Berufung finden: Was will ich machen?

Es sind nur drei kleine Buchstaben, die aus dem Beruf eine Berufung machen, doch kann es einen enormen Unterschied bedeuten. Wer seine Berufung findet und es schafft, diese auch wirklich in die Tat umzusetzen, ist seinem persönlichen Glück und beruflicher Zufriedenheit ganz nah. Der Weg bis zu diesem Punkt ist allerdings ein steiniger. Die eigene Berufung offenbart sich nur wenigen so klar, dass kein Zweifel mehr daran besteht, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll. Viele Menschen zweifeln, sind unsicher was genau sie machen wollen und können nicht genau benennen, welchen Aufgaben und Tätigkeiten sie sich widmen wollen. Wir haben Tipps gesammelt, mit denen Sie Ihre Berufung finden können…

Berufung finden: Was will ich machen?

Beruf oder Berufung: Wo ist der Unterschied?

Berufung finden Berufung Test Lebensaufgabe Beim Thema Berufung denken viele sofort an das große Lebensziel, die eine Aufgabe, der das restliche Leben gewidmet wird, die Bestimmung oder der Daseinszweck eines Menschen. Oft wird dabei sogar vom Lebenszweck oder noch dramatischer vom Sinn des Lebens gesprochen. Die gesamte Idee der Berufung erhält durch diese Vorstellungen und auch den Sprachgebrauch eine ungemeine Bedeutungsschwere und wirkt so groß und wichtig, dass es fast schon abschreckend wird.

Verständlicher – und vor allem auch leichter zu verdauen – wird es, wenn Sie die Berufung ein wenig nüchterner betrachten und sich auf den Unterschied zum Beruf konzentrieren. Ihr Beruf ist das, was Sie täglich auf der Arbeit machen. Es sind die Aufgaben, die in Ihrem Arbeitsvertrag verankert sind, die Anforderungen und Erwartungen, die damit verbunden sind. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Begeisterung oder gar Liebe für die Tätigkeit sind für den Beruf nicht notwendig.

Die Berufung auf der anderen Seite ist, wie der Name bereits sagt, das, wozu Sie sich berufen fühlen. Will heißen: Ihre Berufung ist das, was Sie wirklich machen wollen, Ihr wahrer Traumjob, bei dem Sie genau das tun, was Ihrer Leidenschaft entspricht und das Sie glücklich macht.

Im besten Fall entspricht Ihr Beruf natürlich auch Ihrer Berufung, das ist jedoch eher die Ausnahme als die Regel. Entweder weil Sie Ihre Berufung noch nicht gefunden haben oder weil es bisher am Mut oder der passenden Gelegenheit gefehlt hat, um dieser nachzugehen.

Erkennen, dass Sie Ihre Berufung noch nicht gefunden haben

Berufung finden Lebensaufgabe Test Was will ich machenDie eigene Berufung zu finden ist gar nicht so leicht – dazu weiter unten im Artikel mehr. Das Gegenteil, dass Sie Ihre Berufung noch nicht gefunden haben und Ihr aktueller Job wenig bis gar nichts damit zu tun hat, können Sie hingegen mit simpler Beobachtung feststellen. Wie gut oder schlecht Sie in Ihrem Job sind, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Ausbleibende Leistung kann zwar ein Anzeichen sein, doch selbst wenn Sie in Ihrem Beruf brillieren, muss dieser noch lange nicht Ihrer Berufung entsprechen.

Viel wichtiger ist die Frage: Wie zufrieden sind Sie mit der aktuellen Situation? Wenn Sie Ihrer Berufung folgen und sich auf das konzentrieren, was Sie wirklich machen wollen, werden Sie immer mit großer Motivation vorgehen. In diesem Zusammenhang wird gerne und häufig ein Szenario bemüht: Wie fühlen Sie sich, wenn Sie am Morgen aufwachen und wissen, dass ein anstrengender Tag voller Aufgaben vor Ihnen liegt?

Die Idee dahinter: Folgen Sie Ihrer Berufung, werden Ihnen der Stress, die harte Arbeit oder auch gelegentliche Rückschläge deutlich weniger oder fast gar nichts ausmachen. Sie stehen so fest hinter diesem Weg und bringen so großes Engagement und die nötige Leidenschaft mit, dass Ihnen nichts den Spaß und die Motivation rauben kann.

Vollkommen fehlerfrei ist diese Methode allerdings nicht, denn auch der Beruf kann durchaus Freude bereiten, was ihn aber nicht automatisch zur Berufung macht. Dann helfen nur noch andere Möglichkeiten, um der eigenen Berufung auf die Spur zu kommen.

Berufung finden: Das kann dabei helfen

Viel zu oft sind wir nur mit dem Alltag beschäftigt und kümmern uns nicht weiter darum, die eigene Berufung zu finden und zu nutzen. Das kann soweit gehen, dass jahrelang in einem Job gearbeitet wird, der eigentlich absolut nicht zu den eigenen Vorstellungen passt und der schon seit den ersten Tagen wenig Spaß und Zufriedenheit bringt.

Schuld ist die Angst vor Veränderung, denn seiner Berufung zu folgen, kann auch bedeuten, grundlegendes zu ändern und Entscheidungen zu treffen, die nicht jeder nachvollziehen kann. Bevor es aber überhaupt möglich ist, der Berufung zu folgen, muss diese erst einmal erkannt werden. Um Ihnen dabei zu helfen, haben wir einige Tipps gesammelt, mit denen Sie Ihre Berufung finden können:

  • Was stört Sie an der aktuellen Situation?

    Der erste Schritt, um Ihre Berufung zu finden, sollte eine Selbstreflexion sein, eine durchaus kritische Analyse des Status Quo, aber auch länger zurückliegender Ereignisse und Stationen. Dabei sollten Sie ganz besonders auf zwei Aspekte achten: Was hat Ihnen die größte Freunde und Zufriedenheit bereitet? Und was bereitet Ihnen auf der anderen Seite die meisten Kopfschmerzen?

    Diese Erkenntnisse können Sie als Startpunkt für die Suche nach Ihrer Berufung nutzen. Es sind erste Anhaltspunkte, die Ihnen eine Richtung vorgeben können. Wichtig ist deshalb, dass Sie sich selbst gegenüber ehrlich sind. Es bringt Sie nicht weiter, wenn Sie die Situation schönreden oder Negatives auslassen.


  • Wie nutzen Sie Ihre freie Zeit?

    Wofür das Herz wirklich schlägt, zeigt sich oft erst dann, wenn die Arbeitszeit vorbei ist und Sie sich Ihren Hobbys und Leidenschaften hingeben können. Genau deshalb lässt sich hier oftmals die Berufung finden. Womit verbringen Sie Ihre Wochenenden und was machen Sie am Abend nach Feierabend?

    Vielleicht nutzen Sie die freien Stunden zum Handwerken, vielleicht sind Sie aktiv in einer ehrenamtlichen Organisation und blühen dort erst richtig auf. Bisher haben Sie diese Dinge nur als Zeitvertreib gesehen, doch könnte genau dort Ihre wahre Berufung liegen.


  • Was wollten Sie in Ihrer Kindheit?

    Jeder hatte als Kind Wünsche und Träume, was er später einmal werden will. Damit sind nicht die klassischen Polizist, Astronaut, Tierärztin oder gar Prinzessin gemeint. Versuchen Sie sich daran zu erinnern, zu welchen Bereich Sie sich bereits als Kind hingezogen gefühlt haben, noch bevor Erwartungen von außen Ihr Berufsbild beeinflussen konnten.

    Denken Sie auch an die Schulzeit zurück. Welche Fächer und Aufgaben haben Ihnen den meisten Spaß gemacht und welche Stunden hätten Sie lieber jedes Mal verpasst? Vergleichen Sie dann, wie Ihr aktueller Beruf zu diesen Erkenntnissen passt. Oftmals gibt es dabei deutliche Unterschiede.


  • Was sagen gute Freunde und Verwandte?

    Ihre Berufung ist zwar etwas sehr persönliches, doch müssen Sie diese nicht gänzlich allein finden. Sprechen Sie mit Freunden und Ihrer Familie über das Thema oder nutzen Sie die Aussagen, die Sie bereits vielfach gehört, bisher aber ignoriert oder einfach übergangen haben.

    Du solltest unbedingt… oder Perfekt für dich wäre… Was meist nicht ganz ernst gemeint dahergesagt wird, enthält möglicherweise Hinweise darauf, in welchem Bereich Ihre Berufung liegt. Ihr enges Umfeld kennt Sie sehr gut und hat oft einen objektiveren Blick als Sie selbst.


  • Was würden Sie tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde?

    Alles dreht sich immer nur ums Geld und die finanzielle Lage. Ständig flattern neue Rechnungen ins Haus, Kredite wollen abbezahlt werden und nebenbei soll für den nächsten Urlaub gespart werden. Das macht es schwierig, sich diesen Faktor wegzudenken, doch ist es eine sehr wichtige Frage, um Ihre Berufung zu finden.

    Stellen Sie sich vor, Sie müssten sich nie wieder mit Geld beschäftigen. Wie würden Sie dann Ihren Tag verbringen? Oft sind es Erwartungen oder Normen, die uns davon abhalten, wirklich das zu tun, was wir tun wollen. Können Sie für sich ehrlich beantworten, was Sie ohne finanzielle Sorgen tun würden, kommen Sie Ihrer Berufung einen großen Schritt näher.


  • Wann sind Sie ganz besonders motiviert?

    Ihr aktueller Job mag nicht Ihrer Berufung entsprechen, aber er kann dennoch einige Facetten enthalten, die dieser entsprechen.
    Finden Sie heraus, an welchen Tagen Sie besonders motiviert und engagiert bei der Arbeit sind, welche Aufgaben Sie mit großer Freunde und Leidenschaft erledigen und wann Sie sich auf der anderen Seite eher ins Büro quälen müssen.

[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]
26. Mai 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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