Neid bekämpfen: Definition, Ursachen, Tipps

Über Neid gibt es viele Sprüche. Einer davon: Neid musst du dir erarbeiten, Mitleid bekommst du geschenkt. Und tatsächlich: Wer im Leben Erfolg hat, muss nicht lange auf Neid, Eifersucht und Missgünstlinge warten, die einem nicht mal das Schwarze unter den Nägeln gönnen. Beneidet zu werden gilt aber auch als höchste Form der Anerkennung. Anders sieht es aus, wenn Sie selbst Neid empfinden. So machen Sie Glück und Erfolg anderer zu Ihrem persönlichen Unglück. Das lässt sich zum Glück ändern, wenn Sie Neid bekämpfen und die Emotion als Motivation nutzen…

Neid bekämpfen: Definition, Ursachen, Tipps

Definition: Was ist Neid überhaupt?

Neid hat seinen Ursprung häufig im Vergleich, dem „Blick auf andere“. Wer sieht, dass sein Gegenüber etwas hat oder besitzt, das er oder sie selbst gerne hätte. Wir erkennen dann einen Mangel und reagieren darauf mit Neidgefühlen. Neidischer zu werden, kann aber auch aus dem Gefühl heraus entstehen, benachteiligt zu werden.

Laut Neidforschern finden sich die meisten Neider ausgerechnet im Freundes- und Bekanntenkreis.

Eigentlich ist der spontane „Neidimpuls“ ein Bestandteil der menschlichen Natur, erkannte schon Immanuel Kant. Der Wissenschaftler Antonio Cabrales vom britischen University College in London hält Neid beispielsweise für eine evolutionäre Entwicklung als „Ergebnis des Wettstreits um begrenzte Ressourcen“.

Er ist davon überzeugt, dass es in der menschlichen Frühgeschichte nicht darum ging, viel zu besitzen, sondern vor allem mehr als die anderen – was zu höherem Sozialstatus und Fortpflanzungserfolg führte.

Und auf was kann man nicht alles neidisch sein?! Zum Objekt der Begierde zählen oft Neidfaktoren wie…

  • Gutes Aussehen
  • Materieller Besitz
  • Sozialer Status
  • Sportliche Leistungen
  • Musikalische Talente
  • Beruflicher Erfolg
  • Selbstbewusstes Auftreten
  • Anhaltende Gesundheit
  • Sexuelle Potenz
  • Verlässliche Freundschaften

Selbst scheinbare Belanglosigkeiten wie Schokolade können Neid auslösen. Zu diesem Ergebnis kamen zum Beispiel die Kölner Sozialpsychologen Jan Crusius und Thomas Mussweiler in ihren Studien. Für die Wissenschaftler ist Neid daher „eine natürliche und spontane Reaktion bei Unterlegenheit“.

Auch für die US-Psychologin Betsy Cohen, die einen Bestseller über Neid geschrieben hat, ist die Missgunst entsprechend ein „ganz normales menschliches Gefühl„.

Nur zugeben, dass er oder sie neidisch ist, mag das freilich niemand. Viele schämen sich sogar deswegen. Denn neidisch sein, macht einen immer klein und wirft kein gutes Licht auf die neidische Person. Nicht zuletzt zählt Neid im christlichen Glauben und in der Bibel zu einer der sieben Todsünden.

Psychologen unterscheiden 3 Formen von Neidgefühlen:

  • Destruktiver Neid

    Es ist ein aggressives Gefühl und zeichnet sich hauptsächlich durch Missgunst aus. Nach dem Motto: Ich will das, was der andere hat und wenn ich es nicht haben kann, mache ich es kaputt. Im Berufsleben äußert sich dieses Neidgefühl beispielsweise darin, dass Sie sich nicht nur über die Beförderung des Kollegen ärgern, sondern hinter seinem Rücken intrigieren und ihm das Leben unnötig schwer machen.

  • Depressiver Neid

    Diese Form des Neids ist lähmend und besonders schädlich für das eigene Selbstwertgefühl. Von dem Gedanken besessen, nicht im Stande zu sein, das zu erreichen, was der andere hat, ziehen diese Menschen totunglücklich durchs Leben. Die Objektivität ist ihnen verloren gegangen. Erfolge der anderen werden durch ein Vergrößerungsglas betrachtet. Der krankhafte Vergleich mit seinen Mitmenschen bestimmt das eigene Leben.

  • Positiver Neid

    Hierbei handelt es sich um die bewundernde Form des Neids. Im Vordergrund steht ein unerfülltes Bedürfnis. Beispielsweise wünschen Sie sich auch so souverän und charismatisch vor Kunden aufzutreten wie Ihr Kollege. Dieses Gefühl kann Ihnen dabei helfen aus der Einöde des Arbeitsalltags auszubrechen. Diese Art des Neids kann Ehrgeiz wecken und als Ansporn dazu dienen, selbst besser zu werden. Im Prinzip will man sein Gegenüber nicht zerstören, sondern sich selbst neu erschaffen. Allerdings birgt dieser Wunsch die Gefahr, zum Double der Person zu werden, die Sie bewundern. Und: Genau genommen ist auch dieser Neid nicht positiv, wohl aber seine Folgen.

Verstehen Sie das aber nicht falsch: Neid ist alles andere als eine Tugend.

Die Kehrseite der Medaille ist: Neid schafft Leid, er macht niederträchtig, hinterhältig, giftig, destruktiv. Oft verführt er Menschen…

  • zur Verleumdung
  • zur Intrige
  • zur Sabotage
  • zum Raub
  • oder gar zum Mord.

Das sind nicht die einzigen Auswirkungen von Neid. Er macht den Neider rasend und blind – und bringt ihn dazu, sich selbst zu schaden, nur um dem anderen noch mehr zu schaden.

Nicht wenige vergleichen sich dabei stetig mit anderen, was den Neid nur noch verstärkt. Im Extrem führt die Missgunst so zu Komplexen und Minderwertigkeitsgefühlen, zu Traurigkeit und Scham, zu Sticheleien und Schadenfreude, zu Feinseligkeiten oder gar Hass. Zumindest aber verhindert chronischer Neid Zufriedenheit und inneren Frieden.

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Anhaltender Neid kann aber auch körperliche Folgen haben. Dazu zählen zum Beispiel Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Herz-Rhythmus-Störungen oder gar Depressionen.

Der Neidforscher Norbert Haubl glaubt gar, dass Neid sogar lebensbedrohlich wirken kann. Dann etwa, wenn wir „zwanghaft immer an das denken, was die anderen haben, [uns] zwanghaft ungerecht behandelt fühlen und dann zu einsamen Querulanten werden, verbittert, sozial isoliert. Da kann Neid in der Tat zum sogenannten Bilanzselbstmord führen“, sagte Haubl dem „Stern“ im Interview.

In Deutschland gärt der Neid besonders gut. Kaum jemand redet hier gern darüber, wie viel er verdient oder wie erfolgreich er oder sie ist. Unternehmer schon gar nicht. Sie werden sonst als raffgierige Kapitalisten, Ausbeuter, Halsabschneider tituliert.

Noch stärker kondensiert die Missgunst am Typus des Besserverdieners: Jenen Menschen, die dem Anschein nach viel Geld bekommen, aber wenig dafür tun. 43 Prozent aller Westdeutschen und 59 Prozent aller Ostdeutschen verbinden mit ihnen spontane Antipathie, hat das Allensbach Institut einmal ermittelt.

Des einen Freud ist dem Deutschen sein Neid.

Sprüche: Aphorismen und Zitate zum Neid

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Tatsächlich ranken sich um das Thema Neid zahlreiche Sprüche und auch unter anderem Namen ist neidisches Verhalten bekannt. Im Deutschen etwa werden die Begriffe Missgunst, Eifersucht und Arglist häufig als Synonyme benutzt, für den Neid auf Englisch gibt es die Synonyme envy, grudge und jealousy.

Aber auch viele Philosophen, Poeten und Prominente haben sich schon mit dem Neid beschäftigt. Entsprechend zahlreiche inspirierende Sprüche und Aphorismen finden sich dazu im Netz:

  • Neid sieht nur das Blumenbeet, aber nicht den Spaten. (Unbekannt)
  • Wie Rost das Eisen verzehrt, so frisst auch Neid die Seele auf. (Unbekannt)
  • Die Neider sterben wohl, doch niemals stirbt der Neid. (Jean-Baptiste Poquelin Molière)
  • Erfolg ist so ziemlich das letzte, was einem vergeben wird. (Truman Capote)
  • Neid ist sein eigener Folterknecht. (Unbekannt)
  • Neid ist der Schatten, den der Erfolg wirft. (Marylin Monroe)
  • Neid ist der Ärger über den Mangel an Gelegenheit zur Schadenfreude. (Unbekannt)
  • Die Anzahl unserer Neider bestätigt unsere Fähigkeiten. (Oscar Wilde)
  • What good is envy? It’s the one sin you can’t have any fun at. (Charles Munger)

Psychologie: Aus Neid schaden wir uns selbst

Noch so ein Neid-Spruch: Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Zuerst ist da dieser Stich in der Brust, der Hals schnürt sich zu, die Magensäfte brodeln bis die Galle auf der Zunge brennt und schließlich durchfährt den Neider die blanke Wut über eine tief empfundene Ungerechtigkeit.

Warum der – und nicht ich?

Viel zu oft verleitet die Missgunst zu allerlei irrationalen Handlungen. Sie kennen vielleicht das längst legendäre Experiment an der Harvard-Universität dazu. Damals wurden die Studenten gefragt, ob sie lieber…

  • (a) ein Jahreseinkommen von 100.000 Dollar haben wollen, während alle anderen 200.000 Dollar verdienen oder
  • (b) 50.000 verdienen wollen, wenn alle anderen nur 25.000 Dollar erhalten.

Die Mehrheit entschied sich für Variante (b).

Statt den eigenen Vorteil zu wählen, reicht die Einkommenskurrenz und der Neid auf Mehrverdiener aus, um irrationale Entscheidungen zu treffen und sich selbst schlechter zu stellen.

Neid im Job: Sind Frauen stutenbissig?

Extra-Tipp-IconLaut einer internationalen Untersuchung könnte es das Phänomen der sogenannten Stutenbissigkeit tatsächlich Geben. Die Wissenschaftler um Abraham Buunk formulieren das aber etwas vorsichtiger: „Sexuelle Konkurrenz hat im Job größeren Einfluss auf die weiblichen als auf die männlichen Kollegen.“

Die Gruppe von Forschern aus Spanien, den Niederlanden und Argentinien untersuchte zunächst wie sich Neid und Missgunst auf soziale Rivalitäten im Job auswirkten. Tatsächlich ließ sich feststellen, dass zunächst beide Geschlechter eifersüchtig auf Kollegen mit starken sozialen Kompetenzen waren. Oder weniger wissenschaftlich ausgedrückt: Wer bei den Kollegen gut ankommt, kommt bei anderen im Team plötzlich gar nicht mehr gut an.

Gleichzeitig registrierte das Forscherteam, dass Frauen besonders heftig darauf reagieren (vulgo: neidischer), wenn ihre Geschlechtsgenossinnen bei Männern gut ankamen. Vor allem dann, wenn es so etwas wie einen heimlichen Attraktivitätswettbewerb gab.

Das Ergebnis deckt sich zum Teil auch mit einer Meta-Studie von Daniel Balliet von der Universität Amsterdam. Danach tun sich Frauen eher schwer damit, mit anderen Frauen zusammen zu arbeiten – mit Männern dagegen klappt das ganz wunderbar.

Hier werteten die Forscher insgesamt 272 Studien aus, mit insgesamt mehr als 31.000 Probanden in 18 Ländern. Resultat: Wenn es um ein ernstes Problem ging, kooperierten beide Geschlechter jedes Mal bestens miteinander. In alltäglichen Einzelfällen aber konnten die Frauen in gemischten Teams besser mit Männern und auch die Männer besser mit Männern.

Neidisch? Nur auf Erreichbares!

Aber warum ist das so, warum nicht gönnen können? Warum schmeckt das Glück der anderen so bitter?

Genau betrachtet neidet wohl kaum jemand Milliardären wie Bill Gates oder Richard Branson ihren Reichtum und Wohlstand. Ebenso wenig neiden wir kaum dem Schauspieler seinen Applaus; keinem Helden den Ruhm; keinem König die Krone; keinem Scheich sein Öl.

  • Wir missgönnen aber dem Kollegen die Beförderung auf die wir selbst schon seit Jahren warten.
  • Wir missgönnen dem Nachbarn sein neues (größeres) Auto
  • dem Blogger die höheren Klickzahlen
  • dem Freund den attraktiveren Partner und die intelligenteren Kinder.

Der Grund: Sie stehen uns näher. Und deswegen sind sie auch eine latente Anklage an unser Ego, unseren Stolz und unser schlechtes Gewissen.

Nicht, weil es das Schicksal besser mit ihnen meinte, sondern weil sie womöglich Chancen ergriffen, die wir haben verstreichen lassen. Kurz: Das Objekt der Begierde muss ein erreichbares sein, damit wir den anderen darum beneiden.

Das ist aber zugleich die Chance des Neides.

Neid ist nicht nur schlecht, er schafft auch Wohlstand. Neid – in gesundem Maß – spornt an, beflügelt, fördert Innovation und Karrieren. Er ist nicht zuletzt die Wurzel des Wettbewerbs. Schon Aristoteles erkannte:

Die Ehrgeizigen haben mehr Neigung zum Neid als die, welche vom Ehrgeiz frei sind.

Ob Neid runterzieht oder die Motivation steigert, hängt davon von der eigenen Einstellung ab. Stufen wir den Erfolg des anderen als unerreichbar ein (Motto: „Das was er hat, kann ich eh nicht schaffen…“) folgt Unzufriedenheit oder das Gefühl, vom Schicksal ungerecht behandelt zu werden.

Sehen Sie den beneideten Erfolg hingegen als das Ergebnis von Anstrengung, harter Arbeit und Zielstrebigkeit, spornt der Neid an. Ihre Motivation wächst, Sie legen sich selbst mehr ins Zeug und arbeiten auf den beneideten Wunschzustand hin.

Schaffen Sie es, Ihre Neid in Bewunderung zu wandeln, steckt darin ein starker Antrieb.

Social Media steigern Neidgefühle

Neid Symptome Sprüche Tipps bekämpfen erkennenLaut Studien der Humboldt-Universität reicht heute schon vermehrter Facebook-Konsum, um eine Art Neidspirale auszulösen und immer unzufriedener zu werden.

Ergebnis der Befragung zu Gefühlen während und nach der Nutzung von Facebook:: Über ein Drittel der Befragten empfand vornehmlich negative Gefühle wie Frustration und Neid. Vor allem wer in sozialen Netzwerken selbst kaum aktiv kommunizierte, sondern eher Informationen konsumierte – also beispielsweise viele Posts von Freunden liest, sei davon betroffen.

Als wesentlichen Grund für den Frust machten die Forscher das tolle Leben der Facebook-Freunde aus. Das Leben der anderen – es sieht dort immer besser aus als das eigene.

Die vielen positiven, abwechslungsreichen und schillernden Bilder und Nachrichten in der eigenen Timeline und in den Profilen der vermeintlich mega-erfolgreichen Freunde lassen das eigene Leben ziemlich gewöhnlich bis langweilig aussehen.

Offline sei dieser soziale Vergleich viel schwieriger, die Informationen werden dort nicht so breit und nicht so massiert gestreut.

Paradoxerweise führen diese Neidgefühle dann zu einer noch ausgeprägteren Selbstpräsentation auf Facebook. Eine Art Überkompensation, die aber wiederum mehr Neidgefühle bei den Freunden hervorruft – ein klassischer Teufelskreis.

Neid bekämpfen: So wird aus Missgunst Bewunderung

Damit der Neid seine zerstörerische Kraft verliert, muss man ihn sich jedoch erst einmal eingestehen und lernen, gönnen zu können. Aber auch sich von übertriebenen Vergleichen mit anderen zu lösen.

Tabuisierung verschlimmert die Missgunst dagegen nur: Sie wird zum Schwelbrand, wenn nicht gar zum Backdraft.

Alle paar Jahre ein neues Auto, das neuste Handy oder anderen Elektroschnickschnack, um mit dem Nachbarn mitzuhalten – das setzt uns unter zerstörerischen Druck. Je zahlreicher solche Vergleichsoptionen, desto unerreichbarer werden sie – und desto unglücklicher und neidischer wird der Mensch.

Neid essen Seele auf.

Gleichzeitig sollte man die Mühen sehen, die hinter den meisten Erfolgen stecken. Wir beneiden die Freundin vielleicht um ihre Modelmaße und sehen ihre Traumfigur. Gleichzeitig übersehen wir, dass sie beim Essen auf vieles verzichtet und ihre freien Stunden im Fitnessstudio verbringt.

Hand aufs Herz: Wären Sie bereit, denselben Preis zu bezahlen, um auch zu besitzen, was der Kollege oder Nachbar hat?

Neid ist immer relativ, Erfolg dagegen absolut.

Er hängt von den eigenen Zielen ab – nicht vom Wohlstand anderer. Statt also in Besserverdienern, Bessergestellten und Besserkönnern Feinde zu sehen, wäre es klüger, ihre Erfolgsstrategien zu analysieren, zu lernen oder auch abzukupfern und diese Menschen um Rat zu fragen. Völlig neidlos.

Der falsche Gedanke hinter der Missgunst ist stattdessen eine fatale Nullsummenlogik: Mir kann es nur besser gehen, wenn es anderen schlechter geht. Oder wie der Philosoph Schopenhauer ebenfalls sagte:

Wir denken selten an das, was wir haben, sondern immer nur an das, was uns fehlt.

Wie dumm.

Neid loswerden: Tipps zum besseren Umgang mit Neid

Der Neid hat einen schlechten Ruf. Oftmals schämt man sich dafür, wenn man dem grünen Neidmonster Tür und Tor geöffnet hat. Wie Sie sich das Monster vom Leib halten:

  • Stehen Sie dazu

    Gestehen Sie sich selbst ein, dass Sie neidisch sind. Gehen Sie offensiv damit um, und quälen Sie sich nicht deswegen. Wenn Sie akzeptieren, dass Sie so empfinden und dass es ok ist dieses Gefühl zu haben, können Sie den Neid als Herausforderungen wahrnehmen.

  • Hinterfragen Sie das Gefühl

    Es sind nur selten die materiellen Güter, um die Sie Ihre Mitmenschen beneiden. Vielmehr ist es der Gedanke, dass Sie mit einem Leben, wie es beispielsweise Ihr Nachbar führt, viel zufriedener wären. Fragen Sie sich, wieso Sie der Meinung sind, dass Sie unter anderen Umständen glücklicher wären: Was ist in letzter Zeit auf der Strecke geblieben? Bereuen Sie es vielleicht anders als einer Ihrer Freunde nicht den Master gemacht zu haben und sind jetzt neidisch auf seinen Job? Das kritische Hinterfragen der eigenen Lebenssituation ist oft schmerzhaft und quälend, aber die Erkenntnis, dass etwas Entscheidendes in Ihrem Leben fehlt, kann Ihnen helfen, noch einmal einen völlig neuen Weg einzuschlagen.

  • Vermeiden Sie Missgunst

    Es ist in Ordnung sich etwas zu wünschen, was jemand anderes besitzt. Es kann Sie dazu motivieren bessere Leistungen zu erzielen. Hüten Sie sich allerdings vor dem aggressiven Wunsch, das Glück einer anderen Person zu zerstören. Das Unglück eines anderen wird Sie nicht glücklicher machen. Stellen Sie sich lieber der Herausforderung.

  • Sehen Sie genau hin

    Im Vergleichswahn tendieren manche dazu, nur die Erfolge ihres Gegenübers zu sehen. Dabei übersehen sie leicht, was jemand für seinen Erfolg opfern musste. Ihr Kollege erzählt von den aufregenden Orten, die er auf Geschäftsreisen besuchen durfte, und leitet wichtige Projekte. Aber von den vier Wochen eines Monats ist er mindestens zwei unterwegs. Und wenn er da ist, kommt und geht er als Letztes. Würden Sie immer noch gerne mit Ihm tauschen?

  • Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken

    Wer um seine eigenen Fähigkeiten und Vorzüge weiß und diese auch schätzt, ist weniger anfällig für Neid. Was fällt Ihnen leicht, das Ihren Kollegen schwer fällt? Wofür schätzt man Sie im Team? Wenn Sie darauf nicht auf Anhieb eine Antwort wissen, fragen Sie doch mal Ihre Familie und Ihre Freunde. Es wird Ihr Selbstwertgefühl ungemein stärken.

  • Seien Sie dankbar

    Dankbarkeit ist der beste und zugleich edelste Weg zu mehr Glück und Zufriedenheit. Ja sogar ein Schlüssel zum Erfolg. Das belegen sogar mehrere Studien.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
24. Mai 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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