Erfolgsgeschichten: Lernen von Pirat Henry Morgan

Ende des 17. Jahrhunderts war Panama die reichste Niederlassung Spanisch-Amerikas. Neben Cartagena bildete die Stadt das Sprungbrett für die spanischen Goldschiffe, die ihre Schätze nach Europa transportierten. Viele wertvolle Waren wurden in dieser hervorragend geschützten Festung umgeschlagen. Die Streitmacht des spanischen Gouverneurs verfügte über gigantische Kanonen, die ebenso gefürchtet wie legendär waren: Sie konnten Schiffe versenken, ehe diese in eigene Schussweite kamen. Panama war zum Bollwerk in den karibischen Gewässern ausgebaut worden, da dort zahllose Piraten ihr Unwesen trieben. Einer davon: Henry Morgan. Ein einfacher Mann aus Wales, den sein Mut, Ehrgeiz und strategischer Scharfsinn zu einem der berühmtesten Freibeuter jener Zeit machten…

Erfolgsgeschichten: Lernen von Pirat Henry Morgan

Henry Morgan: Erfolgsgeschichten eines Querdenkers

Drei Jahrzehnte lang versetzte er die spanischen Kolonien in Angst und Schrecken. 1671 ernannte er sich zum „Generalissimo der vereinigten Freibeuter von Amerika“. Seine Piratenflotte umfasste 36 Schiffe mit rund 2000 Mann Besatzung. Und sein Ziel für den nächsten Beutezug war… Panama.

Es war der Griff nach den Sternen, ein Himmelfahrtskommando. Piraten waren Seeleute, Experten im Umsegeln, Beschießen und Kapern von Schiffen. Kein Mensch hätte erwartet, dass sie an Land kämpfen. Dort verprassten sie ihre Beute und vergnügten sich mit Rum und leichten Mädchen.

Genau dieses Klischee nutzte der Querdenker Morgan für seinen Coup.

Er ließ den Großteil seiner Flotte weit von der Stadt entfernt an Land gehen und schlug sich in einem 9-tägigen Fußmarsch über den Isthmus zu der nahezu unbefestigten Landseite Panamas.

Es war eine kurze Attacke im nebligen Morgengrauen und ein schneller Sieg gegen die völlig überraschten Spanier. Keiner von ihnen überlebte. 1674 wurde Morgan für seinen spektakulären Angriff vom englischen König Charles II. zum Ritter geschlagen.

Warum hier diese Piratengeschichte? Morgan war nicht nur Pirat, Haudegen und brillanter Stratege – er war ein Unternehmer, kein Unterlasser. Er ist ein Paradebeispiel dafür, dass nichts unmöglich ist, solange wir etwas wirklich wollen und bereit sind, auch mal Umwege zu gehen. Indem er das genaue Gegenteil von dem tat, was alle erwarteten, indem er kreativ dachte, gelang ihm einer seiner größten Erfolge.

Erfolgsgeschichten: Nichts ist unmöglich

Und wie sieht es mit den eigenen Erfolgsgeschichten aus:

  • Wie oft lassen wir uns von scheinbar unüberwindbaren Mauern oder Angst einflößenden Kanonen ins Bockshorn jagen?
  • Wie oft laufen wir direkt auf ein Ziel zu, weil wir meinen, dass die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten die Gerade ist?

Oft ist sie es nicht, eher ist es die Krumme oder Serpentine.

Umweg Rueckschritt Krumme Erfolg Grafik

Noch im 19. Jahrhundert glaubte der schottische Physiker Lord Kelvin, dass Maschinen, die schwerer als Luft sind, unmöglich fliegen können – bis Otto Lilienthal, die Brüder Orville und Wilbur Wright das Gegenteil bewiesen.

Dass der Mensch nur ein knappes Jahrhundert später seine Füße schon auf den Mond setzen würde, hätten wiederum diese nicht geglaubt. Nichts ist unmöglich… das ist das Geheimnis vieler Erfolgsgeschichten.

[Bildnachweis: Everett Historical by Shutterstock.com]
1. Oktober 2017 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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