Fremdsprache lernen: 14 Methoden, Psychotricks, 8 FAQ

Ob Englisch für den Job oder Spanisch für den Urlaub – viele wollen gerne eine Fremdsprache lernen. Um eine neue Sprache gut sprechen zu können, gibt es inzwischen zahlreiche Möglichkeiten und Methoden. Der beste Tipp dazu ist, im Alltag an vorhandenes Wissen anzuknüpfen und so viel in der Fremdsprache zu reden wie möglich. Wir zeigen Ihnen hier die besten bewährten Tipps und Tricks, um eine Fremdsprache zu lernen – und wie sich diese auch noch ganz einfach in den Alltag integrieren lassen (auch neben dem Beruf und Vollzeitjob). Dazu: Die meist gestellten Fragen und Antworten…

Fremdsprache lernen: 14 Methoden, Psychotricks, 8 FAQ

Fremdsprache lernen in wenigen Tagen?

Absolut jeder kann eine Fremdsprache lernen. Egal, wie alt Sie sind oder welchen beruflichen Hintergrund Sie haben – auch Sie können es schaffen, eine neue Sprache zu beherrschen.

Die Gründe dafür, warum jemand eine Fremdsprache lernen will, sind indes verschieden:

Sprachlerntipps Fremdsprache Lernen Studie Gruende Grafik

Wie aber gelingt es am besten eine Fremdsprache zu lernen?

Die gute Nachricht: Sie haben hierfür gleich mehrere Optionen zur Auswahl…

  • Sie könnten nach Feierabend die Nase in Lehrbücher stecken.
  • Sie besuchen regelmäßig einen Kurs in der örtlichen Sprachakademie.
  • Sie buchen eine mehrwöchige Sprachreise ins Ausland.

Der Vorteil von Tandempartnern und Sprachreisen: Sie lernen die Sprache vor Ort von Muttersprachlern und Einheimischen… All das ist allerdings recht zeitintensiv und passt aller Wahrscheinlichkeit nach nicht besonders gut in Ihren ohnehin schon ausgelasteten Arbeitsalltag und Terminkalender.

Wenn Sie sich dann abends noch gestresst und erschöpft zum Lernen zwingen wollen, ist die Frustration praktisch schon programmiert.

Besser ist es, Sie nutzen unter der Woche vor allem Methoden, die nebenher oder während bislang ungenutzter Wartezeiten funktionieren und zu denen Sie sich locker selbst motivieren können.

An den Wochenenden zum Beispiel, wenn Sie sich gut erholt ans Lernen machen können, wäre dann Zeit für intensivere Einheiten. Im Internet finden Sie zudem viele nützliche Tools, die Ihnen dabei helfen können, das Sprachtraining zum festen Bestandteil Ihres Tagesablaufs zu machen.

Sprachen lernen im Schlaf: Geht das?

Fremdsprache lernen im Schlaf: Geht das?Klingt unglaublich, funktioniert aber: Sprachen lernen im Schlaf. Natürlich müssen Sie sich trotzdem zuvor mit der Fremdsprache auseinander gesetzt haben. Der anschließende Schlaf unterstützt den Lernprozess jedoch ungemein. Zu diesem Ergebnis kommt die Schlafforscherin Jessica Payne von der Universität von Notre Dame.

In ihren Experimenten mit 207 lernenden Studenten untersuchte sie die Ergebnisse der Probanden, die ganztags lernen mussten. Diese wurden nach ihrer Lerneinheit getestet: jeweils eine halbe Stunde nach dem Lernen, zwölf Stunden später und noch einmal 24 Stunden danach.

Der Trick war allerdings, dass einige der Probanden zwischen dem ersten unmittelbaren Test und dem zweiten durch Schlaf pausieren konnten. Ergebnis: Wer genügend Schlaf abbekommen hatte, erzielte bessere Ergebnisse.

In diese Richtung geht auch die Studie von Stephanie Mazza von der Universität von Lyon. Sie konnte nachweisen, dass regelmäßiges Powernapping dabei hilft, Informationen effektiver zu verarbeiten und zu erinnern – selbst sechs Monate nachdem wir etwas gelernt haben.

3 Voraussetzungen für Sprachschüler

Dass Sie bei allen Annehmlichkeiten heutzutage Energie investieren müssen, um echte Fortschritte in Ihrer bevorzugten Fremdsprache zu machen, gilt natürlich trotzdem. Ohne Anstrengung und Disziplin geht es leider nicht. Diese drei Faktoren sind zudem wichtig, damit sich Ihre Zunge in der fremden Sprache nach und nach lockert:

  1. Kontinuität

    Üben Sie regelmäßig und wenden Sie das Gelernte wann immer möglich an – nur, wenn Sie dauerhaft am Ball bleiben und fortlaufend Kontakt mit der Sprache halten, werden Sie erfolgreich bleiben.

  2. Wiederholung

    Schon zu Schulzeiten hieß es: wiederholen, wiederholen, wiederholen. Nur so schafft es das neu erworbene Sprachwissen ins Langzeitgedächtnis. Frischen Sie außerdem auch die älteren Lerninhalte von Zeit zu Zeit auf – was länger nicht abgerufen wurde, gerät allzu schnell in Vergessenheit.

  3. Intensität

    Um sicher genug für Verhandlungen oder die geschäftliche Kommunikation zu werden, brauchen Sie ein angemessenes Lernpensum. Trotz Vollzeitjob sollten Sie versuchen, täglich etwas dafür zu tun. Legen Sie sich einen Plan zurecht, der zu Ihrem Alltag passt und Ihnen die Zeit freihält, die Sie persönlich zum Lernen benötigen.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie die Fremdsprache kontinuierlich hören, lesen, schreiben und sprechen (und manches davon gleichzeitig), um sie zu erfassen. Möglichst häufig, möglichst täglich, möglichst mehrmals pro Tag.

Setzen Sie sich für den Anfang auch bitte realistische Ziele. Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie nach kurzer Zeit muttersprachliches Niveau erreichen – und Sie selbst sollten das auch nicht.

Heimatgefühle stören beim Lernen

Fremdsprache lernen kostenlos Sprache lernen im SchlafWenn Sie eine Fremdsprache lernen wollen, beseitigen Sie alles in Ihrer Umgebung, was Sie an Ihre Muttersprache erinnern könnte.

Denn wenn Sie beim Lernen an Ihre Muttersprache denken, werden Sie weniger Erfolg mit der neuen Sprache haben. Dies entdeckte der Sozialpsychologe Michael Morris von der Columbia Business School in New York. Und dabei half ihm der Zufall: Eine chinesische Studenten hatte sich in einem Referat verplappert und Chinesisch und Englisch aus Versehen gemixt, obwohl sie eigentlich längst fließend Englisch spricht. Der Auslöser: Sie hatte während des Referats lediglich ihren chinesischen Professor angeschaut. Oder wie Morris inzwischen sagen würde: Sie hatte etwas gesehen, das sie an ihre Heimat erinnerte.

Weitere Tests und Untersuchungen bestätigten die These: Dinge, Gegenstände, Fotos, ja sogar Menschen, die uns an unsere Heimat (und damit unsere Muttersprache) erinnern, können beim Lernen von Fremdsprachen äußerst störend sein.

Fremdsprache lernen Methoden: Mit diesen Tricks geht es ganz einfach

Beim Lernen einer neuen Fremdsprache geht es hauptsächlich darum, Automatismen zu entwickeln und den alltäglichen Kontakt mit Ihrer Lieblingssprache zur Normalität zu machen.

Und die Zukunft des Lernens liegt im Netz: Machen Sie sich das zunutze! Es spart Zeit und Kosten.

Gerne können Sie auch die folgenden Anregungen auch mischen, kombinieren, Ihrem Umfeld anpassen. Und ja, Sie dürfen auch ganz konventionell mit einem Lern- und Wörterbuch beginnen und paukend am Küchentisch sitzen. Müssen Sie aber nicht – hier die Alternativen:

  • Im Alltag

    Integrieren Sie das Fremdsprache lernen ganz nebenbei in Ihren Alltag. Wer sich ständig mit fremden Vokabeln umgibt, lernt sie viel schneller. Das können Sie auf unterschiedliche Art erreichen. Platzieren Sie Post-its an prominenter Stelle, so dass Ihr Blick im Vorübergehen auf die jeweilige Vokabel fällt (siehe Kasten unten). Stellen Sie einen ausländischen Radiosender ein, auf dem Sie zur Abwechslung die Nachrichten verfolgen. Ebenfalls ganz leicht umzusetzen: Ändern Sie Ihre Einstellungen am Handy oder Laptop in die zu lernende Sprache.

  • Am Wochenende

    Nehmen Sie sich am Samstag oder Sonntag zwei Stunden frei und platzieren sich zuhause vor dem Monitor. Über Online-Portale wie Italki finden Sie Sprachlehrer für ein gutes Dutzend Fremdsprachen und können mit ihnen via Skype kommunizieren. Der Vorteil: Sie werden aktiv gefordert, erhalten direktes Feedback, können unmittelbar nachfragen. Wichtig dabei: Lassen Sie Fehler zu. Wer Angst hat, peinlich oder als Depp dazustehen, macht weitaus langsamere Fortschritte als mutige Ins-Kalte-Wasser-Springer.

    Konzentrieren Sie sich zu Beginn auf die wichtigsten Wörter einer Sprache. Nach dem Paretoprinzip benötigen wir für 80 Prozent einer Aufgabe nur 20 Prozent der Zeit – und umgekehrt. Die Paretoregel hat zwar Nachteile, in diesem Fall bringt sie Sie aber voran. Für Fremdsprachenlerner bedeutet das: Wenn Ihr Grundstock mit den, sagen wir, 100 wichtigsten Wörtern der Sprache gefüllt ist, kommen Sie im Alltag schon relativ weit. Alternativ nehmen Sie einfach Stift und Papier, um Gelerntes aktiv zu wiederholen.

    Für Einsteiger oder als Ergänzung bieten sich auch Lernportale wie Babbel oder Duolingo an. Experimentieren Sie ruhig ein bisschen damit, um die richtigen Medien für sich herauszufiltern. Und: Nutzen Sie unbedingt Youtube als Weiterbildungsportal. Es gibt unzählige Tutorials für Sprachschüler, die Ihnen kostenlos die Grundregeln und -begriffe beibringen.

  • Beim Pendeln zur Arbeit

    Sicherheitshinweis vorweg: Als Pendler im Berufsverkehr gilt Ihr Hauptaugenmerk natürlich dem Geschehen auf der Straße. Aber: Es ist nichts dagegen einzuwenden, ein fremdsprachiges Hörbuch oder eine Lern-CD einzulegen. Je mehr Kontakt Sie mit der Fremdsprache haben, desto schneller lernen Sie.

  • In der Mittagspause

    Halten Sie sich die Mittagspause frei (oder zumindest einen Teil davon), um sich im Netz einige Artikel in der jeweiligen Landessprache konzentriert durchzulesen. Versuchen Sie in jeder Mittagspause, wenigstens einen längeren Text zu lesen und zu verstehen. Vor allem Nachrichtenseiten bieten sich dafür an – und Inhalte, die Sie grundsätzlich interessieren oder beruflich tangieren. Sinnvoll: Öffnen Sie in einem zweiten Tab ein Online-Wörterbuch wie Leo, um vereinzelt Vokabeln nachzuschlagen. Ebenfalls sinnvoll: In einem weiteren Tab Ihres Browsers das Audio-Archiv Forvo öffnen, um sich einzelne Begriffe korrekt vorlesen zu lassen (dafür brauchen Sie Kopfhörer, um die Kollegen nicht zu stören).

  • Während der Arbeit

    Wenn Sie mit Kopfhörern arbeiten können, dürfen und wollen, dann ist TuneIn eine gute Empfehlung. Mit dem Streaming-Dienst können Sie während der Arbeit Radiostationen aus aller Welt lauschen und werden so beständig mit Aussprache, häufigen Begriffen und Sprachklang konfrontiert – das hilft.

  • Nach Feierabend

    Nach einem anstrengenden Arbeitstag haben Sie wahrscheinlich keine Lust mehr auf Paukerei. Aber bestimmt auf einen guten Film oder diese neue Erfolgsserie aus den USA. Schauen Sie sich die Folge nach Möglichkeit im Original (bzw. in Ihrer Lernsprache) mit Untertiteln an. Übrigens flimmern über Satellit oder Kabel auch zahlreiche nicht-deutsche Programme über den Bildschirm. Sollte Ihre Sprache dabei sein, bitte reinschauen. Auch hier gilt wieder: Je mehr Berührungspunkte mit der Sprache, desto besser. Wenn Sie kontinuierlich zu Werke gehen und die Sprache mit einer gewissen Leichtigkeit in Ihren Alltag integrieren, dann machen Sie nicht nur schnell Fortschritte, sondern haben auch noch Spaß dabei.

  • Im Kurzurlaub

    Wenn alles Engagement nebenbei partout nicht fruchten will, bleibt noch die Option einen Kurzurlaub mit einem Sprachkurs zu kombinieren. Einige Sprachanbieter versprechen 900 neue Vokabeln in drei bis sechs Tagen ins Kleinhirn pauken zu können. Möglich machen das lernpsychologisch optimierte Intensivkurse – die dafür allerdings auch nicht ganz billig sind. Urlaub ist das zwar dann nicht mehr, aber mitunter ganz praktisch und zeitsparend. Dann zum Beispiel, wenn Sie kurzfristig Ihr Business Englisch auffrischen oder sich für eine Geschäftsreise Grundkenntnisse in Chinesisch aneignen müssen.

7 ungewöhnliche Sprachlerntipps, die Spaß machen

7 ungewöhnliche Sprachlerntipps, die Spaß machenViele denken beim Fremdsprache-Lernen an endlose Vokabellisten, an unregelmäßige Verben und komplizierte Grammatikregeln. Dabei gibt es auch ganz einfache Methoden und Tricks wie Sie eine Fremdsprache lernen können – und Spaß haben. Ganze sieben Sprachlerntipps haben wir Ihnen hier aufgelistet:

  1. Bekleben Sie Ihre Wohnung mit Zetteln.

    Falls Sie beispielsweise Englisch lernen wollen, kleben Sie einen Zettel mit der Aufschrift „Refrigerator“ an den Kühlschrank oder oder ein Post-it mit „Drawer“ an ihre Schubladen. Was immer Sie dann in Ihrer Wohnung machen – sprechen Sie aus, was Sie auf den Zetteln lesen. So lernen Sie ganz nebenbei Fachvokabeln.

  2. Führen Sie Selbstgespräche.

    Klingt komisch. Studien zeigen aber: Selbstgespräche können enorm helfen, eine Sprache zu lernen. Insbesondere wenn Sie keinen Lernpartner haben. Am Anfang reicht es schon – auf Englisch, Spanisch, Französosch -, darüber zu sprechen, was Sie gerade machen oder was Ihnen gerade durch den Kopf geht.

  3. Schreiben Sie ein Tagebuch.

    Und Sie ahnen es schon: Natürlich nicht in Ihrer Muttersprachen, sondern in der neuen Fremdsprache, die Sie lernen wollen. Dabei trainieren Sie analytische Sätze in der Fremdsprache zu formulieren und halten Sie Ihre Lernfortschritte auch noch schriftlich fest.

  4. Schauen Sie Filme im Originalton.

    Serien oder Filme in der Sprache zu schauen, die Sie lernen möchten, ist einer der unterhaltsamsten Sprachlerntipps. Insbesondere auf Netflix oder Youtube ist das kinderleicht. Einfach die Spracheinstellungen auf die gewünschte Sprache umschalten. Alternativ können Sie sich natürlich auch Podcasts oder Hörbücher in einer Fremdsprache herunterladen oder Radio-Sendungen anhören.

  5. Beschäftigen Sie sich mit Land und Kultur.

    Sprachenlernen kann theoretisch und trocken werden. Deshalb sollten Sie sich auch mit der jeweiligen Landeskultur beschäftigen: Erforschen und sammeln Sie die typischen Witze, Sprichwörter oder Zungenbrecher der Sprache. Lesen Sie Blogs aus dem Land oder kochen Sie landestypische Rezepte und Spezialitäten nach. Hauptsache, Sie verbinden das Gelernte mit mehreren Sinnen und Erfahrungen.

  6. Suchen Sie sich einen Lernpartner.

    Und zwar einen Muttersprachler, der wiederum Ihre Muttersprache lernen will. So können Sie gemeinsam lernen und sich unterhalten, wobei jeder jeweils in der Fremdsprache reden muss und den anderen (bei Aussprache, Akzent und Grammatik) korrigieren kann.

  7. Werden Sie kreativ.

    Nutzen Sie die Fremdsprache, um ein Gedicht zu schreiben oder singen Sie Lieder in der Fremdsprache im Radio mit. Zudem gibt es zahlreiche Lernprogramme und Apps, die das spielerische Lernen unterstützen und häufig sogar kostenlos erhältlich sind. So können Sie Neues lernen, Ihre Motivation beibehalten und Spaß am Lernen entwickeln.

Lerntypen: Wie lange dauert es eine Sprache zu lernen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Dauer ist von verschiedenen Faktoren abhängig, allen voran, wieviel Zeit und Intensität Sie investieren, aber auch, welcher Lerntyp Sie sind.

Zu Schulzeiten wurde allen Schülern eine Methode übergestülpt. Als Erwachsener sind Sie in der glücklichen Position, sich selbst alles so zusammenstellen zu können, dass es für Sie funktioniert. Um möglichst effektiv lernen zu können, sollten Sie sich und Ihren Lerntyp gut genug kennen:

  • Auditiver Lerntyp: Dieser Lerntyp eignet sich die Fremdsprache vornehmlich durch das Hören der Sprache an, beispielsweise durch Gedichte oder Lieder.
  • Kognitiver Lerntyp: Diese Menschen können sich gut an Grammatikregeln orientieren.
  • Motorischer Lerntyp: Der motorische Lerntyp erlernt Fremdsprachen in Verbindung mit Bewegungen wie Sport oder Tanz.
  • Visueller Lerntyp: Menschen mit visuellem Gedächtnis müssen Dinge visualisieren. Sei es durchs Aufschreiben oder bildliche Darstellung.

Häufig ist nicht jede Methode für alle Menschen gleichermaßen gut geeignet, zumal die meisten Menschen durch eine Mischung aus mehreren Lerntypen am besten lernen.

Genauso gut spielen allerdings auch Vorkenntnisse und die Sprachwahl eine Rolle: Ein Deutsch Muttersprachler wird viele Ähnlichkeiten entdecken, wenn er Niederländisch lernt, da beide Sprachen derselben Sprachfamilie angehören.

Ähnliches lässt sich beobachten, wer beispielsweise Italienisch lernt und auf einen Spanisch-Sprachschatz zurückgreifen kann. Die Grammatik ist anders, aber die Bedeutung vieler Vokabeln lässt sich leichter erschließen, da sie ähnlich klingen.

Schwieriger wird es hingegen, wenn zusätzlich zu neuen Vokabeln und Grammatik ein neues Schriftsystem erlernt werden muss, etwa Kyrillisch (für Russisch) oder das griechische Alphabet.

Fremdsprachen: Diese 10 sind bei Arbeitgebern gefragt

Fremdsprachen: Diese 10 sind bei Arbeitgebern gefragtFremdsprachenkenntnisse werden heute in vielen Stellenanzeigen vorausgesetzt. Doch welche sind die bei Arbeitgebern meistgesuchten Fremdsprachen?

Eine Studie wertete dazu mehr als 400.000 Stellenanzeigen aus, in rund 60.000 (17 Prozent) davon wurden Fremdsprachenkenntnisse explizit gefordert. Die Top10 der gefragtesten Sprachen liefert einige Überraschungen. An der Spitze rangiert erwartungsgemäß Englisch mit 75 Prozent der Nennungen, danach aber folgen einige Exoten…

  1. Englisch (75,01 Prozent)
  2. Französisch (5,67 Prozent)
  3. Japanisch (4,33 Prozent)
  4. Niederländisch (4,15 Prozent)
  5. Spanisch (2,09 Prozent)
  6. Italienisch (1,67 Prozent)
  7. Chinesisch (1,04 Prozent)
  8. Russisch (1,00 Prozent)
  9. Tschechisch (0,90 Prozent)
  10. Norwegisch (0,72 Prozent)

Bemerkenswert: Unter den Top 5 sind vor allem europäische Sprachen – mit einer Ausnahme: Japanisch. Ein möglicher Grund: In Deutschland agieren bereits mehr als 1000 japanische Unternehmen, die Mehrheit davon hat ihren Sitz in Düsseldorf, Frankfurt und München. Entsprechend werden dort auch viele Fachkräfte mit japanischen Sprachkenntnissen gesucht.

Fremdsprachen auf Sprachreisen lernen

Neben den vielen Möglichkeiten, eine Fremdsprache zu lernen, sind Sprachreisen sicherlich nicht die günstigsten. Die Investition kann sich trotzdem lohnen, weil Sprachreisen einige Vorteile mitbringen:

  • Sie tauchen voll und ganz ein

    Wenn Sie zuhause eine Fremdsprache lernen oder an die Abendschule gehen, haben Sie meist nur wenige Stunden in der Woche, die Sie der Fremdsprache widmen können. Einmal die Woche nehmen Sie sich zwei Stunden für einen Kurs, den Rest der Zeit versuchen Sie ab und zu ein wenig zu lernen – ansonsten bleibt alles wie es ist in Ihrer Muttersprache.

    Auf einer Sprachreise sind Sie rund um die Uhr von einer neuen Sprache umgehen, was in kurzer Zeit zu großen Verbesserungen führen wird. Sie entwickeln gleichzeitig ein ganz anderes Sprachgefühl, weil Sie Gelerntes sofort anwenden können.

  • Sie haben keine Ablenkungen

    Im Alltag herrscht soviel Hektik, dass die Gedanken kaum frei sind, um sich wirklich auf das Erlernen einer Fremdsprache zu konzentrieren. Zwar ist es auch neben dem Beruf möglich, das erfordert aber eiserne Disziplin, um Ablenkungen zu entsagen und sich vom Stress nicht unterkriegen zu lassen.

    Eine Sprachreise dient hingegen nur dem Erwerb neuer Sprachfähigkeiten. Sie müssen sich in dieser Zeit um nichts anderes kümmern, müssen nicht morgens ins Büro und Deadlines einhalten, sondern haben den Kopf frei, um wirklich zu lernen.

  • Sie sind besonders motiviert

    Was könnte ein größerer Ansporn sein, als vor Ort in einem fremden Land zu sein? Zuhause müssen Sie sich aufraffen und Ihre Freizeit opfern, auf einer Sprachreise wollen Sie gleich loslegen und sich mit Ihrem neu gewonnenen Wissen in Gesprächen oder Restaurants ausprobieren und erfahren, wie weit der Wortschatz Sie bringt. Der finanzielle Aufwand soll sich außerdem lohnen, also ist der Einsatz gleich ein anderer.

  • Sie lernen in einer Gruppe

    Die anderen Teilnehmer sind ein wichtiger Aspekt in jeder Sprachreise. Je mehr Gleichgesinnte dabei auf Ihrem Niveau sind, desto besser für Sie. So können Sie nicht nur ins Gespräch kommen und sich gegenseitig bei Fragen oder Schwierigkeiten helfen, sondern das Gelernte auch gleich ausprobieren. Außerdem knüpfen Sie so Kontakte, die Sie zurück in Deutschland weiterführen können, um so vielleicht zuhause gemeinsam weiterzulernen.

  • Sie machen Erfahrungen über die Sprache hinaus

    Auf einer Sprachreise können Sie weitaus mehr erleben, als in einer Schule in Ihrem Heimatort oder gar in einem Online-Sprachkurs, den Sie im eigenen Wohnzimmer absolvieren. Sie lernen die Kultur kennen, können Sehenswürdigkeiten betrachten und – besonders wenn Sie in einer Gastfamilie wohnen – das Leben im Land kennenlernen.

    Somit liefern Sprachreisen oftmals einen besonders nachhaltigen Eindruck, der sich auch positiv auf die Motivation auswirkt. Sie wollen wiederkommen, das Land noch einmal auf eigene Faust bereisen und dann so gut sein, dass Sie sich in der Landessprache ohne Probleme verständigen können.

FAQ zu Sprachreisen

FAQ zu SprachreisenWer eine Fremdsprache lernen und das Angenehme mit dem Praktischen verbinden möchte, überlegt womöglich eine Sprachreise zu machen Wir haben hier die wichtigsten Informationen zu Sprachreisen für Sie zusammengefasst und beantworten Fragen, die Sie vor Antritt einer Reise geklärt haben sollten:

  • Was kostet eine Sprachreise?

    Entscheidend dafür sind Dauer, Reiseziel und Art des Kurses. Grob gilt: Je länger es dauert und je weiter die Entfernung, desto teurer wird das Ganze. Pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten, denn der Flug in exotische Länder ist teurer als die Zugreise ins Nachbarland. Dafür können Hotels und Unterkünfte besonders günstig (oder teuer) sein. Es gibt Einführungs- und Anfängerkurse, Sprachreisen für Fortgeschrittene und Profis, Intensivkurse oder Businesskurse. Die Auswahl bei verschiedenen Anbietern ist groß, die Preise müssen deshalb individuell untereinander verglichen werden.

    Für einen zweiwöchigen Sprachkurs sollten Sie in jedem Fall mit 1500 Euro rechnen – für das Grundpaket inklusive An- und Abreise sowie einer einfachen Unterbringung vor Ort. Informieren sollten Sie sich unbedingt auch über die Kosten für Verpflegung. Diese können zum Teil bereits inbegriffen sein (Voll- oder Halbpension), müssen manchmal aber auch gesondert hinzugebucht werden.

    Wollen Sie eine Sprachreise um den halben Globus machen, müssen Sie schon mit mindestens 2000 Euro für zwei Wochen rechnen. Noch einmal teurer wird es entsprechend, wenn Sie nicht in einer Gastfamilie untergebracht werden wollen, sondern ein Hotel buchen.

  • Wer kann daran teilnehmen?

    In den meisten Fällen gilt: Eine Sprachreise kann jeder machen, der Lust daran hat, eine neue Sprache zu lernen – und sich die Kosten dafür leisten kann. Oftmals bieten Anbieter verschiedene Programme und spezielle Kurse für unterschiedliche Altersgruppen an. So gibt es Sprachreisen für Erwachsene, aber auch Lehrgänge, die für Schulkinder gemacht sind und an deren Situation und Bedürfnisse angepasst sind.

  • Wer unterrichtet auf einer Sprachreise?

    Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Die meisten Anbieter von Sprachreisen arbeiten mit Muttersprachlern zusammen, die entsprechend geschult sind und somit die Fähigkeiten mitbringen, das Wissen auch an eine Gruppe Lernwilliger weiterzugeben. Möglich ist aber auch, dass es sich tatsächlich um einen Sprachlehrer handelt, der nicht unbedingt Muttersprachler sein muss.

  • Wie lange dauert eine Sprachreise?

    Die Dauer kann stark variieren und hängt davon ab, für welchen Kurs Sie sich entscheiden. Einige Sprachreisen fangen bereits bei einer Dauer von einer Woche an, die meisten laufen aber über zwei Wochen. Längere Aufenthalte und Sprachkurse sind je nach Programm auch buchbar, hier sollten Sie sich die genauen Angebote auf der Seite Ihres Wunschanbieters ansehen.

  • Wie groß ist die Gruppe in einer Sprachreise?

    Sprachreisen werden gezielt mit nicht allzu großen Gruppen organisiert, um den größtmöglichen Lerneffekt zu erzielen und eine wirkliche Betreuung zu ermöglichen. Dabei sollten Sie mit einer durchschnittlichen Teilnehmerzahl von 10 bis 15 Personen rechnen. Allerdings gibt es davon auch Abweichungen, wenn Sie sich beispielsweise für einen sehr speziellen Kurs interessieren, ein weniger populäres Land auswählen oder in einer Zeit buchen, in der die Nachfrage geringer ist.

  • Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

    Viele Interessenten befürchten, dass Sie nicht das nötige Wissen mitbringen, um an einer Sprachreise teilzunehmen. Die gute Nachricht: Selbst blutige Anfänger sind genau richtig aufgehoben. Die Lehrer gehen auf das jeweilige Sprachniveau von Teilnehmern ein und fördern jeden genau so, wie es seinen Vorkenntnissen und seinem Lerntempo entspricht.

    Ausnahmen sind hier natürlich Sprachreisen, die sich explizit an Teilnehmer richten, die bereits Kenntnisse mitbringen oder zu den Fortgeschrittenen zählen sind. Auch kann es sein, dass am Anfang der Sprachreise ein Test ansteht, um die Fähigkeiten der Teilnehmer einstufen zu können (Anfänger sind davon natürlich ausgenommen).

  • Wie viele Stunden umfasst eine Sprachreise in der Regel?

    Wie in der Schule oder an der Universität wird auch eine Sprachreise nach Wochenstunden gemessen. Die meisten Kurse nutzen dabei ein System zwischen 20 und 30 Stunden pro Woche – je nach Gesamtdauer umfasst eine Sprachreise demnach ungefähr 40 bis 60 Stunden gemeinsamen Lernens. Nicht einbegriffen sind dabei die Zeiten, in denen Sie die Sprache vor Ort außerhalb des Sprachkurses anwenden.

  • Welche Leistungen sind inbegriffen?

    Hier ist unbedingt Aufmerksamkeit und genaues Lesen angebracht, da die Angebote sich zum Teil deutlich unterscheiden können. Die meisten Sprachreisen umfassen die An- und Abreise, den Sprachkurs selbst sowie den Aufenthalt vor Ort. Dabei kann die Unterbringung in einer Gastfamilie oder in einem Hotel erfolgen, was gerade für den Preis einen enormen Unterschied ausmachen kann.

    Meist ist es aber auch möglich, keine Unterbringung vor Ort dazuzubuchen, sondern nur den Sprachkurs (mit oder ohne Flug, je nach Angebot) im Preis inbegriffen zu halten. In diesem Fall müssen Sie dann in Eigenregie eine passende Unterkunft finden und diese gegebenenfalls getrennt bezahlen.

Fremdsprache lernen: Wie anfangen? Was hält mich davon ab?

Wenn es um das Erlernen von Fremdsprachen geht, tauchen bestimmte Ängste typischerweise immer wieder auf. Unterhalten Sie sich mal mit Kollegen, ob sie nicht vielleicht Englisch, Französisch oder eine andere Sprache gerne besser beherrschen würden und achten auf die Argumente, die dann als Begründung folgen:

  • Ich bin zu alt.

    Viele Menschen erinnern sich daran, wie vergleichsweise leicht ihnen das Lernen einer Fremdsprache in der Schule fiel. Und nach wie vor heißt es, dass Kinder leichter und spielerischer Sprachen lernen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Erwachsene zwangsläufig schwieriger Sprachen erlernen. Das konnte eine Studie der Universität Haifa, Israel, belegen. Tatsächlich ist es nicht unwesentlich davon abhängig, wie Sie Ihre Umgebung und Ihr Lernen gestalten: Einfach nur stupide Regeln pauken ist nicht jedermanns Sache. Vielleicht brauchen Sie eher einen spielerischen Zugang? Abhängig ist das davon, welcher Lerntyp Sie sind.

  • Ich kann nicht in fremde Länder reisen.

    In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich die Welt durch Globalisierung und Digitalisierung stark verändert. Flugreisen sind wesentlich günstiger geworden, 90 Prozent aller deutschen Haushalte verfügen über einen Internetanschluss. Genau genommen gilt das Argument nicht mehr, denn selbst wenn Sie nicht in andere Länder reisen können – die Länder kommen zu Ihnen. Viele Großstädte sind international, Menschen aus anderen Ländern kennenzulernen ist möglich, beispielsweise durch örtliche Sprachstammtische. Aber auch Sprachtandempartner via Skype sind eine Alternative. So profitieren beide Seiten und Sie lernen direkt die korrekte Aussprache.

  • Ich habe kein Talent.

    Das ist freilich eine erfolgreiche Form der Selbstsabotage: Wer sich bereits einredet, dass es eine genetische Begabung für etwas geben muss, was bei einem selbst offenbar nicht vorliegt, der wird erst gar nicht anfangen. Und ohne Lernen kann natürlich keiner eine Fremdsprache beherrschen. Dabei ist das Argument von den Genen letztlich nur eine Ausrede, denn es gibt kein Sprachgen. Aber selbst wenn einige Menschen einen einfacheren Zugang zum Fremdsprachen lernen haben sollten, ist das nichts, was man nicht mit entsprechendem Einsatz wieder wettmachen oder sogar überholen könnte. Voraussetzung dafür ist allerdings echter Enthusiasmus für diese Sprache. Sie sollten es nicht als Zwang betrachten, sondern Interesse für die Sprache, am besten auch Land und Leute, besitzen. Denn eine Sprache zu sprechen bedeutet auch, peu à peu über kulturelle Eigenarten zu erfahren.

  • Ich habe ein schlechtes Gedächtnis.

    Auch hier gilt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Es gibt verschiedene Mnemotechniken, die Ihnen beim Vokabeln lernen behilflich sein können. Beispielsweise hat sich das Lernen von Vokabeln mithilfe eines Karteikästchens bewährt. Der Grund liegt darin, dass Sie systematisch vorgehen und gezielt die Vokabeln lernen, die Ihnen noch fehlen. Ebenso können Sie auf Assoziationsübungen zurückgreifen, indem Sie mit einem Wort einen ähnlich klingenden Begriff aus dem Deutschen verbinden und dazu eine kleine Geschichte erfinden.

  • Ich möchte niemanden enttäuschen.

    Hier erweist sich Perfektionismus als größtes Hindernis. Es ist ganz normal, dass Sie am Anfang Fehler machen werden. Statt allerdings sich dafür zu schämen und nicht zu praktizieren, ist der größte Fehler. Denn wenn Sie Fehler machen, bedeutet dies, dass Sie üben und irgendwann werden Sie gelernt haben, dass beispielsweise eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten ist oder wie die Betonung eines Wortes richtig ist. Sich für seine vermeintlich schlechten Sprachkenntnisse zu schämen ist im Übrigen völlig unnötig: Die meisten Muttersprachler werden allein den Versuch zu schätzen wissen, dass Sie mit ihnen in ihrer Sprache kommunizieren wollen.

[Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]
17. Januar 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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