Karrierechancen: Wie sie erkannt werden

Bestenfalls durchschnittliche Noten lassen viele Personaler vermuten, dass das Engagement des Bewerbers auch eher durchschnittlich ist. Daher scheint klar: Wer jahrelang auf einen guten Abschluss hingearbeitet hat, besitzt den Ehrgeiz voranzukommen. Nur wie sieht dieses Vorankommen aus, wenn das gewählte Unternehmen gar keine Karrierechancen bietet? Beruflich eher mager. Arbeitnehmer haben daher ein Interesse daran zu erkennen, ob es in dem Unternehmen für sie noch eine Zukunft gibt oder nicht. Der berufliche Aufstieg hängt allerdings noch von vielen anderen Faktoren ab…

Karrierechancen: Wie sie erkannt werden

Karrierechancen Definition: Anderen einfach davonfahren

Karrierechancen Duden Definition englisch top focus moneyStudien zeigen, dass gerade ein glatter Einstieg wichtig für Karrierechancen und damit für die spätere Entwicklung der Karriere ist. Aber was genau versteht man eigentlich unter Karrierechancen, was ist Karriere?

Der Duden bezeichnet als Karriere die weitverbreitete Auffassung vom erfolgreichen Aufstieg im Beruf. Karrierechancen (englisch: career opportunities) wäre demnach die Möglichkeit zu so einem Aufstieg.

Der Begriff Karriere leitet sich vom französischen Wort carrière ab und geht seinerseits wiederum von Lateinisch carrus, Wagen, ab. Dem Wortsinn nach wird mit Karriere eigentlich eine Fahrstraße bezeichnet. Genau genommen wird damit jegliche Art Laufbahn beschrieben, ohne dass eine konkrete Entwicklung damit verbunden wäre.

Die meisten Menschen verbinden mit Karriere einen beruflichen Aufstieg, der sich finanziell niederschlägt und dazu führt, dass ein Arbeitnehmer ein stärkeres gesellschaftliches Ansehen genießt. Vielen ist es daher wichtig, ihre Karrierechancen zu erkennen und zu ergreifen.

Top Karrierechancen durch Top Arbeitgeber

Woran macht man fest, ob es gute Karrierechancen gibt? Zunächst einmal hängt das von Ihrer persönlichen Definition von Karriere ab. Soll es steil hinauf gehen, geht es Ihnen um Ihre persönlichen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten oder vielleicht eine Mischung aus beidem?

Viele Bewerber versuchen sich anhand von Rankings zu orientieren. Der Gedanke dahinter: Wer als bester Arbeitgeber dort auftaucht, kann keine schlechte Wahl sein.

Seit Jahren werden die Top Karrierechancen durch Focus Money und Kununu in einer Befragung ermittelt. Dafür werden mehr als 100.000 Bewertungen von Unternehmen auf der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu ausgewertet.

Das Ergebnis liest sich auch für 2018 wie das Who’s who der mächtigsten Konzerne in Deutschland:

  • Platz 1: Adidas
  • Platz 2: Google
  • Platz 3: Bayer
  • Platz 4: BMW
  • Platz 5: Daimler

Allein unter den ersten zehn Plätzen sind drei Automobilkonzerne vertreten. Aber wie funktioniert diese Bewertung? Erstens muss jeder Arbeitgeber von sich aus aktiv am Wettbewerb teilnehmen, zweitens ist die Teilnahme kostenpflichtig.

Abgesehen davon, dass die Objektivität also durchaus fraglich ist, sollten Bewerber mal gucken, was bewertet wurde. Karrierechancen spielen in einem Unternehmen eine Rolle. Sie sind aber nicht allein ausschlaggebend für eine gute Platzierung.

Bewertet werden stattdessen Kriterien wie:

Selbst auf den ersten Blick so marginale Aspekte wie die Büroeinrichtung spielen für Arbeitnehmer eine Rolle bei der Frage, ob ein Unternehmen zu ihnen passt oder nicht.

Gute Karrierechancen dank Fachkräftemangels

Nicht wenige Schüler entscheiden sich nach dem Abitur für ein Studium. Das und die Tatsache, dass die geburtenstarken Jahrgänge zurückliegen, führt dazu, dass Jahr für Jahr zehntausende Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Der Hochschulabschluss scheint vielen attraktiver, da sie sich größere Karrierechancen dort ausrechnen.

Dabei bietet das duale Ausbildungssystem in Deutschland ebenfalls gute Karrierechancen – man muss sie nur erkennen.

Dazu gehört ganz unabhängig von irgendwelchen Trends die Tatsache, dass eine Ausbildung theoretisches Wissen und praktische Anwendbarkeit vermittelt. Gerade für Menschen, die sich nicht so gut selbst motivieren können und denen das Selbststudium nicht so sehr liegt, ist die Abwechslung zwischen Theorie und Praxis ideal.

Im Gegensatz zu vielen Studienfächern gibt es keinen Numerus Clausus, wenngleich Arbeitgeber natürlich nicht völlig anspruchslos jeden Bewerber nehmen. Ungeachtet dessen gibt es Ausbildungen, die auch Hauptschülern ohne Schulabschluss offen stehen. Und hier ist längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

War früher der Meister nur mit langjähriger Berufserfahrung möglich, kann er heutzutage direkt im Anschluss an die Ausbildung begonnen werden. Die Aufstiegschancen im Handwerk haben sich bezüglich der Fortbildung also definitiv verbessert.

Ebenfalls gute Karrierechancen gibt es im Pflege- und Gesundheitsbereich, da hier händeringend Personal gesucht wird. Selbst wenn Berufsanfänger nach der Ausbildung erkennen, dass die Arbeit auf der Station beziehungsweise direkt am Patienten ihnen nicht liegt, sind Weiterbildungen möglich.

Die führen entweder zu einer Qualifizierung für Fach- und Führungsaufgaben auf der Station oder für leitende Aufgaben in der Gesundheitswirtschaft. Letzteres ist meistens mit einem Hochschulstudium im Bereich Pflegemanagement, Gesundheitsökonomie oder Qualitätsentwicklung im Gesundheitswesen verbunden.

Karrierechancen ergreifen: Vorab Selbstreflexion und Information

Deutschland, das Land der unbegrenzten Karrierechancen? Fakt ist, Arbeitnehmer haben im Vergleich zu vielen anderen Ländern hier gute Möglichkeiten. Das fängt mit der kostenlosen Schulbildung an und geht mit der freien Berufswahl weiter. Was vielen selbstverständlich erscheint, ist eine demokratische Errungenschaft.

Befristeten Arbeitsverträgen zum Trotz ist der Arbeitsmarkt gegenwärtig hierzulande ideal. Dennoch sagt es sich so leicht dahin, man müsse die Karrierechancen nur ergreifen. Denn am Anfang steht die Selbstreflexion:

  • Wo will ich überhaupt hin?
  • Will ich beruflich Karriere machen?
  • Liegt mein Schwerpunkt eher auf dem familiären Bereich?
  • Will ich Verantwortung übernehmen?
  • Sollen die Tätigkeiten abwechslungsreich sein?

Die Vorstellungen von Karriere sind höchst unterschiedlich – nicht jeden packt der Ehrgeiz für eine Führungsposition, manche scheuen die Verantwortung, andere arbeiten lieber für sich im Hintergrund und wiederum andere sind regelrechte Rampensäue. Und dann wäre noch die Frage nach der Arbeitsdauer:

Wer großen Wert auf Sicherheit legt, sollte sich einen krisensicheren Job suchen, bei dem in nächster Zukunft nicht davon auszugehen ist, dass er der Digitalisierung zum Opfer fällt.

Neben den persönlichen Zielen sollte jeder Bewerber sich also ausgiebig erkundigen, welche Karrierechancen eine Branche bietet und inwieweit die mit den eigenen Wünschen in Einklang stehen.

Karrierechancen im Unternehmen: Am besten mit Unterstützung

Um möglichst viele Karrierechancen wirklich zu erkennen, sind Sie auf die Unterstützung von anderen angewiesen. Das kann abgesehen von einem gut funktionierenden Netzwerk ebenso Ihr Unidozent oder Ausbilder sein, der Sie mit Tipps versorgt.

Oder im Unternehmen ist es Ihr Vorgesetzter, der im Feedbackgespräch mit Ihnen die weiteren Karriereschritte plant. Kollegen, die Ihnen von interessanten Tätigkeiten berichten. In anderen Fällen verfügen Unternehmen bereits über Mentorenprogramme, in denen Sie einen Mentor zur Seite gestellt bekommen, der Sie an seiner Erfahrung teilhaben lässt und mit Tipps unterstützt.

Manch ein Arbeitnehmer fürchtet automatisch den Stillstand oder gar Rückschritt im Unternehmen, wenn ein neuer Vorgesetzter kommt. Wie der alte Chef tickte, wusste man, nun gilt es einzuschätzen, welche Vorstellungen der neue Chef mit sich bringt.

Wer beispielsweise als Vorstandsassistent dem alten Vorstand unterstützend zur Seite stand, fürchtet nun durch den Chefwechsel um seinen Job, denn die Assistenten des ehemaligen Vorstands werden nicht automatisch übernommen. Hier ist es wichtig, dass Sie sich zuvor mit eigenen Projekten profiliert und Kontakte geknüpft haben.

Karrierechancen durch Wechsel

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Egal wie gut Sie sich selbst informiert haben – irgendeine Kleinigkeit übersieht man häufig doch. Niemand kann überall seine Augen haben. Das brauchen Sie aber auch nicht. Was Sie hingegen brauchen, ist ein Netzwerk.

Wer es noch nicht hat, sollte anfangen sich ein Netzwerk aufzubauen. Das ist zu jeder Zeit möglich und kann später ein wichtiger Türöffner werden. Karrierechancen ergeben sich längst nicht nur im eigenen Unternehmen.

Ebenso möglich ist, dass Sie durch einen Bekannten von einer interessanten Vakanz in derselben Branche erfahren – ohne, dass Sie danach gesucht hätten. Und immerhin ist durch einen Jobwechsel ein höheres Gehalt möglich, nicht selten bis zu fünf Prozent mehr.

Wer allerdings im Rahmen eines Jobwechsels seine Karriere vorantreiben will, sollte aufpassen: Hinter häufigen Wechseln verbirgt sich längst nicht automatisch eine Karrierechance. Im Gegenteil; kommt der Verdacht des Jobhoppings auf, wird schnell mangelnde Teamfähigkeit vermutet.

Dem haftet etwas Unstetes an – kein Arbeitgeber möchte den Eindruck haben, dass er lediglich als Sprungbrett missbraucht wird. Zumal es aus Unternehmenssicht gilt, die Investitionen aus der Einarbeitungsphase wieder herauszuholen und sich weiterzuentwickeln.

Der Stellenwechsel sollte daher nicht im blinden Aktionismus erfolgen, sondern nach gründlicher Sondierung der Lage – sowohl, was die eigenen Fähigkeiten und Qualifikationen anbelangt, als auch die Nachfrage und Karrierechancen in der Branche:

Stellt sich am Ende heraus, dass mit der neuen Stelle nichts gewonnen wurde, weil die Bedingungen schlechter sind als im Vorstellungsgespräch angepriesen, ist der Frust groß. Was Ihnen hingegen immer bleibt, sind die eigenen Weiterbildungsmöglichkeiten.

Bietet das derzeitige Unternehmen vielleicht keine Karrierechancen, aber Sie fühlen sich dort gut aufgehoben, denn Sie schätzen das Gehalt und das Team, dann können Sie Ihre beruflichen Perspektiven immer noch durch ein Fernstudium oder durch Fort- beziehungsweise Weiterbildungen qualifizieren.

[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]
2. März 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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