Lebensziele: So finden und erreichen Sie sie

Die Lebensziele vieler Menschen weichen voneinander ab. Manch einer weiß bereits von Kindesbeinen an, was er oder sie erreichen will. Anderen ist der Lebensweg von Haus aus scheinbar vorgezeichnet. Und wiederum andere wachen am Morgen ihres 30. Geburtstages auf und fragen sich, wo die Zeit geblieben ist? Was aus den ganzen Lebenszielen geworden ist – ist das schon alles gewesen? Die Erkenntnis, dass man nicht alles im Leben erreichen kann, ist für manche Menschen beängstigend. Dabei gerät der Sinn und Zweck von Lebenszielen außer Acht. Wir gehen diesen Fragen nach und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Lebensziele finden und erreichen können…

Lebensziele: So finden und erreichen Sie sie

Was sind Lebensziele?

Lebensziele sind Wünsche, Dinge, die Sie im Leben erreichen möchten. Manchen Lebenszielen wohnt eine ungefähre zeitliche Angabe inne. Viele sind jedoch unkonkret – den Klassiker formulieren Kinder häufig: Wenn ich einmal groß bin…

Kleine Kinder können zeitliche Dimensionen noch nicht erfassen, sie leben im Hier und Jetzt. Das Wissen darum, dass es Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft gibt, dass Zeit eine endliche Ressource ist, wächst erst mit den Lebensjahren und damit mit der Erfahrung.

Bis dahin ist bei vielen ein diffuses Gefühl davon vorhanden. Vielmehr glauben Kinder oft, dass mit Eintritt ins Erwachsenenalter alles anders wird. Nur langsam reift die Erkenntnis, dass das Lebensalter allein ziemlich wenig dazu beiträgt, ob wir unsere Lebensziele erreichen oder nicht.

Irgendwann ist zumindest die Volljährigkeit erreicht – aber Lebensziele (sofern vorhanden) noch lange nicht. So verwundert es auch nicht, dass selbst junge Menschen in ihren Zwanzigern – die aus Sicht eines Achtzigjährigen noch ihr ganzes Leben vor sich haben – in eine Quaterlife-Crisis rutschen.

Wofür brauchen Sie Lebensziele?

Ob Sie es Lebensziele, Wünsche oder Visionen nennen – die Vorstellung von etwas, das Sie unbedingt erreichen wollen, das Ihnen Spaß macht oder Ihnen wichtig ist, ist der Motor hinter allem. Genau genommen die innere, die intrinsische Motivation.

  • Sie wollen Ihren Schulabschluss erreichen? Also lernen Sie.
  • Sie wollen eine Beförderung bekommen? Also zeigen Sie Einsatz.

Ganz gleich, welche Lebensziele Sie haben, ob kurzfristig oder langfristig, sie führen dazu, dass Sie bestimmte Anstrengungen unternehmen, um sie zu erreichen. Natürlich gibt es immer mal wieder auch Rückschläge. Vielleicht hatten Sie ursprünglich eine Karriere im Leistungssport anvisiert.

Seit der 5. Klasse haben Sie im Verein trainiert, man hat Ihnen Talent bescheinigt und Großes in Aussicht gestellt. Leider spielt der Körper nicht mit, immer wieder kommt es zu langwierigen Verletzungen, so dass dieses ursprüngliche Ziel aufgegeben werden muss.

Gibt es keine weiteren Lebensziele, fixiert sich jemand nur voll und ganz auf eine Option, ist es ganz natürlich, dass er in ein tiefes Loch fällt, wenn das Ziel sich als nicht erreichbar erweist. Selbst mit Erreichen eines Ziels kann das passieren: Sie haben über Jahre hinweg auf eine Sache hingearbeitet, sie war Ihr einziger Inhalt und plötzlich ist da nichts mehr – Ziel erreicht – und nun?

Diese beiden Beispiele zeigen bereits, welche Bedeutung Lebensziele haben können und wie wichtig es ist, nicht nur eine Sache im Hinterkopf zu haben, sondern am besten gleich ein ganzes Bündel.

Liste mit möglichen Lebenszielen

Gleichzeitig können Lebensziele nicht nur Motor, sondern auch Quelle des Glücks, der Zufriedenheit und des Selbstwertgefühls sein. Dann nämlich, wenn sie erreicht werden.

Sie lassen Sie zu dem Menschen reifen, der Sie sind beziehungsweise werden wollen. Das kann sich auf völlig unterschiedliche Lebensbereiche beziehen. Der Beruf als eine wichtige Kategorie ist naheliegend, aber Selbstverwirklichung muss nicht über die berufliche Schiene laufen.

Nehmen wir einfach diese kleine Liste mit Lebenszielen, die völlig willkürlich gewählt sind und deshalb individuell ganz anders aussehen können:

  • Ins Lieblingsland auswandern und dort arbeiten.
  • Gesünder ernähren und selbst kochen.
  • Einmal im Leben den Lieblingsstar treffen.
  • Heiraten, Kinder bekommen, Haus bauen.
  • Endlich mit dem Rauchen aufhören.
  • In einem Vier-Sterne-Restaurant dinieren.
  • Eine Weltreise durch sämtliche Kontinente machen.
  • Ein Haustier anschaffen.
  • Sich mit einer Idee selbständig machen.
  • In der Karibik in der Hängematte liegen und nichts tun.
  • Irgendwann den Führerschein/Segelschein/Flugzeugschein machen.
  • Eine zweite Fremdsprache erlernen.
  • Klavier spielen lernen.
  • Regelmäßig und mehr Sport treiben.

Wodurch werden Lebensziele bestimmt?

Welche Lebensziele wir entwickeln, welche wir erreichen, wird von mehreren Faktoren geprägt. Ehrlicherweise sei gesagt: Nicht alle Ziele lassen sich erreichen. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe:

  • Herkunft

    Die soziale Herkunft spielt in Deutschland nach wie vor eine starke Rolle. Ganz banal: Als Kind reicher Eltern wird jemand von Haus aus anders mit Wissen um Möglichkeiten versorgt als wenn er aus ärmlichen Verhältnissen kommt. Der Besuch von Privatschulen ist eine Option, aber auch die materielle Ausstattung ist eine andere. Der Zugang zu Wissen ist oft entscheidend – selbst wenn es für finanziell Benachteiligte Fördermöglichkeiten gibt, werden die mangels Kenntnis oft nicht wahrgenommen.

  • Fähigkeiten

    Die eigenen Fähigkeiten, die Sie im Laufe des Lebens entwickeln, wirken sich entscheidend aufs Erreichen der Lebensziele aus. Das kann ein bestimmtes Fachwissen ebenso betreffen wie soziale Kompetenzen. Wären Sie einerseits gerne Ingenieur für Luft- und Raumfahrtechnik geworden, haben aber so gar keine physikalische und technische Begabung, fehlen Ihnen entscheidende Fähigkeiten. Das gleiche, wenn Sie immer davon geträumt haben, unglaublich beliebt bei allen möglichen Menschen zu sein, Sie aber gleichzeitig totale Schwierigkeiten haben, auf andere Menschen zuzugehen.

    Natürlich müssen Fähigkeiten – egal, ob Hard Skills oder Soft Skills – nicht zementiert sein. Die Frage ist nur immer, wie viel Aufwand sich lohnt: Im Allgemeinen heißt es, dass es leichter ist, vorhandene Stärken auszubauen als Schwächen (vor allem, wenn sie stark ausgeprägt sind) mit aller Macht zu bekämpfen.

  • Umgebung

    Auch die Umgebung übt Einfluss aus. Wie viel Unterstützung erfahren Sie durch Freunde, Familie, Kollegen oder Mentoren? Diese haben gegebenenfalls einen anderen Blick auf die Dinge und können mit Insidertipps weiterhelfen, die beim Erreichen eines Lebensziels nützlich sind.

    Umgekehrt kann die Umgebung ebenso hinderlich sein. Sie wollen einen Hund halten, wohnen aber in einem 1-Zimmer-Appartement? Oder der Vermieter sagt nein? Zwar könnten Sie umziehen, aber das scheitert dann möglicherweise an anderen Umständen wie Wohnungsmarkt, Verpflichtungen und dergleichen.

  • Verfassung

    Andere Lebensziele sind von der eigenen Verfassung abhängig. Sie würden zwar gerne den Mount Everest besteigen, sind aber körperlich dazu nicht in der Lage. Gleiches ist bei unerfüllten Kinderwünschen möglich. Vielleicht wollen Sie auch mit dem Rauchen aufhören, aber Ihre mentale Verfassung hindert Sie daran, so dass Sie diesen Vorsatz immer wieder vor sich herschieben.

So entwickeln Sie Lebensziele

Wie aus der obigen Liste hervorgeht, können Sie prinzipiell für alles Lebensziele entwickeln. Wenn Sie sich damit schwertun, versuchen Sie folgende vier Tipps:

  • Definieren Sie Ihre Werte

    Was macht Sie aus? Was ist Ihnen wichtig? Jeder Mensch hat bestimmte Werte, die er für wichtig erachtet. Beispielsweise könnte ein Lebensziel sein, vegetarisch oder vegan zu leben, weil Sie sich bereits für Klima- und Tierschutz engagieren. Oder umgekehrt: Sie leben seit einigen Jahren bereits vegan, Ihr Lebensziel ist, eine Tierschutzorganisation ganz weit voranzubringen, für die Sie sich engagieren.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

  • Überlegen Sie sich Zeiträume

    Sie können sich beispielsweise anhand zeitlicher Vorgaben überlegen, was Sie bis wann erreicht haben möchten. Einige Ziele wie Partnerwahl, Familiengründung und Hausbau lassen sich nicht über Nacht erreichen, andere wie etwa ein Besuch im Nobelrestaurant sind kurzfristig realisierbar – sofern das nötige Kleingeld vorhanden ist.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

  • Reflektieren Sie Ihre Interessen

    Was machen Sie gerne, was gibt Ihnen vielleicht auch Energie, um den Alltag zu meistern? Hobbys haben das Potenzial, gleichermaßen zu fordern als auch glücklich zu machen. Sie können den Ehrgeiz in uns wecken, noch besser zu werden oder womöglich das Hobby zum Beruf zu machen.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

  • Identifizieren Sie Ihre Schwächen

    Wie bereits erwähnt, gibt es Lebensziele, die sich nicht erreichen lassen. Das kann daran liegen, dass Sie sie falsch gewählt oder zumindest unrealistisch definiert haben. Wenn ein Lebensziel ist, zum Mond zu fliegen, dann wird ein Großteil der Menschheit dieses nicht erreichen. Zumindest nicht, solange der Weltraumtourismus keine Selbstverständlichkeit ist. Die eigenen Unzulänglichkeiten und Schwächen zu kennen ist daher wichtig, denn es erlaubt Ihnen zu entscheiden, welche Ziele nicht weiter verfolgt werden sollten und welche andererseits sich lohnen.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

[Bildnachweis: Amir Kaljikovic by Shutterstock.com]
4. Oktober 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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