Berufung finden: Einfacher Test mit 7 Fragen

Sie wollen Ihre Berufung finden und einen Job, der wirklich zu Ihnen passt? Dann helfen oft schon die richtigen Fragen. Unser einfacher Selbsttest mit 7 Fragen zeigt Ihnen, wo Ihre Interessen, Stärken und Werte liegen – und welche berufliche Richtung daraus entstehen kann. Nehmen Sie sich etwas Zeit und beantworten Sie die Fragen möglichst ehrlich und spontan…

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Berufung finden: Test mit 7 Fragen

Ihre Berufung ist selten eine plötzliche Eingebung. Meist zeigt sie sich in wiederkehrenden Interessen, besonderen Fähigkeiten und Tätigkeiten, die Sie als sinnvoll erleben. Wir empfehlen: Schreiben Sie Ihre Antworten auf die folgenden Fragen am besten auf. Die jeweils drei vertiefenden Fragen helfen Ihnen zusätzlich, noch konkreter zu werden:

1. Was hat mich schon immer interessiert und begeistert?

Echte Interessen begleiten uns oft über viele Jahre. Blicken Sie deshalb nicht nur auf Ihren aktuellen Beruf, sondern auch auf Schule, Ausbildung, Studium und Freizeit. Idealerweise entdecken Sie dabei einen roten Faden oder eine Leidenschaft, aus der bislang nie eine berufliche Perspektive entstanden ist. Vertiefende Fragen:

  • Welche Themen haben mich schon als Kind oder Jugendlicher fasziniert?
  • Womit beschäftige ich mich freiwillig in meiner Freizeit?
  • Worüber könnte ich stundenlang lesen, reden oder Neues lernen?

2. Bei welchen Tätigkeiten vergesse ich die Zeit?

Manche Aufgaben kosten Überwindung, bei anderen vergeht die Zeit wie im Flug. Wenn Sie völlig in einer Tätigkeit aufgehen, erleben Sie möglicherweise einen sogenannten Flow. Das allein beweist zwar noch keine Berufung, ist aber ein wertvoller Hinweis auf Tätigkeiten, die Sie aus eigenem Antrieb gerne ausüben:

  • Bei welchen Tätigkeiten vergesse ich Raum und Zeit?
  • Welche Aufgaben beginne ich ohne große Überwindung?
  • Wann fühle ich mich nach der Arbeit zufrieden statt nur erleichtert?

3. Was kann ich besonders gut?

Interesse allein macht natürlich noch keine Berufung. Entscheidend sind ebenso Ihre persönlichen Stärken, Talente und erworbenen Fähigkeiten. Achten Sie hierbei jedoch weniger auf Zeugnisse oder Qualifikationen: Manche natürlichen Kompetenzen erscheinen uns so selbstverständlich, dass wir ihren besonderen Wert selbst gar nicht erkennen. Diese Fragen helfen zusätzlich:

  • Welche Aufgaben fallen mir auffallend leichter als anderen?
  • Wobei erziele ich regelmäßig beste Ergebnisse?
  • Welche Fähigkeiten habe ich besonders schnell gelernt?

4. Wofür werde ich von anderen geschätzt?

Bei der Selbsteinschätzung entstehen gerne blinde Flecken. Deshalb lohnt sich der Vergleich von Selbstbild und Fremdbild: Freunde, Kollegen oder Kunden erkennen mitunter Talente, die Ihnen selbst gar nicht auffallen. Achten Sie besonders auf Rückmeldungen, die Sie von unterschiedlichen Menschen immer wieder bekommen:

  • Wobei bitten mich andere regelmäßig um Rat oder Hilfe?
  • Welche positiven Rückmeldungen bekomme ich regelmäßig?
  • Welche meiner Fähigkeiten halten andere für besonders?

5. Was ist mir bei meiner Arbeit wirklich wichtig?

Eine Aufgabe, Arbeit oder Tätigkeit kann Ihren Fähigkeiten entsprechen und Sie trotzdem nicht erfüllen. Ihre Berufung sollte deshalb ebenfalls zu Ihren persönlichen Werten passen. Überlegen Sie jetzt, was Sie im Arbeitsleben wirklich brauchen – zum Beispiel Freiheit, Sicherheit, Kreativität, Verantwortung, Leistung, Selbstbestimmung oder das Gefühl, anderen Menschen zu helfen.

  • Welche Werte möchte ich in meinem Beruf leben?
  • Worauf würde ich selbst für ein höheres Gehalt nicht verzichten?
  • Wann empfinde ich meine Arbeit als sinnvoll?

6. Wie sieht mein idealer Arbeitstag aus?

Denken Sie jetzt an Ihren tatsächlichen oder zukünftigen Arbeitsalltag. Eine Berufung muss schließlich nicht nur auf dem Papier attraktiv sein. Entscheidend ist, ob Aufgaben, Menschen und Arbeitsweise langfristig zu Ihnen passen. Entwerfen Sie an dieser Stelle ein möglichst konkretes Bild von Ihrem idealen Arbeitstag, für den Sie auch montags sofort und gerne aufstehen würden. Ergänzende Fragen dazu:

  • Mit welchen Aufgaben möchte ich den größten Teil meiner Zeit verbringen?
  • Arbeite ich lieber allein, im Team oder viel mit anderen Menschen?
  • Brauche ich feste Strukturen und Sicherheit oder Freiheit und Abwechslung?

7. Was würde ich beruflich machen, wenn Geld keine Rolle spielte?

Klar, Geld spielt bei jeder Berufswahl eine Rolle. Aber als Gedankenexperiment ist die Frage extrem hilfreich: Blenden Sie einmal das Einkommen, Status oder die Erwartungen anderer für einen Moment komplett aus. Was bleibt übrig? Was würden Sie am liebsten tun? Die Antwort zeigt Ihnen Wünsche, die im Alltag von finanziellen Zwängen, Sicherheitsdenken oder der Angst vor Veränderungen überlagert werden. Weitere Fragen:

  • Welche Beschäftigung würde ich ohne Geld, Status oder Prestige wählen?
  • Was würde ich ausprobieren, wenn ich keine Angst vor dem Scheitern hätte?
  • Welchen beruflichen Weg würde ich bereuen, niemals versucht zu haben?
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Wie werte ich meinen Berufung-Test aus?

Die Fragen sind ein Wolf im Schafspelz und haben es in sich. Lesen Sie Ihre Antworten deshalb noch einmal durch und markieren Sie Begriffe, Wünsche und Tätigkeiten, die mehrfach auftauchen. Suchen Sie besonders nach Überschneidungen zwischen dem, was Sie gerne tun, gut können und persönlich wichtig finden. Daraus entstehen wichtige Hinweise auf passende Berufsfelder und eine mögliche Berufung.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das sogenannte Ikigai-Modell: Es verbindet die Fragen, was Sie lieben, worin Sie gut sind, was die Welt braucht und wofür Sie bezahlt werden können:

Berufung finden Ikigai-Modell

Kennen Sie bereits einige mögliche Richtungen, vergleichen Sie diese anschließend mit unseren Berufsbildern. Auch durch das Kennenlernen bisher unbekannter Berufe finden Sie oft neue Inspiration. Seine Berufung zu finden, ist allerdings weniger ein einmaliger Geistesblitz als vielmehr ein gründlicher Prozess aus Reflektieren, Möglichkeiten entdecken, Ausprobieren und Erfahrungen auswerten:

Berufe von A-Z entdecken

Definition: Was ist eigentlich eine Berufung?

Eine Berufung ist eine Tätigkeit, die besonders gut zu den eigenen Interessen, Fähigkeiten und Werten passt und als persönlich sinnvoll erlebt wird. Im Unterschied zu einem Beruf steht nicht der Lebensunterhalt im Vordergrund. Entscheidend ist die starke innere, „intrinsische Motivation“, genau diese Tätigkeit ausüben zu wollen.

Beruf

Berufung

dient dem Lebensunterhalt besitzt persönliche Bedeutung
basiert auf Aufgaben und Qualifikationen verbindet Interessen, Stärken und Werte
kann Mittel zum Zweck sein wird als sinnvoll und erfüllend erlebt
Motivation kann vorwiegend von außen kommen Motivation entsteht stärker von innen

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Berufung immer Spaß macht oder automatisch glücklich macht. Auch in einem perfekten Beruf gibt es Stress, Routinen, Konflikte und Aufgaben, die keinen Spaß machen. Berufung zeigt sich eher darin, dass die Tätigkeit insgesamt zu Ihnen und Ihrer Persönlichkeit passt und Sie darin einen dauerhaft guten Grund sehen, sie auszuüben.

Persönlichkeit besser verstehen

Natürlich hilft es, seine Persönlichkeit besser zu kennen, wenn Sie Ihre Berufung finden wollen. In unseren Coachings nutzen wir dazu regelmäßig unseren Big-Five-Test. Dieser basiert auf einem valigen und weltweit anerkannten psychologischen Modell und zeigt Ihnen, wie ausgeprägt Ihre Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und emotionale Stabililität sind. Unser Test ist absolut kostenlos und liefert Ihnen sofort eine erste Auswertung. Probieren Sie es gerne gleich aus:

Zum Big-Five-Test

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Woran erkenne ich meine Berufung?

Ob aus einer Arbeit tatsächlich eine Berufung wird, zeigt sich meist erst mit der Zeit. Aber es gibt erste typische Anzeichen:

Merkmal

Woran Sie es erkennen

Innere Motivation Sie interessieren sich für die Tätigkeit aus eigenem Antrieb und nicht nur wegen Geld, Status oder Anerkennung.
Passende Fähigkeiten Sie können wichtige persönliche Stärken einsetzen und möchten sich darin weiterentwickeln.
Persönlicher Sinn Sie verstehen, warum Sie diese Arbeit machen und welchen Beitrag Sie damit leisten.
Stimmige Werte Die Tätigkeit zwingt Sie nicht dauerhaft dazu, gegen wichtige persönliche Überzeugungen zu handeln.
Langfristiges Interesse Ihre Begeisterung verschwindet nicht sofort, sobald Schwierigkeiten, Routine oder Rückschläge auftreten.

Muss meine Berufung mein Beruf sein?

Nicht jede Leidenschaft muss zum Beruf werden und nicht jeder gute Beruf muss sich wie eine große Lebensaufgabe anfühlen. Ein Job kann zu Ihnen passen, finanzielle Sicherheit bieten und zufrieden machen, ohne dass Sie ihn als persönliche Berufung bezeichnen. Legen Sie die Latte bei Ihrer Suche daher bitte nicht zu hoch: Auch eine erfüllende Arbeit bleibt Arbeit.

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Kann sich meine Berufung verändern?

Interessen, Werte und Lebensumstände verändern sich im Laufe des Lebens. Das ist vollkommen normal. Eine Tätigkeit, die mit 25 perfekt zu Ihnen passt, muss mit 45 nicht mehr dieselbe Bedeutung haben. Sie dürfen deshalb auch mehr als eine berufliche Berufung im Leben haben. Wer also merkt, dass die bisherige Arbeit nicht mehr passt oder befriedigt, muss nicht sofort kündigen. Prüfen Sie immer zuerst, was genau sich verändert hat und welche Alternativen daraus entstehen. Eine berufliche Neuorientierung kann anschließend der nächste Schritt sein. Auch hierbei helfen wieder die obigen sieben Fragen.


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