Karriereleiter: 11 ungewöhnliche Ratschläge

Unser ganzes Leben werden wir von Ratschlägen begleitet. Erst von den Eltern, dann von Freunden und Kollegen. Es ist gut gemeinter Rat, der uns dabei helfen soll, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Was soll ich studieren? Welchen Beruf soll ich ergreifen? Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich nach Orientierung sehnt, nach einem Punkt, an dem er sich festhalten und sein Leben danach ausrichten kann. Das gilt auch fürs Berufsleben. Wir geben Ihnen elf ungewöhnliche Ratschläge

Karriereleiter: 11 ungewöhnliche Ratschläge

Das Problem an guten Ratschlägen

Gute Ratschläge sind ehrlich und oftmals auch schmerzhaft. Nicht umsonst heißt es „Ratschläge sind auch Schläge“. Das stimmt deswegen, weil diese einem Fehler vor Augen führen, bewusst machen, dass man gerade auf dem falschen Weg ist oder sich verrannt hat. Solche Erkenntnisse greifen das Selbstbewusstsein an.

Das Problem an guten Ratschlägen ist, dass man sie in der Regel nicht hören will, denn nicht selten stellen sie das eigene Handeln in Frage. Um einen Rat annehmen zu können, muss dieser von der richtigen Person kommen und man muss darum gebeten haben. Unerwünschte Ratschläge stoßen bei den meisten auf taube Ohren. Wenn einem beispielsweise ein Kollege bei der Arbeit über die Schulter schaut und dann Ratschläge gibt, wie man es besser machen kann, reagieren die meisten verärgert. „Dieser Besserwisser!“ – ist dann der erste Gedanke. Automatisch fühlt man sich angegriffen. Ganz anders sieht es hingegen aus, wenn man sich hilfesuchend an den Kollegen wendet.

Doch ein guter Rat zum richtigen Zeitpunkt kann sehr wertvoll sein, ob im Job oder im Privatleben. Die Frage ist, ob man bereit ist, ihn zu hören.

Guter Rat: Sind Sie bereit?

Wie macht man Karriere? – diese Frage stellen sich viele Arbeitnehmer im Laufe ihres Berufslebens. Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Das hängt von der Persönlichkeit des Arbeitnehmers ab, von dem Unternehmen, für das er arbeitet und von der Branche, in der er tätig ist. Und dennoch haben wir Ratschläge, die Ihnen den Weg erleichtern können:

  1. Ihre Arbeitshaltung ist genauso wichtig, wie Ihre Arbeit

    Wer auch in der Lage ist kleine, lästige und langweilige Aufgaben mit Begeisterung zu erledigen, beweist damit eine positive Arbeitseinstellung. Sie heben sich auf diese Weise von den ganzen Nörglern ab, die sich zu schade dafür sind, wirklich anzupacken.

  2. Wer viel beschäftigt ist, ist nicht automatisch Leistungsträger

    Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Sie, nur weil Sie morgens als erstes ins Büro kommen und abends als letztes gehen, unentbehrlich sind. Mit einer solchen Arbeitsweise laugen Sie sich auf Dauer selbst aus. Wirkliche Leistungsträger arbeiten produktiv. Es ist ein deutlicher Unterschied, ob Sie effektiv arbeiten oder beschäftigt sind. Hier kommt es darauf an, Ihre Arbeitszeit bestmöglich zu nutzen.

  3. Ehemalige Kollegen sind wertvolle Kontakte

    Kontakte können Ihnen beruflich Türen öffnen. Wer auf ein berufliches Netzwerk zurückgreifen kann, erfährt schneller von Veränderungen, von neuen Positionen und Trends. Doch dazu gehört es nicht nur Kontakt zu den Kollegen im eigenen Unternehmen zu haben, sondern auch darüber hinaus. Deswegen ist es ratsam, auch nach dem Ausscheiden eines Kollegen weiterhin in Kontakt zu bleiben.

  4. Es geht nicht darum, wen Sie kennen, sondern darum, wer Sie kennt

    Arbeiten Sie aktiv an Ihrer Reputation und an Ihrem Eigenmarketing. Die besten Leistungen verpuffen, wenn niemand davon erfährt. Es wird Ihnen nichts bringen, wenn Sie zwar die Entscheidungsträger kennen, diesen aber völlig unbekannt sind.

  5. Wenn Sie nicht das tun, was Sie lieben, sollten Sie weitersuchen

    Nur wer mit Begeisterung bei der Sache ist, kann auch hervorragende Leistungen erbringen. Halten Sie sich vor Augen, dass Sie acht bis zehn Stunden täglich bei der Arbeit verbringen und das über Jahrzehnte hinweg. Wollen Sie wirklich so viel Lebenszeit mit einer Tätigkeit verschwenden, zu der Sie sich jeden Tag aufs neue zwingen müssen? Dauerhaft zufrieden werden Sie nur, wenn Sie daran glauben, wertvolle Arbeit zu leisten. Die Suche nach dem passenden Job ist ohne Frage schwierig und es kommt nicht selten vor, dass man bei ersten Mal die falsche Entscheidung trifft, wird Ihnen das bewusst, sollten Sie den Mut haben, weiterzusuchen.

  6. Perfektionisten stehen sich selbst im Weg

    Der Anspruch hervorragende Ergebnisse abzuliefern ist entscheidend für Erfolg. Jedoch braucht es auch ein Gespür dafür, wann Perfektionismus angebracht und hilfreich ist und aus einem guten Ergebnis ein Großartiges macht. Dann wird aus Detailverliebtheit selektiver Perfektionismus, der Ihrer Arbeit zuträglich ist.

  7. Übernehmen Sie Aufgaben, die niemand sonst machen will

    Wer sich von der Masse abheben will, wird dies nicht schaffen durch die Arbeit, die von einem erwartet wird. Dafür braucht es besonderes Engagement. Eine gute Möglichkeit dieses unter Beweis zu stellen, ist unliebsame Aufgaben zu übernehmen. Nicht immer, denn Sie wollen auch nicht zum Depp vom Dienst werden, sondern strategisch. Leisten Sie dann gute Arbeit, bleiben Sie damit Ihrem Chef im Gedächtnis.

  8. Sein Sie stolz auf sich selbst, doch lassen Sie auch Raum für den Stolz anderer

    Um erfolgreich zu sein, ist es notwendig, den Wert seiner Arbeit zu kennen. Leisten Sie hervorragende Arbeit, ist das allemal ein Grund, um stolz zu sein. Doch wer sich zu sehr in den Vordergrund drängt und nur von seinen eigenen Erfolgen spricht, wirkt schnell arrogant. Bieten Sie auch Ihren Kollegen eine Plattform, um von den eigenen Erfolgen zu berichten.

  9. Ein Nein muss kein Nein bleiben

    Das erste Nein, muss noch kein endgültiges sein. Sind Sie von einer Idee ganz besonders überzeugt und brennen dafür, sollten Sie sich von der Ablehnung Ihres Chef oder Ihrer Kollegen zu schnell von Ihrer Idee abbringen lassen. Vielleicht müssen diese erst überzeugt werden. Doch Vorsicht! Hier gibt es eine Grenze, die Sie nicht überschreiten sollten, denn für eine Idee zu kämpfen ist gut, doch wer übertreibt, wird zur Nervensäge.

  10. Machen Sie es sich nicht bequem

    Sie konnten bereits erste Erfolge im Job einstreichen und sind mit Ihrer jetzigen Position zufrieden. Damit sind Sie bereits weit gekommen, doch nun lauert die Gefahr, dass Sie sich auf Ihren Erfolgen ausruhen und aufhören, sich weiterzuentwickeln. Doch wer aufhört dazuzulernen, gerät schnell ins Hintertreffen und kann mit den anderen nicht mehr Schritt halten.

  11. Machen Sie keine detaillierten Pläne

    Es ist wie John Lennon sagte „Life is what happens to you while you’re busy making plans“. Auf der einen Seite braucht es ein Ziel, eine Richtung, in die Sie gehen möchten, doch genauso braucht es Spontanität. Wer sich zu sehr an seine Pläne klammert, bekommt Scheuklappen und ist am Boden zerstört, wenn etwas mal nicht nach Plan läuft. Manchmal ist es hilfreich die Dinge einfach auf sich zukommen zu lassen.

Die Karriereleiter steht nicht nur im Büro

Wer die Karriereleiter emporsteigen will, denkt dabei klassischerweise natürlich erst einmal an harte Arbeit, die jeden Tag zu ein bisschen mehr Erfolg am Arbeitsplatz führt. Oder anders gesagt: Schuften und sich im Job hervortun, denn dort können Sie dem Chef beweisen, dass Sie mehr können und in eine höhere Position gehören.

Zum Teil stimmt das natürlich und Ihre Leistungen am Arbeitsplatz spielen eine große Rolle, um beruflich erfolgreich zu sein und in Ihrer Karriere weiterzukommen. Es gilt aber dennoch: Die Karriereleiter steht nicht im Büro – zumindest nicht nur.

Oftmals geht es auch darum, was Sie außerhalb der Arbeitszeit machen. Denn genau hier können Sie sich wirklich von anderen Kollegen und der Konkurrenz in der Arbeitswelt abheben. Ihre Freizeit dient immer auch der Erholung und das soll auch so bleiben, doch können Sie einen Teil der Abende oder gelegentlich am Wochenende durchaus etwas tun, um auf der Karriereleiter ein Stück weiter nach oben zu gelangen.

Dabei gibt es einige Dinge, die sich positiv auf Ihre Entwicklung auf der Karriereleiter auswirken können. Wir haben einige Vorschläge und Inspirationen gesammelt.

  • Lesen Sie mehr

    Lesen bildet ungemein. Es fördert auch den Signalaustausch zwischen verschiedenen Hirnregionen. Zudem stärkt es die Fähigkeit, sich in andere Rollen hineinzuversetzen und bei der Sache zu bleiben. Variieren Sie hier zwischen Romanen und Sachbüchern. Die einen bringen Vergnügen und mit den anderen erweitern Sie Ihren Wissenshorizont.

  • Probieren Sie mehr aus

    Experimentieren Sie in der Freizeit mit neu erlernten Fähigkeiten. Wenn Sie beispielsweise von Ihrem Arbeitgeber eine Einführung in verschiedene Social Media Plattformen wie Snapchat, Pinterest, Tumblr und Co. erhalten haben, üben Sie den Umgang mit diesen zuhause. Auf diese Weise können Sie erste Erfahrungen sammeln, bevor Sie neu Erlerntes im beruflichen Kontext verwenden.

  • Bauen Sie Ihr Netzwerk aus

    Lernen Sie neue Leute kennen, am besten aus Ihrer Branche. Nutzen Sie hierfür beispielsweise Plattformen wie Xing oder LinkedIn. Besuchen Sie fachliche Stammtische in Ihrer Umgebung oder bauen Sie unter Umständen selbst einen auf. Wichtig ist es, dass Sie den Austausch mit anderen suchen. Auf diese Weise können Sie sich über Erfahrungen austauschen, finden eine Anlaufstelle für Probleme und können Ihre Arbeit präsentieren.

  • Suchen Sie sich Vorbilder

    Besonders am Anfang Ihrer Karriere kann es hilfreich sein, Ihren beruflichen Zielen ein Gesicht zu geben. Dies kann der langjährige Mitarbeiter in Ihrem Team sein, aber auch eine erfolgreiche Persönlichkeit, wie Steve Jobs. Studieren Sie diese Person: Wie ist sie zu dem geworden, was sie jetzt ist? Was können Sie von ihr lernen und für ihre eigene Karriere mitnehmen? Am besten funktioniert das, wenn Ihr Vorbild, auch gleichzeitig Ihr Mentor ist und Sie auch ein wenig coacht.

  • Lernen Sie eine neue Sprache

    Die Welt wächst zusammen und viele Unternehmen agieren grenzüberschreitend. Gute Fremdsprachenkenntnisse sind da von Vorteil. Nicht nur Englisch-, sondern auch Chinesisch- oder Französischkenntnisse sind gerne gesehen. Mehrsprachigkeit hat darüberhinaus noch weitere Vorteile, denn sie verbessert die Gedächtnisleistung. Durch das Erlernen einer Sprache trainieren Sie auch Ihre Fähigkeit schnell zwischen zwei unterschiedlichen Aufgaben zu wechseln.

  • Verfolgen Sie Trends

    Interessieren Sie sich dafür, was draußen in der Welt passiert. Was bewegt die Menschen in Ihrem Land im Augenblick? Was bewegt die Menschen in Ihrer Branche? Verfolgen Sie neue Entwicklungen, die Umsetzung neuer Ideen. Achten Sie auch darauf, woran Ihre Konkurrenten gerade arbeiten. Wie setzen diese neue Projekte um.

  • Lernen Sie Ihre Branche kennen

    Informieren Sie darüber, wie Ihre Branche funktioniert: Wer sind die wichtigsten Akteure? Wessen Meinung ist wichtig? Worüber wird gerade diskutiert?

  • Besuchen Sie Fortbildungen

    Eine tolle Möglichkeit sich fortzubilden, bieten Vorträge, Kongresse, Tagungen oder Messen. Dort können Sie sowohl Kontakte knüpfen, als auch aktuelle Entwicklungen verfolgen. Solche Veranstaltungen geben Ihnen einen ersten Eindruck davon, an welcher Stelle Sie später einhaken können. Vielleicht hören Sie auf einer Tagung von einem neuen Tool, das gerade entwickelt wird oder einer neuen Methode. Dieses Wissen können Sie benutzen, um sich tiefergehend damit auseinander zu setzen und schließlich zum Experten zu werden.

  • Schauen Sie über den eigenen Tellerrand

    Damit verhindern Sie, dass Sie zum Fachidioten werden. Informieren Sie sich auch über Branchen, mit denen Sie eng zusammenarbeiten. Zu wissen, was der andere tut und wie er arbeitet, fördert auch das gegenseitige Verständnis. Es schadet nicht, sich damit zu beschäftigen, wie beispielsweise die Rechtsabteilung arbeitet und worauf es denen ankommt, auch wenn Sie im Vertrieb arbeiten. Es geht darum ein Grundverständnis zu entwickeln, dass Ihnen bei Ihrer Arbeit helfen wird.

  • Arbeiten Sie an Ihren Schwachstellen

    Nehmen Sie Kritik an und arbeiten Sie an Ihren Schwächen. Das ist die schwierigste Form der persönlichen Weiterbildung und jene, die am wenigsten Spaß macht. Aber es ist auch die Lohnenswerteste. Haben Sie beispielsweise Schwierigkeiten mit der Kommasetzung oder fällt es Ihnen schwer sich Namen zu merken, dann nehmen Sie sich diese Schwäche gezielt vor und arbeiten daran. Wiederholen Sie noch einmal die Kommaregeln oder machen Sie Gedächtnistraining. Lassen Sie sich dabei von jemandem helfen, dem Ihre Schwächen leicht fallen.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
4. April 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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