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Den geborenen Unternehmer gibt es nicht

Zum Unternehmer, heißt es, wird man geboren. Unsinn! Einen geborenen Unternehmer gibt es nicht. Manche Menschen verfügen über Eigenschaften, die späteren Erfolg wahrscheinlicher machen. Mut, Strebsamkeit, Organisationstalent… Einige Charakterzüge sind ein Vorteil, machen aber nicht zum geborenen Unternehmer. Tatsächlich können Sie die meisten wichtigen Fähigkeiten und Faktoren als Gründer lernen und ausbauen…



Den geborenen Unternehmer gibt es nicht

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Der geborene Unternehmer ist eine Illusion

Was macht einen guten Gründer aus? Die Antworten darauf sind so vielseitig, wie die Menschen, die befragt werden. Schon das zeigt: Einen geborenen Unternehmer gibt es nicht – denn niemandem werden all diese Charaktereigenschaften in die Wiege gelegt. Der geborene Machertyp ist nur eine Mär. Schließlich gibt es mehr erfolgreiche Unternehmer als Menschen, die diese Attribute auf sich vereinen.

Warum sich der eine selbstständig macht und der andere nicht, liegt weniger am Charakter, sondern vielmehr an der Motivation. Die variiert erheblich:

  • Autonomiestreben (Endlich Chef sein!)
  • Schwächen kompensieren (Keiner mehr, der meine Arbeit kritisiert!)
  • Wirtschaftsleben entdecken (Vom Tellerwäscher zu Millionär – geht das?)

Der Schweizer Soziologe Peter Schallberger, der Gründermotive untersucht, hat festgestellt: Die meisten Unternehmer wollen eine Botschaft in die Welt tragen. Sie haben eine Mission und wollen mit der Gründung eines Unternehmens etwas bewegen. Es sind Rebellen, aber auf konstruktive Weise. Das ist nicht angeboren, sondern entwickelt sich im Laufe des Lebens.

Jeder Unternehmertyp hat auch Nachteile

Die Motive treiben an und können in eine erfolgreiche Selbstständigkeit führen. Doch jeder Typus hat auch Schwachstellen. Ein Autonomiestreber hat extreme Ansprüche, kann nicht delegieren und neigt zum Perfektionismus. Für mögliche Mitarbeiter oft schwierig zu ertragen. Noch schlimmer sind narzisstische Gründer. Sie machen sich selbstständig, um jemand zu sein. Ihnen geht es um Anerkennung, Aufmerksamkeit und Lob.

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Können Sie Unternehmer? Diese Eigenschaften helfen

Es gibt keinen geborenen Unternehmer. Dafür sind auch die Anforderungen je nach Geschäftsidee zu unterschiedlich. Trotzdem gibt es einige Unternehmer-Eigenschaften, die Ihre Chancen erhöhen. Diese Attribute zeigen, ob Sie das Zeug zum Gründer haben:

1. Risikobereitschaft

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und es stimmt: Eine Portion Mut und Risikobereitschaft gehört zur Grundausstattung eines jeden Unternehmers. Sie müssen Risiken eingehen und dürfen keine Angst davor haben, wieder und wieder und wieder auf die Nase zu fallen. Wer nur auf Sicherheit setzt, hat es als Unternehmer schwer.

2. Durchhaltevermögen

Bis eine Firma erfolgreich ist oder zumindest den Break-even-Point erreicht, kann viel Zeit vergehen. Darum ist für Gründer elementar wichtig: Zäh bleiben, hartnäckig am Erfolg arbeiten, die sprichwörtliche Flinte nicht ins Korn werfen. Sie brauchen Durchhaltevermögen, auch wenn der Erfolg lange auf sich warten lässt. Wenn Sie es im Schnelldurchlauf schaffen wollen oder frühzeitig aufgeben, haben Sie schlechte Karten.

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3. Selbstvertrauen

Sie müssen an sich und Ihr unternehmerisches Projekt glauben. Zweifeln Sie schon zu Beginn, können Sie keine Partner, Kunden oder Mitarbeiter überzeugen. Außerdem können Sie nicht 100 Prozent geben, wenn Sie insgeheim nicht an den eigenen Erfolg glauben. Erfolgreiche Gründer sind überzeugt, dass Sie es schaffen werden und haben das nötige Selbstvertrauen, um diese Einstellung nach außen zu tragen.

4. Flexibilität

Erfahrene Unternehmer wissen: Der Weg zum Erfolg ist selten eine gerade Linie. Sie müssen sich an neue Rahmenbedingungen anpassen, die anfängliche Idee überdenken oder den Businessplan anpassen. Ohne die nötige Flexibilität haben Sie wenig Chancen in einem wirtschaftlichen Umfeld, das sich schnell ändert.

5. Neugier

Wer die Welt umkrempeln oder (mit neuen Produkten oder Dienstleistungen) zum Besseren verändern will, muss neugierig sein. Was brauchen die Menschen? Was kann den Alltag erleichtern? Was kann man besser oder günstiger machen? Wissbegierde, Lernbereitschaft und ein Blick über den Tellerrand helfen bei der Suche nach einer zündenden Idee. Neugier hilft Ihnen auch, den Schritt in Unbekannte der Selbstständigkeit zu wagen.

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6. Rastlosigkeit

Wer es ruhig und behaglich mag, kann in der Selbstständigkeit an seine Grenzen stoßen. Ein Nine-to-Five-Job ist Unternehmertum nicht. Sie brauchen Die Rastlosigkeit, um einen Betrieb unentwegt nach vorne zu treiben. Die geborenen Unternehmer sind ständig aktiv, haben neue Ideen und setzen diese um. Statt nach jeder Pause von der Arbeit zu suchen, finden Sie stets Neues zu tun.

7. Bodenständigkeit

Bei Unternehmer-Eigenschaften denken nur wenige an Bodenständigkeit. Für weltweite Innovationen scheint es der falsche Charakterzug zu sein. Das ist aber zu kurz gedacht: Wenn Sie ein Unternehmen aufbauen, einen Kundenstamm aufbauen und die Firma durch Krisen lenken wollen, kann Bodenständigkeit Wunder wirken. Unternehmer müssen nicht immer die auffälligsten Personen sein. Manchmal ist es besser, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen.

8. Konkurrenzdenken

Wirtschaft ist ein Wettkampf. Als Unternehmer müssen Sie besser sein wollen als die anderen. Klüger, erfolgreicher, innovativer… Erfolgreiche Gründer lieben den Wettkampf und setzen sich gegen die Konkurrenz durch. Ist Ihnen Konkurrenzdenken hingegen völlig fremd, bekommen Sie Probleme in der Selbstständigkeit.

9. Lebensfreude

Oft übersehen: Lebensfreude ist ein wichtiger Faktor für einen geborenen Unternehmer. Sie müssen mit Freude bei der Sache sein, jeden Tag gerne aufstehen und voller Leidenschaft in die Firma gehen. Stress, Hektik und Probleme gibt es ohnehin.

Arbeitnehmer sind auch Unternehmer

Unternehmer gründen eine eigene Firma und machen sich selbstständig. Doch auch Arbeitnehmer sind eine Art von Unternehmer. Gemeint ist damit die richtige Einstellung zum Job. Die Tatsache, dass man von einem anderen für die Arbeit bezahlt wird, lässt viele vergessen, dass es immer noch die eigene Arbeit, eigene Pläne, eigene Ziele und das eigene Leben ist.

Sie sind immer Unternehmer in Ihrem persönichen Ein-Mann-Betrieb. Sie gestalten Ihre Karriere, erwirtschaften Ihr Einkommen und bestimmen mit Ihren Entscheidungen die Strategie. Auch Angestellte sollten deshalb das Mindset eines Unternehmers haben.


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Unternehmer werden: Das müssen Sie vorher wissen

Sie wollen Unternehmer werden und spielen schon länger mit dem Gedanken an eine Selbstständigkeit? Mit diesem Vorhaben sind Sie nicht alleine. Zahlreiche Menschen träumen von der eigenen Firma, der Freiheit und dem Erfolg. Der Traum vom Unternehmertum hat aber auch eine Albtraumvariante.

Es gibt Tücken der Selbstständigkeit, die Sie schon vorher wissen sollten. Nicht um abzuschrecken oder Ihnen den Plan auszureden – für eine bessere Vorbereitung und die richtige Einstellung als Unternehmer. Diese unschönen Wahrheiten sollten Sie kennen:

  • Sie werden kein Leben in Luxus führen

    Der typische Unternehmer – das verbinden noch immer viele mit dem reichen Geschäftsmann, der im im teuren Auto vorfährt und in der Luxusvilla wohnt. Vielleicht kommen Sie tatsächlich einmal zu Wohlstand. Aber bis es so weit ist und der Laden läuft, sind Ihre Finanzen ein schwieriges Thema. Sie müssen viel investieren und verdienen zu Beginn wenig.

  • Sie arbeiten 80 Stunden pro Woche

    Als Unternehmer teilen Sie sich Ihre Arbeitszeit frei ein – in der Realität heißt das, dass Sie auch abends und am Wochenende arbeiten. Sie sind immer erreichbar, antworten auf Mails, schreiben Angebote oder lösen Probleme. Nicht umsonst heißt es: Als Selbstständiger arbeitet man selbst und ständig.

  • Auf Sie hat keiner gewartet

    Wir alle bewundern Sie: die Visionäre, die Superstar-Unternehmer. Eines aber steht fest: Sie zählen noch nicht dazu! Niemand wartet stundenlang in der Aula, um Ihre Rede zu hören. Niemand fragt Sie nach einem Rat. Und Ihr Produkt oder Dienstleistung schlägt zu 99,9 Prozent nicht ein wie eine Weltsensation. Erst nach langer, zäher, harter Kleinarbeit haben Sie sich einen Namen gemacht.

  • Sie gehen vielleicht pleite

    Jeden Monat werden durchschnittlich zwischen 1.000 und 2.000 Unternehmensinsolvenzen angemeldet. Darunter einige große Namen, aber auch unzählige kleine und unbekannte Selbstständigkeiten. Es gibt keine Garantie für Ihren finanziellen Erfolg. Ein Mangel an Aufträgen und andere Probleme können zur Zahlungsunfähigkeit führen. Statistisch sind die ersten drei Jahre die entscheidenden für das Überleben eines Betriebs.

  • Sie werden belächelt

    Als Unternehmer sind Sie erst einmal ein ganz kleines Licht. Klein anfangen und groß rauskommen: Davon träumen viele. Die anderen, die Angestellten vor allem, sehen Sie lieber mit dem Vorhaben scheitern. Wir leben in einer Neidgesellschaft. Wer sich selbstständig macht und damit Erfolg hat, miniaturisiert das Selbstwertgefühl derjenigen, die davon nur träumen. Rechnen Sie also damit, dass um Sie herum zahlreiche Neider, Miesmacher und Zweifler auftauchen.

  • Sie wollen andere scheitern sehen

    Missgunst ist keine Einbahnstraße. Sie werden merken: Je länger Sie kämpfen, sich abrackern, sich abmühen (oft vergebens), desto stärker werden Ihre Feindseligkeiten gegenüber den Unternehmern, die den Turnaround schon geschafft haben. Auch auf Erfolgsstorys im Hochglanzmagazin oder dem Bekanntenkreis reagieren Sie zunehmend allergisch. Versuchen Sie unbedingt dieser Bitterkeit zu widerstehen. Sie ist ein unternehmerischer Sargnagel.

  • Sie sehnen sich nach dem 9-to-5-Job zurück

    Die Nostalgie überkommt Selbstständige schneller als Sie Break-even sagen können. So mancher ertappt sich dann dabei, wie er gedanklich in der guten (schlechten) alten Zeit schwelgt: War das schön, als ich noch diese Sicherheit hatte, einen geregelten Feierabend, Urlaub und ein freies Wochenende… Je schlechter es läuft, desto mehr denken Sie an ein Angestelltenverhältnis zurück.


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