Young Professionals: Definition, Merkmale & Tipps zum Berufsstart

Sie sind eine der größten Zielgruppen auf dem Arbeitsmarkt und werden von Unternehmen immer gesucht: Young Professionals sind begehrte Mitarbeiter, was ihnen nicht nur eine gute Verhandlungsposition ermöglicht, sondern auch zahlreiche Optionen und Berufswege öffnet – zumindest theoretisch. In der Praxis müssen Young Professionals diese Chancen auch nutzen und das eigene Potenzial richtig einsetzen. Auf der anderen Seite haben Sie als Young Professional hohe Ansprüche an mögliche Arbeitgeber und wollen nicht den erstbesten Job annehmen, der ihrer weiteren Karriere möglicherweise gar nicht zuträglich ist. Es braucht Engagement und die richtige Strategie! Tipps und Informationen für Young Professionals…

Young Professionals: Definition, Merkmale & Tipps zum Berufsstart

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Definition: Was sind Young Professionals?

Als Young Professionals werden junge, hochqualifizierte, motivierte und ehrgeizige Arbeitskräfte bezeichnet. Es sind junge Arbeitnehmer – typischerweise zwischen 20 und 30 Jahren – die gerade ein Studium absolviert haben und voller Tatendrang in den Arbeitsmarkt eintreten.

Kaum eine Zielgruppe ist bei Unternehmen so gefragt wie Young Professionals. Gerade weil sie voller Motivation stecken, das Wissen und ihre Ideen in der Praxis einzusetzen, bringen sie frischen Wind und Kreativität, die Arbeitgeber gezielt suchen, um in der schnelllebigen Zeit mithalten und Konkurrenten ein Stück voraus sein zu können. Hinzu kommt große Flexibilität, da Young Professionals jung, oft unverheiratet und kinderlos sind.

Solche Mitarbeiter können auch Projekte oder Standorte im Ausland betreuen, haben weniger Probleme mit den Arbeitszeiten und konzentrieren sich voll und ganz auf die Karriere – was sich in Engagement und guten Leistungen spiegelt. Solch junge Talente bringen somit zahlreiche wichtige Aspekte mit, die Arbeitgeber brauchen und wertschätzen. Die wichtigsten sind:

  • Motivation & Engagement
    Young Professionals wollen loslegen, machen, ausprobieren und sich beweisen. Sie bringen Elan und Motivation mit, an die viele Arbeitnehmer nicht heranreichen.
  • Abschluss & Voraussetzungen
    Ein erfolgreicher Abschluss mit den entsprechenden Qualifikationen ist die Grundlage der jungen Arbeitnehmer. Sie punkten mit sehr guten Noten in einem gefragten Studiengang und bringen beste Voraussetzungen für den Einstieg mit.
  • Soft Skills & Qualifikationen
    Echte Young Professionals wissen, welche Soft Skills und Qualifikationen in ihrem Berufsfeld gefragt sind – und haben sich gezielt darauf vorbereitet. Durch spezielle Kurse und Trainings haben Sie Stärken in den wichtigen Schlüsselkompetenzen aufgebaut.
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Young Professionals: Kennen Sie Ihren Marktwert?

Viele Young Professionals haben einen Karriereplan und wissen recht genau, wo sie hin wollen und was sie von Arbeitgebern erwarten. Ein entscheidender Faktor fehlt ihnen jedoch: Das Gefühl für den eigenen Marktwert. Eine realistische Einschätzung ist für die ersten Schritte jedoch unentbehrlich. Sie bildet die Grundlage für die Wahl passender Stellen und Unternehmen.

Wählen Young Professionals zu anspruchsvolle Stellen, werden sie vermutlich abgelehnt und bekommen keinen Fuß auf den Boden. Dies führt dazu, dass der Berufseinstieg trotz guter Chancen auf dem Arbeitsmarkt nach hinten verschoben wird und sich immer mehr Frust und Selbstzweifel aufbauen.

Unter Wert sollten Sie sich auch nicht verkaufen. Ist die Position weit unter Ihren Möglichkeiten, wirkt sich dies negativ auf Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten aus. Hinzu kommt Unzufriedenheit mit der eigenen beruflichen Situation – in der Folge bleibt nur ein Jobwechsel und Sie stehen erneut vor der anfänglichen Frage des eigenen Marktwerts. Die folgenden Fragen können Ihnen bei einer realistischen Einschätzung helfen:

Fragen zur Erfahrung

  • Über wie viel Praxiserfahrung verfüge ich bereits?
  • Wie schneidet diese Praxiserfahrung im Vergleich zu anderen Young Professionals und Absolventen ab?
  • In welchen Unternehmen habe ich diese Praxiserfahrung gesammelt?
  • Wie umfangreich und detailliert sind meine Nachweise dieser Praxiserfahrung?

Fragen zum Studium

  • Wie sehen meine Studienleistungen aus?
  • Wie gut ist mein Abschluss – vor allem in den fachlich relevanten Studienfächern?
  • Welche Zusatz- und Wahlkurse habe ich belegt, die für die Bewerbung relevant sind?
  • Sind die Themen meiner Studienarbeiten für potentielle Arbeitgeber von Interesse?
  • Wie sieht meine Reputation außerhalb der Universität und der akademischen Welt aus?
  • Kann ich (politische) Arbeit in Hochschulgremien nachweisen?

Fragen zum Eigenmarketing

  • Mit welchen Themen wird mein Name in Verbindung gebracht?
  • Wie gut ist mein Netzwerk im Blick auf Unternehmen ausgebaut?
  • Wie steht es um meine Kontakte im Alumni-Netzwerk der Hochschule?
  • Kann ich (politische) Arbeit in Hochschulgremien nachweisen?
  • Habe ich meine Abschlussarbeit in einem bekannten Unternehmen geschrieben?

Fragen zur Expertise

  • Verfüge ich nur über Fachwissen oder kenne ich mich in einem Themengebiet wirklich hervorragend aus?
  • Welches Fach- und Themengebiet ist meine klare Stärke?
  • Wie viele andere Young Professionals sind in diesem Thema ebenfalls fit?
  • Ist das Themengebiet bei Unternehmen aktuell begehrt und gefragt?
  • Welche Kompetenzen kann ich darüber hinaus bieten?
  • Wie kann ich diese Kompetenzen nachweisen und belegen?

Fragen zur Bewerbung

  • Über welche Referenzen verfüge ich?
  • Wie aussagekräftig und überzeugend sind diese Referenzen?
  • Habe ich eine klare Vorstellung von meinem künftigen Arbeitgeber und Wunschunternehmen?
  • Weiß ich, welche Kompromisse ich einzugehen bereit bin?
  • Wie selbstbewusst und überzeugend kann ich mich selbst präsentieren?

Mit Wissen und Verständnis über den eigenen Marktwert können Young Professionals sich auch über die eigenen Gehaltsvorstellungen klarer werden. Mit unserem Tool können Sie auch einen kostenlosen Gehaltsreport anfordern.

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Erfolgreicher Berufseinstieg für Young Professionals

Die gute Nachricht: Young Professionals stehen zahlreiche Optionen für den Berufseinstieg offen. Das Problem: Für erfolgreiche erste Schritte im Berufsleben müssen hochqualifizierte junge Fachkräfte ihre Chancen genau analysieren. Nur so lassen sich Möglichkeiten finden, die den eigenen Erwartungen entsprechen und zu den beruflichen Zielen passen.

Eine bewährte Option ist der Einstieg über Trainee-Programme. Diese dienen dazu, Nachwuchstalente für Fach- und Führungspositionen vorzubereiten und umfassend in Unternehmen einzuarbeiten. Einige Unternehmen lassen sich diese Ausbildung einiges Kosten und nicht selten sollen die Young Professionals hier bereits langfristig an einen Arbeitgeber gebunden werden, um das Know How in den eigenen Reihen zu halten.

Tipps für junge Fachkräfte

Angesichts der finanziellen und zeitlichen Investition, die Trainee Programme für Unternehmen darstellen, sind die Auswahlkriterien und Anforderungen an Bewerber in der Regel hoch. Bei fast allen Trainee Programmen gehören Assessment Center zum Standard und die Konkurrenz schläft nicht. Sie sollten sich nicht einfach nur auf Ihre gute Ausbildung verlassen – diese bringen die anderen schließlich auch mit.

Informieren Sie sich im Vorfeld so gut es geht, nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um den Auswahlprozess und die damit verbundenen Aufgaben vorzubereiten und bewerben Sie sich auch für andere Stellen, um Ihre Chancen zu erhöhen.

Haben Sie diese Hürde genommen und es ins Programm geschafft, können und sollten Sie sich keinesfalls ausruhen. Da Sie als Trainee Anwärter auf eine Führungsposition sind, sollten Sie die in Sie gesetzten Erwartungen erfüllen und bestenfalls übertreffen. Das Problem: Viele der Erwartungen werden nicht ausgesprochen. Sie sind also darauf angewiesen, ein Gespür für das Unternehmen und die hier vorherrschenden Werte und Maßstäbe zu entwickeln.

Um Ihren künftigen Job im Unternehmen zu sichern, sollten Sie daher von Beginn an…

  • Kontakte mit den wichtigen Mitarbeitern und Entscheidern knüpfen.
  • Ihre Position im Team finden und die (unausgesprochenen) Regeln erkennen und einhalten.
  • einen Überblick über die internen Strukturen und – noch wichtiger – Machtverhältnisse im Unternehmen gewinnen.
  • Leistung zeigen und sich über das notwendige Maß hinaus engagieren.

Bei all diesen Verhaltensweisen sind Geduld, Empathie und Fingerspitzengefühl gefragt. Diese sind auch für die generelle Jobsuche und die Erstellung guter – und individuell auf Unternehmen abgestimmte – Bewerbungen nötig.

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Work-Life-Flow für Young Professionals

Ehrgeiz und hohe Motivation verleiten viele Young Professionals dazu, sich in den ersten Berufsmonaten und auch -jahren voll in die Arbeit zu stürzen und sich richtig reinzuknien. Klingt zwar sinnvoll, um die berufliche Startphase optimal zu nutzen und Ziele schnell zu erreichen, kann aber zu einem echten Problem werden.

Ausgleich, Erholung und die Gesundheit bleiben zu oft auf der Strecke. Diese Selbstausbeutung mag vielleicht einige Zeit gut gehen, rächt sich früher oder später jedoch spürbar. Hier kommt gerne der Begriff der Work-Life-Balance zum Einsatz, der inzwischen jedoch immer mehr durch den Work-Life-Flow abgelöst wird.

Dieser soll die optimale Herangehensweise an Arbeit und Freizeit beschreiben. Denn die Merkmale des Work-Life-Flows sind…

  • ein flexibler Umgang mit Arbeitszeit und -ort.
  • der fließende Übergang von Arbeits- in Freizeit.
  • die Integration von Arbeit ins gesamte Leben.
  • selbstbestimmtes und flexibles Arbeiten und Abschalten.
  • die optimale Gestaltung von Arbeit und Freizeit für die persönlichen Lebensvorstellung.

Der Kerngedanke des Work-Life-Flows ist die individuelle Gestaltung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse mit so viel oder wenig Freiheit und Flexibilität wie notwendig. Sofern der Arbeitgeber mitspielt – immer mehr Arbeitgeber versuchen zumindest flexible Arbeitszeitmodelle zu ermöglichen – können Arbeitnehmer frei bestimmen, wann und wo sie arbeiten.

Doch dürfen potentiellen Auswirkungen auf das Privatleben nicht vernachlässigt werden. So attraktiv flexibles Arbeiten auch sein mag, nicht jeder Partner hat Verständnis dafür, wenn auch an Wochenenden oder nach 22:00 Uhr gearbeitet wird. Um das Konzept des Work-Life-Flows optimal nutzen zu können, sollten Young Professionals daher auf einige Punkte achten:

  • Prüfen Sie für sich, wie viel Freiheit und Selbstbestimmung Ihnen gut tun.
  • Probieren Sie aus, ob und wann Vorgaben Ihnen dabei helfen können, effektiver zu arbeiten.
  • Klären Sie mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin, wo er/sie die Grenze zieht.
  • Machen Sie sich immer wieder klar, was Ihr Job Ihnen bedeutet und was er Ihnen wert ist.
  • Überprüfen Sie regelmäßig, ob das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit noch gegeben ist.
  • Setzen Sie Ihre persönlichen Prioritäten und halten Sie diese auch ein.

Engagement und Ehrgeiz sind wichtig, keine Frage. Doch wenn Young Professionals langfristigen beruflichen Erfolg anstreben, sollten dies nicht auf Kosten ihrer Gesundheit und ihres Privatlebens geschehen. Ohne dieses Basis ist eine erfolgreiche Karriere perspektivisch nicht möglich – und hat am Ende keinen wert, wenn Gesundheit und Zufriedenheit fehlen.

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[Bildnachweis: Julia Tim by Shutterstock.com]
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15. März 2021 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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