Geschwister: Wie sie Ihre Karriere beeinflussen

Geschwister beeinflussen das Leben. Man wächst gemeinsam auf, teilt positive wie negative Erfahrungen und ist sich oftmals sehr ähnlich – in Aussehen und Persönlichkeit. Studien zeigen darüberhinaus aber auch: Geschwister beeinflussen die Karriere und den beruflichen Weg, sowie den Erfolg, den Sie im Job haben. Dabei geht es weniger um den Fakt, dass Sie Geschwister haben, als viel mehr darum, an welcher Stelle Sie in den Geburtenfolge Ihrer Familie stehen. Hinter diesem Zusammenhang verbirgt sich natürlich keine eiserne Regel, aber ein durchaus nachweisbarer Zusammenhang, der spannende und interessante Erkenntnisse liefert. Wir erklären, wie Geschwister sich auf Ihren beruflichen Erfolg auswirken können und was die Geburtenfolge über Ihre (voraussichtliche) Karriere aussagt…

Geschwister: Wie sie Ihre Karriere beeinflussen

Geschwister: Liegt der Erfolg in den Genen?

Eine These, die immer wieder aufgestellt wird, lautet: Erfolg liegt in den Genen und lässt sich in der Familie beobachten. Oder anders gesagt: Geschwister sind gleichermaßen erfolgreich und erreichen viel in ihrer Karriere. Wenn Ihr Bruder oder Ihre Schwester es sehr weit nach oben auf der Karriereleiter gebracht hat, wäre Ihr Weg dorthin also umso wahrscheinlicher. Einige Argumente scheinen diese Aussage durchaus zu unterstützen. Geschwister bringen ähnliche Voraussetzungen mit und haben untereinander eine Chancengleichheit.

Allerdings sind sich Experten sicher, dass Geschwister, die alle sehr erfolgreich sind, die Ausnahme und nicht die Regel sind. Natürlich gibt es diese Beispiele, die Klitschko-Brüder im Boxen, die Williams-Schwestern im Tennis, Jake und Maggie Gyllenhaal sind erfolgreiche Schauspieler und auch die Geschwister von Chris Hemsworth, Luke und Liam, haben es zu wichtigen Rollen als Schauspieler gebracht.

Daraus lässt sich aber keine Regelmäßigkeit ableiten. Viel häufiger ist bei mehreren Geschwistern nur einer wirklich herausstechend erfolgreich. Gene allein reichen für den Erfolg nicht aus, es spielen weitere Faktoren eine Rolle. Ambitionen, Motivation, Durchhaltevermögen, der individuelle Charakter und zuletze auch Glück beeinflussen, wie erfolgreich jemand wird.

Geschwister: Zu viele Vergleiche machen ängstlich statt erfolgreich

Geschwister Karriere Erfolg Erstgeborene erfolgreich Vergleich Bruder SchwesterUnter Geschwistern kommt es immer wieder zu vergleichen. Jeder geht seinen eigenen Weg, doch am Ende wird auch geschaut, wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen. Geschwister selbst betonen dabei gerne ihre Einzigartigkeit, indem sie herausstellen, was sie ausmacht und vom anderen unterscheidet. Kommen von außen und gerade von den Eltern Sätze wie In deinem Alter war dein Bruder bereits… oder Deine Schwester kann viel besser…, ist das alles andere als hilfreich.

Forscher konnten zeigen, dass Geschwister, die von ihren Eltern ständig miteinander verglichen werden, mehr Angst vor dem haben, was die Karriere möglicherweise bringen wird. Es wird ein enormer Druck erzeugt, besser und erfolgreicher zu sein als Bruder oder Schwester. Die Vergleiche durch die Eltern erwecken den Eindruck, deren Zuneigung würde davon abhängen, wer besser ist.

Eltern sollten sich deshalb möglichst zurückhalten und gleichermaßen alle Kinder unterstützen, anstatt die Konkurrenz durch Vergleiche anzufeuern. Sonst kann es soweit kommen, dass die Zufriedenheit von Menschen davon abhängt, eine wichtigere Position oder ein höheres Gehalt zu bekommen, als die Geschwister.

So können Geschwister Ihre Karriere beeinflussen

Wenn Sie ältere oder jüngere Geschwister haben, kann das einiges über Ihre Karriere – und auch über die Ihres Bruders oder Ihrer Schwester – aussagen. Zumindest wenn man einer amerikanischen Studie Glauben schenkt, für die 8.700 Arbeitnehmer befragt wurden. Die Frage hinter der Untersuchung: Gibt es erkennbare Unterschiede zwischen Geschwistern und hat die Geburtenfolge Einfluss auf den Verlauf der Karriere sowie den Erfolg?

Das Ergebnis: Ja, Geschwister beeinflussen die berufliche Laufbahn und ob Sie älter oder jünger als Ihre Brüder und Schwestern sind, kann einen großen Unterschied machen. Schauen Sie doch einfach selbst, ob die folgenden Erkenntnisse auf Sie und Ihre Geschwister zutreffen:

  • Geschwister: Erstgeborene sind erfolgreicher

    Ein unangenehmes Ergebnis für alle mit einem älteren Geschwisterteil: In der Studie zeigte sich erneut, was schon durch andere Arbeiten herausgefunden wurde. Ältere Brüder und Schwestern sind in der Regel erfolgreicher als ihre jüngeren Geschwister. Das zeigt sich gleich in mehreren Punkten. Zum einen liegt das durchschnittliche Gehalt von Erstgeborenen höher. Ein größerer Anteil der erstgeborenen Geschwister verdient über 100.000 Dollar im Jahr.

    Auch die Position, die in der Karriere erreicht wird, spiegelt den Erfolg wieder. Die ältesten Geschwister sind besonders häufig im Management zu finden, gehen in die Politik, schaffen es in Regierungskreise oder arbeiten erfolgreich in der Medizin oder als Ingenieure.

  • Geschwister: Mittlere Kinder sind besonders zufrieden

    Wer sowohl älteren als auch jüngere Geschwister hat, gilt als mittleres Kind. Diese kommen der Studie zufolge zwar nicht an den beruflichen Erfolg älterer Geschwister heran, haben aber den Vorteil, dass sie die größte Jobzufriedenheit haben. Sie brauchen nicht das höchste Jahresgehalt oder den Job mit der größten Verantwortung im Unternehmen, um glücklich mit dem zu sein, was sie tun. Tatsächlich verdienen sie meist am wenigsten, haben damit aber kein Problem.

    Außerdem zeigte die Studie, dass mittlere Kinde besonders häufig in Berufen arbeiten, die mit Pflege, Fürsorge oder Schutz anderer Menschen zu tun haben. Sie gehen besonders oft in die Pflegebranche, arbeiten bei Vollzugsbehörden oder der Feuerwehr.

  • Geschwister: Letztgeborene sind kreativ, aber unzufrieden

    Die Jüngsten in der Familie schlagen besonders häufig einen kreativen Karriereweg ein. Sie zieht es in Richtung Kunst oder Design. Aber auch als Programmierer und Informatiker im IT-Bereich sind die jüngsten Geschwister häufiger zu finden. Bei der Bezahlung landet diese Gruppe im Mittelfeld.

    Allerdings gaben die Nesthäkchen in der Studie besonders häufig an, tendenziell unzufrieden mit ihrer beruflichen Situation zu sein.

[Bildnachweis: SG SHOT by Shutterstock.com]
11. Mai 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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