Unentbehrlichkeit: Gibt es das überhaupt und wie?

Wenn ein Mitarbeiter von sich aus kündigt oder vom Arbeitgeber die Kündigung erhält, dauert es meist nicht allzu lange, bis seine Stelle von einem neuen Kollegen übernommen wird. Auf dem Arbeitsmarkt gibt es schließlich viele hoch qualifizierte und auch motivierte Kandidaten, die nur auf ihre Chance warten, den frei gewordenen Job zu besetzen. Daraus hat sich die allgemeine Auffassung entwickelt, dass es so etwas wie Unentbehrlichkeit in Unternehmen und der gesamten Arbeitswelt nicht mehr gibt. Kann sich am Ende wirklich niemand mehr über Jobsicherheit freuen, da er für seinen Arbeitgeber unentbehrlich geworden ist? Ganz so einseitig ist die Angelegenheit dann doch nicht. Zwar wird es nicht leicht, einen Status der Unentbehrlichkeit zu erreichen und natürlich können Sie sich auch dann nicht alles erlauben und davon ausgehen, Ihren Job zu behalten – doch gibt es durchaus Wege und Strategien, um sich im Job ein Stück weit unentbehrlich zu machen…

Unentbehrlichkeit: Gibt es das überhaupt und wie?

Unentbehrlichkeit: Ist jeder ersetzbar?

Wenn es hart auf hart kommt, muss die Antwort leider lauten: Ja, tatsächlich ist heute niemand vollkommen unentbehrlich und eine Jobgarantie von 100 Prozent gibt es schlichtweg nicht. Müssen Stellen abgebaut werden, weil die Auftragslage nicht mehr stimmt, gibt es Differenzen mit dem Chef oder stimmen die Leistungen nicht immer, kann jeder seinen Job verlieren und falls nötig in kurzer Zeit von einem neuen Mitarbeiter ersetzt werden.

Selbst viele Jahre oder sogar Jahrzehnte der Loyalität und Betriebszugehörigkeit garantieren noch lange keine Unentbehrlichkeit im Unternehmen. Ist die Vorstellung der Unentbehrlichkeit im Job also nur Naivität und Zeitverschwendung und jeder Arbeitnehmer sollte darauf gefasst sein, seinen Job zu verlieren und einen Plan B in der Hinterhand haben?

Nein, denn auch wenn es keine vollkommene Unentbehrlichkeit gibt, so können Sie doch einiges dafür tun, um sich unentbehrlich zu machen und so dafür zu sorgen, dass sich Ihr Chef dreimal überlegt, ob er Sie wirklich gehen lassen will. So finden Führungskräfte für Mitarbeiter, die deutlich schwieriger zu ersetzen sind als andere, doch noch eine Lösung und eine Kündigung rückt in weite Ferne.

Neben der größeren Sicherheit Ihrer Position hat es für Sie noch weitere Vorteile, wenn Sie daran arbeiten, so weit es geht unentbehrlich für Ihren Arbeitgeber zu werden:

  • Sie bekommen größere Freiheiten

    Wenn es Ihnen wirklich gelingt, unentbehrlich zu werden, bekommen Sie dadurch auch einige Freiheiten und es werden Ihnen einige Zugeständnisse gemacht, um Sie weiterhin an das Unternehmen zu binden. Vielleicht können Sie darüber mitbestimmen, welche Projekte Sie übernehmen oder Ihr Gehalt wird angepasst, da Ihr Arbeitgeber Sie nicht verlieren will.

  • Sie werden erfolgreicher

    Auch der Chef weiß, was er an einem unentbehrlichen Mitarbeiter hat. Er ist von Ihnen und Ihren Leistungen begeistert, was sich auch im weiteren Verlauf Ihrer Karriere zeigen wird. Außerdem können Sie sich im Unternehmen wirklich entwickeln und aufsteigen, statt bei einem anderen Arbeitgeber nach einer Kündigung noch einmal ganz von vorne anzufangen.

  • Sie arbeiten an Ihrem Image

    Haben Sie es geschafft und sind für Ihren Chef unentbehrlich, wird sich dies auch im Unternehmen rumsprechen – vor allem bei anderen Führungskräften und dem gehobenen Management. Ihr Vorgesetzter schwärmt von Ihnen, berichtet davon, dass er auf keinen Fall auf Sie verzichten kann und wie wichtig Sie für das Team sind. Das kann Ihren Weg in die Führungsetage ebnen und festigt Ihre Unentbehrlichkeit noch weiter.

Tipps, wie Sie sich am Arbeitsplatz unentbehrlich machen

Wie genau Sie sich im Job unentbehrlich machen, hängt von der individuellen Situation ab. Was ist gerade besonders wichtig, wo können Sie herausstechen oder worauf legt Ihr Chef besonders großen Wert?

Doch was können Sie tun, damit Ihr Chef denkt: Der ist wirklich unentbehrlich uns muss dem Team unbedingt erhalten bleiben. Wir haben einige Tipps, die Ihnen dabei helfen können:

  • Tragen Sie zum Erfolg des Unternehmens bei

    Natürlich trägt jeder Mitarbeiter zum Erfolg des Unternehmens bei, gemeint ist hier jedoch, dass Sie wirklich einen großen Beitrag leisten und der Chef auch davon weiß. Je größer Ihr Anteil am Erfolg und je stärker Ihre Position als Leistungsträger, desto unentbehrlicher werden Sie. Hängen Sie sich wirklich rein, geben Sie 110 Prozent und zeigen Sie Ihrem Chef, dass der Laden ohne Sie bei weitem nicht so gut laufen würde.

  • Bauen Sie ein gutes Netzwerk auf

    Kontakte und Vitamin B sind bekanntlich ein wichtiger Faktor im Beruf. Ein starkes Netzwerk kann Ihnen auch dabei helfen, Ihre Position im Job zu festigen und unentbehrlich zu werden. Ein gutes Verhältnis zu den Kollegen – auch aus anderen Abteilungen – und natürlich Kontakte in die Chefetage sorgen dafür, dass Sie zu einer festen Größe im Unternehmen werden.

  • Entwickeln Sie sich zum Experten

    Eine besonders gute und langfristige Strategie, um sich unentbehrlich zu machen: Werden Sie zum Experten auf Ihrem Gebiet, bringen Sie Wissen und Fähigkeiten mit, die kein anderer liefern kann. So verhindern Sie, dass Sie wirklich austauschbar sind, da es keinen gleichwertigen Ersatz für Sie gibt. Gleichzeitig will Ihr Chef verhindern, dass Sie Ihr Know How zur Konkurrenz in andere Unternehmen mitnehmen und wird deshalb versuchen, Sie zu binden.

  • Tragen Sie große Verantwortung

    Unentbehrlich werden Sie nicht, indem Sie nur kleine und unwichtige Aufgaben erledigen. Das kann jeder, Sie bleiben nicht in Erinnerung und werden sich auch keinen Namen im Unternehmen machen, wenn Ihre Leistungen fast schon irrelevant sind. Wenn Unentbehrlichkeit Ihr Ziel ist, sollten Sie die Verantwortung für entscheidende Projekte übernehmen und diese zum Erfolg führen.

  • Binden Sie Kunden an sich

    Dies ist nicht in jedem Beruf möglich, aber sollten Sie die Chance haben, Kunden an sich zu binden, ist es die optimale Gelegenheit, um unentbehrlich zu werden. Ihr Arbeitgeber will wichtige und umsatzstarke Kunden verständlicherweise nicht verlieren – haben Sie diese ins Unternehmen geholt und könnten sie auch wieder mitnehmen, macht das Sie persönlich zu einem Erfolgsfaktor.

[Bildnachweis: Sergey Nivens by Shutterstock.com]
23. April 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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