Morgenmuffel: So kommen Sie aus dem Bett

Der Wecker klingelt, es ist Zeit, aufzustehen und in den neuen Tag zu starten. Einen Kaffee trinken, etwas frühstücken, noch schnell ins Bad und unter die Dusche, bevor es auch schon in Richtung Arbeit geht. Für manche kein Problem, der normale morgendliche Ablauf, bei dem Musik und Radio gehört oder die Zeitung gelesen wird. Morgenmuffel stehen jedoch in den frühen Stunden mit dem Tag auf Kriegsfuß. Sie kommen kaum aus dem Bett, sind schlecht gelaunt, wollen mit niemandem reden und schaffen es kaum, sich zu irgendetwas aufzuraffen. So beginnt jeder neue Tag bereits mit Stress, Anspannung und mieser Stimmung. Aber muss das so sein? Ein Kreislauf, der viele Morgenmuffel fest im Griff hat. So muss es aber nicht zwangsläufig weitergehen, denn Morgenmuffel können einiges tun, um nach dem Aufstehen besser in den Tag zu kommen…

Morgenmuffel: So kommen Sie aus dem Bett

Morgenmuffel: Der verhasste Morgen

Es ist sehr leicht, einen Morgenmuffel zu erkennen:: Ein freudiges Lächeln, während die Kaffeemaschine läuft, gute Laune unter der Dusche, kleine Späße am Frühstückstisch und ein motivierter Start in den Tag, um von Anfang an gut loszulegen. All das sind Morgenmuffel nicht. Ihre Morgenroutine ist eher das genaue Gegenteil.

Morgenmuffel bekommen kaum die Augen auf, müssen sich dazu zwingen, überhaupt aufzustehen und schlurfen dann im Halbschlaf durch die Wohnung. Hinzu kommt ungemein schlechte Laune, die auch andere zu spüren bekommen. Sich beim Frühstück nett und gemütlich mit einem Morgenmuffel unterhalten? Der Versuch geht meist nach hinten los und wenn überhaupt eine Antwort kommt, ist diese gereizt, pampig und beendet die Konversation.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Chronobiologie verantwortlich dafür, dass manche Menschen am Morgen solche Probleme haben. Morgenmuffel zählen zu den sogenannten Eulen, die ihrer Veranlagung nach gerne erst ein wenig später aufstehen, dafür aber auch am späteren Abend noch fit, energiegeladen und konzentriert sind.

Das Berufsleben ist daran jedoch nur in seltenen Fällen angepasst. Wenn der Arbeitstag um 8 Uhr oder auch 9 Uhr beginnt, klingelt der Wecker unabhängig vom Chronotyp erbarmungslos in aller Frühe. Die innere Uhr von Eulen ist zu dieser Zeit aber noch nicht auf den Tag eingestellt und so präsentiert sich der Morgenmuffel mit all seiner schlechten Laune, fehlenden Motivation und Müdigkeit.

So kommen starten Morgenmuffel gut in den Tag

Wenn Sie es mit einem Morgenmuffel zu tun haben, ist es meist das Beste, diesen erst ein wenig wach werden zu lassen, um keinen unnötigen Streit zu provozieren. Denken Sie auch immer daran, dass Ihr Gegenüber es nicht unbedingt böse meint, wenn er am Morgen nicht gerade die Freundlichkeit in Person ist.

Sind Sie selbst aber ein Morgenmuffel, müssen Sie sich nicht zwangsläufig mit der schlechten Laune zu Tagesbeginn abfinden. Ihren Chronorhythmus können Sie zwar nicht einfach ändern, um besser aus dem Bett zu kommen und für viele kommt es wohl auch nicht infrage, sich einen neuen Job zu suchen, der besser zum eigenen Zeitempfinden passt. Doch gibt es trotzdem einige Dinge, die Morgenmuffeln helfen können:

  • Achten Sie auf ausreichend Schlaf

    Gerade Eulen laufen Gefahr, zu wenig zu schlafen. Abends fühlen Sie sich vielleicht noch fit und verschieben die Schlafenszeit ein wenig nach hinten. Ein großer Fehler, für den Sie am Morgen bezahlen. Morgenmuffel brauchen unbedingt genügend Schlaf, um genügend Energie zu tanken und nicht mitten aus dem Tiefschlaf gerissen zu werden.

    Wie viele Stunden Schlaf Sie benötigen, ist dabei individuell. Mancher braucht mindestens acht, neun oder mehr Stunden, um morgens ansprechbar zu sein. Andere kommen bereits mit sechs Stunden aus. Finden Sie Ihren persönlichen Schlafbedarf heraus und halten Sie diesen ein, um ein weniger schlimmer Morgenmuffel zu sein.


  • Stehen Sie trotzdem früh genug auf

    Es ist der Tipp, den kein Morgenmuffel hören möchte: Auch wenn es noch so schwer fällt, müssen Sie eine Routine entwickeln, um morgens früh und vor allem pünktlich aufzustehen. Es ist verlockend, den Wecker erst eine halbe Stunde später zu stellen oder noch möglichst lange liegen zu bleiben, doch damit ist am Ende nichts gewonnen.

    Ihre Laune wird sich nicht bessern und ein paar Minuten später werden Sie auch nicht plötzlich hellwach sein. Stattdessen haben Sie nur mehr Stress, weil Sie plötzlich in Zeitnot geraten und alles in Windeseile fertig sein muss, um noch pünktlich zu sein.


  • Schalten Sie das Licht an

    Immer Sommer und allgemein der hellen Jahreszeit gilt: Nach dem Aufstehen die Rollladen hoch, Fenster auf und Tageslicht reinlassen. Das hilft dem Körper bereits nach kurzer Zeit, Schlafhormone abzubauen und sich wacher zu fühlen. Zusätzlich hilft die frische Luft dabei, die Müdigkeit zu vertreiben.

    Im Winter ist es beim Aufstehen noch dunkel. Frische Luft sollten Sie trotzdem reinlassen, für das nötige Licht muss in dieser Jahreszeit künstliche Beleuchtung helfen. Die ist zwar nicht ganz so effektiv, wie tatsächliches Sonnenlicht, aber es wird trotzdem dabei helfen, vom Nachtmodus auf den Tag umzuschalten.


  • Treiben Sie Frühsport

    Schon der Gedanke an Frühsport macht vielen Morgenmuffeln eher zusätzlich schlechte Laune, doch ein bisschen Bewegung am Morgen kann wahre Wunder wirken, um Sie für den Tag vorzubereiten, wach zu werden und schlechte Laune zu vertreiben.

    Schon leichter Sport am Morgen kurbelt Ihren Kreislauf. Wer sich gar nicht zum Sport aufraffen kann, sollte wenigstens kurz spazieren gehen. Je aktiver Sie in den frühen Stunden sind, desto mehr Glückshormone kann Ihr Körper produzieren.


  • Hören Sie Ihre Lieblingsmusik

    Musik kann großen Einfluss auf die Stimmung haben. Traurige Lieder schlagen auf die Emotionen, einige Lieder rufen eine Menge Erinnerungen hoch und wiederum andere Lieder sorgen fast automatisch für gute Laune und verleihen Energie.

    Genau diese sind es, die Morgenmuffel hören sollten. Erstellen Sie sich beispielsweise eine Playlist, mit all Ihren Lieblingsliedern, die Sie sich nach dem Aufstehen anhören können.


  • Gehen Sie kalt duschen

    Es kostet zugegeben einige Überwindung, die Dusche für einige Zeit auf kalt zu drehen, doch Morgenmuffel können damit in Schwung kommen und sich im Anschluss deutlich frischer und wacher fühlen. Fangen Sie dabei bitte klein und langsam an und stellen Sie sich nicht unvorbereitet unter eine eiskalte Dusche. Das kann sehr gefährlich werden.
    Besser ist es, beim kalten Duschen Stück für Stück von den Beinen nach oben zu gehen, um dem Körper eine Zeit zu geben, sich daran zu gewöhnen.

Morgenmuffel: 11 Tipps, sich den Tag zu versauen

Es geht aber auch anders. Warum immer alles besser machen, wenn es auch schlechter geht? Wenn Sie sich als Morgenmuffel einen Tag mal so richtig verhageln wollen, haben wir zehn(nicht ganz ernst gemeinte) Tipps, um sich den Tag und die Laune komplett zu versauen.

  1. Alles auf einmal machen.

    Nicht alle Aufgaben sind gleichwertig. Meistens sind es organisatorische Aufgaben, die ungeheuer viel Zeit verbrauchen und dabei nur für einen geringen Fortschritt in der täglichen Arbeit sorgen. Andere Aufgaben wiederrum betreffen die Quintessenz eines Projektes. Mit ihnen lässt sich in kurzer Zeit ein großer Fortschritt erzielen. Aus dieser Erfahrung heraus wurde die 80-20-Regel aufgestellt. Diese besagt, dass man mit 20 Prozent seiner Zeit 80 Prozent der Arbeit schafft. Somit hat jede Aufgabe ihre eigene Wichtigkeit. Fokussieren Sie sich nach der 80/20-Regel auf die wichtigen 20 Prozent der Aufgaben. Alle anderen Aufgaben sind von nachrangiger Bedeutung.

  2. Ständig E-Mails oder Anrufe beantworten.

    Viele checken ihre E-Mails alle fünf Minuten oder antworten auf jede Mail, die über den allgemeinen Firmenverteiler in Ihr Posteingang kommt. Zeitverschwendung! Antworten Sie nur auf die wichtigsten E-Mails. Damit schaufeln Sie sich Zeit frei, die Sie dafür nutzen können, um die eigentliche Arbeit zu verrichten.

  3. Alles sofort machen.

    Neben einer Aufgabenliste sollte Sie sich noch eine Liste für weniger wichtige Punkte anlegen. Auf ihr landen Aufgaben, die sich während des Tages ergeben, meistens sind es organisatorische Angelegenheiten oder unwichtige, zeitfressende Aufgaben. Mit dieser Technik unterbrechen Sie Ihre derzeitige Arbeiten nicht und sind effektiver. Vor dem Feierabend können Sie die gesammelten Aufgaben der Liste mit den weniger wichtigen Punkten abarbeiten.

  4. Wichtige Aufgaben aufschieben.

    Das Aufschieben von Aufgaben (Prokrastination) kann schnell zu einem regelrechten Aufgaben-Stau in naher Zukunft führen. Beginnen Sie daher zuerst mit der wichtigsten Aufgabe und schieben Sie Ihre Arbeit nicht weiter vor sich her.

  5. Aufgaben gleich auf Anhieb perfekt lösen.

    Der Perfektionist in Ihnen ist oftmals der Grund für, dass Sie Aufgaben gleich im ersten Anlauf perfekt machen wollen. Das schaffen Sie aber nur in selten Fällen. Betrachten Sie Ihre Arbeit daher als ein Arbeiten mit Entwürfen. Im ersten Entwurf konzentrieren Sie sich auf den Kerninhalt. Die Entwürfe zwei und drei verfeinern die einzelnen Details. So können Sie Fehler leichter korrigieren und sind produktiver, als gleich auf Anhieb den Schuss ins Schwarze zu suchen.

  6. Kein klares Ziel haben.

    Haben Sie ein Ziel für diesen Monat? Für dieses Jahr? Und für das nächste Jahr? Nicht?! Dann nehme Sie sich die Zeit und überlegen Sie sich, was Ihnen wichtig ist. Stellen Sie sich für jeden Monat ein Ziel auf, arbeiten Sie auf dieses hin. Wenn Sie am Ende einer Woche zurückblicken, werden Sie die Fortschritte erkennen und langfristige Ziele leichter erreichen. Denn wenn Sie Ihre Prioritäten kennen, dann werden Sie am Tag konzentrierter und produktiver.

  7. Keine Pause machen.

    Menschen sind keine Roboter, die über einen langen Zeitraum ununterbrochen produktiv sein können. Wir brauchen Zeit um uns auszuruhen und erholen zu können. Legen Sie daher nach einer Stunden eine Pause von fünf bis zehn Minuten ein. Stehen Sie von Ihrem Arbeitsplatz auf und nutzen Sie die Zeit um etwas zu trinken. Sie werden feststellen, dass sie konzentrierter sind, wenn Sie an Ihren Schreibtisch zurückkehren.

  8. Zeit beim Internet-Surfen verschwenden.

    Nichts verschwendet mehr Zeit am Arbeitsplatz als das Surfen im Internet. Entziehen Sie sich dieser Verschwendung! Stehen Sie auf und machen Sie etwas, was Sie näher an Ihre Ziele bringt. Ein Gespräch mit einem Kollegen in der Kaffeküche kann Ihnen zum Beispiel wertvolle Informationen liefern, die Sie weiter voranbringen.

  9. Spät aufstehen.

    Die Fähigkeit früh aufzustehen ist von Person zu Person unterschiedlich. Doch viele erfolgreiche Personen führen ihren Erfolg unter anderem auf das Aufstehen in der Früh zurück. Scheinbar sind Menschen morgens produktiver. Das kann auch auf einen psychologischen Wohlfühlfaktor zurückgeführt werden. Wenn Sie vor 99 Prozent der anderen Menschen um Sie herum aufstehen, dann fühlen Sie einen gewissen Vorsprung gegenüber Ihren Mitmenschen, der Sie auch am Tag dazu anspornt produktiv zu sein.

  10. Es jedem recht machen.

    Sie können nicht kontrollieren, was andere denken. Wenden Sie sich daher Dingen zu über Sie die Kontrolle haben: Ihren Gedanken, Gefühlen und Handlungen. Wenden Sie Ihre Energie den Personen und Sachen zu, die Sie mögen und lieben.

[Bildnachweis: Minerva Studio by Shutterstock.com]
3. Januar 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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