Hirndoping für Klausuren: Was wirklich hilft

Ob Hirndoping bei Klausuren oder für bessere Leistung am Arbeitsplatz: das Thema leistungssteigernde Substanzen ist umstritten. Manche sind als Manager-Droge bekannt, andere werfen Fragen nach der Wirksamkeit auf. Kritisch auch, wenn Prüfungen nur noch mithilfe von Medikamenten zu bewältigen sind. Aber das muss nicht sein. Was nehmen Studenten, um besser zu lernen? Wir erklären, was Hirndoping ist und wie Sie Ihre Konzentration erhöhen…

Hirndoping für Klausuren: Was wirklich hilft

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Definition: Was ist Hirndoping?

Der Begriff Hirndoping ist etwas irreführend, denn es steckt Doping drin. Das lässt die Einnahme verbotener Substanzen zur Steigerung der eigenen Leistung vermuten. In diesem Fall geht es um die kognitiven Leistungen. Allerdings bezeichnet Hirndoping keineswegs automatisch illegale Präparate. Gemeint sind grundsätzlich psychoaktive Substanzen, die durchaus legal, aber verschreibungspflichtig sein können.

Seit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge hat sich die Prüfungsdichte an Universitäten verschärft. Zählten im alten Studienmodell maximal die Zwischenprüfungen, fließt nun jede Leistung in die Abschlussnote mit ein. Dadurch ist der Druck auf Studierende enorm gestiegen. Kann Hirndoping ein Weg aus dem Prüfungsstress sein?

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Was nehmen Studenten, um besser zu lernen?

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung weist darauf hin, dass seit Jahren die Zahl der Ritalin-Verschreibungen steige. Einer Studie der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) zufolge haben fünf Prozent aller Befragten bereits auf leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Substanzen zurückgegriffen. Die Umfrage wurde unter 3.000 Versicherten im Alter zwischen 20 und 50 Jahren durchgeführt. Immerhin vier Prozent aller angehenden Abiturienten und Studierenden gaben an, bereits Leistungssteigerung mittels Hirndoping versucht zu haben. Um welche Medikamente handelt es sich hier? Zu den als Neuro-Enhancer bekannten Substanzen zählen Mittel wie:

  • Methylphenidat
    Vor allem unter dem Namen Ritalin bekannt, wirkt gegen die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).
  • Antidepressiva
    Mittel wie Fluoxetin und Citalopram wirken stimmungsaufhellend und werden gegen Depressionen verschrieben.
  • Antidementiva
    Zum Beispiel Domepezil, kommt gegen Demenz und Alzheimer zum Einsatz.
  • Betablocker
    Besonders Menschen mit Prüfungsangst greifen zu Blutdrucksenkern wie Metoprolol: Das Präparat senkt den Spiegel des Stresshormons Adrenalin und wirkt sich beruhigend aus.

Alle diese Präparate sind verschreibungspflichtig. Auch bei den anderen Substanzen herrscht rege Nachfrage, um Unruhe, Nervosität und Angst zu bekämpfen.

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Häufige Fragen und Antworten zu Gehirndoping

Wie funktioniert Gehirndoping?

Der Gedanke hinter Gehirndoping: Man schmeißt eine Pille ein und die Konzentration steigt. Der Frischekick soll dabei helfen, Prüfungsphasen oder stressige Arbeitszeiten zu bewältigen.

Substanzen wie Rolipram tragen dazu bei, die Bildung neuer Nervenzellen zu fördern. Das wiederum kann – so zumindest in Versuchen mit Mäusen – die Lernfähigkeit unterstützen. Für Menschen ist das Mittel bisher nicht zugelassen.

Was versteht man unter Neuroenhancement?

Neuroenhancement hat die Optimierung der menschlichen Leistungsfähigkeit zum Ziel. Das Besondere: Es besteht keine medizinische Notwendigkeit. Vielmehr geht es um die gezielte Selbstoptimierung während des Prüfungsstress oder infolge von Leistungsdruck.

Je nach Umfrage können sich zwischen fünf und 80 Prozent aller Studenten und Arbeitnehmer die Einnahme von Neuroenhancern vorstellen – wenn es keine Nebenwirkungen gäbe.

Ist Ritalin wirklich so schlimm?

Ritalin ist eigentlich ein ADHS-Medikament. Gedacht für Menschen, die an einer Aufmerksamkeitsstörung leiden. Studenten und Leistungsträger wollen ihre Leistung damit ankurbeln.

Einige missbrauchen Ritalin aber als Aufputschmittel, um so ohne Schlaf durchfeiern zu können. Der Missbrauch und exzessive Partyrausch rächt sich in Form von Schlaflosigkeit, Herzrhythmusstörungen bis hin zu Panikattacken.

Welches Mittel hilft beim Lernen?

Die unbequeme Wahrheit: Gute Vorbereitung und langfristige Planung. Leistungssteigernde Substanzen mögen zwar Müdigkeit und Nervosität bekämpfen.

Sie helfen aber nicht, eine individuelle Lernstrategie zu entwickeln. Oder geeignete Lernmethoden anzuwenden. Sie werden mit keiner Wunderdroge der Welt zum Einstein. Konkrete Lerntipps gibt es außerdem HIER.

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Löst Hirndoping Probleme?

Das Problem: In einigen Fällen mag sich die Aufmerksamkeit oder die Müdigkeit bei Schlafmangel verbessern. Allerdings sind diese Medikamente nie als Hirndoping gedacht gewesen, sondern für Menschen mit Krankheiten entwickelt worden. Wirklich gesicherte Erkenntnisse über ihre leistungssteigernde Wirkung bei Gesunden liegen gar nicht vor.

Das einzige, was wirklich gesichert ist, sind die Nebenwirkungen. Dazu zählen Kopfschmerzen, eine veränderte Persönlichkeit und die Gefahr der Abhängigkeit. Diese Nebenwirkungen sind wohl der Grund, warum sich viele Menschen immer noch zurückhalten. Denn bei der Frage, ob man sich die Einnahme solcher Präparate vorstellen könnte, wenn sie frei von Nebenwirkungen wären, lag die Akzeptanz der Befragten deutlich höher: 80 Prozent stimmten dem zu!

Hirndoping schafft neue Probleme

Das Grundproblem ist allerdings ein anderes. Wer auf Hirndoping zurückgreift, glaubt eine Abkürzung zum Ziel gefunden zu haben, Motto: Büffelst du noch oder lebst du schon? Während andere mühselig pauken, kann der (vermeintlich) Clevere schon mal Party machen. So gesehen wäre Hirndoping ein Hoffnungsschimmer für alle diejenigen, die einer Doppelbelastung aus Familie und Beruf oder Studium und Nebenjob ausgesetzt sind.

Leider funktioniert das so nicht. Einige Studien legen nahe, dass Studierende mit bis dato guten Leistungen unter Methylphenidat sich verschlechtern. Nicht zu unterschätzen ist aber der psychologische Effekt: Wer seine Leistungen nur mithilfe von Hirndoping erbringt, wird nie das Gefühl der Selbstwirksamkeit erleben. Das forciert eher noch den Missbrauch und führt direkt in die Abhängigkeit.

Drei Tipps für eine kurzfristige Vorbereitung

Eine rechtzeitige Klausurvorbereitung ist natürlich das Beste. Doch in einer Was-wäre-wenn-Schleife stecken zu bleiben, nützt gar nichts. Solchen Gedanken verschwenden nur wertvolle Zeit und Energie, halten vom effektiven Lernen ab. Eine Erkenntnis: Auch mit genügend Vorlaufzeit lässt sich nicht alles lernen. Prüfungen bedeuten ein Stück weit auch immer „Mut zur Lücke“. Ihnen bleiben nur noch wenige Tage, um so viel Stoff wie möglich zu lernen? Dann brauchen Sie einen Plan, mit dem Sie die Sache angehen können. Sich kopflos in den Lernstoff zu stürzen, erscheint zwar produktiv, führt aber nicht zwangsläufig zum Erfolg. Diese drei Tipps können Ihnen helfen:

  1. Gehen Sie motiviert an die Sache ran

    Wenn Sie sich von vornherein darüber ärgern, dass Sie für die Klausur und das entsprechende Fach lernen müssen, prägt sich das Wissen viel schlechter ein. Sie entwickeln eine innere Widerstandshaltung. Halten Sie sich lieber vor Augen, was Ihnen die Klausur bringen wird.

  2. Grenzen Sie den Lernstoff ein

    Sichten Sie die besprochenen Unterlagen und Inhalte. Erinnern Sie sich daran, inwieweit Ihr Professor oder Lehrer den Lernstoff eingegrenzt hat. Vergleichen Sie diese Angaben mit alten Klausuren und fragen Sie bei Kommilitonen oder Mitschülern, was diese lernen. Das, was übrig geblieben ist, portionieren Sie und lernen die Inhalte Stück für Stück.

  3. Üben Sie die Wiedergabe des Wissens

    Viele Studenten scheitern daran, dass Sie sich zwar eine Menge Wissen angeeignet haben, dieses aber nicht richtig wiedergeben können. Doch das kann man trainieren. Sprechen Sie mit anderen über das Gelernte. Hängen Sie sich in der Wohnung Fragen auf, wie zum Beispiel „Was ist das Fishbein-Modell?“. Beantworten Sie diese gedanklich im Vorbeigehen.

Natürliches Hirndoping für Klausuren

Wenn man sich während einer Klausur im Raum umsieht, stellt man fest, dass die meisten sich mit aufputschenden Mitteln versorgt haben. In der Regel sind das Traubenzucker oder Energy Drinks. Dahinter steckt die Hoffnung, der eigenen Leistungsfähigkeit noch einen kleinen Boost zu verleihen. Doch sollten Sie auf derart künstliche Energie-Liferanten verzichten. Diese sorgen lediglich für einen kurzfristigen Energieschub, der in der Regel schon nach 20 Minuten verflogen ist. Meistens folgt darauf auch sogleich ein Konzentrationstief. Schokolade hat leider denselben Effekt. Was wirklich hilft:

1. Trinken Sie viel

Am besten eignen sich Wasser oder leicht gesüßter Tee. Flüssigkeitsmangel führt erwiesenermaßen zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Gut einen Liter sollte man bei sich haben.

2. Essen Sie zum Frühstück Vollkornprodukte

Vollkornprodukte und Haferflocken enthalten komplexe und langkettige Kohlenhydrate, die Ihrem Gehirn viel Energie liefern. Diese braucht es für die anstrengende Klausur. Der Vorteil an langkettigen Kohlenhydraten ist, dass diese über einen längeren Zeitraum abgebaut werden und so kontinuierlich für Energie sorgen.

3. Greifen Sie auf die richtigen Snacks zurück

Als optimale Zwischenmahlzeit für einen zusätzlichen Energiekick eignen sich Nüsse oder andere eiweißhaltige Produkte, wie beispielsweise Buttermilch. Die kleinsten Bestandteile der Eiweiße, die Aminosäuren, sind bereits Botenstoffe oder werden zu diesen umgewandelt. Die Botenstoffe sorgen dafür, dass Informationen zügig von einer Zelle zur nächsten gelangen. Das macht Sie leistungsfähiger. Ebenfalls geeignet sind Bananen. Sie enthalten Magnesium, das die Nerven stärkt. Zusätzlich enthalten sie Stoffe, die die Produktion von Glückshormonen anregen. Mehr zu pflanzlichem Hirndoping: Brainfoods, die wirklich für Energie sorgen.

4. Essen Sie vorher nichts Mächtiges

Sollte Ihre Klausur nicht direkt morgens stattfinden, sondern später am Tag, haben Sie noch genügend Zeit für ein Mittagessen. Achten Sie darauf, dass dieses leicht ausfällt und Sie keine schweren und fetthaltigen Produkte zu sich nehmen. Nach fettigem Essen verfallen Sie in das sogenannte Schnitzelkoma. Dann steckt Ihr Körper alle Energie in die Verdauung, statt in Ihre Denkleistung. Das lässt Sie müde werden.

5. Verzichten Sie auf leistungssteigernde Medikamente

Medikamente wie Ritalin oder Modafinil sollen konzentrierter und wacher machen. Doch das künstliche Aufputschen ist gefährlich, denn es handelt sich um Medikamente, die für Erkrankungen zugelassen sind. Durch die Einnahme von gesunden Menschen werden diese zweckentfremdet. Sie können zu Nebenwirkungen wie beispielsweise Schlafstörungen führen. Zudem ist die Wirksamkeit bei langfristiger Einnahme nicht belegt. Halten Sie sich folgendes vor Augen: Wenn Sie einen Bereich Ihrer Gedächtnisleistung künstlich steigern, geht das immer auf Kosten eines anderen. Aus diesem Grund raten wir von der Einnahme solcher Mittel ab.

Checkliste für den Klausurtag

Selbst am Tag der Klausur gibt es noch einiges, das Sie tun können, um entspannter in die Prüfung zu starten. Die Checkliste können Sie auch direkt bequem im Browser abhaken:

  • Überlegen Sie sich rechtzeitig, was Sie brauchen
    Überprüfen Sie, ob Ihre Stifte funktionieren. Wenn Sie bestimmte Hilfsmittel, wie Gesetzbücher oder Taschenrechner brauchen, schauen Sie nach, ob Sie diese in der Tasche verstaut haben. Packen Sie sich Getränke und einen Klausursnack ein.
  • Informieren Sie sich, wo die Klausur stattfindet
    Schauen Sie am Abend vorher nach, in welchem Raum Ihre Klausur stattfindet. Überlegen Sie sich, wie Sie am besten dort hinkommen und suchen Sie sich rechtzeitig Bahn- und Busverbindungen raus. Dann wissen Sie, wie viel Zeit Ihnen nach dem Aufstehen bleibt.
  • Pflegen Sie Rituale
    Beginnen Sie Ihren Morgen immer auf die gleiche Art und Weise? Dann halten Sie daran fest. Rituale geben Sicherheit und beruhigen in Stresssituationen.
  • Seien Sie rechtzeitig vor Ort
    Planen Sie bei der Anreise genügend Pufferzeit mit ein. Nichts ist stressiger, als kurz vor knapp in den Klausurraum zu spurten. Wenn Sie jedoch ein paar Minuten eher da sind, bleibt Ihnen noch genügend Zeit runter zu kommen und sich zu entspannen.
  • Meiden Sie Panikmacher
    Es gibt Menschen, die es schaffen mit ihrem Verhalten andere Menschen aus dem Konzept zu bringen. Das sind diejenigen, die ihre Lernunterlagen mit zur Klausur bringen und in die Runde fragen: Hast du auch das gelernt und jenen Randbereich wiederholt? Automatisch beginnen Sie daran zu zweifeln, was Sie gelernt haben. Halten Sie sich von solchen Menschen fern und konzentrieren Sie sich auf sich selbst.
  • Machen Sie eine Entspannungsübung bevor es losgeht
    Atmen Sie tief durch. Richtiges Atmen kann Anspannung lösen. Schließen Sie kurz die Augen und denken Sie an etwas Positives. Vielen Menschen hilft es auch eine Grimasse zu schneiden. Das entspannt die Gesichtsmuskulatur und hebt die Laune.

Alle Tipps finden Sie als Checkliste zum kostenlosen Download hier zusammengefasst:

Checkliste für den Klausurtag

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