Unbequeme Wahrheiten: Das sind die Karriere-Kehrseiten

Schön, dass Sie diesen Artikel überhaupt lesen! Wer beschäftigt sich schon gerne mit unschönen Dingen?! Erst recht mit unbequemen Wahrheiten! Tatsächlich hören und lesen die meisten lieber die schönen Dinge über das Berufsleben: die Chancen, sich selbst zu verwirklichen; die tollen Verdienstmöglichkeiten; passive Einkommen; Arbeitgeber und Chefs, die das Potenzial ihrer Mitarbeiter erkennen und fördern… Es gibt aber eben auch die Kehrseite: die unbequemen Wahrheiten, die mit der Karriere verbunden sind und vor denen niemand die Augen verschließen sollte. Sie gehören einfach dazu. So schadet es auch nicht, sich diese ab und an (neu) bewusst zu machen…

Unbequeme Wahrheiten: Das sind die Karriere-Kehrseiten

Unbequeme Wahrheiten: Diese gibt es im Job

Die Wahrheit ist: Auch wer sich noch so sehr bemüht und streckt, der kann auf halber Strecke hängen bleiben. Eine Princeton-Studie kam schon vor einiger Zeit zu dem Ergebnis, dass Fleiß und Übung zu weniger als einem Prozent über das berufliche Fortkommen entscheiden.

Engagement zahlt sich leider nicht immer aus, zumindest nicht so, wie wir uns das gerne einreden. Diese Wahrheit ist umso unbequemer, weil es zu ihr keine wirkliche Alternative gibt: Wenn überdurchschnittliches Talent oder Genialität fehlen – was bleibt uns schon übrig, als uns wenigstens anzustrengen und alles zu geben?

Das Leben – im Büro, auf der Arbeit und außerhalb – besteht leider aus vielen solcher unbequemen Wahrheiten. Wir haben uns einmal Gedanken gemacht, an welchen man nur schwer vorbei kommt. Man muss schließlich nicht alle unbequemen Dinge selbst und auf schmerzhafte Weise entdecken

  1. Chefs haben ihre Lieblinge

    Vorgesetzte setzen sich für die Belange aller Mitarbeiter ein, fordern und fördern sie gleichermaßen… Schön wär’s! Natürlich tragen Chefs die Verantwortung für das gesamte Team und sind sich dieser Aufgabe auch bewusst. Das ändert aber nichts daran, dass Chefs immer auch Lieblinge unter den Kollegen haben, deren Leistungen ihnen besser gefallen oder die ihnen einfach sympathischer sind (auch wenn sie das nicht zugeben). Meist werden diese dann auch prompt bei der nächsten Beförderung berücksichtigt, auch wenn andere vielleicht mehr Erfahrung und mindestens genauso gute Leistungen vorweisen.

  2. Es geht nicht immer nur bergauf

    Das klassische Bild der Karriereleiter, die man mit wachsender Berufserfahrung immer weiter emporklettert, ist zwar schön, doch leider verlaufen die meisten Karrieren vollkommen anders:

    Wie Karrieren verlaufen Grafik

    Natürlich geht es manchmal hoch – in guten Fällen sogar relativ steil und schnell. Doch dann gibt es eben auch die anderen Phasen, in denen es für längere Zeit stagniert oder sogar wieder ein paar Stufen auf der Karriereleiter nach unten geht. Solch unbequeme Wahrheiten werden aber gerne ignoriert – und sorgen dann für (unnötige) Frustration, wenn der Instant-Karrieresprung ausbleibt.

  3. Manche Kollegen sehen nur den eigenen Vorteil

    Ein sympathisches Team, liebenswerte Kollegen und ein produktives Arbeitsumfeld – so stellen sich viele den perfekten Arbeitsplatz vor. Dabei bleibt regelmäßig außen vor, dass es in jedem Unternehmen den einen oder anderen Mitarbeiter gibt, der nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist. Fairplay? Fehlanzeige. Dafür sind diese Typen durchaus bereit, Kollegen zu hintergehen, fremde Lorbeeren zu ernten und notfalls auch durch Lügen den eigenen Ruf aufzupolieren. Büro ist eben kein Kindergeburtstag.

  4. Ein JA ist eher die Ausnahme

    Ob Bewerbungsschreiben, das Vorstellungsgespräch oder die Gehaltserhöhung: Immer wieder warten wir auf ein „Ja“. Klingt recht simpel, doch in der Realität werden wir viel häufiger mit einem „Nein“ konfrontiert werden. So unangenehm sie auch sind: Absagen auf Bewerbungen oder Ablehnung Ihrer Vorschläge oder Person gehören im Berufsalltag einfach dazu. Gut, wenn man sich bewusst macht, dass Karriere kein Beliebtheitswettbewerb ist – jedenfalls keiner, der sich jemals gewinnen ließe.

  5. Arbeitgeber lügen, um Talente anzulocken

    Das moderne Arbeitsumfeld mit flachen Hierarchien, großen Aufstiegschancen, überdurchschnittlichem Gehalt, interessanten Aufgabenfeldern und flexiblen Arbeitzeitmodellen – das ist eine wunderschöne Utopie, wie sie in vielen Stellenangeboten regelmäßig in schillernden Farben gemalt wird. Doch leider hat sie mit der Realität nur wenig zu tun. Arbeitgeber befinden sich in einem ständigen Kampf um die besten Mitarbeiter. Kein Wunder, dass da mancher bei seinem Selbstporträt und bei den Stellenanzeigen kräftig Schminke auflegt und den einen oder anderen Punkt kosmetisch bereinigt, um Talente anzulocken. Nur glauben darf man das halt nicht.

  6. Die Arbeit macht nicht immer nur Spaß

    Sie können einen Beruf ausüben, den Sie lieben und auch eine Anstellung bei einem Arbeitgeber finden, der Ihren Wünschen entspricht. Trotzdem wird es Zeiten geben, in denen die Arbeit so gar keinen Spaß macht, sondern in erster Linie nur eines ist: Arbeit. Zum Teil auch Stress. Schuld können ein großes Projekt oder auch ein anstrengender Kunde sein, mit dem Sie sich herumschlagen müssen. Egal, was der Auslöser ist: An solchen Tagen wünscht sich jeder, er könnte einfach im Bett bleiben und die Arbeit Arbeit sein lassen. Solange es sich dabei nur um die Ausnahmen handelt, sollten Sie sich das nicht zu Herzen nehmen – und akzeptieren: Den Traumjob, der allzeit perfekt ist – den gibt es nicht.

  7. Beruflicher Erfolg hat seinen Preis

    Um es beruflich weit zu bringen, ist in der Regel viel Arbeit erforderlich. Das bedeutet natürlich auch, dass viel Zeit und Energie in die eigene Karriere investiert wird. Gerade Zeit ist jedoch eine knappe und wertvolle Ressource und wer zwölf Stunden täglich an seinem beruflichen Erfolg arbeitet, hat entsprechend wenig Zeit, sich um seine Familie oder das Privatleben im Allgemeinen zu kümmern. So entsteht schnell ein unangenehmer Interessenkonflikt und die Frage: Was will ich wirklich?

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
19. August 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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