Jobwahrheiten: Diese 3 Wahrheiten sollten Sie kennen

Wenn es regnet, wird es nass. Auf Sonntag folgt Montag. Es gibt Allgemeinplätze, die stimmen einfach immer. Durchs Leben gewonnene Wahrheiten, die sich vielfach bewährt haben. Viele suchen für den Job und die berufliche Karriere solche Allgemeinplätze. Handlungsmaxime, mit denen sie Erfolg haben. Karriereratgeber versprechen zuhauf solche Erfolgsrezepte. Und dann gibt es Jobwahrheiten. Die zeigen: Vieles lässt sich leider nicht absolut setzen…

Jobwahrheiten: Diese 3 Wahrheiten sollten Sie kennen

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Was sind Jobwahrheiten?

Wer sucht sie nicht, die ultimative Formel für den schnellen (und garantierten) Erfolg? Am besten den einen Schalter, den es umzulegen gilt und ab sofort läuft alles reibungslos – toll! Leider funktioniert Leben so nicht, und der Job ebenso wenig.

Erfolgsrezepte funktionieren nach Art der Wenn-Dann-Regel: Wenn ich dies und jenes tue, dann stellt sich der Erfolg ein. Aufgabe der Jobwahrheiten ist es, Ihnen diesen Zahn zu ziehen.

Denn zur ganzen Wahrheit gehören leider auch immer unbequeme Wahrheiten. Jobwahrheiten entzaubern zu einem Großteil die gängigen Karrieremythen.

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Sinn und Zweck von Erfolgsrezepten

Der Wunsch nach Erfolgsrezepten ist menschlich und verständlich. Das Wissen um Gesetzmäßigkeiten gibt Sicherheit und ermöglicht es, darauf basierend Entscheidungen zu treffen. Außerdem können sie Energie freisetzen – wenn etwa der Arbeitsalltag unglaublich stressig ist und nun plötzlich ein Weg zur Erleichterung gefunden wird.

Genau das passiert etwa, wenn sich beispielsweise eine Routine einstellt. Oder ein anderes Beispiel: Wenn eine aufwendige Tätigkeit immer manuell verrichtet werden musste und nun ein Roboter diese Aufgabe übernimmt.

Je nachdem, ob die zuvor ausgeübte Tätigkeit als monoton oder befriedigend, aber kräftezehrend empfunden wurde, sind nun Kapazitäten für etwas Neues frei. Der Wunsch, sich die Arbeit zu erleichtern und Zeit für angenehme Dinge zu haben oder einfach in einem anderen Bereich die Anstrengungen intensivieren zu können, ist also nachvollziehbar.

Es wird also nach Gesetzmäßigkeiten im Job geschaut: Was machen erfolgreiche Menschen anders als man selbst? Was lässt sich abschauen und aufs eigene Leben übertragen. Der Klassiker bei vielen amerikanischen Vorbildern: Frühes Aufstehen und Joggen. Eine simplifizierte Erfolgsformel würde dann lauten: „Steh morgens um 5 Uhr auf, gehe Joggen und schon hast Du Erfolg.“ Funktioniert so leider nicht. Wird dennoch von einigen geglaubt, da viele andere kleine Teilbereiche und Unterschiede zwischen dem eigenen Leben und dem irgendeines Erfolgsmanagers übersehen werden.

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Welche Jobwahrheiten gibt es?

Als Jobwahrheiten können solche Begebenheiten und Erfahrungen gelten, die viele Menschen in der Arbeitswelt gemacht haben. Denn natürlich gibt es im Privatleben wie auch im Job eine Vielzahl an Erfahrungen, die sich wiederholen. Einige Jobwahrheiten zeigen die Kehrseite der Medaille. Gemeinhin akzeptiert bei diesen Gesetzmäßigkeiten ist oft nur die strahlende Seite. Die andere gehört aber auch zur Wahrheit. Mit Vorliebe werden erfolgreiche Prominente interviewt: Was machen sie anders? Oder wie packen sie überhaupt etwas an? Was diese dann von sich und ihrem Leben erzählen, ist nicht grundsätzlich falsch. Aber eben auch nicht automatisch und für jeden in jeder Situation richtig. Drei Beispiele:

Frühes Aufstehen ist kein Garant für Erfolg.

Der Gedanke hinter dem frühen Aufstehen: Morgens dynamisch aus dem Bett hüpfen, schnell eine Runde um den Block drehen, den Kreislauf in Schwung bringen und hochkonzentriert und leistungsstark in den Tag starten, damit am besten noch vor Mittag alles erledigt ist. Allerdings kann diese Rechnung nicht aufgehen – nicht nur, weil es ausgesprochene Morgenmuffel gibt (das könnte man vielleicht mit Kaffee in den Griff kriegen), sondern weil nicht jeder Mensch den gleichen Biorhythmus hat.

Wer nun mal abends seine kreative Schaffensphase hat, sollte nicht mit Gewalt versuchen, diese auf morgens umzukrempeln – was sollte damit gewonnen sein? Das permanente Anarbeiten gegen die eigene Natur ist energieraubend und unlogisch, solange Sie beispielsweise durch Gleitzeit Ihre Hochphasen abdecken können.

Authentizität um jeden Preis ist gefährlich.

Wir lernen von klein auf, wie wichtig es ist, immer die Wahrheit zu sagen, nicht zu lügen. Denn wer die Wahrheit sagt und danach handelt, gilt als verlässlich. Und genau diese Verlässlichkeit ist im Arbeitsleben wichtig. Diese Regel hat also durchaus ihre Berechtigung. Allerdings weiß mit zunehmender Erfahrung auch jeder: Zuviel Authentizität kann Ihnen das Genick brechen. Denn wie Menschen miteinander umgehen hängt beispielsweise von der Machtposition ab. Und nicht nur das: Auch auf gleicher Hierarchieebene oder unter Freunden überlegt man lieber zweimal, bevor man die ganze ungeschminkte Wahrheit sagt.

Durchhaltevermögen allein reicht nicht.

Immer wieder schreiben auch wir, wie wichtig Durchhaltevermögen ist. Das stimmt auch: In vielen Situationen im Leben kommt es darauf an, Durchhaltevermögen zu zeigen. Wenn wir beispielsweise bei den ersten Anzeichen von Anstrengung jedes Mal die Flinte ins Korn werfen würden, kämen wir nicht voran. Das lässt sich wunderbar für den sportlichen Bereich nachvollziehen, wenn es nur noch ein paar Meter Sichtweite bis zu Ihrem Ziel sind und Sie aber schon merken, wie die Beine schwer werden und Sie ganz schön aus der Puste sind. Bei beruflichen Zielen, die nicht ganz so leicht visualisierbar und deren Entfernung nicht ganz so leicht abgeschätzt werden kann, sieht die Sache schon anders aus.

Klar: Haben Sie vier Jahre studiert, die Abschlussarbeit geschrieben und fehlt nur noch die mündliche Prüfung, ist auch hier ziemlich eindeutig, dass es jetzt nochmal die Kräfte für den Endspurt zu mobilisieren gilt. Es gibt aber auch Fälle, in denen auf ein vages Ziel hingearbeitet wird. Zu den Jobwahrheiten gehört dann, dass Durchhaltevermögen allein nicht reicht. Denn dann wird sinnlos gekämpft und Energie verschwendet, weil zu einem früheren Zeitpunkt die Konkretisierung der Ziele versäumt wurde.

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In 7 Tagen ein besserer Mensch werden

Eins ist sicher: Wer es auf die bisherige Art und Weise nicht geschafft hat, an den Punkt zu gelangen, den er für sich als Erfolg definieren würde, muss etwas ändern. Oft gibt es keine konkreten Vorstellungen davon, wie und was geändert werden sollte, nur dass es so nicht weitergehen kann, ist klar. Muss man dafür gleich seine Persönlichkeit verändern und sich selbst von Grund auf neu erfinden? Bei manchen Menschen, die zu selbstschädigendem Verhalten neigen und sich mit toxischen Menschen umgeben vielleicht.

In der Regel aber reicht es schon, wenn Sie sich die Zeit nehmen und einige wichtige Punkte überdenken. Wir zeigen Ihnen, welche das sind und wie Sie in sieben Tagen ein besserer Mensch werden können…

Tag 1: Beginnen Sie mit Selbstreflexion

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Bevor Sie etwas besser machen können, sollten Sie zunächst die Ausgangslage klären. Durch Selbstreflexion können Sie Ihre aktuelle Situation besser einschätzen und analysieren, wo Sie stehen und in welchen Bereichen Sie sich verbessern sollten. Horchen Sie dafür in sich hinein und achten Sie auf Ihr Verhalten und Ihre Gedanken: Begegnen Sie Ihrer Umwelt eher negativ oder positiv? Sind Sie die meiste Zeit gut gelaunt oder verbreiten Sie schlechte Stimmung? Was macht Sie wütend und wie reagieren Sie darauf? Indem Sie Ihre Gedanken, Emotionen und das zugehörige Verhalten hinterfragen, erhalten Sie nicht nur ein gutes Selbstbild, sondern stärken zugleich Ihre emotionale Intelligenz, da Sie lernen, Ihre Gefühle zu verstehen, zu verarbeiten und entsprechend damit umzugehen.

Tag 2: Akzeptieren Sie, dass Sie nicht alles wissen und können

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Es kann gut sein, von den eigenen Fähigkeiten so überzeugt zu sein, dass Versagen einer Todsünde gleichkommt. Das ist aber eher ein Zeichen für eine veritable Profilneurose. „Nobody is perfect.“ Wir alle haben Schwächen und Defizite, Perfektion können sich nur Götter leisten. Wer es also mit dem Selbstglauben übertreibt und felsenfest davon überzeugt ist, alles (besser) zu wissen, steht der eigenen Entwicklung im Weg. Auch wenn es am eigenen Ego kratzt, sollten Sie sich eingestehen, ab und an falsch zu liegen oder Hilfe zu benötigen. Das entspannt ungemein. Schon die Akzeptanz der eigenen Macken ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wer sich schon für den Besten hält, kann kein besserer Mensch werden (und ist es vermutlich auch nicht). Die eigene Kritikfähigkeit zu überprüfen und den Umgang mit Kritik zu lernen – berechtigte Kritik anzunehmen – trägt entscheidend zur Entwicklung der eigenen Fähigkeiten bei.

Tag 3: Halten Sie sich Ihre Ziele vor Augen

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Entscheidend ist das Wort „Ihre“ – also die eigenen. Im Alltag gehen die eigenen Ziele schnell verloren und man lässt sich schnell treiben. Dabei kommt man seinen Wünschen und Träumen jedoch selten näher, sondern treibt eher ab. Halten Sie sich daher Ihre Ziele stets bewusst vor Augen – sogar buchstäblich, zum Beispiel mit einem Zettel an der Kühlschranktür: Wo wollen Sie hin? Was wollen Sie erreichen und was muss getan werden, damit das klappt? Viel zu oft und zu leichtfertig geben wir uns mit etwas zufrieden und verraten so unsere ursprünglichen Ziele. Bleiben Sie sich treu und zielstrebig im Wortsinn. Und Sie werden persönlich wachsen und besser werden.

Tag 4: Entwickeln Sie größere Dankbarkeit

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Leider geht es meistens nur um höher, schneller, weiter. Wie schon angesprochen sind Ziele gut und wichtig. Doch darf man dabei die Dankbarkeit nicht außen vor lassen. Nehmen Sie sich die Zeit, um sich all die Dinge bewusst zu machen, für die Sie dankbar sein können – und sollten: Ihre Familie, Ihre Gesundheit, der Arbeitsplatz, der Freundeskreis… Das meiste davon ist eben nicht selbstverständlich, obwohl es uns oft so vorkommt. Der nächste Schritt besteht dann darin, den betroffenen Person direkt zu danken – etwas, das man viel häufiger tun sollte. Diese Dankbarkeit trägt zu mehr Ausgeglichenheit und einem besseren Umgang mit Menschen bei. Vor allem werden Sie es gespiegelt bekommen: Statt verbissen und verärgert auf das zu gucken, was fehlt, sehen Sie die wirklich wichtigen Dinge und Menschen, die an Ihrer Seite sind. Sie werden merken: Viel lieber umgibt man sich mit positiven, zugewandten Menschen als mit einem Miesepeter.

Tag 5: Lernen Sie zu verzeihen

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Durch Wut und Streit sind schon viele Freundschaften und Beziehungen unnötig in die Brüche gegangen. Aus einem Missverständnis wird eine handfeste Meinungsverschiedenheit, ein Wort gibt sich das andere und ein tiefer emotionaler Graben entsteht. Was anfangs noch im Affekt passiert, wird zu einem großen Problem, wenn keiner von beiden nachgeben möchte. Nachtragend zu sein, beweist aber keine Stärke, sondern einen Kleingeist. Wahre Größe offenbart sich eher dadurch, dass Sie den ersten Schritt machen und auf jemanden zugehen – obwohl der einen Fehler gemacht hat. Schaffen Sie den Disput aus der Welt. Niemand ist perfekt und Sie wären genauso froh, wenn Ihre Fehler auf Nachsicht stoßen.

Tag 6: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran

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Ein besserer Mensch zu sein, bedeutet auch, andere mit seinem Verhalten zu beeinflussen und die eigenen Werte konsequent vorzuleben. Lassen Sie Ihr Umfeld also ruhig teilhaben an Ihren bisherigen Defiziten, Ihrer Persönlichkeitsentwicklung und den positiven Veränderungen. Keine Frage, dazu gehört Mut. Manch einer lacht darüber vielleicht auch nur. Aber das sind dumme Menschen. Weise Menschen lassen sich durch Ihr Beispiel und Vorbild inspirieren und motivieren, sich ebenfalls zu verändern. Gleichzeitig wirkt dieser Punkt als Kontrolle und Verstärkung der eigenen Fortschritte. Von den eigenen Erfolgen zu erzählen, gibt Ihnen Feedback und das Gefühl der Zufriedenheit, weil Sie sehen, was Sie schon geschafft haben.

Tag 7: Behalten Sie Ihre guten Vorsätze bei

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Vorsätze zu entwickeln ist die halbe Miete. Innerhalb weniger Tage sollten Sie beginnen, diese umzusetzen, anderenfalls sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie jemals etwas ändern, dramatisch. Wer es bis hierhin geschafft hat, und eine Woche bereits neue Herangehensweisen und kleine Veränderungen ausprobiert hat, ist auf einem guten Weg. Aber um dauerhaft ein besserer Mensch zu werden, müssen all die guten Vorsätze (und Erfolge) für die Zukunft beibehalten werden. Was Sie in der vergangenen Woche gelernt und umgesetzt haben, sollte im besten Fall zur Gewohnheit werden.

Mal sehen, was die nächste Woche bringt…

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[Bildnachweis: Dmitry Guzhanin by Shutterstock.com]
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9. November 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.

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