Rawpixel.com/shutterstock.com
Um erfolgreich zu sein, braucht es die richtigen Fähigkeiten. Bei diesem Gedanken sind sich wohl die meisten einig. Qualifikationen und Kompetenzen allein reichen jedoch leider nicht aus - besonders dann, wenn kein anderer merkt, welche Talente Sie mitbringen. An diesem Punkt kommt das Eigenmarketing ins Spiel. Richtig genutzt, gibt es Ihnen die Chance, mit Ihren Leistungen aufzufallen und in den Köpfen der Kollegen und Chefs präsent zu bleiben. Damit das gelingt, sollten Sie beim Eigenmarketing allerdings auf einige Dinge achten...

Eigenmarketing: Warum es so wichtig ist

Tue Gutes und rede darüber. Manchmal scheint es fast so, als wäre das Reden der wichtigere Teil dieser Formulierung. Beförderungen, Gehaltserhöhungen, wichtige Projekte - sie alle scheinen immer an die Mitarbeiter zu gehen, die im Gespräch sind und einen guten Ruf haben. Ob diese auch immer die besten Leistungen bringen und damit am besten qualifiziert wären, steht auf einem anderen Blatt. Wie gut Ihr Eigenmarketing ist, kann deshalb über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Nicht selten ist eine solche Auswahl Grund für Frust, wenn das Gefühl entsteht, ungerecht behandelt zu werden und bei Beförderungen übergangen zu werden, obwohl man größere Kompetenzen mitbringt und für den Job die bessere Besetzung wäre. Umso wichtiger ist es, dass Sie Eigenmarketing betreiben und dadurch die eigenen Chancen erhöhen, beim nächsten Mal als erster Kandidat in den Gedanken des Chefs aufzutauchen, wenn es eine höhere Stelle zu besetzen gibt.

Sogar im größeren Bild kann Eigenmarketing den entscheidenden Unterschied machen, wenn es Ihnen gelingt, sich über die Grenzen Ihres Unternehmens hinaus einen Namen zu machen und als Experte auf Ihrem Gebiet zu gelten. Mit einem solchen Ruf stehen Ihnen alle Türen offen und auch Ihre Verhandlungsposition im Gehaltspoker wird gestärkt, wenn das Eigenmarketing im Vorfeld funktioniert hat.

Eigenmarketing: Die Dosis macht das Gift

Erfolgreiches Eigenmarketing stärkt Ihre Position im Unternehmen oder verschafft Ihnen vielleicht sogar einen Ruf in der gesamten Branche - wenn es richtig gemacht wird. Allerdings ist es nicht ganz leicht, die Balance zwischen Marketing und offenkundiger Selbstbeweihräucherung zu finden. So wichtig es ist, den eigenen Wert zu kennen und diesen nach außen zu vertreten: Übertriebenes Eigenmarketing wirkt schnell arrogant und es entsteht der Verdacht, man wolle um jeden Preis im Mittelpunkt stehen.

Um die richtige Dosis zu finden, braucht es Feingefühl. Auch sollten Sie darauf verzichten, die Leistungen anderer schlecht zu machen, um selbst besser zu wirken. Natürlich gibt es Konkurrenz, aber Sie sollten sich auf Ihre eigenen Stärken konzentrieren, um zu überzeugen.

5 Tipps für erfolgreiches Eigenmarketing

  1. Machen Sie sich Ihr eigenes Profil bewusst

    Um Eigenmarketing betreiben zu können, müssen Sie sich zunächst einmal die Frage stellen und beantworten: Worin bin ich gut und in welchem Bereich möchte ich meine Stärken einsetzen? Ein klares Profil hilft dabei, sich von anderen abzuheben. Je genauer Sie Ihre Talente festlegen können - und dabei etwas ausmachen, dass Sie einzigartig macht - desto besser können Sie sich selbst darstellen und vermarkten.

  2. Präsentieren Sie sich

    Eigenmarketing bedeutet auch, dass Sie sich selbst präsentieren müssen, um von anderen überhaupt erst wahrgenommen zu werden. Das größte Wissen, die besten Ergebnisse oder größten Talente bringen Ihnen nichts, wenn keiner davon weiß. Versuchen Sie, so präsent wie möglich zu sein, damit auch andere Personen von Ihren Fähigkeiten erfahren.

    Das gilt sowohl in Ihrem Job, wo Kollegen und an erster Stelle auch der Chef mitbekommen sollte, welche Leistungen zu erbringen. Aber auch Ihr Online-Profil sowie Netzwerkveranstaltungen sollten Sie nutzen, um Ihr Eigenmarketing voranzubringen.

  3. Bleiben Sie bei der Wahrheit

    Es ist leicht, sich selbst in höchsten Tönen zu loben und den eigenen Ruf als Alleskönner zu verbreiten. Mit diesem Verhalten machen Sie sich aber auch angreifbar, denn den Worten müssen auch Taten folgen. Entsteht der Eindruck, dass Sie nur viel reden, ohne tatsächlich die Kompetenzen mitzubringen, die Sie sich selbst zuschreiben, verlieren Sie jegliche Glaubwürdigkeit.

    Einmal verloren, lässt diese sich nur sehr schwer wieder herstellen. Eine wichtige Grundregel des Eigenmarketings lautet daher: Beschränken Sie sich auf das, was Sie wirklich können. Sollten Sie Ihr Profil ausbauen wollen, ist dies gut, doch sollten Sie sich zunächst tatsächlich die Fähigkeiten aneignen, bevor Sie damit hausieren gehen.

  4. Bringen Sie Ihre Meinung ein

    Manchmal muss es gar nicht der große Aufwand sein, um die eigene Person ins Gespräch zu bringen. Meetings und Besprechungen finden regelmäßig in jedem Team statt. Hier kann man schweigen und sich berieseln lassen - oder die Initiative ergreifen und mit der eigenen Meinungen und durchdachten Vorschlägen punkten. Das demonstriert nicht nur Selbstbewusstsein, sondern zeugt auch von Qualität, wenn die Beiträge wirklich überzeugend vorgebracht werden.

    Vermeiden sollte man hingegen den Fehler, einfach nur zu reden, um irgendwie aufzufallen. Diesen Plan durchschauen alle Anwesenden in kurzer Zeit, Sie werden nicht mehr ernst genommen und statt Werbung in eigener Sache zu machen, werden Sie zum Negativbeispiel, wie man es nicht machen sollte.

  5. Greifen Sie anderen unter die Arme

    Nein, Eigenmarketing dreht sich nicht immer nur um die eigene Person. Gerade Hilfsbereitschaft kann eine große Werbung für die eigene Person sein, besonders wenn Sie gleichzeitig Ihre Qualitäten einbringen können. Hat ein Kollege Schwierigkeiten bei einem Projekt, springen Sie ein und helfen Sie, dass dieses zum Erfolg wird.

    Mit diesem Verhalten zeigen Sie nicht nur soziale Kompetenzen und Teamgeist, sondern können auch unter Beweis stellen, dass man sich auf Sie und Ihre Kenntnisse verlassen kann. Allerdings sollten Sie die Hilfe tatsächlich erst einmal uneigennützig anbieten und nicht nur, um selbst in einem besseren Licht dazustehen. Ansonsten verliert die Hilfsbereitschaft ihren Wert und verkommt zu Egoismus.

[Bildnachweis: Rawpixel.com by Shutterstock.com]

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, erzählen Sie es weiter...