Konzentrationsstörungen: So verhindern Sie diese

Konzentrationsstörungen treten ausgerechnet dann auf, wenn wir unsere Konzentration dringend brauchen würden: In Prüfungssituationen, wenn wir in der Klausur sitzen und Wissen abrufen müssen oder bei Aufgaben, für die wir uns stark konzentrieren müssten. Konzentrationsstörungen sorgen für akute Probleme, entstehen aber meist im Vorfeld. Hier erfahren Sie, warum Konzentrationsstörungen auftreten und was Sie dagegen tun können…

Konzentrationsstörungen: So verhindern Sie diese

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Definition: Was sind Konzentrationsstörungen?

Bei Konzentrationsstörungen ist es unmöglich, seinen Fokus so auf etwas zu richten, dass diese Aufgabe zufriedenstellend erledigt wird. Stattdessen schweifen die Gedanken ab, derjenige hängt seinen Tagträumen nach. Manchmal kann bereits das kleinste Geräusch diese Person vom eigentlichen Ziel abbringen. Solche Störungen sind nichts Ungewöhnliches. Sie können in jedem Alter vorkommen, bei älteren Menschen ebenso wie bei Kindern.

Medizinisch lässt sich zwischen einer kurzfristigen Konzentrationsstörung und einer länger dauernden oder gar dauerhaften Konzentrationsschwäche unterscheiden. Häufig werden die Begriffe jedoch synonym verwendet. Kurze Konzentrationsstörungen sind meist vorübergehender Natur und kein Grund zur Sorge. Allerdings können sie ebenso ein Indiz für eine ernstzunehmende Erkrankung sein, die es abzuklären gilt.

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Ursachen für Konzentrationsstörungen

Mitunter ist es das eigene Verhalten oder das anderer Personen, das kontraproduktiv ist und sich auf Ihre Leistungsfähigkeit auswirkt. Bei externen Faktoren hingegen hätte ein anderer unter diesen Bedingungen ebenfalls Konzentrationsschwierigkeiten. In anderen Fällen kann eine genetische Disposition dazu beitragen, dass Menschen große Schwierigkeiten haben, ihre Gedanken zu sortieren. Für Betroffene sind die folgenden Punkte eine Möglichkeit, die eigenen Rahmenbedingungen einem Test zu unterziehen und zu gucken, ob sie als mögliche Auslöser in Betracht kommen.

Externe Ursachen

  • Multitasking

    Bei komplexeren Arbeitsaufgaben, beispielsweise konzentriert einem wichtigen Telefonat folgen, gleichzeitig eine Beschwerdemail beantworten und eine Rechnung schreiben, kommt Multitasking an seine Grenzen. Es wird immer nur eine Aufgabe wirklich bearbeitet. Dadurch, dass wir uns jedoch jedes Mal herausreißen und wieder einer der anderen Aufgaben zuwenden, statt eine am Stück zu beenden, brauchen wir länger für die einzelne und somit für alle Aufgaben zusammen.

  • Störungen

    Baustellenlärm, Großraumbüros oder auch kurze Benachrichtigungsgeräusche eingehender Whatsapp-Nachrichten oder Mails reißen uns aus unserem Arbeitsprozess. Studien zufolge brauchen wir bis zu 15 Minuten, bis wir wieder in das Thema hineingefunden haben und nahtlos anknüpfen können.

  • Schlafmangel

    Schlafmangel ist eine häufige Ursache für Konzentrationsstörungen, die sich meist beeinflussen lässt. Arbeitnehmer sind per Arbeitsvertrag dazu verpflichtet, ausreichend Schlaf sicherzustellen. Allerdings können arbeitsbedingte Umstände das erschweren, etwa bei Schichtarbeit.

  • Medikamente

    Notwendige Medikamente können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Durch Chemotherapie hervorgerufene Konzentrationsstörungen bezeichnen Mediziner als „Chemobrain“. Auch die für Allergiker notwendigen Antihistaminika führen häufig zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit, was wiederum die Konzentration deutlich erschwert.

  • Wetter

    Müdigkeit infolge von Hitze und verbrauchter Luft sind keine Seltenheit. Auch Wetterumschwünge, die viel gefürchtete Frühjahrsmüdigkeit oder graue Novembertage können die Konzentration negativ beeinflussen: Der Lichtmangel erhöht die Müdigkeit trotz ausreichenden Schlafes.

Interne Ursachen

  • Selbstdisziplin

    Mangelnde Selbstdisziplin wirkt sich ähnlich aus wie Multitasking. Beispielsweise, wenn jemand das eingeschaltete Handy immer griffbereit hat und bei jeder Privatnachricht sofort reagiert: Sie reißen sich immer wieder aus dem Arbeitsprozess heraus, weil die direkte Belohnung (in Form einer kurzweiligen Beschäftigung) angenehmer und wichtiger eingeschätzt wird als der notwendige Arbeitsvorgang.

  • Sorgen

    Besorgte Menschen haben Schwierigkeiten, den Fokus auf die anstehenden Dinge zu richten. Dazu können Stress auf der Arbeit oder existenzielle Sorgen zählen. Jemand, der in tiefer Trauer ist, braucht ebenfalls länger, das Gedankenkarussell abzustellen.

  • Biorhythmus

    Schwierig ist, wenn der eigene Biorhythmus mit den Arbeitszeiten kollidiert. Auch so kann es sein, dass jemand früh genug zu Bett geht, aber dennoch mittags wie ein Zombie vor dem Computer hängt und keinen klaren Satz herausbringt. Meist hat dann das Schnitzelkoma zugeschlagen.

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Tipps gegen Konzentrationsstörungen

Häufig sind Dinge, die wir tun oder unterlassen, die Ursache für mangelnde Konzentrationsfähigkeit. Daher geht es vor allem darum, vorbeugend bestimmte Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sie erst gar nicht auftreten:

Mehr Konzentration 6 Tipps Grafik

  1. Gesunde Ernährung

    Wer sich aufgrund einer Diät oder anderer Essgewohnheiten einseitig ernährt, schadet seiner Konzentration. Kohlenhydrate liefern wertvolle Energie, aber auch Eiweiß und Vitamine beugen Konzentrationsstörungen vor. Für den schnellen Energiekick tut es manchmal auch ein Schokoriegel. Ansonsten lieber Brainfood parat halten. Nicht vergessen: Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, am besten circa 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag.

  2. Reduzierter Kaffee- und Alkoholkonsum

    Viele trinken Kaffee, um in die Gänge zu kommen. Zu viel Koffein kann jedoch Konzentrationsstörungen fördern. Die aufputschende Wirkung lässt Sie (bei übertriebenem Konsum) unruhig werden und erschwert die Fokussierung auf ein Thema. Bei Alkohol gilt: Weniger ist mehr, besonders regelmäßiger Alkoholkonsum ist gefährlich.

  3. Ausreichende Bewegung

    Wer viel sitzt oder viel mit dem Auto unterwegs ist, braucht einen Ausgleich. Am besten an frischer Luft – das kurbelt die Sauerstoffzufuhr an. Gehen Sie statt der geistigen einer körperlichen Tätigkeit wie beispielsweise Joggen nach, kommen Sie auf andere Gedanken. Drei- bis viermal pro Woche jeweils 30 Minuten sollten Sie für sich investieren. Das fördert anschließend die Kreativität.

  4. Erholsamer Schlaf

    Sorgen Sie dafür, dass Sie wenigstens auf sieben Stunden Schlaf kommen, dass entspricht dem Durchschnittsbedarf eines Erwachsenen. Wichtig: Schalten Sie zwei Stunden vor dem Zubettgehen Laptop und Smartphone aus. Deren bläuliches Licht stört die innere Uhr, die auf „Tagbetrieb“ umstellt. Zwar reduzieren diverse Apps den Blauanteil, jedoch führt die Aktivität an sich kurz vor dem Schlaf dazu, dass Sie wieder wacher werden.

  5. Gezieltes Vorgehen

    Arbeiten Sie eine Sache nach der anderen ab. Dieses Prinzip nennt sich Monotasking beziehungsweise Singletasking. Sie widmen 100 Prozent Ihrer Aufmerksamkeit dieser Sache und geben ihr Priorität.

  6. Genügend Pausen

    Pausen haben nichts mit Faulheit zu tun, sondern erhalten unsere Regenerationsfähigkeit. Ihnen geht also keineswegs Zeit verloren. Wer eine Pause macht, gewinnt anschließend Zeit, da er wesentlich konzentrierter und schneller vorgehen kann, als wenn er einfach durcharbeitet.

  7. Begrenzte Reize

    Unzählige Reize durch Geräusche, Gerüche, bunte Farben, Bewegungen: Unser Gehirn versucht, alles wahrzunehmen und zu verarbeiten. Je häufiger und länger Sie dieser Reizüberflutung ausgesetzt sind, desto größer die Konzentrationsstörungen. Gönnen Sie sich Ruhe, schalten Sie ab, machen Sie nicht alles auf einmal.

  8. Intensivierte Konzentrationsübungen

    Konzentrationsschwäche infolge des Alters lässt sich bisher nur begrenzt behandeln. Ziel ist hier eine Verlangsamung des Leistungsabfalls, beispielsweise durch Konzentrationsübungen wie Kreuzworträtsel, Memory oder Sudoku. Aber auch gesunden Erwachsenen und Kindern kommen Brainteaser zugute.

  9. Selbstgewählte Deadlines

    Liegt der Feierabend noch in weiter Ferne, neigen viele dazu, die Arbeit unnötig auszudehnen – obwohl sie in kürzerer Zeit zu bewältigen wäre. Das Phänomen ist unter dem Begriff Parkinsonsches Gesetz bekannt. Dem können Sie etwas entgegensetzen: Wählen Sie Ihrerseits realistische Deadlines und halten Sie diese ein, um eine Aufgabe abzuschließen.

  10. Erhöhte Widerstandsfähigkeit

    Nicht nur Bewegung, sondern schweißtreibender Sport ist wichtig für die eigene Widerstandsfähigkeit. Sie bauen Ihr Immunsystem damit auf und haben gleichzeitig ein hervorragendes Ventil gegen Stress. Durch den Sport bekommen Sie den Kopf frei und Ihr Körper schüttet Glückshormone aus. Beides unterstützt Ihre Konzentrationsfähigkeit.

  11. Entspannende Techniken

    Um nach einem aufreibenden Arbeitstag „herunterzukommen“, können Entspannungsübungen wie Yoga, Autogenes Training oder Meditation helfen. Für solche Techniken sollte Sie eine Routine entwickeln, da vor allem die langfristige Praxis ihre volle Wirkung entfaltet.

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Konzentrationsstörungen infolge von Krankheiten

Verschiedene Krankheiten rufen Konzentrationsstörungen hervor. Dazu gehören per Krankheitsbild beispielsweise Demenz und das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS oder auch ADHS). Zerstreutheit ist ebenfalls ein Symptom bei Depression und niedrigem Blutdruck, Durchblutungsstörungen und Mangelernährung sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch. Solche Konzentrationsstörungen betreffen vor allem Erwachsene. Hinzu kommen folgende Krankheiten, die geistige Beeinträchtigung mit sich bringen können:

Corona

Noch steckt die Forschung bei Corona und möglichen Langzeitschäden in den Kinderschuhen. Neben unmittelbaren Beschwerden während der Erkrankung zeigen sich zahlreiche Folgebeschwerden, so auch Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Dem Gedächtniszentrum Jena zufolge sind Konzentrations- und Gedächtnisstörungen bei etwa zehn Prozent aller Corona-Genesenen zu beobachten.

Wechseljahre

Die Wechseljahre seien der Vollständigkeit halber mit aufgenommen. Zwar sind sie keine Erkrankung, sondern ein biologischer Prozess, den jede Frau durchläuft. Gleichzeitig kann er infolge des hormonellen Wandels mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen einhergehen. Während akute Beschwerden nach einigen Jahren wieder nachlassen, können kognitive Einschränkungen zurückbleiben.

Eisenmangel

Ebenfalls überdurchschnittlich häufig von Eisenmangel betroffen sind Frauen – durch ihren Zyklus. Das Eisen sorgt für den benötigten Sauerstoff im Gehirn. Die Konsequenz von Mangel: Müdigkeit, Vergesslichkeit und Abgeschlagenheit, geringes Konzentrationsvermögen. In solchen Fällen können Eisenpräparate in Form von Eisentabletten über einen längeren Zeitraum helfen.

Schilddrüsenunterfunktion

Schilddrüsenerkrankungen wirken sich auf das psychische Gleichgewicht aus und können die Lebensqualität beeinträchtigen. Zu den vielfältigen Symptomen gehören unter anderem Konzentrationsstörungen, Erschöpfung und Müdigkeit. Üblicherweise behandeln Ärzte diese Erkrankung mit entsprechenden Schilddrüsenhormonen.

Burnout

Konzentrationsstörungen sind ein typisches Symptom bei Burnout. Immer häufiger kommt es zu Fehlern, weil der Betroffene sich nicht mehr richtig konzentrieren kann. Das Fatale: Das löst Dauerstress aus und setzt eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale in Gang.

Konzentrationsstörungen Symptome

Konzentrationsstörungen sind ein Symptom, das sich bei vielen Erkrankungen und Problemen zeigt. Erkennbar ist es sowohl bei Erwachsenen als auch Kindern an folgenden Zeichen:

  • Leichte Ablenkbarkeit
  • Häufigere Flüchtigkeitsfehler
  • Schnelles Abschweifen vom eigentlichen Thema
  • Eingeschränkte Belastbarkeit
  • Mangelnde Kreativität

Nicht jede kleine Vergesslichkeit muss gleich ein Warnsignal sein. Die Konzentrationsfähigkeit ist zum einen individuell unterschiedlich, zum anderen eine Altersfrage. Während sich Grundschüler erst 15 Minuten am Stück konzentrieren können, ist es bei älteren Schülern bereits eine halbe Stunde und schließlich bei Erwachsenen eine ganze. Wenngleich Pausen für neue Energie dann wichtig sind, belegt das auch eindrucksvoll, dass sich Konzentration steigern lässt.

Bei Kindern

Bei Kindern bleiben Konzentrationsstörungen zunächst leicht unentdeckt. Dazu trägt auch bei, dass sie sich völlig unterschiedlich äußern können: Einerseits fallen sie durch sehr unruhiges, andererseits durch eher trödeliges Verhalten auf. Meist zeigt sich erst nach der Einschulung, dass das Kind sich nicht gut auf eine Aufgabe konzentrieren kann. Eine mögliche Ursache kann ADHS sein, aber: Nicht jedes Kind mit Konzentrationsstörungen leidet automatisch an einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung.

Zu den körperlichen Ursachen zählen bei Kindern beispielsweise zu wenig Schlaf oder Bewegungsmangel. Wichtig auch, psychische Auslöser nicht zu ignorieren. Kinder können ebenso wie Erwachsene unter Stress und hohen Erwartungen leiden, was Konzentrationsstörungen fördern kann. Eine andere Möglichkeit sind einschneidende und traumatische Erlebnisse, die sie nicht richtig verarbeitet haben.

Wann zum Arzt gehen?

Vergesslichkeit infolge von Schlafmangel ist die eine Sache. Tauchen die Konzentrationsstörungen aber plötzlich auf und haben Sie so keinerlei Erklärung – etwa einen der oben genannten Gründe – dafür, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen. Das Gleiche gilt, wenn sich die Beschwerden verstärken oder sogar andere Symptome wie Schwindel oder kalte Hände auftreten.

Lassen sich körperliche Ursachen beispielsweise durch ein Blutbild ausschließen, können verschiedene Tests und Fragebögen ADHS ermitteln. Bei Verdacht auf niedrigem Blutdruck misst der Arzt Ihren Blutdruck. Vermutet er bei einem Patienten (beginnende) Demenz, können bildgebende Verfahren (wie Kernspintomographie) Aufschluss darüber geben. Je nach vermuteter Ursache wird ein Hausarzt seinen Patienten dann zum Neurologen oder Psychiater überweisen.


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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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