Karriereziele: Was wollen Sie erreichen?

Wissen Sie, wie Ihre Karriereziele aussehen? Eine auf den ersten Blick vergleichsweise simple Frage. Jeder sollte schließlich wissen, wohin die berufliche Reisen gehen soll und wie die Entwicklung in den nächsten Jahren im Idealfall aussehen würde. Spätestens bei den Antworten zeigt sich jedoch schnell, dass die Frage viel schwieriger zu sein scheint. Wenn überhaupt gibt es meist nur vage Vorstellungen, oftmals auch einfach nur nachdenkliches Schweigen. Viele Arbeitnehmer haben sich noch nie wirklich mit ihren Karrierezielen auseinandergesetzt. Ein Fehler, denn damit vergeben Sie die Chance, Ihren Werdegang gezielt in die gewünschte Richtung zu lenken. Wir erklären, warum Sie sich Karriereziele setzen sollten, wie diese aussehen können und warum es dabei nicht immer nur darum geht, möglichst schnell nach oben zu kommen und erfolgreicher zu sein…

Karriereziele: Was wollen Sie erreichen?

Warum Sie Karriereziele haben sollten

Wer kein Ziel hat, läuft planlos umher, schaut mal hier hin und mal dort hin, schlägt viele unnötige Bögen, verläuft sich und kommt am Ende nirgendwo an. Was auf Reisen oder bei Spaziergängen vielleicht noch ganz schön sein kann oder als Abenteuer durchgeht, ist für den beruflichen Werdegang mit großer Vorsicht zu genießen.

Jeder sollte Karriereziele haben. Das ist leicht so allgemein gesagt, doch es zeigt sich auch in der Praxis immer wieder. Fehlt das Karriereziel, gibt es keine Vision, auf die hingearbeitet werden kann und bleiben Perspektiven aus, beginnt die Stagnation. Wenn es nichts zu erreichen gilt, gibt es auch keinen Antrieb. Die Entwicklung wird immer langsamer, bis sie nach einiger Zeit gänzlich zum Stillstand kommt.

Anfangs noch motiviert, wird die Situation einfach mehr und mehr akzeptiert. Man findet sich ab, redet sich die Situation schön und beschließt, dass alles ganz gut ist, so wie es ist. Ist es aber nicht. Wer kann von sich schon vollkommen ehrlich behaupten, dass es absolut kein einziges Ziel mehr gibt? Es mag vielleicht ganz schön sein, sich einer solchen Wunschvorstellung hinzugeben, doch in einer solch perfekten Welt, in der alles absolut ideal ist, lebt niemand.

Irgendwo drückt der Schuh immer. Bei dem einen mehr, beim anderen weniger. Doch Karriereziele hat jeder. Was fehlt, ist der Wille sich damit zu beschäftigen. Der Grund: Ziele zu haben bedeutet immer auch, sich kritisch mit der aktuellen Lage auseinanderzusetzen. Schluss mit rosaroter Brille, Zeit Tacheles zu reden und sich selbst einzugestehen, welche Aspekte stören und wo Sie sich eine Veränderung wünschen, auch wenn diese schwer fallen mag.

Durch Ihre Karriereziele bleiben Sie in Bewegung, Sie reflektieren und sind auf der Suche nach Verbesserung. Ohne Karriereziel sind Sie bestenfalls in einer Traumblase, die früher oder später zerplatzt, wenn Sie feststellen, dass die berufliche Situation alles andere als zufrieden macht.

Finden Sie Ihre persönlichen Karriereziele

Eine wichtige Klarstellung: Karriereziele lassen sich nicht einfach übernehmen und sind auch nicht allgemeingültig. Versuchen Sie daher bitte nicht, es einfach allen anderen nachzumachen. Motto: Ich möchte erfolgreich sein, mehr Geld verdienen und im Job mehr Verantwortung tragen. Das wollen schließlich alle anderen auch, also muss es ja gut sein…

Karriereziele können nur dann funktionieren und Sie motivieren, wenn sie individuell sind. Natürlich spricht nichts dagegen, sich inspirieren zu lassen, andere vielleicht nach ihrer Meinung zu fragen oder sich anzusehen, was andere für sich verändert haben, um persönliche Ziele zu erreichen. Am Ende muss die Entscheidung aber immer von Ihnen selbst kommen.

Lassen Sie sich nichts einreden und versuchen Sie auch nicht, Ihre Karriereziele nur danach zu wählen, was andere möglicherweise von Ihnen erwarten. Ja, in der Gesellschaft ist es vielleicht immer noch ein weit verbreitetes Denkmuster, dass nach einigen Jahren der berufliche Aufstieg ansteht, eine Führungsposition übernommen wird, bei der mehr Geld und größeres Ansehen verdient wird. Doch vielleicht ist dieser Weg für Sie gänzlich falsch, da Sie sich etwas anderes erhoffen und andere Prioritäten setzen.

Verschiedene Arten von Karrierezielen

Verschiedene Arten von KarrierezielenKarriereziele sind nicht nur individuell, sie können darüberhinaus auch ungemein vielfältig sein und in den unterschiedlichsten Varianten vorkommen. Die erste Unterscheidung sollten Sie dabei in Bezug auf den zeitlichen Rahmen treffen. So gibt es kurzfristige, aber auf der anderen Seite auch sehr langfristige Karriereziele, die sich vielleicht erst innerhalb von mehreren Jahren umsetzen lassen. Eine klare Abgrenzung dieser beiden Bereiche ist sehr wichtig, damit Sie nicht frustriert sind, wenn Veränderungen, die einfach deutlich mehr Zeit brauchen, nicht innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen umgesetzt werden können.

Karriereziele lassen sich aber auch nach deren Inhalt in unterschiedliche Bereiche einteilen:

  • Berufliche Veränderung

    Beruflicher Aufstieg, eine gute Bezahlung, ein neuer Job, andere Aufgaben, mehr (oder auch weniger) Verantwortung. Viele Karriereziele beschäftigen sich mit der Wunschvorstellung des Arbeitsverhältnisses und den ersehnten Arbeitsbedingungen.

  • Persönliche Entwicklung

    Ein Karriereziel bedeutet nicht nur, dass sich der Beruf selbst verändert. Auch persönliche Entwicklungen sind ein sehr wichtiges Karriereziel und sollten nicht vergessen oder unterschätzt werden. Zu dieser Kategorie gehören vor allem Eigenschaften und Charakterzüge, die Sie sich aneignen wollen oder denen Sie in Zukunft größere Aufmerksamkeit widmen wollen.

  • Fachliche Weiterbildung

    Schon der Volksmund weiß: Man lernt nie aus… Das gilt auch für den Job und so beschäftigen sich viele Karriereziele mit der fachlichen Qualifikation. Das können beispielsweise bessere Kenntnisse der für Ihren Job relevanten Computersoftware sein, aber auch Weiterbildungen in anderen Bereichen.

  • Produktivität

    Einige Karriereziele beziehen sich ganz konkret auf die tägliche Arbeit und sollen dabei helfen, die Aufgaben besser und schneller zu erledigen. So kann es beispielsweise ein Ziel sein, ein besseres Zeitmanagement zu entwickeln, um Deadlines leichter und mit weniger Stress einhalten zu können.

Zu Ihrer Orientierung und Inspiration haben wir noch einige weitere Beispiele von Karrierezielen aufgelistet:

  • Bessere Bezahlung
  • Mehr berufliche Kontakte knüpfen und ein Netzwerk aufbauen
  • Mehr Verantwortung
  • Regelmäßige Pausen einhalten
  • Bessere Work-Life-Balance
  • Respekt von Kollegen und Vorgesetzten
  • Lernen, besser mit Kritik umzugehen
  • IT-Kenntnisse verbessern
  • Mehr Durchsetzungsvermögen entwickeln
  • Ein Blog starten
  • Bei einem namhaften Unternehmen anheuern
  • Führungsqualitäten und -fähigkeiten ausbauen
  • Umschulung für einen anderen Beruf
  • Fortbildung zum…
  • Ein eigenes Unternehmen gründen
  • Aufstieg in der Unternehmenshierarchie
  • Jobwechsel
  • Bessere Organisation am Arbeitsplatz
  • Mehr Zeit für die Familie

Karriereziele: Es muss nicht immer nur mehr sein

Beim diesem Thema sollten Sie einen schwerwiegenden Fehler unbedingt vermeiden: Setzen Sie Karriereziele nicht mit Selbstoptimierung im Sinne von höher, schneller, weiter gleich. Sich ein persönliches Karriereziel zu setzen, muss noch lange nicht bedeuten, dass es immer weiter nach oben geht. Mehr Arbeit, höhere Position, mehr Geld und Verantwortung sind für einige zwar erstrebenswert und können für manche einen Teil der Karriereziele ausmachen, sollten aber nicht der einzige Fokus sein.

Ein Karriereziel kann es eben auch sein, glücklicher und zufriedener mit der beruflichen Situation zu sein – und das kann auch bedeuten, weniger zu machen, einen Schritt kürzer zu treten und mehr Zeit für andere Dinge zu haben. Das sehen viele Deutsche genauso, so das Ergebnis der Befragung „Karriereziele 2017“ der ManPowerGroup Deutschland.

Die Umfrageleiter wollten herausfinden, was die Deutschen sich für das Jahr 2017 beruflich vorgenommen haben. Das Ergebnis: Keine Rede von mehr Erfolg. Stattdessen haben die meisten Deutschen sich vorgenommen, es beruflich ein wenig ruhiger angehen zu lassen und zu Hause vom Stress besser abzuschalten. Hier die Top 10 der häufigsten Antworten für das Karriereziel 2017:

  • Nach Feierabend besser abschalten
  • Die Arbeit lockerer sehen
  • Effizienter Arbeiten
  • Eigene Kompetenzen selbstbewusster präsentieren
  • Bei einem anderen Arbeitgeber bewerben
  • Weiterbildungen neben dem Job machen
  • Networking betreiben und Kontakte knüpfen
  • Insgesamt weniger Arbeiten, um mehr Freizeit zu haben
  • Größeres Engagement im Job zeigen
  • Eine Beförderung anstreben

Karriereziele definieren: Einfache Schritte

Zu guter Letzt geht es noch darum, wie sich Karriereziele definieren lassen. Glücklicherweise ist das gar nicht so schwer, wie oftmals fälschlicherweise angenommen wird. Diese drei einfachen Schritte können Ihnen dabei helfen, Ihr Karriereziel zu finden, es zu definieren und mit der Umsetzung zu beginnen:

  • Ist-Zustand analysieren

    Jedes Karriereziel beginnt mit einer gründlichen Analyse Ihrer aktuellen Situation und Lage. Wo befinden Sie sich? Was machen Sie? Wofür sind Sie zuständig? Wie fühlen Sie sich dabei? Sind Sie ausgelastet oder ist noch Luft nach oben? Welche Bereiche machen Spaß, welche bereiten Ihnen Sorgen oder Kopfschmerzen?

    Der Ist-Zustand sollte dabei sowohl sachlich, aber gleichzeitig auch kritisch betrachtet werden. Versuchen Sie nicht, irgendetwas zu beschönigen oder unangenehmes auszulassen. Wenn Sie sich an dieser Stelle selbst belügen, stimmt das Karriereziel am Ende nicht und Sie laufen in eine völlig falsche Richtung.


  • Soll-Zustand erstellen

    In einem zweiten Schritt wird das eigentliche Karriereziel entwickelt. Hier geht es um all die Veränderungen, die Sie sich für sich und Ihre berufliche Laufbahn wünschen. Fragen Sie sich ganz ehrlich, was Sie am liebsten ändern würden. Sind Sie unzufrieden, weil Sie zu wenig Anerkennung für Ihre Arbeit erhalten? Sind Sie über- oder unterfordert? Sind Sie zufrieden mit Ihrem Chef und dem Arbeitgeber insgesamt?

    Entwickeln Sie einen Soll-Zustand, der all das beinhaltet, was Sie sich von Ihrem Beruf erwarten – und auch, was Sie sich von sich selbst erwarten. Mit diesem Idealbild im Kopf, können Sie einzelne Karriereziele ableiten.


  • Plan aufstellen

    Wenn Sie wissen, wohin die Reise und Ihre berufliche Entwicklung gehen soll, sollten Sie sich einen möglichst konkreten Plan machen, wie Sie die Karriereziele auch wirklich in die Tat umsetzen können. Das Wissen um die eigenen Ziele ist der wichtige Anfang, doch graue Theorie bringt Sie in diesem Punkt auch nicht weiter.

    Überlegen Sie sich, was genau Sie verändern müssen, um Ihren Karrierezielen Schritt für Schritt näher zu kommen. Das kann beispielsweise bedeuten, dass Sie anfangen, sich nach Stellenangeboten umzusehen oder selbstbewusst dafür einstehen, dass Sie eine berufliche Veränderung wollen.

[Bildnachweis: Masson by Shutterstock.com]
5. Mai 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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