Sprachferien: Fremdsprachen für Schüler

Wie heißt es so schön: Früh übt sich, was ein Meister werden will. Sprachferien bieten für Schüler, Abiturienten oder auch Studenten die optimale Gelegenheit, um die sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern. Fremdsprachen wie Englisch gehören zu essenziellen Fähigkeiten im Berufsleben. In vielen Branchen und Berufen gehört es fast schon zum Alltag, mit Kunden, Lieferanten oder auch Kollegen zusammenzuarbeiten, die andere Sprachen sprechen. Kommunikation und internationale Verständigung wird zum Erfolgsfaktor. Sprachferien zeichnen sich dadurch aus, dass nicht nur durch klassischen Unterricht, sondern auch außerhalb des Klassenraums gelernt wird. Wir erklären die Besonderheiten von Sprachferien und welche Vorteile diese beim Lernen und Vertiefen einer Fremdsprache bieten…

Sprachferien: Fremdsprachen für Schüler

Sprachferien oder Sprachcamp: Was ist das überhaupt?

Sprachferien Definition Schüler Kinder Fremdsprachen Deutschland EnglandSprachferien sind besondere Angebote im Bereich Sprachreisen, die darauf ausgelegt sind, innerhalb relativ kurzer Zeit Kenntnisse zu vermitteln oder einen besseren Zugang zu einer Fremdsprache zu ermöglichen.

Sie richten sich meist speziell an Schüler richten im Alter von sieben bis 18 Jahren, also grob: Von der Grundschule bis zur dreizehnten Klasse. Sprachferien können Sie sich dabei nicht nur als reine Sprachkurse, sondern eher als eine Mischung aus Unterricht, Reise und Freizeitgestaltung vorstellen, weshalb sie teilweise auch als Sprachcamp bezeichnet werden.

Viele Sprachferien konzentrieren sich auf Englisch als wohl wichtigste Fremdsprache, allerdings gibt es auch Angebote zu vielen anderen Sprachen. Ob nun Französisch, Italienisch, Spanisch, Niederländisch… Es gibt für fast jeden Wunsch das passende Angebot. Ähnlich sieht es bei den Reisezielen für die Sprachferien aus.

Wer nicht ganz so weit von zuhause weg möchte, kann Sprachferien innerhalb Deutschlands machen. Doch auch in vielen anderen europäischen Ländern werden Sprachferien angeboten. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Sprachferien in der heimischen Sprache

    Unter den Sprachreisen gilt dies oftmals als die bessere Variante. Hier finden die Sprachferien in dem Land statt, dessen Sprache erlernt werden soll. So sind die Teilnehmer garantiert den gesamten Tag von der Sprache umgeben.

    Für Sprachferien ist dieser Faktor allerdings ein wenig zu vernachlässigen, da der Aufenthalt mit Betreuung stattfindet und auch die Freizeit gemeinsam gestaltet wird. Ein Vorteil kann es aber nichtsdestotrotz sein, einen Einblick in Land und Leute zu bekommen und die Sprache im Alltag zu erleben.

  • Sprachferien in einer anderen Sprache

    Die zweite Option sind Sprachferien, bei denen nicht die lokale Sprache gelernt wird. Denkbar sind dabei die verschiedensten Kombinationen, so können Sie Englisch in Spanien oder auch Italien lernen.

Sprachferien in England trotz Brexit?

Sprachferien in England Englisch Französisch Sprachreisen Sprachcamp AnbieterEngland zählt nach wie vor zu den beliebtesten Reisezielen unter den Sprachferien – kein Wunder: Viele lernen bereits in der Grundschule Englisch, ein Großteil der Musik in den Charts wird auf Englisch gesungen und überhaupt: Als Weltsprache kommt man an Englisch nicht vorbei.

Der Vorteil bei Sprachreisen nach England ist, dass die Flugdauer deutlich geringer als nach Amerika, Kanada oder Australien ist. Und Weltstädte wie London üben einen magischen Reiz aus. Allerdings hat Großbritannien 2016 in einem Referendum über den Austritt aus der Europäischen Union (EU) entschieden.

Dieser ist für den 31. Oktober 2019 geplant. Der sogenannte Brexit verursacht nicht nur bei den Mitgliedern der EU Bauchschmerzen, denn das genaue Prozedere ist nach wie vor unklar, ebenso die Auswirkungen auf sämtliche binationalen Beziehungen.

Verständlicherweise herrscht Unsicherheit: Sind Sprachferien in England noch ohne weiteres möglich? Wird ein Visum benötigt? An dieser Stelle eine Entwarnung: Gemäß Presseinformation vom 7. Februar 2019 des Fachverbands Deutscher Sprachreise-Veranstalter e. V. (PDF) wird es keine „signifikanten Einschränkungen“ geben.

Nach derzeitiger Information des Auswärtigen Amts wird für eine Übergangsfrist bis mindestens zum 31.12.2020 eine Einreise mit folgenden Dokumenten möglich sein:

  • Personalausweis
  • Vorläufiger Personalausweis
  • Reisepass
  • Vorläufiger Reisepass
  • Kinderreisepass

Voraussetzung dafür ist, dass die Dokumente noch bis mindestens zum Ende der Sprachferien gültig sind. Ein Gutes hat der Brexit für Interessenten: Der Kurs des Pfunds ist derzeit so niedrig, dass vergleichsweise günstige Angebote möglich sind. Auch wirkt sich der schwache Kurs vorteilhaft auf die Lebenshaltungskosten aus, die ebenfalls niedrig sind.

Dauer und Kosten von Sprachreisen

Normalerweise dauert der Aufenthalt zwischen zwei und vier Wochen, schließlich soll dieser innerhalb der Ferien stattfinden und muss sich dementsprechend an den Zeiten orientieren. Als Termine bieten sich prinzipiell alle Schulferien an: Ostern und Pfingsten ebenso wie Sommer und Herbst.

Der Vorteil der Sommerferien liegt darin, dass längere Kurspakete gebucht werden können als in den deutlich kürzeren anderen Ferien.

Die Kosten der Sprachferien richten sich nach Dauer, Reiseziel, Umfang des gebuchten Pakets und Anbieter. So sind generell Reisen nach Kanada oder Australien allein aufgrund des Fluges teurer als in die nähere Umgebung. Dazu kommen Preise für die Verpflegung und Aktivitäten: Ein Fußballturnier fällt günstiger als der Flug mit einem Hubschrauber aus.

So gibt es bei einem Anbieter einen fünftägigen Englisch-Sprachkurs für Teenager ab 16 Jahren bereits für unter 300 Euro (zuzüglich Lebenshaltungskosten) auf Malta. Andere Sprachferien innerhalb Deutschlands kosten rund 700 Euro, sind aber siebentägig und inklusive Vollverpflegung.

Freizeitgestaltungen wie Surfen, Wasserski, Klettern und Reiten müssen je nachdem zusätzlich gebucht werden. Bei anderen Sprachcamps bestimmen die Hobbys und Trendsportarten die Ausprägung des jeweiligen Kurses.

Sprachcamps nur als Zusatz zum Schulunterricht?

Sprachferien Gründe Vorteile Deutschland Englisch Französisch Angebote AnbieterBei Sprachferien denken viele zunächst an eine Erweiterung und Verbesserung des Schulwissens. Ist das nicht vielleicht zu viel des Guten?

Schließlich sollen Ferien der Erholung dienen – stattdessen auch noch in der Freizeit pauken? Sprachferien sind deutlich entspannter als der Schulunterricht, denn es gibt einen entscheidenen Unterschied: Es werden keine Noten vergeben. Dies kann sicherlich ein guter Grund sein, um an Sprachferien teilzunehmen, aber ist bei weitem nicht der einzige Anlass.

Vielmehr können Sprachferien eine Möglichkeit sein, etwas Neues zu entdecken, eine weitere Sprache kennenzulernen, die bisher noch nicht auf dem Stundenplan stand, für die aber ein Interesse besteht. Gleichzeitig wird der eigene Horizont erweitert – und vielleicht sogar eine Faible für entdeckt, der in Zukunft bei Studien- oder Berufswahl noch eine Rolle spielen kann.

Für Eltern kann es deshalb sinnvoll sein, mit Schülern über die Möglichkeit von Sprachferien zu reden. Und zwar abseits von guten Noten und schulischen Verpflichtungen. Wer sich gezwungen fühlt, wird vermutlich kaum von Sprachferien profitieren. Wird hingegen echtes Interesse geweckt oder die Motivation geht sogar vom Schüler selbst aus, sind Sprachferien eine sehr sinnvolle Beschäftigung für die freie Zeit.

Unterbringung der Schüler

Es gibt verschiedene Arten der Unterbringung für Schüler:

  • Gastfamilie

    Abhängig vom Alter werden bei manchen Sprachferien junge Schüler in Gastfamilien untergebracht. Je nachdem haben sie dann ein Einzelzimmer oder teilen sich das Zimmer mit einem weiteren Schüler. Bei der Unterbringung in Gastfamilien ist als Verpflegung meist Halb- oder Vollpension vorgesehen. Das bedeutet landestypische Küche, andere Essgewohnheiten und andere Lebensgewohnheiten – von Schülern ist daher ein gewisses Maß an Anpassungsfähigkeit und Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber erforderlich.

    Auch wenn es nicht zwingend notwendig ist: Es wäre eine nette Geste der Aufmerksamkeit und Wertschätzung, ein Gastgeschenk mitzubringen, schließlich handelt es sich nicht um ein Hotel und die Gasteltern geben sich Mühe. Gern gesehen ist meist eine landestypische Kleinigkeit oder Spezialität aus der Region, so gibt es oft schon ein erstes Gesprächsthema.

  • Wohnheim

    Ein Wohnheim – teilweise auch als Residenz bezeichnet – eignet sich vor allem für ältere Schüler. Das Zusammenleben ist mit einer Studenten-WG vergleichbar: Mehrere Einzelzimmer sind auf einem Flur. Gemeinsam geteilt werden ein größerer Aufenthaltsraum und gegebenenfalls das Bad, sofern dies nicht Bestandteil des eigenen Zimmers ist.

    Vorteil dieser Unterbringungsart ist die größere Privatsphäre und der Kontakt zu vielen internationalen Mitschülern – andererseits fehlt die unmittelbare Nähe zu Einheimischen wie bei einer Gastfamilie. Je nachdem, wo die Sprachferien hingehen, kann eine Unterbringung direkt am Campus mit der Sprachschule vorgesehen sein. Hier entfällt ein Schulweg. Dafür ist die Unterbringung der Schüler in Mehrbettzimmern möglich.

  • Appartement

    Ebenfalls für ältere Schüler oder Erwachsene ist bei einigen Anbietern die Buchung eines Appartements oder Hotels möglich. Dies ist meist mit Aufpreis verbunden.

Die Vorteile von Sprachferien

Eine Fremdsprache zu beherrschen – auch wenn es nicht gleich auf dem Niveau eines Muttersprachlers funktioniert – ist zweifellos von Vorteil. Sie können sich im Ausland verständigen und bringen später bei Bewerbungen Qualifikationen mit, die anderen Bewerbern oder Kollegen möglicherweise fehlen.

Obendrein wirkt es noch ungemein intelligent und weltmännisch, eine andere Sprache sprechen zu können. Einen positiven Eindruck machen Sie somit auf jeden Fall. Nun gibt es aber diverse Möglichkeiten, sich einer Fremdsprache anzunähern und diese zu erlernen.

Für Schüler allen voran der Unterricht in der Schule, aber auch Online-Sprachkurse oder andere Alternativen stehen zur Verfügung. Warum also Sprachferien?

Weil sie einige spezielle Vorteile haben:

  • Sprachferien sind speziell auf Schüler zugeschnitten

    Die Zielgruppe von Sprachferien ist klar definiert: Es sind Schüler, die einige Wochen frei haben und sich einer neuen Sprache zuwenden wollen. Das gesamte Programm ist darauf ausgelegt und an die Bedürfnisse und das Sprachniveau der jüngeren Teilnehmer angepasst. Die Lernumgebung, das Lerntempo und nicht zuletzt die anderen Teilnehmer machen es Schülern in den Sprachferien leichter als in anderen Programmen, die sich auf die Weiterbildung von Erwachsenen spezialisiert haben.

  • Die Noten werden oft besser

    Es gibt unterschiedliche Lerntypen und oftmals wird im Frontalunterricht der Schule nur der auditive und visuelle Lerntyp bedient. Wer rund um die Uhr Sprachferien in einer fremdsprachigen Umgebung macht, wird viel stärker kommunikativ gefördert. Er lernt Sprache intuitiv und verknüpft neue Inhalte mit einer neuen Umgebung. Schüler, die im Schulunterricht Schwierigkeiten mit der Sprache hatten, profitieren nun von anderen Lehrkräften und einer anderen Stimulation.

  • In Sprachferien werden Kontakte geknüpft

    Sprachferien stärken die Sozialkompetenz und fördern Netzwerke. Das hängt damit zusammen, dass die Schüler für die Kurse mit völlig unterschiedlichen Mitschülern aus anderen Nationen zusammengewürfelt werden, je nach Sprachkompetenz. Das hilft im Sinne der Völkerverständigung Vorurteile abzubauen. Auch können so langjährige Bekanntschaften entstehen, die sich bei einem späteren Auslandssemester bewähren oder wenn Sie im Ausland arbeiten wollen.

  • Es gibt umfangreiche Betreuung von Experten

    Alleine ist es meist besonders schwer, eine neue Sprache zu lernen. Es fehlen Ansprechpartner, es können keine Fragen gestellt werden und oft ist es auch schwieriger, sich selbst zu motivieren, wenn niemand anders dabei ist, mit dem gemeinsam das Ziel erreicht werden soll. Sprachferien werden hingegen fast immer von Muttersprachlern begleitet, die gerne weiterhelfen und die Sprache aus erster Hand vermitteln.

  • Die Selbständigkeit wird gefördert

    Gerade bei jüngeren Schülern bedeuten Sprachferien oftmals, das erste Mal für eine längere Zeit allein von zuhause weg zu sein – ohne Geschwister oder Eltern. In den Gastfamilien und der Umgebung außerhalb der Gruppe sind Muttersprachler, so dass die in der Schule vermittelten Kenntnisse sofort angewandt werden müssen. Das fördert Selbständigkeit und Selbstbewusstsein.

  • In Sprachferien wird zu jeder Zeit gelernt

    Das klingt zunächst einmal abschreckend, ist jedoch ein großer Vorteil und hat nichts mit stundenlangem Unterricht zu tun, bei dem einfach nur still vor sich hin gelernt wird. Vielmehr ist der gesamte Tagesablauf in Sprachferien darauf ausgerichtet, mit einer Fremdsprache in Kontakt zu kommen.

    Auch in der Freizeit wird die Sprache näher gebracht. Dabei geht es nicht nur um Grammatik oder langweiliges Vokabeln auswendig lernen. In den Sprachferien wird immer auch spielerisch gelernt, wodurch es vielen leichter fällt, die Grundsätze wirklich zu verstehen.

  • Es wird Rücksicht auf verschiedene Schüler genommen

    In den Sprachferien wird kein Teilnehmer einfach durch das Programm geschleift. Normalerweise werden diese von ausgebildeten Pädagogen betreut, die auf die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse eingehen. Dies beginnt bereits bei der Zusammenstellung der Gruppen. Diese erfolgt sowohl nach Alter, als auch nach Wissensstand. Außerdem wird Wert darauf gelegt, dass die Sprachferien in möglichst kleinen Gruppen stattfinden. So soll sichergestellt werden, dass eine wirkliche Betreuung der Schüler stattfinden kann.

  • Sprachferien sind eine bleibende Erinnerung

    Nicht nur die sprachlichen Fähigkeiten bleiben nach Sprachferien erhalten, sondern auch die Erinnerungen. Teilnehmer lernen ein neues Land kennen, vielleicht zum ersten Mal, treffen neue Leute, lernen und haben Spaß bei gemeinsamen Aktivitäten.

[Bildnachweis: DisobeyArt by Shutterstock.com]
15. März 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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