Unverzichtbar werden: So klappt’s

In Zeiten von befristeten Arbeitsverträgen, Mosaik-Lebensläufen und Mitarbeiterfluktuation scheint es fast so, als wäre jeder Arbeitnehmer auf die ein oder andere Weise austauschbar geworden. Es scheint kaum noch möglich zu sein, beim Chef so viel Respekt und Anerkennung zu erhalten, dass man bei einer anstehenden Kündigung nicht gleich mit dem Schlimmsten rechnet. Aber muss man das wirklich so hinnehmen und mit der Ungewissheit leben? Zu 100 Prozent wird es vermutlich nie klappen, doch Sie können immerhin etwas tun, um (annähernd) unverzichtbar zu werden. Zumindest aber entfernen Sie sich damit deutlich davon, ein austauschbarer Mitarbeiter zu sein und avancieren zur geschätzten bis unverzichtbaren Fachkraft…

Unverzichtbar werden: So klappt’s

Unverzichtbar werden: Warum es sich lohnt

Wer eine tragende Rolle im Unternehmen spielt und damit ein Stück weit unverzichtbar ist, hat einen relativ krisensicheren Job (eine 100-prozentige Sicherheit gibt es natürlich nie) und erlebt meist auch mehr Wertschätzung und findet öfter Gehör für seine eigenen Anliegen. Das allein wären schon gute Gründe, um sich darum zu bemühen, unverzichtbarer zu werden. Es gibt aber noch weitere Vorteile:

  • Sie erhalten Planungssicherheit.

    Jeder, der schon einmal einen befristeten Arbeitsvertrag von einem oder auch zwei Jahren hatte, kennt das Gefühl der Unsicherheit: Soll man sich eine Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes suchen – auch wenn man nach Ablauf des Vertrages vielleicht wieder umziehen muss? Wer dagegen unverzichtbar wird, kann langfristig planen, ohne solche Hintergedanken haben zu müssen.

  • Sie kommen beruflich voran.

    Von Arbeitgeberwechseln kann man profitieren. Dies gilt aber hauptsächlich, wenn diese aus eigenem Antrieb heraus initiiert werden. Wer beispielsweise nach einer Kündigung Bewerbungen schreibt, tut sich eher schwer damit, einen neuen oder gar besseren Job zu finden. Wer aber unverzichtbar in seinem Job ist, dem stehen schon intern mehr Türen offen – auch in Sachen Gehaltserhöhung.

  • Sie erarbeiten sich einen Ruf.

    Unverzichtbare Mitarbeiter haben einen Namen im Unternehmen, der nicht nur dem direkten Chef wohlbekannt ist, sondern vielleicht sogar in der Managementetage die Runde gemacht hat. Mit einem solchen Ruf hat man beste Karten, später selbst einmal in die Führungsebene aufzusteigen.

Bevor Sie allerdings in den Genuss einer solch tragenden Rolle gelangen, gilt es, sich den Status der Unverzichtbarkeit zu erarbeiten. Von heute auf morgen ist das leider nicht zu schaffen. Aber mit den folgenden Zutaten…

So machen Sie sich im Job unverzichtbar

Ein unbefristeter Arbeitsvertrag wirkt schon sehr beruhigend. Dennoch sollten Sie sich nie darauf ausruhen. Der Feind des Guten ist das Bessere – oder eben der Bessere bei Mitarbeitern. Daher sollten Sie stets versuchen, einen guten Ruf im Unternehmen zu etablieren und sich – zumindest soweit es geht – unverzichtbar zu machen.

Die folgenden Schritte haben sich dabei schon einige Male bewährt:

  1. Knüpfen Sie die richtigen Kontakte.

    Ein ausgebautes und funktionierendes berufliches Netzwerk ist ein großer Schritt, um unverzichtbar zu werden. Ein guter Draht zu den Kollegen, zum Chef oder auch in andere Teams des Arbeitgebers sorgt für Bekanntheit und Expertise und reduziert die Gefahr, austauschbar zu werden. Nicht ohne Grund sind Unternehmen immer auf der Suche nach Teamplayern, die sich in eine Gemeinschaft einfügen und diese zugleich durch Wissensaustausch voranbringen können. Außerdem haben gute Kontakte – das sogenannte „Vitamin B“ – noch keiner Karriere geschadet.

  2. Beweisen Sie, dass man Ihnen vertrauen kann.

    Verlässlichkeit und Vertrauen sind zwei wesentliche Bausteine des Erfolgs. Indem Sie beweisen, dass Ihr Chef oder auch die Kollegen Ihnen vertrauen oder sich auf Sie verlassen können, machen Sie sich unverzichtbar. Für alle. Menschen, die ihre Zusagen einhalten, sind leider selten. Insbesondere dann, wenn es Mehrarbeit verursacht oder eben unbequem wird. Wer dann trotzdem und auf eigene Kosten macht, was er oder sie sagt, gewinnt langfristig nicht nur Respekt, sondern auch Status.

  3. Übernehmen Sie zusätzliche Verantwortung.

    Indem Sie Verantwortung übernehmen, stellen Sie nicht nur Ihre Fähigkeiten unter Beweis, sondern demonstrieren gleichzeitig, dass Sie bereit sind, sich bei Ihrem Arbeitgeber weiterzuentwickeln und höhere Positionen anzustreben. Es gibt genügend Mitarbeiter, die auf ihrer jeweiligen Position zufrieden sind, doch nur wer darüber hinaus Verantwortung übernimmt und dann noch die dazugehörigen Ergebnisse liefert, macht sich durch seine Arbeit unverzichtbar.

  4. Zeigen Sie Eigeninitiative.

    Wer im Job unverzichtbar werden will, muss immer wieder aktiv werden und Eigeninitiative zeigen. Es reicht eben nicht aus, nur Anweisungen auszuführen. Das kann am Ende jeder beliebige Arbeitnehmer, wenn Sie jedoch beweisen, dass Sie selbst die Dinge in die Hand nehmen können; Ihre eigenen Projekte erfolgreich umsetzen; mit Ideen und Problemlösungen glänzen, sorgen Sie dafür, dass Ihr Chef nicht mehr auf Sie verzichten will.

  5. Werden Sie zum Experten.

    Eine reine Arbeitskraft ist bei den meisten Arbeitgebern ersetzbar. Anders verhält es sich mit spezifischem Know-How und Erfahrungen. Je mehr Sie sich zum Experten auf Ihrem Gebiet entwickeln, desto unverzichtbarer werden Sie. Zum Einen kann Ihr Chef Ihre Fähigkeiten nicht einfach durch einen x-beliebigen Kandidaten aus dem Bewerberpool ersetzen. Zum Anderen hat Ihr Arbeitgeber in diesem Fall ein berechtigtes Interesse daran, Sie inklusive Ihres Wissens ans Unternehmen zu binden – wodurch sich gleichzeitig noch Ihre Position in Gehaltsverhandlungen verbessert.

[Bildnachweis: bbernard by Shutterstock.com]
2. September 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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