Definition: Was bedeutet Rivalität im Job?
Rivalität im Job bezeichnet einen Wettbewerb unter Kollegen oder in Teams, bei dem jeder versucht, besser, erfolgreicher oder einflussreicher zu sein als der oder die andere. Ein gewisses Maß an Rivalität kann motivieren und zu besseren Leistungen anspornen. Problematisch wird sie jedoch, wenn aus übersteigerten Konkurrenzdenken Missgunst, Neid oder unfaires Verhalten bzw. gegenseitige Sabotage entstehen und die Zusammenarbeit leidet. Entscheidend ist, dass Konkurrenz im Beruf respektvoll bleibt und gemeinsame Ziele nicht aus den Augen verloren werden.
Eine Studie von Ulrich Mayr an der Universität von Oregon kommt zu dem Ergebnis, dass die Lust an Rivalität und Wettbewerb bis zum Alter von 50 Jahren steigt. Danach nimmt das kompetitive Denken deutlich ab. Die Studie bestätigte ebenfalls, dass Frauen tatsächlich weniger den Wettkampf suchen als Männer.
Was sind die Ursachen von zu viel Rivalität im Job?
Zu starke Rivalität im Job entsteht meist dann, wenn Kollegen das Gefühl haben, um begrenzte Ressourcen konkurrieren zu müssen. Dazu gehören etwa Beförderungen, Gehaltserhöhungen, attraktive Projekte oder die Anerkennung durch Vorgesetzte. Verstärkt wird der Konkurrenzkampf durch eine Unternehmenskultur, die ausschließlich Einzelleistungen belohnt und Mitarbeitende gegeneinander ausspielt. Auch unklare Rollen, fehlende Transparenz bei Entscheidungen oder Ungleichbehandlung können Rivalität fördern.
Hinzu kommen oft noch persönliche Faktoren wie eigene Unsicherheit, ein geringes Selbstwertgefühl, übertriebener Ehrgeiz, Perfektionismus oder genereller Neid auf den Erfolg anderer. Nicht zuletzt tragen hoher Leistungsdruck und wirtschaftliche Unsicherheit erheblich dazu bei, dass Kollegen einander eher als Konkurrenten statt als Teammitglieder wahrnehmen.
3 Formen von Neid
Art | Merkmale & Auswirkungen |
| Destruktiver Neid | Missgunst und der Wunsch, anderen zu schaden. Führt zu Intrigen, Konflikten und unfairem Verhalten. |
| Depressiver Neid | Lähmt das Selbstwertgefühl und fördert ständige Vergleiche. Erfolge anderer führen zu Frust und Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben. |
| Positiver Neid | Bewunderung statt Missgunst. Motiviert dazu, eigene Ziele zu erreichen und sich weiterzuentwickeln; birgt aber die Gefahr, andere kopieren zu wollen. |
Was sind die Folgen von Rivalität im Job?
Übermäßige Rivalität kann das Arbeitsklima erheblich belasten und sowohl die Leistung einzelner Mitarbeiter als auch den Erfolg des gesamten Unternehmens beeinträchtigen. Statt Zusammenarbeit entstehen Ellbogenmentalität, Misstrauen und Konflikte. Typische Folgen sind:
- Schlechtes Betriebsklima
Misstrauen, Spannungen und Konflikte vergiften die Arbeitsatmosphäre. - Weniger Teamarbeit
Informationen werden zurückgehalten (siehe: Silodenken), die gegenseitige Unterstützung nimmt ab. - Höherer Stress
Der ständige Vergleich mit anderen erhöht den Druck und führt zu Erschöpfung. - Sinkende Motivation
Ungerechter Wettbewerb frustriert und mindert die Arbeitszufriedenheit. - Mehr Fehler
Konkurrenzdenken beschleunigt Entscheidungen, die aber impulsiv und öfter falsch sind. - Intrigen und Mobbing
Rivalität kann in Gerüchte, Intrigen oder gar in Mobbing umschlagen. - Geringere Produktivität
Die Energie fließt hauptsächlich in Konkurrenzkämpfe statt in gemeinsame Ziele. - Weniger Innovation
Mitarbeiter teilen Ideen seltener – aus Angst, andere könnten davon profitieren. - Höhere Fluktuation
Ein vergiftetes Arbeitsklima erhöht die Kündigungsbereitschaft und senkt die Mitarbeiterbindung.
Frauen meiden Jobs mit viel Wettbewerb
Großes Konkurrenzdenken im Job schreckt Frauen ab. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Chicago. Die Teilnehmerinnen entschieden sich mehrheitlich für Jobangebote mit geringerer Konkurrenz. Insbesondere wenn das Gehalt von der Leistung im Vergleich zu anderen abhing, lehnten Bewerberinnen die Stelle häufiger ab als männliche Kandidaten.
Was kann ich gegen die Rivalität im Job tun?
Rivalität lässt sich nicht immer vermeiden – das ist aber auch nicht immer nötig. Entscheidend ist, dass die Konkurrenz nicht in Missgunst oder Machtkämpfe umschlägt. Mit diesen Strategien begegnen Sie der Rivalität professionell:
1. Konzentrieren Sie sich auf Ihre eigenen Ziele
Vergleichen Sie sich weniger mit Kollegen und richten Sie den Blick auf Ihre persönliche Entwicklung. Wer den eigenen Fortschritt misst, gerät seltener in ungesunde Konkurrenz.
2. Arbeiten Sie kooperativ statt gegeneinander
Teilen Sie Wissen, unterstützen Sie Kollegen und suchen Sie gemeinsame Lösungen. Kooperation stärkt das Vertrauen und macht aus Konkurrenten oft wertvolle Verbündete.
3. Kommunizieren Sie offen
Missverständnisse und unterschwellige Konflikte verstärken Rivalität. Sprechen Sie Probleme frühzeitig an und klären Sie unterschiedliche Erwartungen in einem sachlichen Gespräch.
4. Lassen Sie sich nicht provozieren
Manche Kollegen suchen bewusst den Wettbewerb oder wollen andere ausstechen. Reagieren Sie in dem Fall ruhig, professionell und konzentrieren Sie sich auf Ihre Arbeit, statt sich auf Machtspiele einzulassen.
5. Erkennen Sie die Stärken anderer an
Der Erfolg von Kollegen schmälert Ihren eigenen nicht! Wertschätzung und ehrliche Anerkennung fördern ein positives Arbeitsklima und reduzieren Neid.
6. Stärken Sie Ihr Selbstvertrauen
Wer von den eigenen Fähigkeiten überzeugt ist, empfindet Erfolge anderer seltener als Bedrohung. Investieren Sie in Ihre Weiterbildung und entwickeln Sie Ihre Stärken gezielt weiter.
7. Suchen Sie gemeinsame Erfolge
Wo immer möglich, sollten Sie Teamziele über Einzelinteressen stellen. Gemeinsame Erfolge stärken den Zusammenhalt und zeigen, dass Zusammenarbeit oft erfolgreicher ist als Rivalität im Job.
8. Ziehen Sie Grenzen bei unfairem Verhalten
Schlägt Konkurrenzdenken in Intrigen, Mobbing oder Sabotage um, sollten Sie dies nicht hinnehmen. Dokumentieren Sie Vorfälle, suchen Sie das Gespräch und wenden Sie sich bei Bedarf an Ihre Führungskraft oder die Personalabteilung.
Warum Sie Gönnen-Können weiterbringt
Hinter Rivalität steckt oftmals der Frust, dass andere Erfolge erzielen, die man sich selbst gewünscht hätte. Dabei zeigt der sog. Pygmalion-Effekt des Psychologen Robert Rosenthal: Wer anderen mehr zutraut und positive Erwartungen hat, fördert deren Leistung. Dieses Prinzip gilt auch im Berufsleben: Statt sich in Konkurrenzkämpfen aufzureiben, machen Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und Wertschätzung langfristig erfolgreicher. Kooperation schafft Synergien, während ständige Rivalität nur Energie kostet und den gemeinsamen Erfolg bremst.
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