Morgenmuffel: Bloß nicht ansprechen!

Morgens halb neun in Deutschland: Während Kollege Sonnenschein bereits beschwingt ins Büro stürmt, kämpfen Sie noch mit Ihrer Motorik und der 5. Tasse Kaffee. Ihr Blick? Sagt unmissverständlich: „Sprich mich an und du stirbst!“ Herzlichen Glückwunsch, Sie sind ein Morgenmuffel. Und damit befinden Sie sich in bester Gesellschaft: Rund ein Drittel der Deutschen leidet unter chronischer Früh-Miesepetrigkeit. Während in Deutschland oft der frühe Vogel gefeiert wird, haben Morgenmuffel miese Karten. Ein kolossaler Irrtum: Warum es Zeit für ein Umdenken ist und wie Sie die morgendliche Lethargie in pure Produktivität verwandeln…

Morgenmuffel Definition Bedeutung Psychologie Tipps Umgang

Was ist ein Morgenmuffel?

„Morgenmuffel“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Person, die morgens direkt nach dem Aufwachen schlecht gelaunt, müde oder gereizt ist. Typische Merkmale sind:

  • Morgenmuffel sind morgens kaum ansprechbar oder genervt.
  • Sie brauchen lange, um richtig wach und freundlich zu werden.
  • Die Person wird erst später am Tag „warm“ und gut gelaunt.

Morgenmuffeligkeit ist aber relativ normal und häufig. Jeder dritte Deutsche bezeichnet sich so, 31 % geben zu, in der ersten Stunde nach dem Aufstehen nicht angesprochen werden zu wollen. Oft hat das damit zu tun, dass der Schlaf-Wach-Rhythmus aus dem Takt ist – etwa nach einem durchzechten Wochenende und beim typischen Montagsblues – oder Betroffene schlicht zu wenig geschlafen haben.

Würden Sie sich als Morgenmuffel bezeichnen?

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Morgenmuffel sind meist Nachteulen

Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Chronobiologie verantwortlich dafür, dass manche Menschen am Morgen ihre speziellen Probleme haben, um in die Puschen zu kommen. Morgenmuffel zählen zu den sogenannten Eulen, die lieber später aufstehen, dafür aber auch am späteren Abend noch fit, energiegeladen und konzentriert sind. Das Berufsleben ist daran kaum angepasst. Wenn der Arbeitstag um 8 Uhr oder 9 Uhr beginnt, klingelt der Wecker unabhängig vom Chronotyp erbarmungslos in aller Frühe. Die innere Uhr der Eulen ist zu dieser Zeit aber noch nicht auf den Tag eingestellt, und so präsentiert sich der Morgenmuffel mit all seiner schlechten Laune, fehlenden Motivation und Müdigkeit.

Das Gegenteil zu einem Morgenmuffel wäre übrigens der „Morgenmensch“ oder „Frühaufsteher“ bzw. laut Chronotyp die „Lerche“.

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Wie geht man mit einem Morgenmuffel um?

Der Umgang mit einem Morgenmuffel erfordert primär Verständnis und eine ruhige, respektvolle Ansprache in den ersten Minuten des Tages. Geben Sie der Person Zeit, sanft „anzukommen“, statt direkt mit Aufgaben oder Diskussionen zu starten, da das Stress und Widerstand reduziert. Bewährte Tipps sind außerdem:

  • Ankommen lassen

    Starten Sie den Morgen nicht gleich mit Druck oder komplexen Gesprächen, da viele Morgenmuffel erst langsam in Schwung kommen und direkte Anforderungen schnell als Stress empfinden.

  • Ruhig sprechen

    Sprechen Sie ruhig und freundlich. Eine gelassene Tonlage wirkt deeskalierend und hilft, Reizbarkeit zu vermeiden, die durch Müdigkeit oft verstärkt wird.

  • Nachsicht zeigen

    Setzen Sie auf Humor und Nachsicht. Ein lockerer Umgang mit typischer Morgenmüdigkeit entschärft Spannungen und erleichtert einen harmonischeren Start in den Tag.

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So kommen Morgenmuffel gut in den Tag

Sind Sie selbst ein Morgenmuffel, müssen Sie sich nicht zwangsläufig damit abfinden. Ihren Chronorhythmus können Sie zwar nicht ändern, um morgens besser aus dem Bett zu kommen. Trotzdem gibt es Tricks, die Morgenmuffeln helfen können:

1. Achten Sie auf ausreichend Schlaf

Gerade Eulen laufen Gefahr, zu wenig zu schlafen. Abends fühlen Sie sich vielleicht noch fit und verschieben die Schlafenszeit ein wenig nach hinten. Ein großer Fehler, für den Sie am Morgen bezahlen. Morgenmuffel brauchen unbedingt genügend Schlaf. Wie viele Stunden ist individuell unterschiedlich. Schlafforscher raten aber zu mindestens 7-9 Stunden für Erwachsene. Weniger als 6 Stunden sollten es nicht sein. Eine Langzeitstudie der Warwick Medical School kam zum Ergebnis: Menschen, die pro Nacht nur 6 Stunden oder weniger schlafen, haben ein um 48 % erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen und Bluthochdruck. Das Schlaganfallrisiko stieg um 15 %. Eine gesunde Abendroutine wirkt dem Schlafmangel und den Gesundheitsrisiken merklich entgegen.

2. Stehen Sie trotzdem früh auf

Okay, das ist der Tipp, den kein Morgenmuffel hören möchte: Auch wenn es noch so schwer fällt, müssen Sie eine Routine entwickeln, um morgens in die Puschen zu kommen. So verlockend es auch ist, länger liegenzubleiben: Die schlechte Laune wird sich dadurch nicht bessern, und ein paar Minuten später werden Sie auch nicht plötzlich hellwach sein. Stattdessen haben Sie nur mehr Stress, weil Sie in Zeitnot geraten und alles in Windeseile fertig sein muss, um noch pünktlich zu sein.

3. Schalten Sie das Licht an

Im Sommer und in der hellen Jahreszeit gilt: Nach dem Aufstehen Rollläden hoch, Fenster auf und Tageslicht hereinlassen! Das hilft dem Körper bereits nach kurzer Zeit, Schlafhormone abzubauen und sich wacher zu fühlen. Zusätzlich hilft die frische Luft, die Müdigkeit zu vertreiben. Im Winter ist es beim Aufstehen noch dunkel. Frische Luft sollten Sie trotzdem tanken. Für das nötige Licht muss in dieser Jahreszeit künstliche Beleuchtung und eine Tageslichtlampe helfen. Die ist zwar nicht ganz so effektiv, wie echtes Sonnenlicht, wird aber trotzdem dabei helfen, vom Nachtmodus auf den Tag umzuschalten.

4. Treiben Sie Frühsport

Schon der Gedanke an Frühsport macht vielen Morgenmuffeln miese Laune. Doch Bewegung am Morgen kann wahre Wunder wirken, um Sie für den Tag vorzubereiten, wach zu werden. Schon leichter Sport am Morgen kurbelt Ihren Kreislauf an. Wer sich gar nicht zum Sport aufraffen kann, sollte wenigstens kurz spazieren gehen. Je aktiver Sie in den frühen Stunden sind, desto mehr Glückshormone kann Ihr Körper produzieren.

5. Hören Sie Ihre Lieblingsmusik

Musik hat großen Einfluss auf die Stimmung. Traurige Lieder drücken auf die Emotionen, manche Lieder rufen gar negative Erinnerungen wach. Beschwingte Songs dagegen sorgen fast automatisch für gute Laune und geben Energie. Genau diese sind es, die Morgenmuffel hören sollten! Erstellen Sie sich dazu etwa eine Playlist, mit all Ihren Lieblingsliedern, die Sie sich nach dem Aufstehen anhören.

6. Gehen Sie kalt duschen

Auch das kostet zugegeben einige Überwindung, die Dusche für einige Zeit auf kalt zu drehen. Doch gerade Morgenmuffel können dadurch in Schwung kommen und sich im Anschluss deutlich frischer und wacher fühlen. Fangen Sie dabei aber bitte klein und langsam an und stellen Sie sich nicht unvorbereitet unter eine eiskalte Dusche. Das kann gefährlich werden! Besser ist es, beim kalten Duschen Stück für Stück von den Beinen nach oben zu gehen, um dem Körper eine Zeit zu geben, sich daran zu gewöhnen.

7. Nutzen Sie Journaling

Viele bekennende Morgenmuffel schreiben in ihren Blogs, dass ihnen Journaling am Morgen geholfen hat. Also zum Beispiel einfach Gedanken aufschreiben und sortieren – oder ein Dankbarkeitstagebuch führen. Beides vertreibt die schlechte Laune und regt die mentalen Geister an. 10-15 Minuten reichen oft schon, um im eigenen Tempo in Schwung zu kommen und weniger zu muffeln.

Der einfachste Tipp: Doppelter Espresso. Kaffee ist nicht nur das beliebteste Heißgetränk am Morgen in Deutschland. Viele sagen auch: „Kaffee erreicht Stellen, an die Motivation niemals hinkommt.“ Das ist nicht nur ein Muntermacher-Witz, sondern offenbar auch ein bewährtes Hausmittel gegen das Morgenmuffeln. Cheers!


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