – vielleicht zu Unrecht! Studien weisen darauf hin, dass verschachteltes Lernen (auch Interleaving genannt) zu besseren Resultaten führt. Wir erklären, wie Mixed Learning funktioniert und welche Vorteile es bringt…



Mixed Learning: Wie Sie mit Interleaving schneller lernen

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Bedeutung: Was ist Mixed Learning?

Mixed Learning – gemischtes Lernen – beschreibt eine Lernmethode, bei der Lerninhalte verschachtelt und abwechselnd behandelt werden, statt ein Thema nach dem anderen zu bearbeiten. Das Prinzip wird auch als Interleaving bezeichnet und lässt sich anschaulich mit einem vereinfachten Beispiel zeigen. Angenommen, Sie müssen die drei Bereiche A, B und C lernen. Dann sieht die klassische Reihenfolge etwa so aus: AAABBBCCC – bis sie alles verstanden haben.

Interleaving baut Lerninhalte eher nach dem Schema ABCBCACBA auf. Ein Fußballer trainiert nicht erst Torschüsse, dann Flanken und zum Schluss kurze Pässe, sondern alle Techniken abwechselnd und verschachtelt. Diese Lerntechnik soll großen Erfolg nicht nur beim Sport, sondern auch in der Schule, Universität oder im Job bringen.

Mixed Learning bricht mit klassischen Denkmustern

Bisher wird Mixed Learning nur selten angewendet. Ein Grund: Die Methode bricht mit ein paar eisernen Grundsätzen und Redewendungen: „Eins nach dem anderen.“ Oder: „Man kann nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen“. In unseren Denkmustern ist das fest verankert und zeigt sich auch in den Lernmethode. Bezogen auf die Effektivität des Lernens treffen diese Grundsätze aber möglicherweise nicht hundertprozentig ins Schwarze.

Mixed Learning vs. Blended Learning

Mixed Learning wird teilweise synonym zu Blended Learning verwendet. Dabei gibt es aber einen großen Unterschied. Blended Learning ist die Kombination verschiedener Methoden und Medien beim Lernen. Typischerweise wird etwa eine Präsenzveranstaltung durch E-Learning ergänzt. Dabei geht es aber nicht um das Interleaving von Inhalten.


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Mixed Learning: Studien bestätigen den Effekt

Die erste Studie zu dem Thema wurde bereits 1986 veröffentlicht. 30 Badminton-Spielerinnen sollten drei unterschiedliche Arten von Aufschlägen trainieren. Die Sportlerinnen, die die Aufschläge nicht nacheinander, sondern abwechselnd geübt hatten, verinnerlichten sie besser. Auch konnten sie sich unproblematischer auf neue Situationen einstellen, etwa von der anderen Seite des Platzes aufschlagen.

Einen ähnlich positiven Lerneffekt hatte laut einer Studie der Versuch, College-Studenten die Malerei-Stile einzelner Landschaftsmaler näherzubringen. Und in einer weiteren Studie konnten Studenten mithilfe der Mixed-Technik sogar komplexe juristische Fälle exakter bewerten. So ungewohnt das verschachtelte Lernen sein mag – wissenschaftlich kann der Effekt nachgewiesen werden.

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Mathe: Best Practice für Gemischtlerner

Nachweisbar erfolgreich ist das Konzept des Mixed Learnings vor allem in einem Fachgebiet: Mathematik. Normalerweise läuft es so ab: Der Lehrer erklärt in der Schule den Satz des Pythagoras oder die Primzahlzählfunktion. Die Schüler müssen das Gelernte daraufhin in einer oder mehreren Aufgaben anwenden. Sie wissen also vorab, welche Formel sie zurate ziehen müssen. Eins nach dem anderen – danach kommt ein neues Kapitel, eine neue Aufgabenstellung, eine neue Formel.

Laut Theorie des Interleavings wäre es besser, schon im Unterricht abwechselnd bunt gewürfelte Aufgaben zu behandeln. Als Nächstes müssten die Schüler selbst entscheiden, wie sie sich ihnen nähern, welche Formel sie jeweils anwenden. Also so, wie es in Klausuren in der Schule oder Uni normalerweise auch der Fall ist.

Eine Studie im Fachmagazin Educational Psychology zeigte dazu: Mixed Learner waren bei mathematischen Problemen deutlich besser. Gerade bei einem Test 30 Tage nach der Lernphase erzielten Sie 76 Prozent bessere Ergebnisse. Mixed Learning ist offenbar nicht nur effektiv, sondern vor allem nachhaltig. Der Lerneffekt ist weitaus länger spürbar. Aber warum ist das so?

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Die Vorteile von Mixed Learning

Eine mögliche Erklärung, die von Studienautor Doug Rohrer selbst kommt: Mixed Learning verbessert die Fähigkeit des Gehirns, zwischen verschiedenen (mathematischen) Konzepten zu unterscheiden. Im Forscherjargon nennt sich das „diskriminierender Kontrast“. Blockunterricht sei dagegen weniger einträglich. Man löse eine Aufgabe, könne die Formel aber im Folgenden immer wieder anwenden. Einmal gelöst, ist der schwere Part vorüber.

Beim Mixed Learning müsse sich das Hirn immer wieder auf Überraschungen einstellen, sei jedes Mal aufs Neue gefordert. Das beinhaltet aber auch: Gemixtes Lernen ist anstrengender, fordernder, härter – und der positive Effekt nicht sofort spürbar. Die positiven Langzeitfolgen könnten das wiederum locker wettmachen.

Nicht für alle Bereiche geeignet

Aber das gilt nicht für alle Fächer, Fremdsprachen zum Beispiel. Englische Muttersprachler, die eine völlig fremde Sprache lernen, profitieren nicht vom Interleaving. So jedenfalls die bisherigen Studienergebnisse der Psychologen Shana K. Carpenter und Frank E. Mueller von der Iowa State University. Daraus folgt: Man sollte, wenn man Mixed Learning praktiziert, schon gewisse Berührungspunkte mit dem Lernstoff gehabt haben, nicht aus dem Stand in ein völlig fremdes Fachgebiet eintauchen.

3 Tipps für Mixed Learning

Mixed Learning ist eine Umstellung. Wenn Sie bisher nur in Blöcken gelernt und Inhalte streng voneinander getrennt haben, fällt gerade der Anfang schwer. Es ist ungewohnt, von einem Thema zum nächsten zu springen und kurz darauf zurückzukehren. Damit Sie das Interleaving gelingt, haben wir deshalb zum Abschluss drei Tipps für Sie zusammengestellt:

  • Springen Sie nicht zu häufig zwischen Bereichen
    Mixed Learning bedeutet nicht, dass Sie sich alle fünf Minuten auf einen neuen Bereich konzentrieren. Sie sollten sich weiterhin genügend Zeit nehmen, um konzentriert etwas Neues zu lernen und ein Thema zu durchdringen. Je nach Komplexität und Dauer der Lerninhalt können Sie beispielsweise Blöcke von einer Stunde planen – bei sehr umfangreichen Lerneinheiten (etwa an der Universität) kann auch ein ganzer Tag für ein Thema genutzt werden, bevor Sie wechseln.
  • Wählen Sie passende Themen aus
    Achten Sie darauf, dass die Themen im Mixed Learning zueinander passen. Sie werden nicht erfolgreich sein, wenn Sie von komplexen mathematischen Formeln zur Geschichte des Mittelalters und anschließend zu einem biologischen Thema springen. Verschachteln Sie nur Themengebiete, die ähnlich sind.
  • Suchen Sie sich einen Lernpartner
    Vermischtes Lernen funktioniert besonders gut im Team. Das kann eine größere Lerngruppe sein, doch auch ein einzelner Lernpartner ist hilfreich. Zusammen können Sie die unterschiedlichen Inhalte diskutieren, finden schneller einen Zugang und steigern so den Lerneffekt. Außerdem können gegenseitig Wissenslücken oder Schwierigkeiten beim Verständnis ausgeglichen werden.

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[Bildnachweis: Macrovector by Shutterstock.com]

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