Karriereweg
Wie ein Fingerabdruck gleicht auch lein Karriereweg dem anderen. Wo und was Sie studieren, bei wem Sie Ihre Ausbildung machen, welchen Arbeitgeber Sie sich aussuchen, wie lange Sie bei einem Unternehmen bleiben und für welche Laufbahn Sie sich im Laufe der Zeit entscheiden: All das sind sehr individuelle Entscheidungen, die Ihren Karriereweg prägen. So sollte jeder den Weg einschlagen, der zu ihm selbst passt - zumindest in der Theorie. In der Praxis sehen sich viele Arbeitnehmer jedoch in eine bestimmte Richtung gedrängt und haben das Gefühl, einem fremdbestimmten Ideal folgen zu müssen, das dazu noch in der heutigen Zeit überholt ist. Warum es wichtig ist, beim Karrierweg vor allem auf sich selbst zu hören...

Die falschen Vorstellungen vom Karriereweg

Über viele Jahre hinweg sah der Karriereweg in den meisten Lebensläufen äußerst eindimensional aus. Nach der Ausbildung wurde bei einem Unternehmen angeheuert und danach war der Karriereweg auf lange Zeit bereits bestimmt. Von Station zu Station ging es Schritt für Schritt auf der Karriereleiter immer weiter nach oben. Vom Azubi bis zur Führungskraft bei einem einzelnen Unternehmen.

Selbst wenn der Arbeitgeber in der Zwischenzeit gewechselt wurde, was das Ziel doch immer gleich: Mehr Verantwortung, in der Hierarchie aufsteigen - selbst zum Chef werden. Diese Einstellung hat sich in vielen Köpfen so fest eingenistet, dass Bewerber und Jobsuchende auch heute noch diesem vermeintlichen Ideal hinterherrennen. Das zeigt sich nicht darin, dass der gesamte Weg bei einem Unternehmen verbracht wird, sondern in der Angst und der Unsicherheit bei einem Jobwechsel.

Immer wieder kreisen die Gedanken darum, wie sich Arbeitgeberwechsel in der Bewerbung erklären lassen und ob damit die eigenen Chancen nicht gleich auf ein Minimum sinken. Die Antwort darauf ist ein klares Nein. Verschiedene Arbeitgeber oder auch Branchen sind längst kein Ausschlusskriterium für Mitarbeiter mehr. Die Arbeitswelt hat sich gewandelt und mit ihr das Verständnis dafür, wie ein Karriereweg aussieht.

Kaum eine Erwerbsbiographie kommt heute noch ohne diverse Jobwechsel aus. Das ist meist kein Zeichen, dass man nicht weiß, was man will oder nicht gut genug für die Position war. Arbeitnehmer verfolgen mit ihrem individuell gestalteten Karriereweg klare Ziele - und die müssen nicht immer nur der Weg in die Führungsetage eines Unternehmens sein.

Für viele ist beispielsweise die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Thema. Lässt sich dieser Wunsch beim aktuellen Arbeitgeber nicht umsetzen, kann ein gezielter Jobwechsel ein passender Weg sein. Gleiches gilt für ein Aufgabenfeld, dass besser zum eigenen Profil passt oder mehr Herausforderungen bietet.

Im Kern geht es darum, dass der Karriereweg immer auf die eigene Situation zugeschnitten werden sollte. Damit werden nicht nur Sie selbst zufriedener, sondern auch Ihre Bewerbungen fallen überzeugender aus, weil Sie stichhaltige und authentische Argumente liefern können.

Karriereweg: Nicht jeder will an die Spitze

Karriereweg Führungskraft Fachkraft JobwechselZum Vorgesetzten aufsteigen, Führungskraft werden oder es in Management schaffen. Das scheint immer noch das ultimative Karriereziel zu sein. Wer das nicht schafft, scheint entweder nicht genügend Talent zu besitzen oder an mangelndem Ehrgeiz zu leiden.

In vielen Fällen ist der Grund jedoch ein ganz anderer: Nicht jeder will an die Spitze, auch wenn das für manche schwer nachvollziehbar ist. Die Verantwortung für eine Abteilung oder ein ganzes Unternehmen zu tragen ist nicht für jeden das Richtige.

Und es wäre gänzlich falsch anzunehmen, dass eine Beförderung in höhere Positionen immer der beste Karriereweg ist. Gut in seiner jetzigen Position zu sein, bedeutet noch lange nicht, dass man auch automatisch ein guter Vorgesetzter wäre oder in dieser Position glücklich werden würde.

Leider muss sich dieses Verständnis in vielen Köpfen erst noch verbreiten, denn wer nicht selbst Chef werden will, muss sich dafür meist rechtfertigen und stößt auf Unverständnis oder Kritik für seine Entscheidung.

Karriereweg: Diese Möglichkeiten stehen Ihnen offen

Ob nun langjährige und loyale Laufbahn bei einem einzelnen Unternehmen oder Mosaik-Lebenslauf mit den verschiedensten Stationen, bei denen Sie alle paar Jahre gewechselt haben: Sie haben viele Möglichkeiten, um Ihren Karriereweg nach Ihren Vorstellungen und Bedürfnissen zu gestalten. Das gilt nicht nur für die Wahl und Wechsel von Arbeitgebern, sondern auch für die Entwicklung, die Sie mit der Zeit machen wollen.

Als Inspiration haben wir einige Alternativen, wie ein Karriereweg aussehen kann:

  • Karriereweg als Führungskraft

    Nicht jeder ist zur Führungskraft geeignet, doch das bedeutet nicht, dass es nicht vielleicht genau das Richtige für Sie persönlich ist. Wenn Sie sich mehr Verantwortung wünschen, gerne nicht nur an der Ausführung, sondern auch an der Organisation beteiligt sind und darüber hinaus in der Lage sind, andere zu motivieren, aber auch zu kritisieren, kann Ihr Karriereweg Sie in die Führungsetage führen.


  • Karriereweg als Fachkraft

    Sie lieben Ihre Arbeit für genau das, was Sie tun. Ihre Aufgaben füllen Sie aus, Sie entwickeln sich mehr und mehr zum Experten auf Ihrem Gebiet und an einer Führungsrolle sind Sie eigentlich gar nicht interessiert? Dann sollten Sie den Karriereweg einer Fachkraft ins Auge fassen. Hier geht es eben nicht darum, einfach nur immer weiter aufzusteigen, sondern sich durch seine Fähigkeiten in einem bestimmten Gebiet für Unternehmen unentbehrlich zu machen.


  • Karriereweg in der Wissenschaft

    Neben dem Karriereweg auf dem klassischen Arbeitsmarkt können Sie sich auch in der Wissenschaft arbeiten und beispielsweise nach dem Abschluss Ihres Studiums als wissenschaftlicher Mitarbeiter weiter an der Universität bleiben. Auf diesem Karriereweg sollten Sie vor allem ein großes Interesse an der Forschung mitbringen.
    Kritik gibt es allerdings oftmals an der Bezahlung und den befristeten Verträgen.


  • Karrierweg als Quereinsteiger

    Nach einigen Jahren festzustellen, dass man im falschen Beruf feststeckt, muss nicht gleich das Ende des Karrierewegs sein. Auch als Quereinsteiger stehen Ihnen noch viele Optionen offen. Besonders wichtig ist in diesem Fall Ihre Motivation, um den Wechsel in einen anderen Job zu begründen. Warum haben Sie sich genau diesen neuen Beruf ausgesucht, was erhoffen Sie sich davon und wie profitiert auch der Arbeitgeber von Ihren Erfahrungen?

[Bildnachweis: mimagephotography by Shutterstock.com]

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