Anführer: So werden Sie ein guter

Es gibt Leute, die scheinen die geborenen Anführer zu sein. Egal, ob im Sportverein oder in der Arbeitswelt: Wie selbstverständlich stehen sie an der Spitze und schaffen es mit Leichtigkeit, von allen als Anführer akzeptiert und respektiert zu werden. Was aber unterscheidet einen Anführer von einer Führungskraft oder einem Chef? Versteckt sich dahinter ein Naturtalent oder ist der Aufbau einer begeisterten Gefolgschaft erlernbar? Hier erfahren Sie, was es bedeutet ein „wahrer Anführer“ zu sein – und was Sie auf dem Weg dorthin beachten sollten…

Anführer: So werden Sie ein guter

Definition: Was ist ein Anführer?

Definition: Was ist ein Anführer?Ein Chef ist Vorgesetzter qua Hierarchie. Einem echten Anführer hingegen folgt man aus Überzeugung. Freiwillig. Seine Gefolgschaft erkennt (und anerkennt) in ihm die natürliche Leitfigur, ohne dass er oder sie dies betonen müsste.

Solche Anführer verfügen über großes Charisma, Charme und einen emotional reifen Charakter. Ihre Ausstrahlung und Vision zieht andere nicht nur in den Bann. Sie vermittelt der Gefolgschaft und dem Team zugleich Sicherheit und Zuversicht, dass sie mit diesem Anführer alles schaffen (können), was sie sich vornehmen.

Im Gegensatz zum Manager, dessen Führung hauptsächlich auf Zahlen und messbaren Resultaten beruht, sind Anführern darüber hinaus Werte wie Vertrauen und Einfühlungsvermögen wichtig. Sie sehen sich als verständnisvolle Ermöglicher und als Teil des Teams, maximal als Primus inter Pares, als Erster unter Gleichen. Zu den oben schon genannten, wesentlichen Kompetenzen von Anführern gehören weiterhin dazu:

  • Empathie
  • Vetrauenswürdigkeit
  • Begeisterungsfähigkeit
  • Optimismus
  • Delegationsfähigkeit
  • Einsatzbereitschaft
  • Selbstbewusstsein (im Wortsinn)
  • Überzeugungskraft
  • Kommunikationsstärke
  • Kompromissbereitschaft
  • Feingefühl
  • Menschenkenntnis
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Inspirationsgabe
  • Lebenserfahrung

Eigenschaften eines Anführers

Neben der Grundvoraussetzung, ein Interesse für andere Menschen mitzubringen, sind einige der oben genannten Eigenschaften – gerade bezüglich des zwischenmenschlichen Umgangs – besonders wichtig, um ein guter Anführer sein zu können. Sie sind es wert, dass sie noch einmal genauer erörtert werden:

  • Anführer verfügen über Empathie

    Sie wissen, dass sie von ihren Mitarbeitern abhängig sind und stellen diese daher bei ihrem Handeln in den Vordergrund. Leader sollten über eine natürliche Empathie verfügen und in der Lage sein, die Sichtweisen anderer nachzuvollziehen und zu respektieren.

  • Anführer sind vertrauenswürdig

    Sie geben ihren Mitarbeitern die Sicherheit, dass sie auf sie zählen können. Obwohl Leader eine gewisse Distanz zu den Mitarbeitern halten sollten, signalisieren sie Interesse an deren Lebenshintergründen und kommunizieren menschlich auf gleicher Augenhöhe.

  • Anführer zeigen Einsatzbereitschaft

    Sie zeigen ihr Engagement insbesondere dann, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen und zu diesen zu stehen. Leader sind nicht zwangsläufig extrovertiert, aber sie sind immer entscheidungsfreudig.

  • Anführer sind feinfühlig

    Sie haben eine Verbindung zu ihrem Team und nehmen Probleme und Missverständnisse frühzeitig wahr und reagieren darauf. Leader behandeln Störungen innerhalb des Teams immer vorrangig.

  • Anführer können delegieren

    Sie sind sich dessen bewusst, dass sie keinesfalls alle Probleme alleine lösen werden. Daher haben Leader Menschen in ihrem Umfeld, denen sie vertrauen und deshalb Verantwortung übertragen können. Sie zeigen transparent, wessen Meinung sie warum in ihre Entscheidungsfindung einbezogen haben.

  • Anführer sind Optimisten

    Sie brennen für ihre Tätigkeit. Leader begeistern und ermutigen, in dem sie ihren Teammitgliedern aufzeigen, WARUM es erfolgversprechend ist, ihre Aufgaben auszuüben. Durch diese emotionale Einbindung, werden den Mitarbeitern die Hintergründe deutlich und sie bekommen ein positives, gemeinsames Ziel vor Augen geführt.

  • Anführer sind kommunikationsstark

    Sie wissen, dass ein Großteil (circa zwei Drittel) ihrer Arbeit von kommunikativem Handeln geprägt ist. Leader sehen daher Ihre Führungsqualität hauptsächlich auf dem Gebiet der Kommunikation. Sie sind sich über die eigenen Erwartungen und Prioritäten klar und können diese ihren Mitarbeitern transparent und deutlich vermitteln.

Führungsstil

Selbstverständlich sollten Sie die Klaviatur der unterschiedlichen Führungsstile beherrschen.

Besserer Chef Werden Fuehrungsstile Uebersicht

Im Gegensatz zu den traditionellen Vorgesetzten behandeln Anführer jeden Mitarbeiter und jede Aufgabe individuell. Dafür haben Sie einerseits den kompletten Strauß an Verhaltensmustern zur Verfügung, bleiben Sie in Ihrem Verhalten andererseits dennoch fair und berechenbar:

  • Ermutigen Sie, wenn ein Mitarbeiter wenige Anweisungen aber viel Unterstützung benötigt.
  • Delegieren Sie, wenn ein Mitarbeiter wenige Anweisungen und wenig Unterstützung benötigt.
  • Überzeugen Sie, wenn ein Mitarbeiter viele Anweisungen aber wenig Unterstützung benötigt.
  • Bestimmen Sie, wenn ein Mitarbeiter viele Anweisungen und viel Unterstützung benötigt.

Wann Sie welchen Führungsstil an den Tag legen müssen, sagt Ihnen nicht nur Ihre Menschenkenntnis. Allgemein gilt: je mehr Zeitdruck vorherrscht und je mehr Routine eine Tätigkeit erfordert, umso direktiver sollten Sie kommunizieren.

Meist kommt es in diesem Zusammenhang vor allem auf Ihr Fachwissen an. Im Gegensatz dazu sollten Sie bei komplexen Problemen eher kooperativ kommunizieren, da Sie hier besser auf die vielfältige Erfahrung aus ihrem Team zurückgreifen können. Ihre Führungsfertigkeit ist in solchen Fällen mehr gefragt, als Ihre Expertise.

Inspirieren Sie Ihre Mitarbeiter dazu, eigenständig zu denken und zu handeln.

Letzteres sollte der Großteil Ihrer Führungstätigkeit sein. Im Idealfall ist Ihr Team fähig, kleinere Probleme selbst zu lösen, vernünftige Entscheidungen zu treffen und behelligt Sie nicht mit jeder Lappalie.

Als Anführer sind Sie kein Manager des Tagesgeschäfts, sondern vielmehr ein strategischer Planer und Motivator, der das große Ganze im Blick behält. Sie unterstützen Ihre Teammitglieder als Hilfe zur Selbsthilfe. Dies hat wiederum zur Folge, dass deren Selbstwertgefühl gesteigert und so im Endeffekt das ganze Unternehmen sukzessive weiterentwickelt wird.

Die Aufgaben eines Anführers

Manche Menschen streben nach einer Führungsposition, andere werden in die Rolle des Leaders hineingedrängt. Und wieder andere werden es praktisch wie von allein. Das sind die geborenen Anführer. Diese stellen allerdings eine Minderheit dar. Die meisten müssen sich ihre Rolle hart erarbeiten.

Da die heutige Berufswelt immer komplexer wird, ist es nachvollziehbar, dass die Aufgaben eines Anführers ebenfalls vielfältiger sind, als sie es früher waren. Teams sind heute zumeist multiprofessionell. Es reicht daher nicht mehr aus, fachlich qualifiziert zu sein und seinen Mitarbeitern zu sagen, was sie zu tun haben. Sie müssen auch bereit sein, auf Kritik ihres Teams einzugehen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass sie es dabei allen Beteiligten recht machen müssen.

Die heutige Arbeitswelt ist zunehmend fragmentiert und völlig unterschiedliche Tätigkeiten wechseln sich im Tagesablauf munter miteinander ab. Für die Reflexion des eigenen Handelns bleibt dem althergebrachten Chef daher wenig Zeit. Anführer jedoch nehmen sich diese. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil, um sich über sich selbst bewusst zu werden. So können sie besser mit den Herausforderungen umgehen, die ihnen folgende Aufgaben bieten:

Übernehmen Sie die Vorbildfunktion

Über allen genannten Aufgaben hinaus steht die Rolle des Anführers als Vorbild. Fairness ist in diesem Zusammenhang oberstes Gebot. Glauben Sie nicht den Sprüchen, die besagen, dass man sich besonders hart zeigen muss, sobald man eine Führungsrolle innehat. Das Gegenteil ist der Fall.

Daher ist es wichtig, dass Sie über klare Werte verfügen und diese ausstrahlen und vermitteln. Seien Sie sich dessen bewusst, dass Sie umgekehrt wiederum selbst an diesen gemessen werden. Allein die Reflexion darüber strahlt häufig bereits eine gewisse Souveränität und Gelassenheit aus.

Vermitteln Sie zudem Ihrem Team, wann es sich lohnt, für seine Haltung zu kämpfen und wann man besser seine Ressourcen spart. Dies schont Zeit und Nerven aller. Nicht jede Kleinigkeit muss bis ins Letzte ausdiskutiert werden.

Zeigen Sie vielmehr, dass Sie bereit sind, über Ihre eigenen Erfahrungen zu sprechen und dass Sie aus Ihren Fehlern lernen können. Dies lässt Sie nicht schwach aussehen, sondern im Gegenteil authentisch, professionell und lebenserfahren.

Darüber hinaus vermitteln Sie, dass Feedback und die Meinung anderer willkommen sind. Auf diese Weise wird der Input, der von Ihrer Seite kommt, bereitwilliger aufgenommen.

Sollte es innerhalb Ihres Teams zu Konflikten kommen, hat diese Haltung außerdem den positiven Nebeneffekt, dass Sie als neutraler Streitschlichter eher akzeptiert werden.

8 Möglichkeiten wie Sie Ihr Team motivieren

8 Möglichkeiten wie Sie Ihr Team motivierenEin guter Anführer schafft es selbst in Zeiten, in denen viel Arbeit anfällt, sein Team bei Laune zu halten. Viele beschränken sich dabei auf das Mittel des finanziellen Anreizes. Doch es gibt darüber hinaus noch weit wirkungsvollere Methoden der Motivation:

  • Geben Sie ihren Mitarbeitern das Gefühl, dass sie stolz auf ihre Arbeit sein können.
  • Geben Sie ihren Mitarbeitern das Gefühl, dass sie nach gleichen Maßstäben behandelt werden.
  • Geben Sie ihren Mitarbeitern das Gefühl, dass sie respektiert und wertgeschätzt werden.
  • Geben Sie ihren Mitarbeitern das Gefühl, dass sie bei Ihnen ein offenes Ohr vorfinden.
  • Geben Sie ihren Mitarbeitern das Gefühl, dass Kritik immer konstruktiv geäußert wird.
  • Geben Sie ihren Mitarbeitern das Gefühl, dass sie Fehler machen dürfen, aber daraus lernen sollen.
  • Geben Sie ihren Mitarbeitern das Gefühl, dass ihr Privatleben respektiert wird.
  • Geben Sie ihren Mitarbeitern das Gefühl, dass sie Teil einer gemeinsamen Problemlösung sind.

Was andere Leser noch gelesen haben

[Bildnachweis: rudall30 by Shutterstock.com]
13. November 2019 Tilman Schulze Redakteur Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze, Jahrgang 1973, arbeitet zudem freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Als Autor einiger Bücher ist er es gewohnt, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und mit der Sprache zu spielen.


Ebenfalls interessant:

Weiter zur Startseite

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Details

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close